Auch ein Kinder- und Jugendzentrum feiert Geburtstag. Das JUKI Liefering hat auch schon 15 turbulente Jahre hinter sich. Wer nie in einem Jugendzentrum war, denkt sich immer, dass die Kids dort nur rumhängen. Tun sie auch, aber oft ist es der einzige Raum für Kinder und Jugendliche, wo sie das tun können, was sie mögen. Billard spielen, laut Musik hören, sich mit Freunden treffen, ihre Sorgen loswerden. Und die Mädchen können im Girls Room abhängen.

ju2

Geschäftsführer Günther Wohlfahrt und Vereinsobmann Wolfgang Wörter ausnahmsweise im Girls Room

Und hier treffen sie auf erwachsene Menschen, die weder Eltern, noch Lehrer sind. Die grundsätzlich einmal nichts Konkretes von den jungen Menschen erwarten, außer ein respektvolles Miteinander. Und das tut den Kids gut, einfach so ohne Erwartungshaltung jung und pubertierend sein zu können. Das Juki Liefering ist aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken. In diesem Haus sind die Mädchen und Jungs mit all ihren Träumen, Enttäuschungen, Ängsten, Hoffnungen und Erwartungen willkommen. Und das 15 Jahren. Wir gratulieren!

von Michael König

Schopenhauer hat Unrecht. Nachbetrachtungen zu einem Rehaaufenthalt

Ich widerspreche Arthur Schopenhauer. Sein aus heutiger Sicht verstörend falscher Aphorismus zum Thema Gesundheit ist aus Gesundheitsbroschüren, Referatstiteln und einschlägigen Buchpublikationen nicht mehr wegzukriegen. In einem Salzburger Kurort proklamiert dieser Satz mitten am Dorfplatz das Gesundheitsmotto der Gemeinde, eingefräst in eine rostbraune Eisenstele. Schopenhauer war einst zur Kur hier. Vielleicht deswegen diese Verneigung. Täglich gehen viele Menschen an dieser Stele vorbei, die teilweise seit Jahrzehnten mit schweren chronischen Erkrankungen leben. Sie müssen diesen Satz eigentlich als Affront empfinden.

 

Ich bin in den letzten Wochen mit vielen dieser Menschen immer wieder ins Gespräch gekommen. An ihren Geschichten beeindruckt vor allem eines: Auch wenn Sie teils an schweren neurologischen Erkrankungen leiden oder mit schweren Bewegungsbeeinträchtigungen zurechtkommen müssen: Ihr Leben ist deswegen nicht nichts. Im Gegenteil: Sie haben sich nicht aufgegeben. Sie stehen kraftvoll im Leben, sie organisieren sich ihr Leben trotz und mit ihrer Erkrankung. Sie haben gelernt, dass das Leben auch mit einer Erkrankung lebenswert ist und Möglichkeiten bietet. Sie sind an ihren Erkrankungen gewachsen. Manche haben sich durchgekämpft und sind nicht zerbrochen an ihren schweren Beeinträchtigungen.

Der kranke Mensch ist mehr als seine Erkrankung

Niemals ist der gesamte Mensch, sein gesamter physischer Organismus, sein gesamtes emotionales und geistiges Erleben in einer Totalität von einer Erkrankung betroffen, wie es das Schophenhauer-Zitat aussagt. Auch wenn es Erkrankungsbilder gibt, die den gesamten Menschen, seine Persönlichkeit und sein gesamtes Leben erheblich beeinflussen können oder im Extremfall wachkomatöser Kranker auf ein basales Lebensniveau reduzieren, das kaum mehr als seine physiologischen Lebensfunktionen umfasst: Ein kranker Mensch ist mehr als seine Erkrankung. Viel mehr.

