Vereinbarkeit von Familie & Arbeit

Ein Gastbeitrag von Univ-Prof. Dr. Katharina J. Auer-Srnka
Wäre die aktuelle Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit von Frauen ein Schulaufsatz, müsste man sie in weiten Teilen wohl schlichtweg als…

Hohe Bildung – keine Kinder. Was uns am Eltern-werden hindert

In Österreich werden immer weniger Kinder geboren. Die statistischen Daten hierzu sprechen Bände: Die Zahl der Lebendgeborenen liegt aktuell bei rund 84.000 im Jahr. Noch vor 50 Jahren war der Wert um gut die Hälfte höher;

Der falsche Weg nach dem Asyl und wie wir es besser machen sollten!

Jetzt setz ich mich schon lange mit dem Thema Asyl und Mindestsicherung auseinander. Viele andere Menschen auch. Man ist dann bald mal in einem Strudel drinnen, verbeißt sich in Details. Und sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Was meine ich?

Wenn ein Mensch in Österreich um Asyl ansucht, bekommt er eine Grundversorgung. Manchmal dauert es Monate, manchmal Jahre bis eine Entscheidung fällt. In dieser Zeit lernt er ein kleines bisschen Deutsch, kann gemeinnützig arbeiten. Eine normale Arbeit darf er nicht machen. Die meiste Zeit wartet so ein Mensch und hofft natürlich, dass er Asyl bekommt. Dann kommt einmal der Tag der Entscheidung. Viele Menschen bekommen kein Asyl, diese müssen in den meisten Fällen Österreich verlassen. Andere Menschen bekommen Asyl, sie sind dann anerkannte Flüchtlinge oder Asylberechtigte. Und sind damit österreichischen StaatsbürgerInnen fast gleichgestellt. Was passiert jetzt?
Diese Menschen können dann noch bis zu vier Monaten in der Grundversorgng bleiben. Dann gehen sie aufs Sozialamt. Und beantragen Mindestsicherung. Und bleiben oft dort hängen, weil sie sich nicht beim AMS melden können.

Und hier ist der Knackpunkt – das ist der falsche Weg!

Der richtige Weg führt in den Arbeitsmarkt! Menschen müssen nach ihrer Anerkennung sofort zum AMS, sich arbeitssuchend melden. Das passiert jetzt nicht! Weil es heißt, dass die meisten keine ausreichenden Deutschkenntnisse haben, also landen sie in der Mindestsicherung ohne beim AMS gemeldet zu sein. Das ist nicht gut!
Das aktiviert die Menschen nicht. Das macht sie zu passiven Empfängern. Und es verdammt sie dazu weiter zu warten. Denn die Mindestsicherung bereitet niemanden auf den Arbeitsmarkt vor. Das ist nicht die Aufgabe der Mindestsicherung, auch wenn wir in der Stadt mit unseren Deutschkursen das probieren. Das ist die Ausnahme in Österreich.

Ich erinnere mich gut, wie es für mich war, als ich mit dem Studium fertig war. Die Warteliste war elendslang, keine Chance auf eine Arbeit als Lehrerin. Ich bin nicht aufs Sozialamt gegangen. Sondern zum AMS. Da habe ich Qualifizierungsmaßnahmen gemacht, Bewerbungstraining und so weiter. Und bald konnte ich als Sozialpädagogin in einem Kinder- und Jugendzentrum beginnen.

Und deswegen möchte ich ein bundesweites Integrationspaket, das so aussehen sollte:

1. Clearing in der ersten Woche, also alle Infos zu oder über eine Person, die dann allen Behörden zur Verfügung stehen.
2. In der zweiten Woche Start mit Deutschkursen, mindestens 10 Stunden die Woche, noch besser 20 Stunden. Natürlich verpflichtend mit anerkannten Prüfungen.
3. Ab dem dritten Monat soll jeder/ jede die Möglichkeit haben arbeiten zu gehen und selbst den Lebensunterhalt zu verdienen.
4. Menschen, die eine positive Prognose auf Asyl haben, also aktuell Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak,… sollen die Möglichkeit haben ihre Nostrifizierungen und Anerkennungsverfahren einzuleiten.
5. Wenn ein positiver Bescheid auf Asyl kommt, dann müssen die Menschen zum AMS und sich arbeitsbereit melden. Qualifizierungsmaßnahmen müssen eingeleitet werden.
6. Als Übergang kann Mindestsicherung bezahlt werden bis jemand Arbeit bekommt.

So stell ich mir das vor! Klingt doch ganz einfach und logisch, oder?

Steuerflüchtlinge, na und?!

Die Medien sind voll. Es geht um Steuerbetrug weltweit, Briefkastenfirmen, reiche Leute, die ihr Geld in Sicherheit bringen. Politiker, Sportler, Künstler, Wirtschaftstreibende.

