Gender Studien belegen von Jahr zu Jahr aufs Neue- Frauen sind überqualifiziert und unterbezahlt. Positive Action, also mehr Unterstützung von Frauen in ihrer Karriere, ist ein Schlagwort, die Realität schaut anders aus. Von Generation zu Generation kann beobachtet werden, wie Frauen manipuliert werden und durch Versprechungen von Männern in Führungspositionen dazu gebracht werden, gegen die eigenen Geschlechtsgenossinnen vorzugehen, allerdings nur, um dann selbst auf der Strecke zu bleiben. Auf meinem Lebensweg habe ich beobachten können, wie viele Frauen aus ihren Positionen verschwunden sind und durch andere, willfährigere ersetzt wurden. Diese wähnten sich dann solange als Siegerinnen über andere Frauen, bis ihnen das Gleiche widerfuhr.
Wie lange werden Frauen das noch mitmachen, ohne die Mechanismen zu durchschauen? Ohne zu durchschauen, dass sie sich gegenseitig austauschen und auf diese Art keine neuen Möglichkeiten eröffnet werden?
Sobald Frauen sich erfolgreich vernetzen und beginnen, gegenseitig zu unterstützen, statt zu behindern, werden solche Netzwerke meist aus vorgeschobenen Geldgründen wieder zerschlagen. So erging es z.B. auch dem European Network on Women Studies ( ENWS), das unter der Leitung von Ms. Hilly Lemaire ein Jahrzehnt lang Forscherinnen aus allen Wissenschaftsbereichen unterstützt hat und dem auch ich angehörte. Die im Rahmen des Networks abgehaltenen Kongresse waren outstanding, was die Qualität der Beiträge als auch die Solidarität betraf. Wir konnten sogar einen Kongress nach Graz holen, an dem an der Grazer Universität in fachlichen, aber auch genderspezifischen Workshops gearbeitet wurde. Als das Network geschlossen wurde, ist viel von dieser Arbeit verpufft und die Frauen fanden sich weiterhin als Einzelkämpferinnen in ihren Ursprungsländern wieder.
Es ist unnütz zu betonen, dass diese Arbeit für uns alle ehrenamtlich war. In ehrenamtlichen Tätigkeiten liegt nach wie vor die Zukunft der Frauen, ob es nun die Arbeit in der Familie betrifft oder auch den öffentlichen Bereich. Wie viel Kreativität würde der Gesellschaft zu Gute kommen, würde man nicht auch da Frauen gegen Frauen ausspielen und würden Frauen nicht mitspielen.
Es gibt Männer, die Frauen unterstützen, sehr wohl. Während meiner Tätigkeiten traf ich immer wieder auf Unterstützer, die einfach das Potential von Frauen schätzten. Es gab aber auch Männer, die Frauen aus sozialromantischen Gründen unterstützten, was uns Frauen nicht hilft, das Kernproblem zu lösen, heißt, unsere Netzwerke sind Seilschaften nicht gewachsen, wie sie die Männer immer noch bilden. Und es gibt Männer, die Frauen ganz einfach aus egoistischen Gründen eine Zeitlang unterstützen, solange sie sie ausnützen können und vor ihren Karren spannen.
Was ist die Lösung, um die sogenannte gläserne Decke loszuwerden? Solange Frauen danach trachten, in den Augen der Männer die bessere Frau zu sein, wird sich nichts ändern. Viel Potential geht auf Intrigenspiele zwischen den Geschlechtern und innerhalb der Frauen auf. Männern gibt das immer wieder die Gelegenheit, Frauen zu belächeln und als unqualifiziert für Führungspositionen abzustempeln.
Ich habe selbst keine Patentlösung. Aber wenn Frauen aufhören würden, sich in Konkurrenzkämpfe verwickeln zu lassen und zu verwickeln, könnten zumindest Phänomene wie z.B. Margaret Thatcher, die an der Spitze einer Regierung stand und so gut wie keine andere Frau in ihrem Umfeld geduldet hat, nicht mehr passieren, Es könnte ein Kontinuum für Frauen entstehen, aus dem heraus sie sich und andere weiterentwickeln könnten. Ja, und die Männer sollten endlich Frauen als geistig ebenbürtige Wesen akzeptieren.