Wir kennen in unserer Sprache keinen Plural für Gesundheit. Ich plädiere für die Einführung dieses Plurals. Es gibt 1000 Erkrankungen und es gibt 1000 Gesundheiten. Wir leiden vielleicht an einer Erkrankung, oder an zwei oder an mehreren, aber gleichzeitig leben wir mit vielen Gesundheiten. Schon unterlegt meine Word-Änderungs-Funktion dieses nicht existente Wort mit einer roten Wellenlänge. Ich sollte an Microsoft schreiben. „Ab heute denken und sprechen wir mit dem Bewusstsein der Existenz von Gesundheiten“. Genau deswegen ist das Leben lebenswert, weil wir vielleicht neben der einen Erkrankungen ganz viele Gesundheiten haben. Perspektivenwechsel für das Leben.

Sprache kann stigmatisieren

Hören wir auf, Menschen auf ihre Erkrankung, ihr Defizit, ihre Not zu reduzieren. Sprache formt Wirklichkeit. Reden wir nicht in tendenziell stigmatisierender Weise von „den Kranken“, „den Dementen“, „den Behinderten“, „den Bettlern“ und irgendwann vielleicht auch nicht mehr von „den Flüchtlingen“. Es mag situativ nötig sein, einen Menschen mit einem Wort zu attribuieren, das im allgemeinen Verständnis als Defizit, als Stigma, als Negativum abgespeichert ist. Eine Erkrankung kann nun mal unerfreulicher Teil des Lebens eines Menschen sein. Reden wir aber in diesem Fall besser immer von Menschen, die mit einer Demenz leben (und lachen, lieben, atmen, denken), Menschen, die mit einer Behinderung leben und Menschen, die betteln. Und von Menschen, die geflüchtet sind.

Mein Resümee nach einer wohlbekömmlichen dreiwöchigen Rehabilitation:

Gesundheit ist nicht alles, aber mit mehr Gesundheit

ist so vieles im Leben mit dem Nektar der Dankbarkeit überzogen.

Sex und Erotik für ältere oder immobile  Menschen ist oft noch ein Tabu. Wir treffen Gabriele Paulsen zum Gespräch. Sie ist Geschäftsführerin von Nessita, eine Organisation, die sexuelle Assistenz vermittelt.

zartbitter: Wieso haben viele Menschen so ein Problem offen mit Sex und Erotik im Alter umzugehen?

Gabriele Paulsen von Nessita

Gabriele Paulsen von Nessita

Gabriele: Sexualität steht für Intimität. Wir Menschen sind in diesem Bereich berührbar und sehr verletzlich. Sie wird aber auch mit Jugend und Attraktivität gleichgesetzt. Meist wird das erotische Gedankengut der älteren Generation schlicht abgesprochen. Gesellschaftliche Normen machen Erotik und Alter zum doppelten Tabu, leider!

zartbitter: Können Demenzkranke auch Sex haben?

Gabriele: Natürlich. Entscheidend ist hier die Einwilligungsfähigkeit. Ein Nein ist ein Nein. Menschen mit Demenz leben im Moment und da ist keiner wie der andere. Wir erfahren häufig eine ganz große Sehnsucht nach Nähe, vor allem nach Ruhe und Kuscheln. Unsere Nessitas erspüren auch bei nonverbaler Kommunikation, den Wunsch nach Körperlichkeit.

zartbitter: Was macht eine Sexualassistenz wirklich?

Gabriele: Auf emphatische Weise kommt es in der Begegnung (wenn gewünscht) zu gemeinsamer Nacktheit und erotischer Berührung. Es geht um Zweisamkeit, Zärtlichkeit und intime Nähe. So ein Treffen lässt sich aber auch nicht standardisieren. Nur wenige Sexualassistenten stimmen dem penetrativen Sex zu. Bei Nessita ist dieser, genau wie Oralverkehr und Zungenküsse ausgeschlossen. Das wichtige zu Motivation und Intention einer Sexualassistentin: Sie erkennen und achten die eigenen Grenzen und die Ihrer Klienten.

zartbitter: Was bietet dein Unternehmen Nessita noch an?

