Der Verpackungsschmäh, ganz natürlich!

von Gudrun Kavalir

Es gibt viele Arten, Müll zu vermeiden und damit Ressourcen zu schonen. Wenn man nur ein wenig darauf schaut, was man einkauft und wie das Produkt verpackt ist oder eingepackt wird, leistet man schon einen wichtigen Beitrag. Mehrweg-Pfandflaschen statt Tetrapackungen oder Dosen, Brot und Gebäck im Papiersackerl statt in Plastik eingeschweißt, lose Produkte statt Mehrfachverpackungen, und so weiter. Verpackungen bedeuten nicht nur ein hohes Müll-Volumen. Oft sind sie sinnlos vergeudete Rohstoffe. Selten aber doch hin und wieder brauche ich auf die Schnelle eine Gemüse-Bouillon. Meist stelle ich sie selbst ganz frisch her, aber das geht halt nicht immer. Dann nehme ich nicht die fertig portionierten Würfel, die in Alu-beschichtetem Papier einzeln abgepackt und dann in einer Kartonschachtel verkauft werden. Sondern die Pulver-Variante, die von verschiedenen Marken in Dosen angeboten wird. Diesmal sollte es aber mal das teurere Bio-Produkt im Glas mit Schraubdeckel sein. Das lässt sich gut dosieren und Schraubgläser finden bei mir im Haushalt immer vielerlei Wiederverwendung.

Nicht nur BIO auch ÖKO ist gefragt

Erst zu Hause stellte ich fest, dass das Glas nur zu knapp Zwei-Drittel gefüllt ist. Welche Verschwendung! Und was für ein Verpackungsbluff! Hier werden nicht nur Rohstoffe verschwendet. Das viel zu große Glas hat dadurch ein größeres Gewicht als eigentlich notwendig. Beim Transport, der ja meist mit LKWs durchgeführt wird, wird völlig unnötig mehr Kraftstoff verbraucht, um das Zuviel an Verpackungsgewicht durch die Gegend zu fahren. Es benötigt auch mehr Lagerkapazitäten. Also muss für die gleiche Menge an Gemüsebouillon nicht nur ein Lastwagen fahren, sondern vielleicht noch ein zweiter. Eigentlich hätte ich mir von einem bio-zertifizierten Unternehmen erwartet, dass die Verpackung dem Inhalt entsprechend bemessen ist. Es geht eben nicht nur um BIO im Produkt, sondern auch um ÖKO in der Unternehmensstrategie. Das würde auch einen nachhaltigen Ressourcenverbrauch umfassen, der für ein Produkt insgesamt erforderlich ist. In diesem Fall ist alle nur ein Verpackungsschmäh, ganz natürlich.

Mein IPad ist fremdgegangen. Eine wahre Geschichte.

von Michael König

Es ist Dienstag abends. Zuhause angekommen, will ich mir mein IPad aus meinem Bürorucksack fischen. Nur: dort, wo ich es immer hineinstecke, ist es unauffindbar. Mein IPad ist weg. Natürlich muss ich es verlegt haben. Ich durchkämme alle Fächer meines Rucksacks. Ich streune bei den üblich verdächtigen Plätzen in meiner Wohnung herum. Bloß: Mein IPad ist nicht zu finden. Ich bin unrund. Also fahre ich kurzerhand ins Büro zurück. Ich werde mein IPad wohl dort vergessen haben. Aber auch in meinem Büro ist es nicht zu finden. Grawuzi. Wo habe ich das wohl angebaut?

