palaIch weiß nicht, ob das am Alter liegt, aber in der letzten Zeit passiert es mir häufiger, dass ich längst vergessene Szenen aus meiner Kindheit wieder vor Augen habe. Kürzlich ging es mir beim Palatschinken machen so. Gerade als ich den ersten Schöpfer Teig in die Pfanne gebe, kommt die Erinnerung hoch. Oft, wenn ich am Freitag von der Schule nach Hause kam, gab es Palatschinken mit Marmelade. Damals war es noch üblich am Freitag kein Fleisch zu essen, es war ein traditioneller Fastentag. Im Innviertel nahm man das noch etwas genauer mit dem Freitagsfasten. Meine Mutter hat von Topfenauflauf über Zwetschgenknödel bis zu Buchteln mit Vanillesauce immer köstliche Mehlspeisen gemacht. Am liebsten waren mir die Palatschinken mit schön viel Staubzucker drauf. Wir saßen am Esstisch und Mutter hat einen Palatschinken nach dem anderen gemacht und wir verdrückten sie frisch aus der Pfanne.

Dieses Bild aus meiner Kindheit vor Augen habe ich Bissen für Bissen die Palatschinken genossen und musste dauernd dabei lächeln. Eine wunderbare Erinnerung :)

monika 2Ein Beitrag unserer Gastautorin Monika Schm.

Plattformlifte sind diese Dinger, bei denen RollstuhlfahrerInnen auf einer Plattform stehen und so Stufen oder Treppenanlagen erklimmen können. Hört sich eigentlich ganz gut an – theoretisch. In der Praxis ist es so, dass Plattformlifte nur eine Notlösung für Ausnahmesituationen sein können.

Ich mag sie nicht. Die erste Frage ist immer, wo ist der Schlüssel zum Bedienen? Das kann schon mal 15 Minuten dauern, bis er gefunden wird. Und dann sind Plattformlifte umständlich zu bedienen und es dauert gefühlt ewig bis eine bestimmte Stufenanzahl überwunden ist. Als Rollstuhlnutzerin weiß ich aus Erfahrung, dass diese Teile mit zunehmender Nutzung zu hängen beginnen. Dann ist eine Benutzung noch weniger lustig, weil sich stehend auf der Plattform  ein Gefühl von Absturzgefahr breit macht – die eigenen Alarmglocken schrillen dann sehr laut.

treppeEbenso sind sie äußerst wartungsanfällig. Und wenn Frau oder Mann bei einem Ausfall gerade auf der Plattform steht, dann wird es richtig lustig. Elektrische Rollstühle haben ein Gewicht ab ca. 120 kg – OHNE BenutzerIn! Schnell mal runterheben funktioniert da gar nicht. Meistens muss die Feuerwehr gerufen werden, da besonders elektrische Rollstühle an keiner Stelle Tragemöglichkeiten aufweisen. Bis dann die Rettung erfolgt ist, das kann dauern.

Keine Diskussion. Besser sind ganz gewöhnliche Aufzüge, die auch von Eltern mit Kinderwägen und Menschen mit Gehbehinderungen gut genutzt werden können.

Noch ein Tipp aus der Erfahrungsschatulle: Vor dem Benutzen eines Plattformliftes unbedingt eine Toilette aufsuchen … :)

 

löwenzahnJeden Tag gehe ich am Julius Raab Platz vorbei. Ein zugepflasterter Platz, umringt von Straßen und Gebäuden. Heute allerdings ist mein Blick hängengeblieben. An einem Löwenzahn. Ich musste stehenbleiben. Nicht weil ich Hunger auf Löwenzahnsalat hatte. Der Löwenzahn hat mich zum Staunen gebracht. Warum sucht er sich so ein unwirtliches Plätzchen? Wie kommt der Samen dahin? Wie gelingt es ihm dort zu keimen? Zwischen all dem Stein und Metall? Wir bewundern die höchsten Gebäude der Welt. Wir schauen fasziniert auf die größten Flugzeuge. Wir staunen über die neueste Computertechnologie. Aber ist nicht die Natur am imponierendsten? Mit welcher Kraft schaffen es die unscheinbarsten Lebewesen sich zu durchzusetzen?