Gabriele: In den vergangenen zwei Jahren seit der Gründung wurde ein großer Beratungsbedarf deutlich. Das gilt für alle drei Zielgruppen von Nessita. Also den Klienten, deren Angehörige und/ oder gesetzliche Betreuer und vor allem den Vermittlern, wie Einrichtungsleitungen oder Pflegedienstleistungen ambulanter Dienste. Hier gibt es viel Unsicherheit und auch Angst im Umgang mit den ganz normalen Bedürfnissen der Bewohner/ Klienten. Die Sorge, etwas nicht richtig zu machen, ist in der Pflege stark ausgeprägt. In diesem Fall macht eine Ethikkommission Sinn, um Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Ich unterstütze die Leitungsebene, sich im Coaching für das Thema zu öffnen, trainiere Pflegekräfte bei der Gesprächsführung, indem ich versuche die (Be)Wertung von schambehafteten Situationen zu erkennen und dann professionell zu bewältigen. Oft geht es dabei auch um die eigene sexuelle Sozialisation und da braucht es die Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen.

Mehr über das Thema Demenz!

Fotos: Gabriele Paulsen

Christine Nöstlinger hat zum 80er ein Interview in der Wiener Zeitung gegeben, in dem sie bekennt: Ich hasse das Binnen-I!

Sie bleibt damit nicht unkritisiert. Was sollen Binnen-I und gegenderte akademische Titel bewirken? Sie sollen ein Bewusstsein in der Bevölkerung für den weiblichen Anteil hervorrufen. Sie sollen sichtbar werden, die Frauen.

Meine Erfahrung ist sehr häufig dass gerade Frauen besonders die Titel der Männer, und seien es nicht einmal akademische, hofieren und bei den Titeln von Frauen große Schwierigkeiten haben. Ist dies nun fehlende Information? Oder die Abneigung gegen Titel? Warum dann bei den Männern?

In Österreich sind Titel seit jeher ein Statussymbol. Wie viele Präsidenten, Vorsitzende, Bezirks- und sonstige Räte es gibt, ist nicht zählbar. Männer legen großen Wert darauf und haben auch generell kein Problem damit, Frauen mit akademischen Titeln anzureden. Ja, sie gendern sie sogar.

Mehr Lohn durch das Binnen-I ?

Vor vielen Jahren auf einer Konferenz in Brüssel sagten mir schon die Frauen Südamerikas, sie würden die gegenderten Formen nicht verwenden,  obwohl es sie auf Portugiesisch und Spanisch per se gibt. Das bedeute Prestigeverlust und sogar Verdienstentgang. Ich konnte mich davon später selbst überzeugen und in Brasilien wird selbst die weibliche Form obrigada für ein einfaches Wort wie “ danke“ durch das männliche obrigado ersetzt, weil es mehr Gewicht für die Sprecherin bedeutet.

Nun, was sollen wir tun? Ich denke, wir haben die gegenderten Formen nun einmal eingeführt- sie haben nichts daran geändert, dass Frauen in Aufsichtsräten so gut wie gar nicht vertreten sind, dass Führungspositionen oft durch minderqualifizierte Männer besetzt sind, dass equal pay for equal work noch immer nicht erreicht ist, obwohl wir 1987 bereits equal pay for work of equal value forderten- nun sollen sie ruhig eine Bewusstseinsveränderung bewirken. Vor allem bei Frauen, die sich einerseits nicht schämen sollen, sich mit ihren Leistungen vorzustellen ( diese Scham nennt man impostor syndrome), andererseits ihre Artgenossinnen mit dem gleichen Respekt behandeln sollten wie die Männer auch. Wenn die Arzt- oder Industriellengattin ohne Abschluss noch immer mehr zählt als die alleinerziehende eigenständige Akademikerin, fehlt es an weiblichem Umdenken noch weit.

„Steh auf und lauf“ titelt der aktuelle SPIEGEL. Aber mit der Bewegung ist das so eine Sache. Da gibt es nämlich den

http://www.spiegel.de/spiegel//index-11673.html

Spiegel 39/2016

inneren Schweinehund. Und der ist wirklich hartnäckig. Ganz ehrlich, eine Sportskanone war ich nie. Ich hatte eigentlich immer viel mehr Vorsätze als dann wirkliche sportliche Betätigung. Aber seit einigen Monaten ist es anders. Mit dem neuen Handy hab ich jetzt einen Schrittzähler. Ja, da werden jetzt wieder einige sagen, dass der ja nicht genau zählt.

