Sommerküche: Zucchini Eierkuchen

Es ist Zucchinizeit. Und heuer kommt mir vor ist die Zucchinischwemme besonders groß. Viele Gärtnerinnen und Gärtner jammern: Wohin bloß mit all den Zucchinis?

Ich habe da einen Vorschlag. Zucchini gehören zu meinen Lieblingspflanzen. Man kann sie grillen, gut mit Nudeln verkochen, in Öl einlegen oder einen Aufstrich machen. Heuer habe ich es mal mit einem Zucchini-Eierkuchen versucht. und weil auch der Brokkoli gerade im Garten reif war, durften ein paar Brokkoliröschen mit rein.

Das braucht man für eine Auflaufform:

1 Kilo Zucchini

1 Handvoll Brokkoliröschen, wer mag

10 dag würziger Käse

Zucchinischwemme

5 Frühlingszwiebeln

5 Stängeln Minze

5 Stängeln Zitronenmelisse

5 dag Butter

Mandelsplitter

2-3 Esslöffel Joghurt

20 dag Mehl

4 Eier von Weieregg

Salz, Pfeffer

Und so geht es:

Die Butter schmelzen und die Auflaufform mit Butter auspinseln. Dann in den Kühlschrank stellen. Die Zucchini grob reiben. Die Eier gut daruntermengen. Die Zwiebeln, die Minze und die Melisse fein schneiden. Den Käse klein würfeln. Alles mit der Hälfte der Mandeln, dem Joghurt und den Brokkoliröschen unter die Eier-Zucchinimasse rühren. Nach und nach das Mehl gut daruntermischen und mit salz und Pfeffer abschmecken.

Alles in die kühle Auflaufform geben und mit der restlichen Butter bestreichen, dann noch die zweite Hälfte der Mandelsplitter darüber streuen.

In das vorgeheizte Backrohr, bei 160 Grad Umluft etwa 50-60 Minuten backen, bis es oben leicht angebräunt ist. Am besten lauwarm servieren, es schmeckt aber auch kalt. Dazu passt ein köstlicher Sommersalat.

Gutes Gelingen!

Chimichurri selbst gemacht: DIE Grillsauce

Besonders Argentinien und Uruguay sind berühmt für ihr gegrilltes Fleisch. Und da braucht es natürlich eine spezielle Sauce: Chimichurri! Die Sauce kann man schon während des Grillens aufs Fleisch pinseln, aber auch frisch aufs fertig gegrillte Fleisch schmeckt sie köstlich. Chimichurri kann man gut auf Vorrat machen, weil sich die Sauce einige Wochen im Kühlschrank hält.

Das braucht man für ein Glas:

2 Bund Petersilie

2 Limetten

2 Frühlingszwiebeln

4 Knoblauchzehen

Getrockneter Thymian und Oregano

1 Lorbeerblatt

Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Olivenöl

Und so geht es:

Zuerst die Petersilie, den Zwiebel und den Knoblauch hacken.

Alles in einen Mörser geben und  den Saft der Limetten dazu geben. Dann alles gut im Mörser zerkleinern.

 

Das Gemisch in eine Schüssel geben und mit Olivenöl auffüllen. Dann die Gewürze dazu geben, durchrühren. Das Ganze ein paar Stunden ziehen lassen. Dann die Sauce in ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Gutes Gelingen!

Wie ich die Kamille wieder entdeckt habe

Was hat mir geekelt vor der Kamille. Kennt ihr diesen Geruch nach Kamillentee? Der waberte immer durch das Haus, wenn jemand krank war.

Kamillenduft hieß für mich das Bett hüten müssen. Nicht raus dürfen, sondern zuhause bleiben und  tapfer diesen lauwarmen harngelben Tee trinken. In kleinen Schlucken, damit er besser wirkt, hieß es. Noch schlimmer war der Geruch nach Kamillentee im Krankenhaus damals. Wahrscheinlich wurde er dort frühmorgens kesselweise gekocht und über den Tag warm gehalten. Wenn man jemanden im Krankenhaus besuchte, stand garantiert auf jedem der Nachtkästchen im Sechs-Bettzimmer eine Tasse Kamillentee. Dass die Tassen zumindest immer halbvoll waren, hat mich als Kind nie gewundert. Auch die Erwachsenen haben den Tee wohl eher als umgekehrte Aromatherapie gesehen. Der Geruch nach Kamillentee hieß einfach Krankheit. Als ich dann endlich erwachsen war, habe ich alle meine Tage voller Husten, Schnupfen , Heiserkeit selbstbestimmt kamillenteefrei überstanden.

Es kommt immer anders als man denkt

Kamillenblüten trocknen

Bis vor zwei Jahren. Zufällig bekam ich ein Päckchen mit Kamillensamen. Die Blüten schauen ja schön aus, also kann ich sie ansäen, habe ich mir gedacht. Als Tee muss ich die Kamille ja nicht trinken. Natürlich konnte ich nicht widerstehen als die Kamille blühte, mir ein Tässchen Tee zu machen. Einfach, um in Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Und mit Erstaunen stellte ich fest, wie wunderbar Kamille schmeckt, wie wohltuend und beruhigend sie ist. Und heuer ist die Kamille mehr denn je gewachsen und natürlich trockne ich die Blüten. Damit ich im Winter, bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit eine köstliche Tasse Kamillentee trinken kann.

Hier  findet ihr alle Infos zur Kamille: Heilkräuter

Weißdorn: Da wo die Fee wohnt

Wenn ich eine Pflanze kaufe, dann nicht nur fürs Auge oder zum Essen. Jede Pflanze hat eine Geschichte. Mythen ranken sich um sie, überliefertes Wissen, Märchen und Erzählungen. Der Weißdorn beschäftigt Menschen schon seit Urzeiten.

Seit einem Jahr wächst ein Weißdorn in der Gartenhecke. Ich habe mir einen Weißdorn gewünscht, weil ich gerne Weißdorntee trinke im Winter. Der Tee hat eine wunderbare rötliche Farbe, schmeckt ausgezeichnet und stärkt das Herz. Darum sollte auch im Garten ein Weißdorn sein. Er blüht jetzt im Mai ganz wunderbar. Unzählige weiße zarte Blüten, die ein herrlicher Gegensatz zu den dicken langen Dornen sind, übersäen den Strauch.

Weißdornblüten

Weißdornstrauch in voller Blüte

Weißdorn schützt nicht nur das Herz

Ja, die Dornen sind wirklich zum Fürchten. Eine Weißdornhecke schützt den Garten, sie ist undurchdringlich. Schon Dornröschen soll dahinter ihren 100jährigen Schlaf gehalten haben. Im Volksglauben gilt der Weißdorn als Sitz der Feen, die Haus und Hof beschützen. Und eine Weißdornhecke trennt  die dieseitige von der jenseitigen Welt. Die alten Römer widmeten den Weißdorn der Göttin Cardea, die auch die Beschützerin des Raumes war, in dem die Kinder geboren wurden. Darum wurden vielleicht Wiegen aus Weißdornholz hergestellt, zum Schutz für die Babys. Auch in Notzeiten leistet der Weißdorn gute Dienste. Aus den getrockneten Früchten kann man Mehl mahlen, die gerösteten Kerne waren ein Kaffee- und die jungen Blätter in der Pfeife geraucht ein Tabakersatz. Und immer wenn ich am Weißdorn vorbeigehe, denke ich an die alten Geschichten und wenn kleine Kinder im Garten sind, zeige ich ihnen, wo die guten Feen wohnen. Unterm Weißdorn, damit sie den Garten beschützen.

 

Wildsalat – Schnecken mögen ihn nicht – ich schon ;)

Der Kampf um den Salat beginnt wieder in vielen Gärten. Die Schnecken stehen bereit, um sich über die ersten Triebe der Salatsetzlinge herzumachen. Argwöhnisch begutachtet man die Salatpflänzchen. Ist da etwas angeknabbert? Versteckt sich gar eine Babyschnecke unter einem zarten Salatblatt und wartet auf den Angriff zu dunkler Stunde? Es geht auch anders. Entspannt, ohne Anpflanzen, Gießen und Düngen.

Giersch, Löwenzahn und Co

In den letzten Jahren habe ich mich besonders für Un-Kräuter interessiert. Wir haben wirklich verlernt, dass es viele Pflanzen gibt, die man essen kann und nicht unbedingt aus dem Garten verbannen soll. Man kann viel mehr Pflanzen essen als man glaubt und diese Pflanzen wachsen oft ungefragt im Rasen, unter der Hecke oder hinter dem Geräteschuppen. Das Schöne ist, dass die Schnecken überhaupt kein Interesse an vielen dieser Pflanzen haben. Ich schon!


Denn jetzt wachsen überall Löwenzahn, Ampfer und Giersch. Und fürs Auge gibt es Wiesenschaumkraut und Gänseblümchen.  Besonders der Giersch hat einen ganz schlechten Ruf, denn er verbreitet sich schnell und es ist schwer ihm beizukommen. Also ist es doch gescheiter den Giersch nicht als Unkraut zu sehen, sondern ihn  zu essen. In früheren Zeiten war er sogar ein Heilkraut. In ihm stecken ganz viel Vitamin C und viele Mineralien. Und  die jungen Gierschblätter sind herrlich im Salat. Beim Löwenzahn schmecken Blätter genau so wie Blüten und im Frühjahr wachsen überall Wiesenschaumkraut und Gänseblümchen. Im Garten sind auch verschiedene Ampfer und seit zwei Jahren wächst unermüdlich die Pimpinelle. Für einen Salat so viel wie man mag von den Un-Kräutern pflücken und wie normalen Blattsalat anrichten. So ein Wildsalat ist ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Also ran ans Un-Kraut!

Mahlzeit!

Freut euch über die Kälte, Gartenfreunde!

Alle (bzw. sehr viele) jammern im Moment über das eisig kalte Wetter. Doch was gibt es Schöneres, als an einem eiskalten, sonnigen Tag einen Spaziergang zu machen, den knirschenden Schnee zu hören und die Sonne auf den Teilen des Gesichts zu spüren, die nicht dick vermummt sind. Danach eine gute Tasse heißen Tee und unter die Decke kuscheln. Wer kann, heizt sich noch den Ofen ein. Ich mag das sehr gerne.

Gut, es hat auch seine nicht so tollen Seiten. Eiskratzen, Schnee schaufeln – und die Heizkosten steigen. Aber ehrlich: Wie oft haben wir so einen strengen Winter? Eben! Keiner der letzten 30 Jänner war so kalt wie dieser. Schauen wir mal, wie die nächsten 30 Winter im Allgemeinen werden.

Die Natur braucht Winter wie diesen – mit den tiefen Temperaturen. Nicht nur für einen Tag, wie es die letzten Jahre oft war, sondern auch mal für längere Zeit. Der Boden kann dann wieder mal richtig durchfrieren. Das wirkt Wunder gegen Schädlinge.

Die Gärtner unter euch wissen, wovon ich rede. In den letzten Jahren waren die Nacktschnecken für alle Gärtner ein großes Ärgernis. Geholfen hat dagegen eigentlich nichts mehr. Selbst das viel gelobte Schneckenkorn hat wenig gebracht. Ich weiß aus eigener Erfahrung und Erzählungen von Freunden, dass eigentlich nur noch das Schneckensammeln geholfen hat. Vielleicht habt Ihr Euch gefragt, warum die Nachbarin im Sommer in der Abenddämmerung mit einem Billa-Sackerl durch den Garten huscht. Jetzt habt ihr die Antwort.

Der Albtraum aller Gärtner

Als würde die Schneckenplage nicht reichen, hat sich auch noch der Buchsbaumzünsler verbreitet. Die Raupe, die dann ein gar nicht mal so hässlicher Schmetterling wird, wurde aus Asien eingeschleppt und hat bei Buchsbäumen großen Schaden angerichtet. Buchsbäume auf Friedhöfen, Parks und in den eigenen Gärten hat er abgefressen und dahingerafft. Viele sind dem Schädling mit der chemischen Keule an den Leib gerückt, doch auch das war nicht einfach. Obwohl ich nicht gerne Gift in meinem Garten anwende, hab ich es selber versucht. Aber den richtigen Zeitpunkt zu finden ist Glückssache.

Die gute Nachricht: Die tiefen Temperaturen werden diese Schädlinge nur schwer überleben. Die Nacktschnecke gibt es bei uns schon lange, sie verträgt aber Temperaturen unter -10 Grad ganz schlecht. Der Buchsbaumzünsler kommt aus klimatisch gemäßigteren Regionen in Asien. Angeblich werden 80 Prozent des für heuer „geplanten“ Schnecken-Schlupfs abfrieren. Und dem Buchsbaumzünsler wird es nicht viel besser ergehen. Zumindest sind das die Schätzungen.

Der kalte Winter ist für Gärtner ein echter Segen. Die Natur macht nämlich das, was sie am besten kann: sie greift regulierend ein und vernichtet Schädlinge – ganz ohne Gift und menschliche Hilfe. Ich bin guter Dinge, dass wir uns dieses Jahr über kräftige Pflänzchen und somit auch über eine reiche Ernte freuen können.