Buchtipp: Vielfalt-Bereicherung oder Bedrohung
Gesellschaft, Kultur, Literatur, MiteinanderUnd hier geht’s zum Buch:
http://www.edition-tandem.at/index.php/buecher/sachbuecher/206-vielfalt-bereicherung-oder-bedrohung-ein-multi-kulti-lesebuch
Nicht Flüchtling sondern Mensch
Augenblicke, Europa, Gesellschaft, Miteinander, WeltWir kennen das. Jedem Menschen wird etwas zugeschrieben. Er oder sie wird in eine Kategorie getan. Da gibt es Männer und Frauen, Millionäre und Bettler, Pfarrer und Politiker, Inländer und Ausländer und viele mehr. Natürlich definieren wir uns alle über etwas, über unseren Familienstand, den Beruf, die Religionszugehörigkeit, eine Nationalität. Diese Kategorien begleiten uns tagtäglich. Es ist ja auch praktisch, denn mit diesen Kategorien schreiben wir uns selbst und anderen auch bestimmte Eigenschaften zu. Es entstehen bei diesen Begriffen Bilder in unserem Kopf. Das passiert auch, wenn man den Begriff Flüchtling verwendet. Das ist einer oder eine, die von woanders ist. Ein Flüchtling ist aus einem bestimmten Grund aus seiner Heimat weggegangen und in einem fremden Land angekommen. Dort wartet der Flüchtling darauf im neuen Land bleiben zu können. Manchmal viele Jahre, manchmal nicht so lange. Ein Flüchtling darf nicht arbeiten, er wartet tagein tagaus.
Jedes Jahr im März gibt es im ABZ in Itzling das Flüchtlingsfest. Bei diesem Fest passiert immer etwas Besonderes. Beim Flüchtlingsfest sind Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge. Alle zusammen feiern, plaudern, tanzen, trinken und essen. Und plötzlich ist es völlig egal, ob einer Flüchtling oder Nichtflüchtling ist. Alle sind einfach Menschen, die einen fröhlichen Abend miteinander verbringen und keiner fragt mehr nach dem Woher, Wohin, Was und Warum.
Es ist schön, einfach nur Mensch zu sein.
Auf ins Gartenjahr!
Augenblicke, GesellschaftIch studiere, was auf den Packungen steht. Welche Pflanze mag es sonnig, welche braucht viel Wasser und wie hoch klettert sie? Das alles gehört durchdacht. Einige schaffen es schließlich mitgenommen zu werden. Zu Hause bereite ich die kleinen Anzuchttöpfchen vor und befülle sie mit Erde. Dann kommen die Pflanzensamen hinein. Rundherum das Beschriften nicht vergessen, denn so ein Profi bin ich nicht, dass ich an den zarten Pflänzchen sofort erkenne, was es wird. Nicht, dass dann die
Gurken neben den Tomaten landen, die vertragen sich gar nicht. Und dann beginnt die erste spannende Zeit des Gartenjahres. Jeden Tag schaue ich auf der Fensterbank nach. Hat schon eine Pflanze ihr Köpfchen aus der Erde gesteckt? Entwickelt sie sich gut oder hab ich zu viel Wasser gegeben? Wenn die ersten Pflänzchen da sind, heißt es aufpassen, dass sie sich gut entwickeln, dass der Platz reicht. Ich finde es spannender als einen Krimi, was sich da so tut auf der Fensterbank.
Hoffentlich gehen sie alle auf, denn der Garten wartet :)
Über die Freuden, eine Frau zu sein- gläserne Decken und andere Behinderungen
Gesellschaft, GesellschaftspolitikGender Studien belegen von Jahr zu Jahr aufs Neue- Frauen sind überqualifiziert und unterbezahlt. Positive Action, also mehr Unterstützung von Frauen in ihrer Karriere, ist ein Schlagwort, die Realität schaut anders aus. Von Generation zu Generation kann beobachtet werden, wie Frauen manipuliert werden und durch Versprechungen von Männern in Führungspositionen dazu gebracht werden, gegen die eigenen Geschlechtsgenossinnen vorzugehen, allerdings nur, um dann selbst auf der Strecke zu bleiben. Auf meinem Lebensweg habe ich beobachten können, wie viele Frauen aus ihren Positionen verschwunden sind und durch andere, willfährigere ersetzt wurden. Diese wähnten sich dann solange als Siegerinnen über andere Frauen, bis ihnen das Gleiche widerfuhr.
Wie lange werden Frauen das noch mitmachen, ohne die Mechanismen zu durchschauen? Ohne zu durchschauen, dass sie sich gegenseitig austauschen und auf diese Art keine neuen Möglichkeiten eröffnet werden?
Sobald Frauen sich erfolgreich vernetzen und beginnen, gegenseitig zu unterstützen, statt zu behindern, werden solche Netzwerke meist aus vorgeschobenen Geldgründen wieder zerschlagen. So erging es z.B. auch dem European Network on Women Studies ( ENWS), das unter der Leitung von Ms. Hilly Lemaire ein Jahrzehnt lang Forscherinnen aus allen Wissenschaftsbereichen unterstützt hat und dem auch ich angehörte. Die im Rahmen des Networks abgehaltenen Kongresse waren outstanding, was die Qualität der Beiträge als auch die Solidarität betraf. Wir konnten sogar einen Kongress nach Graz holen, an dem an der Grazer Universität in fachlichen, aber auch genderspezifischen Workshops gearbeitet wurde. Als das Network geschlossen wurde, ist viel von dieser Arbeit verpufft und die Frauen fanden sich weiterhin als Einzelkämpferinnen in ihren Ursprungsländern wieder.
Es ist unnütz zu betonen, dass diese Arbeit für uns alle ehrenamtlich war. In ehrenamtlichen Tätigkeiten liegt nach wie vor die Zukunft der Frauen, ob es nun die Arbeit in der Familie betrifft oder auch den öffentlichen Bereich. Wie viel Kreativität würde der Gesellschaft zu Gute kommen, würde man nicht auch da Frauen gegen Frauen ausspielen und würden Frauen nicht mitspielen.
Es gibt Männer, die Frauen unterstützen, sehr wohl. Während meiner Tätigkeiten traf ich immer wieder auf Unterstützer, die einfach das Potential von Frauen schätzten. Es gab aber auch Männer, die Frauen aus sozialromantischen Gründen unterstützten, was uns Frauen nicht hilft, das Kernproblem zu lösen, heißt, unsere Netzwerke sind Seilschaften nicht gewachsen, wie sie die Männer immer noch bilden. Und es gibt Männer, die Frauen ganz einfach aus egoistischen Gründen eine Zeitlang unterstützen, solange sie sie ausnützen können und vor ihren Karren spannen.
Ich habe selbst keine Patentlösung. Aber wenn Frauen aufhören würden, sich in Konkurrenzkämpfe verwickeln zu lassen und zu verwickeln, könnten zumindest Phänomene wie z.B. Margaret Thatcher, die an der Spitze einer Regierung stand und so gut wie keine andere Frau in ihrem Umfeld geduldet hat, nicht mehr passieren, Es könnte ein Kontinuum für Frauen entstehen, aus dem heraus sie sich und andere weiterentwickeln könnten. Ja, und die Männer sollten endlich Frauen als geistig ebenbürtige Wesen akzeptieren.
Warum wählen gehen?
Gesellschaft, GesellschaftspolitikMein Fasten 2014
Augenblicke, Gesellschaft, MiteinanderEs ist wieder so weit. Die Fastenzeit ist da. Letztes Jahr habe ich in der Fastenzeit das Schimpfwörterfasten praktiziert. Es war eine sehr aufschlussreiche Zeit und ich habe durch Verzicht viel dazu gewonnen.
Darum nehme ich mir vor in der Fastenzeit aktiv wieder auf Menschen zuzugehen, die man aus den Augen verloren hat. Der erste Schritt ist schon getan. Ich habe meine Handykontakte durchforstet und gemerkt, dass es da einige Nummern gibt, die ich schon jahrelang nicht mehr angerufen habe. Und eigentlich bin ich neugierig, was die Menschen so machen und wie es ihnen geht.
Ich weiß, dass das nichts mit dem Fasten an sich zu tun hat. Aber diese Zeit ist dafür da sich wieder bewusster zu werden, auch auf seine innere Stimme zu hören. Und die sagt mir, dass es schön ist, von Menschen zu hören, die Teil des eigenen Lebens waren und jetzt eine Zeit nicht auf dem Radar waren. Ich weiß schon, wen ich als erstes anrufen werde :)
Und wie es 2013 war hier zum Nachlesen:
http://zartbitter.co.at/augenblicke/schimpfworter-fasten/
http://zartbitter.co.at/allgemein/schimpfworterfasten-das-ergebnis/