Jeder Schritt zählt

Das ist mir völlig wurscht. Er zählt zumindest Bewegung. Und Stockwerke und Kilometer. Das spornt mich an. Ich gehe so viel wie möglich zu Fuß. Den Lift nehme ich nur mehr fürs Runterfahren. Rauf geht es jetzt immer über die Treppe. Mein Tagesziel sind 10.000 Schritte. Die erreich ich natürlich nicht jeden Tag. Aber manchmal fehlt nur ein kleines Stückerl, so wie heute. Da sind es nur mehr knapp 2000 Schritte bis zum Tagesziel. Nach dem Bloggen leg ich mich jetzt nicht aufs Sofa, sondern dreh noch einmal eine Runde.

Was macht der innere Schweinehund?

Das mache ich seit 29. Juni so. Und was soll ich sagen, 555 Kilometer habe ich zurückgelegt. Mein Handy hat 740.109 Schritte gezählt. Und ich fühle mich gut dabei. Vier Stockwerke raufzugehen sind echt keine Herausforderung mehr und auf die erste gezählte Million Schritte freuen mich wie aufs Christkind. Da schenk ich mir zur Belohnung eine wunderbare Schwarzwälder Kirsch Torte. Und wisst ihr was noch passiert ist? Der innere Schweinehund geht ganz brav jeden einzelnen Schritt mit.

Dieses Jahr ist das Jahr zweier großer Remakes. Das erste davon lief Ende August an: Ben Hur. Der Film gilt jetzt schon als kapitaler Flop – mit über 100 Millionen Dollar Verlust. Warum? Vielleicht weil es an zugkräftigen Stars fehlte.

Wenn es danach geht, dann müsste Die glorreichen Sieben ein Riesenerfolg werden. Die Rollen der sieben Helden sind prominent besetzt – und zwar nicht nur mit beliebten Schauspielern aus den USA, sondern auch aus Mexico und Vietnam. Wie vielversprechend!

Worum gehts?

Ein kleines Dorf wird vom eiskalten Geschäftemacher Bogue und seinem mörderischen Gefolge tyrannisiert. Eine junge Witwe, deren Ehemann von Bogue umgebracht wurde, bittet einen Kopfgeldjäger um Hilfe. Der Kopfgeldjäger stellt eine Truppe an Scharfschützen, Revolverhelden und Outcasts zusammen, um das Dorf von der Tyrannei zu befreien.

Die Story ist also in Grundzügen diesselbe wie im Western-Klassiker aus 1960. Damals war es ein mexikanisches Dorf, das von sieben Männern befreit wird – weißen Männern. Doch der weiße Mann als Retter – das war vielleicht 1960 ok. 2016 kann man das nicht mehr bringen. Darum bringt Neuverfilmung der Glorreichen Sieben eine Besetzung zusammen, die jedem Ruf nach mehr Diversität in Hollywoodfilmen gerecht wird.

Viele Chancen für einen interessanten Film

Ein schwarzer Kopfgeldjäger [Denzel Washington] ist der Anführer der Truppe. Mit dabei sind: Ein Spieler [Chris Pratt], ein traumatisierter Scharfschütze aus den Südstaaten [Ethan Hawke], ein Fährtenleser [Vincent D’Onofrio], ein messerwerfender Auftragskiller [Byung-hun Lee – ein Star in seiner Heimat Vietnam und auch in Hollywood kein Unbekannter], ein Soldat [Manuel Garcia-Rulfo – aus Mexico] und ein Cherokee Meister-Bogenschütze [Martin Sensmeier – trotz deutschen Namens ein Native American].
Was für eine Ausgangslage für einen Film. Perfekt, um völlig neue Perspektiven und Themen in die Geschichte einzubringen.

Es ist ja nicht nötig, gleich stundenlang die Befindlichkeiten der Nation und die Verhältnisse zwischen, Norden, Süden, Schwarzen, Weißen, Mexikanern oder sonstwas auszubreiten. Das hatten wir gerade in Quentin Tarantinos The Hateful Eight – vielleicht sogar ein bisschen zu viel davon. Was es bedeutet eine solche unterschiedliche Gruppe von Männern für eine so schwierige Aufgabe zusammenzuführen hat die Autoren ganz offenbar nicht interessiert. Eine vertane Chance.

Es ist aber nicht nur die Diversität, mit der der Film nichts anzufangen weiß. Jeder einzelne der Protagonisten hat seine Geschichte. Doch die bekommen wir nur andeutungsweise präsentiert und die Charaktere erhalten keine Tiefe. Es entstehen auch keine Dynamiken und Beziehungen zwischen Figuren. Wie soll sich da das Publikum mit irgendwelchen Charakteren identifizieren? Hier kann man nicht einmal von einer verpassten Chance reden. Es wird hier ein Mindestbedürfnis des Publikums nicht erfüllt. Ärgerlich, denn das Talent der Schauspieler ist dadurch völlig vergeudet.

Oh, es gibt auch eine Frauenrolle. Die junge Witwe [Hayley Bennett], die sich überhaupt traute, jemanden anzuheuern, um den Ausbeuter Bogue zu vertreiben. Sie ist kein schwaches Frauchen, das von einem Mann beschützt werden muss. Sie ist selbstbewusst, mutig, kann mit einem Gewehr gut umgehen und hätte mit der angeheuerten Truppe gut mithalten können. Doch stattdessen wird sie zuerst in eine Bluse gesteckt, die genügend Schultern und Ausschnitt zeigt. Wenn es dann um die Männersache geht, muss sie völlig in den Hintergrund weichen. Später kommt ihr Beitrag zum Finale wie aus dem Nichts. Ob ich wohl der einzige war, der schon fast vergessen hatte, dass sie auch noch da ist? Wieder eine Chance ungenutzt: Es wäre leicht gewesen hier eine im Ansatz gute Frauenrolle auch voll auszubauen. Aber das ist offenbar ein Männerfilm. Bleibt also nur die Rolle als Aufputz mit Ausschnitt.

Bleibt noch der Gegenspieler: Bogue [Peter Sarsgaard]. Was soll ich sagen? Irgendwie ein beliebiger Copy-and-Paste-Bösewicht. Er tut alles, um sich unsympathisch genug zu machen, sodass wir seine Bestrafung wollen. Mehr nicht.

Ehrlich gesagt wurde mir im Kino ein bisschen langweilig. Die Handlung nimmt ihren erwartbaren Lauf. Auch wenn man die Version von 1960 [oder das Original, den japanischen Film Die sieben Samurai] nicht gesehen hat, gibt es nichts Überraschendes. Absolut gar nichts. Und es gibt nichts, das dieser Western dem heutigen Publikum mitteilen möchte. Die Action mit manchmal endlosen Schießereien, Kämpfen und Explosionen kann nicht von den offensichtlichen Mängeln des Films ablenken.

Ein gutes Haar

Chris Pratt mochte ich schon bevor er vom lustigen Pummel zum durchtrainierten Hollywood-Schwarm mutierte. Und auch in Die glorreichen Sieben rettet er den Film, indem er nicht nur cool die Augen zusammenkneifend in die Ferne blicken darf. Er ist der Spieler, der mit seinen Taschentricks geschickt ablenkt und das Überraschungsmoment nutzt, um zuzuschlagen. Damit sorgt er für die einzigen Augenblicke, die mir echtes Vergnügen bereiteten. Wenigstens dürfen sich seine Fans ein bisschen freuen.

Als Film hätte Die glorreichen Sieben es verdient, der zweite große Remake-Flop des Jahres zu werden. Ich denke, das wird aufgrund der Zugkraft der Namen nicht passieren.

Meine Bewertung auf IMDB: 6 Punkte
Wer Western im Allgemeinen und einen der Schauspieler mag, hat einen Grund sich den Film anzusehen. Trotz kulturell diverser Besetzung gibt es aber nichts auch nur ansatzweise Interessantes oder Neues, sondern ist ein Western nach Schema F. Das Drehbuch hätte nicht mehr als 4 Punkte verdient. Die 6 Punkte gibt es einzig für die guten Schauspieler.

[Vorschaubild: Public Domain, Lizenz: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode]