Ein Beitrag von Martina Zidek
„In einem herrlichen Schloss in Spanien lebte ein kleiner Hundeprinz mit seiner Mutter, der schönen Königin. Sie liebte ihn über alles und jeder Tag war erfüllt von Lachen, Freude und Sonnenschein. So viel Glück rief die Geister der Missgunst auf den Plan. Sie schickten den Nachtwind um den Hundeprinzen zu rauben……“ So beginnt Franzis Märchen, nimmt jedes Mal einen anderen Verlauf und endet stets damit, dass er seinem Frauli in die Arme springt und die beiden glücklich bis ans Ende ihrer Tage zusammen leben.
Diese Geschichte hat Franzis erste Autofahrten und Brückenüberquerung möglich gemacht, ihn an lärmenden Jugendlichen und ratternden Baumaschinen vorbei begleitet und ihn nach einer Operation aus der Narkose geführt. Wann immer Franzi sich fürchtet, erzähle ich und er lauscht konzentriert meiner Stimme und lässt sich von ihr beruhigen. Franzi ist heute in so hohem Grad gefestigt, dass er den nervösen Neulingen in der Hundeschule als Ruhepol zur Seite gestellt wird und macht mich täglich stolz mit der Unerschrockenheit, mit der er unbekannten Dingen begegnet. So ist es ist kaum noch notwendig, ihn von Ängsten abzulenken und ich hatte die Geschichte schon fast vergessen, bis ich gestern im Wartezimmer des Tierarztes einen angstschlotternden Franzi zu meinen Füssen hatte.
Angst essen Seele auf
Angst ist eine gute Verbündete im Überlebenskampf eines Straßenhundes, im Leben eines Haushundes gibt es nur noch wenige reelle Anlässe dafür, was sie aber nicht weniger drängend macht – und das nicht nur für Hunde. In meinem Kopf ist mir zum Beispiel absolut klar, dass die Gruppe von Menschen, vor denen ich sprechen soll, mich nicht Stöcke schwingend davon jagen wird und doch werden meine Hände feucht und einzig die Vernunft hält mich davon ab, mich unter einem Tisch zu verkriechen. Unsere Hunde denken in anderen Bahnen, und so gehorchen sie diesem kategorischen Imperativ der Natur, der seit Anbeginn das Überleben sichert, auf unterschiedliche Weise: manche ziehen sich zitternd zurück, andere wiederum gehen in die Offensive und versuchen die vermeintliche Bedrohung zu verjagen. Beide Varianten mit all den Abstufungen dazwischen, sind dringende Appelle an die Empathie von Frauli oder Herrli: es ist eine unserer nobelsten Pflichten, unseren Hunden beizustehen, wenn sie in Bedrängnis sind – egal wie nichtig uns der Anlass erscheint.
Wann immer ich den Expertenrat lese, Hundeängste zu ignorieren drängt sich mir die Frage auf, ob irgendjemand ein Kind in der Arztpraxis links liegen lassen würde, um es davon zu überzeugen, dass keine Gefahr droht und bis mir jemand eine einleuchtende Erklärung für diese Theorie bieten kann, werde ich tun, was uns bisher viel Erfolg gebracht hat: ich werde Geschichten erzählen, Kekse verfüttern und ihm zeigen, dass ich ihn in schweren Zeiten niemals allein lassen werde.
Mitgefühl ist die Antwort des Herzens auf den Schmerz. Wir haben Anteil an der Schönheit des Lebens und am Ozean der Tränen. Das Leiden am Leben ist Teil unseres Herzens sowie Teil dessen, was uns miteinander verbindet. Es trägt eine Zärtlichkeit in sich, ein Mitgefühl und ein Wohlwollen, das alle Dinge umfängt und jedes Wesen berühren kann. (Jack Kornfield * 1945)
Bettler machen Salzburg reicher
Europa, Gesellschaft, Menschenrechte, Miteinander, Salzburg, WeltAnfangs war es mir unangenehm. Die bittende Haltung, die Unterwürfigkeit, das zur Schau Stellen einer massiven körperlichen Beeinträchtigung. Wie sollte ich damit umgehen? Wenn ich etwas gebe, so hilft es ihnen auch nicht weiter. Will ich sie hier haben in meiner Stadt? Kommen da nicht noch mehr, wenn ich etwas gebe? Ich wandte mein Gesicht ab.
Dann schaue ich aber hin und mein Blick wandelt sich: Menschen, die im Grunde die gleichen Bedürfnisse haben wie du und ich. Menschen, die ein Geschichte haben und vom Schicksal geschlagen werden. Sie zeigen mir, dass Armut bitter schmeckt und auch in einer der reichsten Städte der Welt Realität ist. Der Großteil des Elends spielt sich im Verborgenen hinter den Kulissen ab. Meine (Groß-) Elterngeneration hat diese grausame Armut noch selbst am eigenen Leib gespürt.
Wenn ich heute morgens durch die Innenstadt zur Arbeit gehe, treffe ich bekannte und unbekannte Gesichter. Ich werde freundlich gegrüßt. Ich nicke und lächle respektvoll zurück. Manchmal gebe ich etwas, manchmal nicht. Mein Leistungsdenken macht mich nicht zu einem besseren Menschen. Ich bin der Meinung, dass die Bettelmigranten Salzburg vielfältiger und solidarischer machen. Das zeigen auch die unterschiedlichen Beiträge hier auf Zartbitter u.a. von Alexandra Schmid und Astrid Steindl. Mich bereichern sie auf jeden Fall.
Deshalb unterstütze ich die Kampagne www.hinschauen-statt-verurteilen.at.
Wichtige Basisinfos finde ich bei Josef P. Mautner und natürlich in der Studie über Bettelmigration von Heinz Schoibl. Sie liefern Grundlagen für eine menschenwürdige Diskussion, den Abbau von Ängsten und die Basis für politisches Handeln, das nicht auf dem Rücken der Schwächeren ausgetragen wird.
Güllac – die süße Lasagne
Gruß aus der Küche, LebenWie macht man nun Güllac?
Zutaten für 8 Personen :
Ca. 300 gr Reisblätter
1,5 Liter Milch
250 Gramm Zucker
Geriebene Nüsse
Rosenwasser
Granatapfelkerne
Gehackte Pistazien
Blaubeeren
Zubereitung:
Zuerst die Milch erwärmen und den Zucker darunter rühren, einen Schuss Rosenwasser dazugeben.
Portionsweise auf den Tellern anrichten, servieren und genießen :)
Spirit tanken beim Männertag
Arbeit, Gesellschaft, Leben, Miteinander, SpirituellEin jährlicher Höhepunkt meines Arbeitsjahres ist der Männertag in St. Virgil. Am 14. und 15. März ist es unter dem Titel „frei und geborgen“ wieder soweit. Ich freue mich darauf, da hier eine besondere Atmosphäre herrscht. Es ist eine seltene Gelegenheit, wo sich Männer mit Spiritualität und Glaubensthemen bewusst auseinandersetzen. Hier kann Mann sich von seiner persönlichen Seite zeigen. Endlich mal keine berufliche oder familiäre Rolle spielen müssen. Durchatmen, inspirierende Impulse bekommen und bei gutem Essen wertvolle Gespräche führen.
Hier kann ich so sein, wie ich bin. Nicht dem entsprechen, was andere oder Institutionen von mir erwarten. Nicht das Funktionieren steht im Vordergrund, sondern das Sein. Was mich an diesem Männerkreis begeistert? Da ist wertschätzende männliche Kraft spürbar. Da treffe ich Männer, die mehr wollen als es das tägliche Hamsterrad vorgibt. Ich gönne mir diesen Tag, weil ich hier Kraft tanke. Weil ich Gleichgesinnte treffe und ich motiviert werde, meinen spirituellen Weg in aller Freiheit weiterzugehen. Ich denke, den Kirchen tun diese freien Männer sehr, sehr gut. Sie sind stark und mutig, weil sie geborgen sind. Ich freue mich, Euch kennenzulernen.
www.kirchen.net/kmb
Hundiversum: Dich hochhalten gegen das Dunkel des Abends – der Zeit – der Angst
Hundiversum, LebenEin Beitrag von Martina Zidek
Diese Geschichte hat Franzis erste Autofahrten und Brückenüberquerung möglich gemacht, ihn an lärmenden Jugendlichen und ratternden Baumaschinen vorbei begleitet und ihn nach einer Operation aus der Narkose geführt. Wann immer Franzi sich fürchtet, erzähle ich und er lauscht konzentriert meiner Stimme und lässt sich von ihr beruhigen. Franzi ist heute in so hohem Grad gefestigt, dass er den nervösen Neulingen in der Hundeschule als Ruhepol zur Seite gestellt wird und macht mich täglich stolz mit der Unerschrockenheit, mit der er unbekannten Dingen begegnet. So ist es ist kaum noch notwendig, ihn von Ängsten abzulenken und ich hatte die Geschichte schon fast vergessen, bis ich gestern im Wartezimmer des Tierarztes einen angstschlotternden Franzi zu meinen Füssen hatte.
Angst essen Seele auf
Wann immer ich den Expertenrat lese, Hundeängste zu ignorieren drängt sich mir die Frage auf, ob irgendjemand ein Kind in der Arztpraxis links liegen lassen würde, um es davon zu überzeugen, dass keine Gefahr droht und bis mir jemand eine einleuchtende Erklärung für diese Theorie bieten kann, werde ich tun, was uns bisher viel Erfolg gebracht hat: ich werde Geschichten erzählen, Kekse verfüttern und ihm zeigen, dass ich ihn in schweren Zeiten niemals allein lassen werde.
Mitgefühl ist die Antwort des Herzens auf den Schmerz. Wir haben Anteil an der Schönheit des Lebens und am Ozean der Tränen. Das Leiden am Leben ist Teil unseres Herzens sowie Teil dessen, was uns miteinander verbindet. Es trägt eine Zärtlichkeit in sich, ein Mitgefühl und ein Wohlwollen, das alle Dinge umfängt und jedes Wesen berühren kann. (Jack Kornfield * 1945)
Neues vom Lieblingsplaneten: Wahlkämpfen und Wählen-Wofür?
Kolumne, Neues vom LieblingsplanetenEin Beitrag von Alexandra Schmidt
Wofür wahlkämpfen? Wofür politisch tätig sein? Wofür „ins Amt“ gehen?
Für mich ist das völlig klar: für ein gutes Leben für alle. Ein gutes Leben, das ist ein Einkommen mit dem man auskommt und ein bisschen was bleibt übrig, keine Sorge wovon die Miete/der Wochenendeinkauf/der Schulschikurs/das Pflegeheim bezahlt wird diesen Monat. Und nächsten. Genug Freizeit für Zeit im Kreise lieber Menschen, an der frischen Luft, im Kino/Theater/Konzert, beim Wirten und im Verein. Genug freie Tage zum faul sein/ sporteln/ wegfahren/ daheimbleiben/
mithelfen. Eine Arbeit mit Anerkennung. Eine Schule ohne Druck. Gute Chancen. Guter Schlaf. Eine Ärztin oder einen Arzt wenn nötig. Leere Mülltonnen, funktionierende Straßenbeleuchtung und am Samstag um eins in der Früh angstfrei heimgehen. Das gute Leben, das meint nicht, dass alle das gleiche oder gleich viel haben oder hergeben. Es heißt, dass jede Person in der eigenen persönlichen Situation viele Wohlfühlmomente hat und wenige Sorgen. Dass es ein gutes Miteinander gibt. Dass unter dem Strich ein Plus steht. Dafür sollen die Menschen in der Politik sorgen und den Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten die Voraussetzungen und Ressourcen geben. Wir haben die Wahl.
Das findet, ehrlich wahr, eure Xela
Offene Türen in Salzburg
Augenblicke, Gesellschaft, MiteinanderBei einem Hausbesuch lädt man sich ja quasi selbst ein, also man kündigt sich nicht an. Aber egal bei wem man anklopft oder läutet, die Türen öffnen sich und man wird freundlich begrüßt. Egal ob Alt oder Jung, zugewandert oder seit Generationen in Salzburg ansässig. Manchmal ist es ein kurzes Gespräch, oft aber erzählen die Menschen über sich. Über ihre Freuden, über ihre Sorgen. Manchmal wird man zum Kaffee eingeladen oder zum Essen. Denn oft riecht es so richtig gut und ich schaue dann wahrscheinlich recht hungrig drein. Von einer Jause über Guglhupf bis zu einem chinesischen Essen wurde uns schon angeboten. Da fällt es dann schwer nein zu sagen ;)
Und hier will ich DANKE sagen. Dass sich die Türen öffnen und oft auch die Herzen.