Ich hoffe der Löwenzahn behauptet sich auf dem Julius Raab Platz und zeigt uns auch nächstes Jahr, wie stark das Leben ist!

PS: Kürzlich erzählte mir ein Freund von einem Schleimpilz über den er gelesen hatte. Ein Schleimpilz gehört nicht unbedingt zu den intelligentesten Lebewesen. Aber er kann etwas, was die besten Verkehrsplaner der Welt nicht zusammenbringen. Der Schleimpilz sucht sich die effizientesten und kürzesten Wege, alles ohne Hirn!

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/effizienz-von-mikroorganismen-schleimpilze-imitieren-bahnnetz-von-tokio-a-673295.html

uhrMan kann die Uhr danach stellen, jedes Jahr wieder gibt es die Diskussion um die Sommerzeit. Bis jetzt habe ich mich ganz vornehm zurückgehalten. Aber heute muss es raus. Ich mag die Sommerzeit. Ich freue mich darauf, wenn es am kommenden Sonntag am Abend eine Stunde länger hell ist. Natürlich weiß ich, dass es viele Studien gibt, die sagen, dass es negative Auswirkungen gibt. Von den Fahrplänen der Verkehrsmittel bis zur Landwirtschaft. Mehrere politische Initiativen verlangen die Abschaffung der Sommerzeit. Was mir aber wesentlich lieber wäre, ist die Abschaffung der Winterzeit. Dann bräuchten wir keine Umstellung der Uhren zweimal im Jahr. Und wenn es im Dezember schon um vier Uhr nachmittags finster wird, ist das auch nicht besonders attraktiv. Also besser die Winterzeit abschaffen, oder?

… meldet sich zurück. Nach längerer Schaffenspause muss ich sagen, dass es verdammt schwer ist, mit den Augenringen noch auf den Bildschirm zu schauen. Glücklicherweise habe ich jetzt eine neue Brille – ein modisches Accessoire um vom wahren Zustand abzulenken. Immerhin bin ich jetzt schon 38 und sehe aus wie 48.

kiAber reden wir mal von wirklich wichtigen Dingen. Thema Kinderbetreuung. Wie wichtig ist es, was die lieben Kleinen so den ganzen Tag machen, wenn wir nicht dabei sind? Der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung auf der einen Seite, einfach spielen und Kind sein auf der anderen Seite?

„Mein Kind soll gut betreut werden, aber die Erziehung findet zu Hause statt“, behauptet mein Nachbar (der in Karenz war und jetzt in Elternteilzeit ist – also weiß, wovon er spricht). „Pädagogische Konzepte sind total wichtig“, sagt meine innere Stimme. Ich will das Gefühl haben, dass alles suuuuhuuuper durchdacht ist. Ich will, dass mir das von suuuuuhuuper qualifizierten BetreuerInnen mitgeteilt wird. Am besten noch in Form einer „Portfolio-Mappe“ (da steht alles Wichtige drin, samt den Zeichnungen der Kinder und so).

skWarum eigentlich? Weil die Kinder mein ein und alles sind? Weil wir nur das Allerbeste für sie wollen? Weil wir nicht loslassen können? Weil wir an den eigenen Fähigkeiten zur perfekten Erziehung zweifeln? Weil wir unseren Kindern nicht zutrauen, dass sie in einer nicht perfekten Welt aufwachsen und sich auch mit Betreuungspersonen rumschlagen müssen, die sie nicht mögen? Weil es schwierig ist zu akzeptieren, dass zwei BetreuerInnen im Kindergarten nicht 25 Kinder gleichzeitig in den Mittelpunkt stellen können?

Ich muss cooler werden, lautet mein Vorsatz! Denn perfekte Begleitung von Kindern gibt es nicht, weder zu Hause noch im Kindergarten. Jetzt geh‘ ich erst Mal ganz gelassen meine Mädels abholen.

Harald SallerEin Kommentar von unserem Gastautor Harald Saller:

Es ist eine traurige Tatsache. Die steigende Arbeitslosigkeit betrifft vor allem Menschen mit Behinderung. Was noch hinzukommt: Es gibt eine nicht unerhebliche Dunkelziffer. Viele Betroffene sind nämlich in Karenz, in Aus- und Weiterbildungen oder für den Haushalt zuständig. Manche verzichten auch ganz auf den Kündigungsschutz aus Angst, überhaupt keine Arbeit zu finden, oder sie sind beim AMS gar nicht gemeldet

Eine Maßnahme, die für Abhilfe hätte sorgen sollen, war die Abänderung des besonderen Kündigungsschutzes. Dieser soll dazu dienen, Menschen mit Behinderung vor ungerechtfertigten Kündigungen zu schützen. Seit 2011 wird der Kündigungsschutz nicht nach sechs Monaten, sondern erst nach vier Jahren wirksam. Ein Unternehmen ab 25 Mitarbeitern ist dazu verpflichtet, einen Menschen mit Behinderung einzustellen. Kommt es dem nicht nach, muss die Firma eine Ausgleichstaxe von derzeit 244 Euro pro Monat zahlen.

(c) Harald Saller

(c) Harald Saller

So weit, so schlecht. Die Lockerung des Kündigungsschutzes blieb zahnlos, auch die Ausgleichstaxe und weitere steuerliche Begünstigungen sind keine Motivation, Menschen mit Behinderung einzustellen. Nun gibt es die Forderung des Österreichischen Zivil-Invalidenverbandes, die Ausgleichstaxe drastisch anzuheben. Doch immer nur mit höheren Strafen Unternehmen zwingen zu wollen, behinderte Menschen einzustellen, ist nicht zielführend.

Als erstes muss sich das Bild des Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit ändern – weg vom Mitleidsbild und hin zu einer neutralen Erscheinungsform. Aktionen wie Licht ins Dunkel sind dabei sehr kontraproduktiv. Das Format ist nicht mehr zeitgemäß, denn es suggeriert, dass das Leben eines Menschen nur mit negativen Ereignissen verbunden ist und man auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist. Dabei sollte es heutzutage möglich sein, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das wird auch durch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung bekräftigt.

Als weiteren Schritt wäre es besser, den Kündigungsschutz individuell zu handhaben. Viele behinderte Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wären nach eigenen Aussagen auf diesen gar nicht angewiesen – werden aber gesetzlich daran gebunden. Auf der anderen Seite zeigt eine Statistik des Bundessozialamts, dass es in den vergangenen Jahren in Salzburg nur in ganz seltenen Fällen zu einer Auflösung des Vertragsverhältnisses gekommen ist, nachdem der Kündigungsschutz in Kraft getreten ist. Die Furcht von manchen Unternehmen, dass man einen Mitarbeiter mit Behinderung nicht mehr losbekommt, ist daher völlig unbegründet.

Die heimischen Firmen müssen sich in Zukunft intensiv mit dem Thema Behinderung auseinandersetzen und den betroffenen Menschen die Chance bieten, sich in der Arbeitswelt zu beweisen, denn an fehlender Ausbildung scheitert es in den wenigsten Fällen. Es sollten sich Bewerbungen – so wie es im öffentlichen Dienst, aber auch in der Privatwirtschaft in anderen Ländern bereits üblich ist – direkt an Menschen mit Behinderungen richten. Das erfordert aber auch eine bessere Zusammenarbeit von AMS, Bundessozialamt, Arbeits- und Wirtschaftskammer. Sensibilisierte Menschen, die über die Materie Bescheid wissen, sollen zudem gemeinsam mit den Unternehmen eine Lösung finden, wie man potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingliedern kann.

Denn im Endeffekt profitieren beide Seiten. Der Mensch mit Behinderung hat eine für ihn lohnende Arbeit und würde zugleich für eine Sensibilisierung im Umgang mit seinen Mitarbeitern und den Vorgesetzten sorgen.