Ich war kurz mal weg. Genauer: ein paar Tage in Turin. Kurz: die Italiener lassen kein gutes Haar auf den Häuptern ihrer Häuptlinge. Nach den Berlusconijahren ist das gewiss nicht verwunderlich. Das Ende 2011 verabschiedete Sparpaket ist einschneidend und tut ihnen echt weh.

Aber die Italiener haben Stil. Besonders in der Ablenkung von den wirklichen Problemen sind sie Meister. 1. Die piemontesische Küche ist einfach zum Schlemmen. 2. Juventus Turin ist nach den Bestechungsskandalen inklusive Zwangsabstieg in die zweite Liga aus den Sümpfen des Po wieder empor geklettert und segelt auf Meisterkurs. 3. Sie haben ein neu eröffnetes Automobilmuseum, das einfach nur cool ist: Da gibt es nicht nur ein paar Oldtimer und Formel 1 Boliden. Das Museum spricht alle Sinne an, ist interaktiv gestaltet und genial im Design. Ich staune und ertappe mich selbst dabei, wie ich einfach fasziniert bin vom Mythos Auto.

Ein guter Freund bezeichnete mich als „alter-naiv“ als ich den Blogeintrag „Autofasten statt Ölpreisjammern“ veröffentlichte. Ich stehe voll und ganz zu dem Artikel und zu den Selbstverpflichtungen. Aber das Erlebnis in Turin war einfach lässig.

Tipp: Wer in die Region Piemont fährt sollte sich unbedingt die PiemontCard besorgen. Sie ist supergünstig und zahlt sich echt aus.

Oder reist im September 2012 mit der Männerbewegung Salzburg einfach dorthin mit.

Ja der Fußball ist schon so eine Sache. Bis zu meinem 21. Lebensjahr war mir das Spiel total fremd, ich war schon froh einen Fußballplatz von einem Tennisplatz unterscheiden zu können. Aber dann kam ein Moment , wie so oft im Leben, der vieles änderte. 1990 „nötigte“ mich ein Freund mir das WM-Spiel Österreich-Italien anzusehen. Wir waren im Cafe Bazar im Nebenraum. Links saßen die österreichischen Fans, rechts ein Grüppchen Italiener. Die erste Halbzeit  brachte ich noch damit zu, mich darüber zu ärgern jetzt eine gefühlte Ewigkeit einem Haufen Männer beim Rennen zuschauen zu müssen. Bis mich ein Fußballer in der zweiten Halbzeit total fesselte, es war Schillaci. Ich kapierte nichts, fand aber sein Spiel sehr schön. Und es fiel das 1:0 für Italien. Meine „Forza Italia“-Rufe brachten mir den Unmut der österreichischen Fans ein, aber mein Fußballinteresse war jetzt nachhaltig geweckt.

Bis heute lasse ich mir die großen Spiele und Turniere nicht entgehen. Und die besonders glücklichen und traurigen Momente bleiben einem in Erinnerung. So war es fast  lebensgefährlich für mich 1999 beim Champions-League Finale in einem englischen Pub in Frankreich zu den Bayern zu helfen. Zum Unglück der Bayern und zu meinem persönlichen Glück schoss sich Manu in der Nachspielzeit in den Fußballhimmel. Eine wunderbare Erinnerung habe ich an das WM-Spiel  Argentinien-Deutschland 2006. Man stelle sich vor etwa 50 Menschen in einem Kellerraum vor der Leinwand. Zwei von ihnen, ein Kollege und ich, halten zu Deutschland, der Rest zu Argentinien. Da muss man schon standhaft bleiben und viele Schmähungen über sich ergehen lassen. Das Spiel geht in die Verlängerung und es kommt zum Elfmeter-Schießen. Deutschland gewinnt, was für ein Glücksmoment!  

Bis heute bin ich dem Freund dankbar, mich ins Cafe Bazar geschleppt zu haben. Die Vorbereitungen für die EM im Juni können anlaufen. Das erste wird sein mir nächste Woche das Panini-Sticker Album zuzulegen und zu hoffen, dass ich alle Bilder meiner Lieblingsmannschaft zusammenbekomme. Sollte jemand einen Klose oder einen Özil zu viel haben, dann bitte melden.

;)

Man kennt ihn ja aus dem Fernsehen den Kaya Yanar, der „Was guckst du?“ in den Alltagswortschatz der deutschen Sprache gebracht hat. Aber wie ist er live auf der Bühne? Macht er Klamauk oder ist sein Witz doch tiefgründiger?

Die Antwort habe ich in der ausverkauften Salzburgarena am Samstag bekommen. Ich bin jetzt Kaya Yanar Fan! Wo andere erst einen Anlauf brauchen,  schafft es Yanar ab der ersten Minute sein Publikum mitzureißen. Auf seiner  Suche nach „Frau Yanar“ führt er sein Publikum in die verschiedensten Länder. Deutschland, die Schweiz, Österreich, Kroatien, Holland, Dänemark Frankreich, die USA, Indien, Schweden, Portugal, England und die Türkei sind die Stationen seiner internationalen Brautschau. Er macht Schubladen voller Vorurteile auf und schafft es mit seinem Sprachwitz den Inhalt der Schubladen kräftig durcheinander zu wirbeln. Und er verschont niemanden, auch nicht sich selbst.

Wenn ich an all die verkrampften Diskussionen rund um die Integration denke, dann wäre Yanar das ideale Mittel etwas mehr Leichtigkeit in die Debatte zu bringen. Die Klischees, die Politik und Gesellschaft seit Jahren festigen, zerbröckeln in seinen Witzen. Und sein Resümee ist ganz klar, wir müssen alle zusammenleben, machen wir es uns doch nicht unnötig schwer!

http://kaya-yanar.de/

So heißt die Titelgeschichte im neuen STERN und da finde ich einen Satz, der mich zum Nachdenken bringt: „Der Jammer beginnt mit 42. Man wacht eines Morgens auf, …, blickt in den Vergrößerungsspiegel und entdeckt Dinge, die am Vortag noch nicht da waren.“

Ich bin 42 Jahre, es ist zwar nicht mehr Morgen, aber jetzt blicke ich, doch ein bisschen neugierig geworden, in den Spiegel. Was ich entdecke ist nicht besonders überraschend. Tja, da sind wohl ein paar Fältchen um die Augen, eine tiefere auf der Stirn. Ich bin nicht beunruhigt, als ewige Optimistin denke ich mir: Ja, du hast schon viel gelacht in deinem Leben, das hinterlässt Spuren. Und die Falte auf der Stirn kommt wohl vom Nachdenken, auch nicht die schlechteste Ursache einer Falte.

 Ich lese weiter im STERN-Artikel und da kommen jetzt diese ganzen Behandlungsmethoden, die mich wieder jünger machen können. Botox kennt man ja, so ein Nervengift, das die Haut glättet. Ich müsste 1000 Euro jährlich investieren, dann würde es was helfen. Für 1000 Euro gehe ich lieber 50 Mal ins Kabarett oder schaue mir einen lustigen Film an. Dann habe ich zwar wieder ein paar Fältchen mehr, aber ich bin überzeugt, die gute Laune macht mich innerlich jünger und das ist mir mehr wert. Und dann lese ich über die neueste Behandlungsmethode: Needling! Das ist dann doch ein bisschen herb. Mit kleinen Rollen, die mit unzähligen Nadeln besetzt sind, wird das Gesicht bearbeitet. Das macht viele kleine Verletzungen und so sollen Wachstumsfaktoren aktiviert und die Kollagenproduktion  angeregt werden. AHA! Man wird sozusagen zum Gesichts-Fakir. Die übrigen Behandlungsmetoden zu erkunden, spare ich mir.

Ich schaue nochmals in den Spiegel und beschließe, so wie ein Werbespruch einer bekannten  Firma sagt: Ich will so bleiben wie ich bin!

http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-16-12042012-der-traum-von-der-ewigen-jugend-1811451.html