Als gestern die ersten Meldungen kamen, hab ich mir gedacht: „Na und? Es ist so, war so und wird immer so sein. Steuerflüchtlinge sind normal. Ich erwarte mir eigentlich nichts anderes mehr. Wer zu viel Geld hat will es in Sicherheit bringen, der böse raubgierige Staat könnte es ja sonst in die Finger bekommen.“

So war mein erster Gedanke. Das hat mich erschreckt!

Meine Gleichgültigkeit.

Dass ich denke alle reichen Menschen sind so. Dann bin ich nicht anders als jene, die sagen alle Flüchtlinge sind Wirtschaftsflüchtlinge. Die gleichgültig sind gegenüber dem Leid, der Unterdrückung und Verzweiflung von Menschen, die vor dem Krieg fliehen. Dann bin ich wie die, die alle in einen Topf schmeißen.

Klar ist für mich: Es regt mich auf, dass Menschen auf die Flucht gehen müssen, es regt mich auf, wenn sie nirgendwo Schutz finden. Es regt mich auf, dass wir alle zulassen, dass Frauen im Schlamm an der mazedonischen Grenze Babys bekommen.

Und es regt mich auf, dass etliche reiche Menschen glauben, dass sie über dem Gesetz stehen. Dass die Welt ihnen gehört, weil sie die Kohle haben. Sie selbstverständlich völlig unschuldig sind und enen gottgegebenen Anspruch haben auf ihre Sonderstellung.

Zwei Dinge weiß ich:

  1. Die Steuerflüchtlinge sind global gesehen ein größeres Problem als die Kriegsflüchtlinge!
  2. Geld hat mehr Sexappeal als die Moral!

 

Ich reg mich weiter auf! Wer noch?

Weltmeisterschaft in Frankreich! Wer kann Gabi helfen?

Dringend gesucht bis Sonntag Mittag, 20.3. 2016:

Eine Person, die sich mit InDesign und Apple/Mac auskennt!

Warum?

b2Gabi Weißenbäck hat erstmals an den Staatsmeisterschaften für Menschen mit Behinderung teilgenommen, ausgeschrieben von der AUVA. Und sie hat gewonnen, im Bereich Posterdesign.

Nun vertritt sie, neben 3 anderen SalzburgerInnen, Österreich bei den Weltmeisterschaften in Bordeaux. Gabi Weißenbäck sieht das als tolle Herausforderung, will dort Österreich gut vertreten. Jetzt hat sie erfahren, dass in Bordeaux die Weltmeisterschaften auf Apple ausgetragen werden. Und da kennt sie sich nicht so gut aus. Nun bräuchte sie jemanden, der ihr bei InDesign und Apple/Mac bei der Fotobearbeitung ein paar Details erklärt.

Wer kann ihr helfen? Sie rechnet mit einer Stunde und sie kommt gerne irgendwohin. Den Computer hat sie und das Programm ist schon runtergeladen. Und das alles bis Sonntag, 20.3., denn am Montag hebt der Flieger mit Gabi an Bord Richtung Frankreich und Weltmeisterschaften ab!

Bitte bei Gabi melden: [email protected]

Und wir von zartbitter drücken Gabi ganz fest die Daumen!

Eine zweite Chance für die Häfenbrüder

Die Insassen der Justizanstalt Puch können in zwölf Betrieben arbeiten. In Gesprächen erzählen zwei Inhaftierte über ihre Vergangenheit und Gegenwart. Der Blick in die Zukunft ist ungewiss, obwohl die Maßnahmen zur Resozialisierung immer mehr greifen.

Mit vollster Konzentration schraubt Insasse Fritz am Motor eines roten Minis. Der Ölwechsel und ein paar kleinere Reparaturen sind fällig. Der 60-Jährige ist seit März im Gefängnis. „Es war wieder Mal ein Diebstahl. Ich kann es einfach nicht lassen“, seufzt der Pensionist. Fritz ist Wiederholungstäter. In der neuen Justizanstalt in Puch fühlt er sich wohl. „Das Essen ist gut und es gibt auch die Möglichkeit zu arbeiten. So vergeht die Zeit schneller.“ Er ist von 7.15 bis 14 Uhr in der Werkstatt und führt diverse Arbeiten an den Autos durch.

Zwei Inhaftierte reinigen im Innenhof einen Opel.

Zwei Inhaftierte reinigen im Innenhof einen Opel.

Insgesamt zwölf Betriebe umfasst die Anlage. Es gibt unter anderem eine Wäscherei, eine Schlosserei, den Küchendienst oder eben die Autowerkstatt. Zwei andere Insassen waschen unterdessen im Innenhof einen Opel, sowohl außen als auch innen. Werkstattmeister Gerhard Schöcklitsch überwacht das Geschehen. „Es kann jeder zu uns kommen, um sein Auto reparieren zu lassen. Wir führen allerdings nur kleine Arbeiten durch, weil wir kein Meisterbetrieb sind.“ In den meisten Fällen mache man ein gutes Geschäft. „Für die komplette Reinigung innen und außen zahlt man 15 Euro. Das bekommt man sonst nirgends günstiger“, sagt der gelernte Spengler und Lackierer. Ein Inhaftierter bekommt sechs Euro pro Stunde, von denen er vier Euro für Versicherung, Kost und Logis abgeben muss. Das restliche Geld kommt entweder auf ein Sparbuch oder es wird ausbezahlt. Die neue Justizanstalt verfügt über einen kleinen Supermarkt, in dem man zu bestimmten Zeiten einkaufen kann.

„Mich nimmt ja niemand ohne Leumundszeugnis.“

In der Autowerkstatt arbeiten insgesamt fünf Insassen. Neben Fritz ist auch Herbert mit dem Mini beschäftigt. Er tauscht den Auspuff. Der 48-Jährige wurde beim Einbrechen erwischt. Auch bei ihm war es nicht das erste Vergehen. Angefangen habe er mit Versicherungsbetrug. „Ich habe Auffahrunfälle inszeniert, irgendwann ist mir die Verischerung auf die Schliche gekommen“, erzählt Herbert. Das Einbrechen in Firmen sei zur Gewohnheit geworden. Der gebürtige Niederösterreicher, der in Salzburg erwischt wurde, ist äußerst geschickt im Umgang mit Schraubenzieher und Lötkolben. Kein Wunder, Herbert deutet mit Stolz auf seinen Kfz-Meisterbrief. Noch zehn Monate muss er in Puch absitzen. Er blickt in eine ungewisse Zukunft. „Ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Mich nimmt ja niemand ohne Leumundszeugnis. Zum Glück habe ich hier eine Beschäftigung.“ Werkstattmeister Gerhard Schöcklitsch ist mit seinen Mitarbeitern zufrieden: „Es ist noch nichts Negatives vorgefallen und es gab auch keine Beschwerden. Die Inhaftierten machen einen sehr guten Job.“

So sieht ein Zimmer in der Justizanstalt Puch aus.

So sieht ein Zimmer in der Justizanstalt Puch aus.

Die Justizanstalt in Puch, die rund 34 Millionen Euro gekostet hat, umfasst 100 Mitarbeiter. Von den 227 Betten für die Inhaftierten sind derzeit rund 200 belegt. Der stellvertretende Anstaltsleiter David Klingbacher sorgt mit seinem Team für einen reibungslosen Tagesablauf. Dieser beginnt um 6.45 Uhr mit dem Frühstück. Danach können die Insassen ihren Arbeiten bis 14 Uhr nachgehen. Die Justizanstalt verfügt über mehrere Aufenthaltsräume, eine Bibliothek und auch sportlich kann man sich zum Beispiel im Kraftraum betätigen. Manche der Inhaftierten sind Freigänger. Sie verlassen die Anstalt in der Früh, um ihrer Arbeit nachzugehen, und müssen am Abend wieder pünktlich zurück sein. Es gibt entweder Einzel- oder Doppelzimmer. Die Zimmer sind mit einem Bad, Kühlschrank und einem Fernseher ausgestattet. Telefonieren ist ebenfalls möglich. Zugang zum Internet gibt es allerdings keinen.

„Die Rückfallquote liegt bei 50 Prozent. Das ist ein sehr guter Wert. Die Maßnahmen zur Resozialisierung tragen Früchte“, sagt David Klingbacher. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Gefängnis in Puch liegt bei acht Monaten. „Auf 185 Männer kommen ungefähr 15 Frauen. Der jüngste Inhaftierte ist 16, der älteste 78 Jahre alt“, erklärt er. Vor der Entlassung führt das psychologisch geschulte Personal Gespräche, wie es weitergehen soll. „Wenn jemand zum Beispiel abhängig vom Alkohol ist, schauen wir, dass diejenige Person eine Therapie bekommt. Wir schicken die Leute auch zum Arbeitsmarktservice. Zusätzlich bieten wir regelmäßig Bewerbungshilfen an.“

Pünktlich um 14 Uhr legt Fritz seinen Schraubenzieher zur Seite und zieht sich um. Er kann sich nun seinen Hobbys widmen. Im schlimmsten Fall muss er noch 18 Monate im Gefängnis bleiben. Er weiß, was er in Zukunft machen will. „Ich muss mich um meine schwer kranke Frau kümmern und nebenbei will ich ein wenig die Pension genießen. Ich hoffe nicht, dass ich rückfällig werde“, sagt der 60-Jährige.