Das Ipad fährt durch Salzburg

Am nächsten Morgen erinnere ich mich am Weg in die Arbeit, dass mir unser IT-Mann vor längerer Zeit doch etwas von einer Suchfunktion erzählt hat. Ich rufe ihn an. „Ja, kommen Sie zu mir ins Büro. Machen wir einen Versuch.“ Klick. Klick. Klick. Nach 15 sec erscheint am PC google map und siehe da: da zieht eine digitale Ameisenspur flink ihren Weg durch die Neutorstraße. „Da haben wir’s schon!“, lächelt unser IT-Mann zufrieden. „Ihr IPad fährt gerade durch die Neutorstraße!“ „Was, sind Sie sicher?“ „Na klar! Da schauen Sie, da fährt ihr IPad! Jetzt biegt es gerade in die Moosstraße ein.“. Ich schau ihn leicht verständnislos an. Und jetzt? Ich bin erstmal erleichtert. Mein IPad ist wieder da. Aber was um Himmels Willen treibt es um 08.00 Uhr morgens in der Moosstraße? Und mit wem? Meine Phantasien gehen mit mir durch. Was mache ich jetzt? Mein IT-Mann zuckt mit den Schultern. Ich rufe kurzerhand die Polizei an. Ich erkläre, dass mein IPad aus unerfindlichen Gründen gerade durch die Moosstraße fährt. Ohne mich. Unser IT-Mann macht zwischenzeitlich ein paar Screen-Shots, um den Morgenausflug meines IPads mitzudokumentieren.

Das IPad fährt Taxi

Die Geschichte interessiert jetzt auch die Polizei. Während ich auf eine Einsatzstreife warte, schießt es mir ein: Ich bin doch vorgestern Taxi gefahren. Könnte mir mein lausiges IPad da aus meinem Rucksack gesprungen sein? Ich rufe in der Taxizentrale an. „Ich suche mein IPad. Vielleicht ist es in einem ihrer Taxis unterwegs!“. „Ein was….?“ „Na, so eine Art digitales Jausenbrett, dünn, schwarz und mit Bildschirm“. Die Dame findet rasch heraus, mit welchem Taxi ich gefahren bin. Sie funkt das Auto an, während ich mit ihr telefoniere. Zeitgleich löst unser IT-Mann einen Alarm bei meinem IPad aus. Schöne neue digitale Welt. Gleich kriegen wir dich. Die Dame in der Zentrale hört durchs Telefon das vibrierende IPad. „Ja, Ihr Ixxxxx ist in diesem Taxi. Wir bringen es vorbei.“

Findet das IPad zurück?

Zwei Stunden später. Ich komme aus einem Meeting. Mein IPad ist noch immer nicht von seinem Ausreißversuch zurück. Erneut rufe ich in der Taxizentrale an. Nochmalige Rückfrage beim betreffenden Taxifahrer. „Nein, Ihr I…. ist da nicht.“. Mein IPad will also noch immer nicht zurück zu mir. Aber jetzt reichts mir. Nochmals hole ich unseren IT-Mann. Klick.klick.klick. Mein IPad ist nun in der Sterneckstraße unterwegs. Jetzt muss ich zu härterem Toback greifen. „Schauen Sie, wir verfolgen mein IPad hier am Bildschirm. Jetzt gerade fährt es durch die Sterneckstraße. Und wenn es nicht sofort zurückgebracht wird, dann werden wir es wohl mit Blaulicht zurückbringen lassen. Und siehe da. Das hat gewirkt. 20 min später kommt mein IPad schuldbewusst in seiner Gastlimosine von seinem 48-Stundenausflug zurück.

Mein IPad und ich, wir haben uns nach all der Aufregung  ausgesprochen. Ich werde mit heutigem Tag seine Suchfunktion deaktivieren. Mein IPad darf sich künftig verloren gehen und hat mir im Gegenzug versprochen, mir nie mehr aus meinem Rucksack zu springen. Dieser Ausflug hat wirklich außer Stress nichts gebracht. Doch. Er hat mich um eine Erkenntnis reicher gemacht. Meine diversen elektronischen Begleiter funken Tag und Nacht meine digitalen Spuren in diverse Clouds und auf irgendwelche Server. Ständig. Pausenlos. Theoretisch weiß ich das natürlich nicht erst seit dem Ausreißversuch meines IPad.

Die Fastenzeit ist ein gute Zeit, diese üppigen Spuren zu reduzieren. Ich erinnere mich: Vor einiger Zeit nahm ich im Zuge einer Diskussion über die sogenannten „elektronischen Fußbänder“ für an Demenz erkrankte Menschen den Standpunkt ein: So was würde ich für mich nie haben wollen. Das Recht, verloren gehen zu dürfen, lass ich mir nicht nehmen. Auch nicht im Alter. Und erst recht nicht in meinem ganz normalen, aktuellen Leben. Ich werde mich selbst ernstnehmen. Ich will mich im ganz normalen Leben nicht wie auf einer Intensivstation fühlen, wo ein ständiger Datentropf meine Lebensspuren aufzeichnet. Diskutiere ich diese Geschichte mit Menschen der Generation Y, ernte ich nur ein Schulterzucken. Es scheint ihnen egal zu sein, wer in ihrem Leben mitliest. Tatsächlich oder potentiell. Mir ist es nicht egal. Vielleicht definieren die Menschen der Y-Generation Freiheit anders als ich. Mag sein.

Ich und mein IPad, wir sind jedenfalls um eine Erfahrung reicher. Und wir sind froh, wieder zusammen zu sein.

„Entschuldigung, Sie haben da was verloren…“ 

von Gudrun Kavalir

Bei meinem Weg in die Arbeit gehe ich an mindestens fünf Menschen vorbei, die auf dem Gehsteig sitzen und betteln. Sie grüßen, bitten um Geld, wünschen alles Gute. „Griiieß Gott. Ein Euro, biiitteee. Alles Gute la familia.“ Ich kenne mittlerweile ihre Gesichter. Eigentlich wollte ich mich zum Thema „Betteln“ nicht äußern. Aber ich hatte eine Begegnung, die mich aus meiner Gleichgültigkeit herausholte.

Eine Frau kam eines Morgens auf mich zu:

„Entschuldigung, darf ich Sie bitte was fragen, junge Frau?“
Ich sah mir mein Gegenüber an. Die Frau war etwa so alt wie ich. Sie hatte blondgefärbte Haare. Roter Lippenstift. Ihre Kleidung etwas zerschlissen, aber sauber. Eine Handtasche und ein Einkaufssackerl in der Hand. Salzburger Dialekt. Eine von uns.
„Natürlich“, antwortete ich, „wie kann ich Ihnen helfen?“

„Ich war heute schon bei der Beratung …ähm … bin im Bus gefahren … ähm … dann haben sie mir meine Geldtasche gestohlen … ähm … jetzt steh ich da und ich muss doch einkaufen …ähm … jetzt hab ich doch kein Geld dabei und …“

… und schon hab ich sie stehen lassen und bin mit einem gemurmelten

„Tut mir leid“

weitergegangen. „Die bettelt doch auch nur“, dachte ich bei mir.

Nach ein paar Metern fühlte ich mich plötzlich unwohl.

„Nur betteln!“. Was für ein verächtlicher Gedanke, den ich da hatte. Sie hat mich angesprochen und um Geld gebeten. Punkt. Sie sitzt nicht auf der Straße, mit einem Becher, gegen die Kälte in Decken gehüllt. Offensichtlich bettelnd. Sie geht auf fremde Menschen zu, erzählt eine Geschichte. Sie möchte ihre Würde ein Stück weit behalten.
Ich habe Respekt vor den Notreisenden, die aus anderen Ländern und schlimmen Verhältnissen in die reiche Stadt kommen, um ein paar Euro zu erbitten. Ich habe auch Mitleid mit Ihnen. Hin und wieder gebe ich etwas. Orangen, Weckerl, im Sommer Wasser, im Winter warme Socken und Handschuhe.

Nie gebe ich Geld…

Es gibt aber auch in unserer Gesellschaft Menschen, die arm sind. Die von Sozialhilfe leben und bei denen es manchmal nicht reicht, aus welchen Gründen auch immer. Ich hatte das nicht mehr im Blick. Bin in meiner täglichen Routine zu weit davon weg. Arm, das sind die Bettler auf dem Gehsteig auf meinem Weg ins Büro.
Ich drehte um. Die Frau hatte jemanden angesprochen, wahrscheinlich dieselbe Geschichte erzählt. Ich sagte: „Entschuldigung, ich glaube, Sie haben da was verloren…“

Und drückte ihr einen Geldschein in die Hand. Zumindest ein bisschen Würde wollte ich ihr mit diesem Satz lassen. Ich habe damit zwar mein schlechtes Gewissen beruhigt. Unwohl ist mir aber noch immer.

Warum ich jetzt gerne Treppen steige

Letzten Sommer habe ich einen Schrittzähler auf mein Handy geladen. Das hat einiges geändert. Ich gehe jetzt noch lieber zu Fuß. Wenn mir der Schrittzähler zeigt, dass es nicht mehr weit bis zu 10.000 Schritten ist, dann drehe ich eine Extrarunde.

Was der Schrittzähler noch anzeigt, ist die Anzahl der Stockwerke, die ich an einem Tag bewältige. Und das macht mir besonders viel Freude. Zum Glück liegt mein Arbeitsplatz nicht ebenerdig und so steige ich oft mehrmals am Tag in den zweiten Stock des Schlosses Mirabell und weil das Schloss so hohe Räume hat sind das jedes Mal eigentlich vier Stockwerke.

Ich gebe zu, dass ich oft auch außer Atem bin und wenn ich die Bürotüre öffne, manchmal nur ein gehauchtes, besser gepresstes „Hallo“ herausbringe, was das ganze Büroteam immer erheitert. Schön, wenn ich zur guten Laune beitrage und mir dabei auch etwas Gutes tue.

Die ganzen Frauen- und Fitnesszeitschriften lügen nicht, wenn sie versprechen, dass auch Beine und Po davon profitieren. Wenn man auf die 50 zugeht, dann ist das eine erfreuliche Nebenwirkung, auch wenn man keine knackige 20 mehr wird.

Manchmal merke ich, wie ich schief angeschaut werde, wenn ich Stufen steige, statt etwa die Rolltreppe zu nehmen. Ich glaube, da macht man denen auf der Rolltreppe einfach ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Das kann ich gut verstehen, denn vor einem Jahr habe ich noch ähnlich dreingeschaut.

Aber jetzt ist der innere Schweinehund besiegt, ich freue mich, wenn ich die Gelegenheit bekomme Treppen zu steigen und bei jeder Stufe merke, wie gut es mir tut.

Was soll Freundschaft sein?

Cicero sagte einst: Amicitia est idem velle et idem nolle. Freundschaft ist das gleiche zu wollen und nicht zu wollen.
Wie sieht das in der heutigen Neidgesellschaft aus? Ist irgendjemand noch bereit seinen „Freund“ das wollen zu lassen was der sich wünscht? Man muss ihn doch disziplinieren, man kann ihn doch nicht gewähren lassen, das zu erreichen, was ihn glücklich macht.Warum? Weil man, beeinflusst von Medien und besonders social media genau weiß, was gut und was schlecht ist, selbst wenn der Trend am nächsten Tag wieder schwenkt.

HEUTE darf man kein Fleisch essen, keinen Wein trinken, nur Tofu essen und Mineralwasser aus der Flasche trinken.Jeder, der zuwider handelt, wird sofort gemaßregelt und geächtet.

MORGEN wird man dann draufkommen, dass Fleisch gesund ist, Wein eine Stunde Sport ersetzt und Plastikflaschen Krebs erzeugen. Wehe einer der Freunde ist der Zeit voraus oder besitzt die Leichtigkeit des Seins, die ihn drüberstehen lässt- er wird gemieden und es wird mit Fingern auf ihn gezeigt, bestenfalls werden die Augen gerollt.

Man ist sehr schnell bereit, ihn zum Fall für den Psychiater zu stempeln, denn jeder/ jede kann heutzutage auf Google oder Facebook lesen, was abnormal und normal ist und dass Leute, die Gin trinken, Psychopathen sind.Als ich aus einer schwierigen familiären Situation nach meiner Rückkehr aus Brasilien Bäume umarmte, weil man das dort nach indianischen Erbe so tut, um Kraft zu gewinnen, wurde von Leuten, deren weitestes Reiseziel Rimini und Porrec war, behauptet, ich hätte meinen Verstand verloren.

HEUTE gibt man Kurse im Wald, wie man Bäume richtig umarmt.
Jeder ist sein eigener arbiter elegantiarum- sein eigener Sittenwächter, das alleinige Ziel ist es, sich überlegen zu fühlen.Fühlen sich denn die meisten so unterbuttert, dass sie das brauchen?
Politisch findet das auch Niederschlag, Leute mit Allmachtphantasien werden zu Leadern gewählt, obwohl sie maximal das Verhalten von egoistischen Kindern haben.
Eine sehr gefährliche Entwicklung!

Freunde?

Unlängst war ich zum Sonntagsbrunch bei der Freundin einer Freundin eingeladen. Meine Freundin selbst kam erst zwei Stunden später und ihre Freundin hatte ich erst einmal vorher gesehen. Es waren ca. zehn andere Leute bei dem Brunch – alles Frauen. Und ich kannte keine einzige davon. Der einzige „Neue“ zu sein ist immer irgendwie komisch. Alle der Anwesenden einzeln durchgehen, Hände schütteln, sich vorstellen, erzählen, was man so im Leben so macht, interessiert und offen sein. Nicht vergessen, ein bisschen Charme und Humor versprühen. Bloß nicht schüchtern oder distanziert wirken. Und: Namen merken. Letzteres fällt mir besonders schwer.

Die ganze Runde saß im Wohnzimmer auf Sofas, Stühlen und auf dem Boden. Es gab die ganze Zeit über eine große gemeinsame Unterhaltung, an der immer alle beteiligt waren. Irgendwie hat so etwas Seltenheitswert. Meistens bilden sich ja kleine Zweier- und Dreier-Gespräche.

Eine Frage, die man sich zu selten stellt

Es war eine ziemlich eingeschworene Damenrunde, die sich regelmäßig trifft. Obwohl alle einander gut kannten, stellte eine der Frauen eine Frage in den Raum: „Wie viele echte Freundschaften habt ihr eigentlich in den letzten 10 Jahren geschlossen?“

Es ging ausdrücklich nicht um eine leidenschaftlose Diskussionspflichtübung darüber, wie unsere vielen Facebook-Freunde gar keine richtigen Freunde seien. Da wird niemand widersprechen.

Alle Anwesenden waren so zwischen 40 und Mitte 50 und alle sahen einander vorerst etwas ratlos an – fast betreten, hatte ich den Eindruck. Es schien, als hätte niemand im Alter von über 30 Jahren richtig gute neue Freunde gefunden.

Wie kommt das? Können wir uns nur in unserer Schul- und Studienzeit oder vielleicht als junge Erwachsene auf andere Menschen so einlassen, dass wir gute Freundschaften aufbauen? Ist es vielleicht doch nicht nur oberflächliche Vergnügungssucht, wenn man im Jugendlichenalter viel ausgeht oder einfach viel Zeit mit anderen verplaudert? Vielleicht haben wir auch nur zu wenig Zeit, wenn einmal die Verantwortung im Beruf wächst und viele eine Familie gegründet haben.

Ein starkes Band

Die Frage ist mir seither oft durch den Kopf gegangen. Ich für mich habe festgestellt: Vielleicht sind meine Jugendfreunde nicht die einzigen Freundschaften, aber wir sind enger zusammengeschweißt – ob durchs gemeinsame Ausgehen, Lernen, Durchkauen von Problemen, vom Stress mit den Eltern über sämtliche Liebesdramen.

Irgendwann später bin ich wohl ein wenig zurückhaltender geworden, wenn es darum ging, ganz persönliche Dinge zu erzählen. Die guten Freunde aus der Jugend dürfen auch rein körperlich näher an mich heran. So richtig fest abgebusselt und geknuddelt werden die neueren Freunde nicht.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr stelle ich aber fest, dass ich sehr wohl im Erwachsenenalter meinen Freundeskreis erweitert habe – auch in den letzten 10 Jahren. Komisch: Warum konnte ich das nicht gleich beantworten, als bei dem Brunch die Frage in den Raum gestellt wurde? Ob die anderen wohl auch erst so nach und nach beim Nachdenken draufgekommen sind, wie viele neuere Freundschaften ihr Leben bereichern?

Warum alte Freunde so besonders sind

Ich habe beim Nachdenken, aber noch etwas Wichtiges festgestellt: Die Freundinnen und Freunde aus meiner Jugendzeit sind deswegen so einzigartig, weil ich mich ganz plötzlich jünger fühle, wenn ich sie sehe – keinen Tag älter als 25, behaupte ich mal. Und auch meine Freunde werden auf mich auch immer jung wirken. Trotz so mancher Fältchen und der jährlich mehr werdenden grauen Haare.

Was mich und uns von zartbitter interessiert: Wann habt ihr zuletzt neue, echte Freundinnen und Freunde gefunden?

 

[Beitragsbild: Marco Giumelli, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode]