Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

Frauentag 2018 – Schluss mit lustig!

Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass sich die Frauenrechte Stück für Stück verbessern und wir Frauen wie die Männer behandelt werden. In vielen Bereichen ist das gelungen, aber nicht in allen.

Der wohl widerständigste Bereich ist die Bezahlung. Immer wenn es ums liebe Geld geht, wird es besonders schwierig. GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT! Ich kann es schon nicht mehr hören, jedes Jahr den Equal Pay Day, an dem wir Frauen feststellen, dass es immer noch eine große Bezahllücke zwischen Männlein und Weiblein gibt. Und wieder gibt‘s dann eine Forderung, dass es endlich anders werden sollte. L.A.N.G.W.E.I.L.I.G

Und vor lauter Fordern und Jammern übersehen wir seit Jahren das offensichtlichste, um zum Ziel zu kommen.

Machen wir es doch wie die Menschen in Island.

Schreiben wir es in ein Gesetz, das den gleichen Lohn erzwingt.

Nicht mehr fordern, jammern und bitten – einfach Schluss mit lustig und es tun!

Wer ist dabei?

 

was ist wirklich von bedeutung?

about things, that matter.

das allermeiste in meinem leben – in jedem leben – ist intergalaktisch extrem unerheblich. das ist manchmal tröstlich, manchmal beruhigend und manchmal sehr resignativ, wenn nicht sogar fatalistisch.

bleibt die frage nach den dingen, die doch etwas ausmachem. die etwas bedeuten – und vor allem: für wen?

robert pimm lässt in seinem neuen roman „blood summit“ seine hauptfigur helen diese frage aufwerfen. sie lebt eigentlich nach „balfour’s dictum that nothing mattered very much and few things mattered at all“ (p. 11).

ihr haben wir es im roman zu verdanken, dass sie einen terrorakt und seine folgen anders beurteilt. dass sie, obwohl sie genug mit ihren eigenen problemen zu tun hat, handelt. weil dinge eben doch eine bedeutung haben. zwar nicht grundsätzlich an sich, aber für einen bestimmten menschen oder eine bestimmte gruppe von menschen. wer einen guten thriller zu schätzen weiß, hier ist er: „blood summit“ by robert pimm.

(c) robert pimm

wer mehr über die frage „what matters – to me?“ nachdenken möchte, hier ist, was ich darüber denke:

für mich ist von bedeutung:

  • gut essen, gut trinken, gute luft atmen
  • menschen, freundschaften, familie, ein team
  • wer auf reisen meinen weg kreuzt
  • männer, kunstschaffende, busfahrerinnen, weinmacher, schreibende, swing tänzer, du.
  • eine große, schwere arbeit gut erledigen.
  • zu berühren und berührt zu werden. mit worten, mit gedanken, von kunst, beim tanzen, in einer umarmung, von einem kuss.
  • sich um leute zu scheren. zu sorgen, zu kümmern. darum, was sie brauchen, was sie stärkt. kann ich heute den tag für jemand zu einem besonderen tag machen? auf geht’s, nur zu.

(c) alexandra schmidt

das alles ist intergalaktisch extrem unerheblich. höchstwahrscheinlich. ganz genau wissen wir es nicht. vielleicht kann ein wimpernschlag eine galaxie zum einstürzen bringen…

ich passe zur sicherheit auf mit wimpernschlägen. und sonst auch. ich will sein wie helen. handeln. sich einsetzen. nicht wegschauen, wenn unrecht geschieht.

wärmste leseempfehlung: „blood summit“ von robert pimm.

als e-book für den kindle und als paperback hier auf amazon.

 

Don’t Smoke – direkte Demokratie unerwünscht

Das Don’t Smoke Volksbegehren ist ein Erfolg: 100.000 Unterschriften in drei Tagen. Sensationell. Da kann man sich doch in Ruhe zurücklehnen und sich denken: „Ist ja alles schon gelaufen. Auf meine Unterschrift kommt es jetzt nicht mehr an.“ Wer heute das Morgenjournal auf Ö1 gehört hat, wird seinen Ohren dafür kaum getraut haben.

FPÖ windet sich mit Scheinargumenten

Die FPÖ Gesundheitssprecherin, Dr. Belakowitsch-Jenewein, sagte im Interview das Volksbegehren sei unseriös und warf mit allerlei Scheinargumenten um sich. Immerhin sei der Text des neuen Gesetzes noch nicht bekannt. Freilich geht das ins Leere. Es ist bekannt, was das neue Gesetz bewirken möchte: Das generelle Rauchverbot in der Gastronomie soll nun doch nicht kommen. Müssen wir mehr wissen? Nein: Die neue Regierung will eine geplante Regelung, deren Inhalt bereits bekannt war, nicht umsetzen.

Sie meinte, im neuen Gesetz soll der Jugendschutz ja ausgebaut werden. Das ist schön. Danke. Aber wenn man alle Altersgruppen schützen kann, dann ist das doch umso besser. Oder?

Ärztekammer ohne Konzept?

Ein bisschen SPÖ-Bashing gabs noch dazu. Ist ja alles politisch motiviert von der SPÖ. Die Ärztekammer sei ja von SPÖ geführt. Sie vermisse das Gesamtkonzept bei der ganzen Sache.

Belakowitsch-Jenewein sagt unter anderem im Interview: Es gibt ja auch Studien, die beweisen, dass Rauchen im Auto Gesunheitsrisiken birgt. Von der Ärztekammer habe sie aber noch nie etwas gegen Rauchen im Auto gehört. Also, dass Rauchen im Auto schädlich ist, da wird wohl niemand widersprechen. Auch die Ärztekammer nicht. Hat sie noch nie was dazu gesagt? Ich google nach: Es hat gerade mal 3 Sekunden gedauert, um eine APA-Pressemeldung zu finden, wo die Ärtzekammer auf die vielen Risiken des Rauchens im Auto hinweist. Von der doppelt so hohen Unfallgefahr durch die Ablenkung bis hin zu Asthma- und Lungenkrebs-Risiko für alle Passagiere im Auto – insbesondere Kinder. Das Rauchen im Auto gehöre verboten, so wird die Ärztekammer in der Pressemeldung zitiert.

Falsches Thema?

In Wahrheit ist es so: Das Volksbegehren ist für die FPÖ das falsche Thema. Es geht nicht um Ausländer, Sozialmissbrauch (durch Ausländer), mehr Überwachung (zum Schutz vor Ausländern). Aber ist das Don’t Smoke Volksbegehren nicht auch ein Volksbegehren, das sich gegen eine Minderheit richtet? Haben sich die Raucher nicht auch etwas Schutz verdient? Nein. Privat soll ohnehin jeder und jede für sich rauchen dürfen. Wenns sein muss auch im Auto. Allerdings kenne ich kaum noch jemanden, der ohne Rücksicht auf Mitfahrende den Fahrgastraum einnebelt – vor allem, wenn Kinder im Auto sitzen.

Gewisse Themen sind der FPÖ einfach nicht recht. Für eine Partei die jahrelang von der Oppositionsbank aus danach ruft, dass die Meinung des Volkes mehr Gewicht in der Politik haben soll, ist das ein Armutszeugnis und entlarvend.

Unterschreiben, unterschreiben, unterschreiben

Ich finde, jetzt sollte das Zeichen an die Regierung besonders kräftig sein. Jetzt erst recht, sagt doch die FPÖ gern.

Hier findet ihr alle Informationen zum Volksbegehren – und die Schritte, wie ihr selbst auch unterschreiben könnt:

https://www.dontsmoke.at

 

Mal eben etwas Memento Mori

Tagelang im Büro eingesperrt – ohne Frischluft. Da musste ich heut den sonnigen Wintertag für eine kurze Runde durch unsere schöne Salzburger Altstadt und über den Kapuzinerberg nutzen. 45 Minuten wollte ich mir Zeit nehmen. Muße geht auch irgendwie anders. Aber es ist besser als nix.

Auf dem Weg vom Dom zur Festspieltreppe komm ich zur Franziskanerkirche. Dort sind ja unlängst einige Brocken vom Gebäude gefallen, so ist das Ganze mit einem überdachten Gerüst gesichert, damit zu Fuß Gehende gefahrfrei passieren können. Schön ist die Lösung nicht. Aber besser als „a Stoa am Schedl“ – und zwar im wörtlichen Sinn.

Der Durchgang war heut aber hübsch mit herzförmigen Luftballons verziert, die wiederum als herzförmige Girlande angeordnet waren. Eigentlich eine nette Idee zum Valentinstag und irgendwie ungewohnt für Salzburg. „Wenn grad nix verkauft wird, sieht man so was ja selten“, denk ich bei mir. Und wie ich das grade so denk, fällt mir gleich neben dem verzierten Herzerltor der Laden auf, der zu St. Peter gehört. Aha! Also doch kein Tor aus Herzerlballons ohne Kommerz. Ich hätts wissen müssen.

Was man dort bekommt, war dann allerdings etwas überraschend. „Aschenkreuz To Go“ stand mit bunter Kreide handgeschrieben auf dem Schild. In einer Schrift, mit der sonst im Hipster-Restaurant der fair gehandelte laktosefreie Bio-Caffè Latte angeboten wird. Irgendwie fällt mir erst jetzt ein, dass heute nicht nur Valentinstag ist, sondern gleichzeitig auch Aschermittwoch. Der Beginn der Buß- und Fastenzeit.

Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst

Ich habe den Eindruck, hier sollen mit dem hippen Auftreten auch die eiligen jungen Leute angelockt werden. Es gibt dafür ein bisschen Bußgedanken und flüchtige Einkehr auf dem Weg vom Büro nach Hause. Und ich frage mich: Ist Fast Faith die Zukunft der Kirche?

Ein Herzerl-Tor aus Luftballonen führt heut am Valtentinstag sicher an der Franziskanerkirche vorbei

plastikfasten reloaded

plastikfasten macht spaß und spart geld.

im vorjahr zur fastenzeit hab‘ ich hier beschrieben, wie ich plastikfaste. und hier bilanz gezogen. heuer starte ich neu durch – vieles in meinem alltag ist inzwischen komplett plastikfrei.

so geht’s weiter: möglichst wenig plastik kaufen. möglichst wenig plastik wegschmeißen – das ist das ärgste: wie viel plastik-leichen in meinem haushalt schlummern und bitte nie in irgendeinen kreislauf zurückkehren dürfen. schaut mal eure kunststoff-schüsselndurch. habt ihr auch ein paar mit kratzern vom salatbesteck? aua. das abgekratzte hat irgendwer gegessen.

wascht ihr die im geschirrspüler? und dann sind sie nicht mehr so bunt? oje. wisst ihr, was da im kanal gelandet ist? ich auch nicht, aber gut ist es sicher nicht. aber einfach alles in den müll und aus den augen, aus dem sinn, das gilt nicht. verflixt.

einkaufen – aber nicht im supermarkt

meine wichtigste regel: nix im supermarkt kaufen. erst gar nicht reingehen.  ich lebe in salzburg und habe das vitalkisterl mit gemüse der saison vom fahrradboten alle zwei wochen vor der  tür und den wochenmarkt „schranne“ auf meinem arbeitsweg. mein immenser joghurt-verbrauch passt perfekt zu den 750g-pfand-gläsern vom sams-bauer dort.

keine plastikflaschen mehr?

keine plastik-flaschen mehr. ähm, fast keine. am lustigsten bin ich wohl in den hotels dieser welt anzusehen, in denen ich abends den wasserkocher einschalte und morgens kalten tee  in meine edelstahl-trinkflasche fülle. so habe ich kroatien, das halbe rhone-tal und amsterdam plastikfalschenfrei bereist. in rom kommt gutes wasser aus der leitung, in frankfurt und  im nördlichen rhonetal auch. in marokko musste ich passen.

meine rettich-suppe mit kokosmilch, der erdäpfel-vogerlsalat, das lauch-kürbis-gemüse mit berber-gewürz und der salat aus gebratenem fenchel und orangenfilets kommen einmal auf den tisch und dann in gläsern mit in die arbeit oder in den zug. im ganzen jahr ist mir nur eins runtergefallen. ausgerechnet das mit der besten tomatensuppe ever. shit happens auch plastikfrei.

daheim nur mehr stoffservietten.  es dauert eh, bis eine 60-grad-wäsche beinander ist. meine eigene stoffserviette verwende ich bis – nun, bis sie ausgewechselt werden muss.

einweg-glas und so

glas braucht bei der herstellung viel energie – ist aber ungiftig. gläser nicht wegwerfen, sondern für proviant verwenden oder lieben menschen geben, die sie voll mit feiner marmelade und würzigem pesto wieder zurückgeben. (daaanke monika, sandra, marina und all die anderen). in meinem fall geb‘ ich zu: das einweg-glas von den vielen flaschen wein – so viel fällt nicht so bald wo an. ins altglas damit, nicht in den restmüll. mehr zum wein hier, bei mir als weinfreundin.

weinflaschen (c) mira turba

ja gläser mitschleppen wiegt schwerer. na, wozu ist das ganze fitness-training gut, wenn nicht zum leichter schwerer tragen? eben.

und die kosmetik?

kosmetik hab‘ ich weitestgehend umgestellt. da hilft der eine oder andere gute artikel in „der spiegel“ oder der blick in den echten. die wissenschaft weiß: teure cremes wirken nicht besser als billige. eigentlich reicht zum eincremen das kokos-öl im glasl. seit der marokko-reise schmiere ich arganöl, der reinste luxus. aus dem libanon hab ich so viel aleppo-seife mitgebracht, ich brauch‘  in diesem leben kein duschgel mehr kaufen. tu ich aber manchmal, weil’s so gut riecht, arghhh. dann wenigstens eine bio-marke.

bio-kosmetik (c) alexandra schmidt

ich reise viel und fliege oft. ein flugzeug ist zwar nicht aus plastik, aber dieses jahr will ich zumindest bei den langen strecken emissions-ausgleich zahlen.

luft nach oben habe ich bei putzmitteln. das wurmt mich, weil eine ecke weiter hat die frau von grün reinigungs- und waschmittel zum selber abfüllen. tu ich aber nicht immer – die logistik. von der küchenrolle kann ich mich auch nicht trennen – immerhin kaufe ich nur die aus recycling-papier.

und ja: mein leben  kommt billiger. echt jetzt. sobald man gute quellen hat und einfach grundsätzlich nicht in supermärkte geht, kauft man weniger und nichts, was  werbewirksam vor der nase hängt.

nachhaltig ist oft eine grüne lüge

vieles dort hat jetzt den zusatz „nachhaltig“. das weckt falsche eindrücke – meist ist nicht viel dahinter. der neue werner boote film „the green lie – die grüne lüge“ zeigt das greenwashing vieler konzerne und wie der nachhaltigkeits-begriff vor allem werbewirksam aber ohne inhalt ist.

demnächst preisverdächtig auf der berlinale und ab 9.märz in den österreichischen kinos. mit ein paar guten argumenten mehr. für’s plastik fasten, für’s regional einkaufen und für’s selber denken. hier geht’s zum trailer,  hier zur facebook-seite.

 

Mein Patenkind Irene

Ich bin sehr gerne Patentante. Hier in Österreich habe ich drei Patenkinder. Der Junge ist schon lange keiner mehr, er wird heuer 30 Jahre. Die zwei Mädchen sind noch in der Schule und ich lerne viel über die Interessen eines Volksschulkindes und die Sorgen einer Zwölfjährigen. Aber ich wollte schon immer ein Patenkind in einem fremden Land unterstützen.

Aber wie das so oft der Fall ist, man nimmt sich etwas vor, aber macht nie den Schritt dazu, es zu verwirklichen. Es gibt unzählige Organisationen, die weltweit tätig sind und ich kenne einige Menschen, die schon jahrelang ein Kind unterstützen. Bei mir blieb es beim Vorsatz, bis ich wieder einmal Sally Goldenboy traf. Er ist Gründer des Vereins Sorinatu, kommt selbst aus Ghana und hat dort eine Schule aufgebaut.

Brief an Irene

Ohne dass es Thema war, fragte er mich, ob ich nicht ein Patenkind möchte, das ich monatlich unterstütze. Das war der richtige Augenblick, ich sagte sofort zu. Einige Tage später schickte mir Sally die Daten über mein Patenkind, die dreijährige Irene. Bald darauf kam ein Brief und jetzt zum Jahreswechsel Glückwünsche und das Zeugnis aus dem Kindergarten. Irene ist sehr fleißig! Sally fährt demnächst nach Ghana, um sein Projekt voranzutreiben und ich habe ihm einen Brief für Irene mitgegeben, voll mit Stickern, ich hoffe die Kinder in Ghana sind damit genau so glücklich wie die Kinder hier.

Ich habe Irene schon in mein Herz geschlossen, oft denke ich an sie. Wie sieht ihr Alltag aus? Was isst sie gerne? Welche Farbe hat sie am liebsten? Feiert sie ihren Geburtstag? Wie viele Freunde hat sie im Kindergarten?

Eines Tages werde ich sie persönlich kennenlernen, bis dahin freue ich mich, dass ich sie ein bisschen unterstützen kann und von ihr höre und lese. Und ich hoffe, dass sie ihren Weg macht, so wie meine Patenkinder in Österreich auch.

Mehr Infos zur Patenschaft und zum Verein Sorinatu findet ihr hier!