Interessantes zum Thema Kultur

Dein ist mein ganzes Herz: Demenz trifft OPERette

Salzburg will demenzfreundliche Stadt sein. Das heißt bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen, die an Demenz erkrankt sind und ihre Angehörigen Unterstützung finden.

In Salzburg gibt es Tageszentren, Pflegedienste, Beratung, Selbsthilfegruppen und die Initiative der Stadt Salzburg „Konfetti im Kopf – demenzfreundliche Stadt“. Und heute gab es erstmals einen OPERetten-Nachmittag im Marmorsaal. Es kamen Menschen mit und ohne Demenz ins Schloss Mirabell. Fein gewandet, die Herren in Anzug oder Sakkos, die Damen hatten guten Schmuck angelegt. Es  herrschte eine erwartungsvolle Atmosphäre. Wie würde dieses Konzert verlaufen?


Adrian Kelly, Leiter der Opernsparte am Salzburger Landestheater, saß am Klavier. Seine Sängerinnen und Sänger präsentierten Klassiker aus Oper und Operette. Vom ersten Stück „In diesen heil’gen Hallen“ aus Mozarts Zauberflöte an, waren alle gefesselt. Musik und Stimmen berührten die Herzen. Immer wieder huschte ein Lächeln übers Gesicht des einen oder der anderen. Welche Erinnerungen kamen da wohl hoch? Manch Finger tippte im Takt mit und da gab es diese Dame, die den Text einer Arie leise mitsprach. Und gegen Ende des Konzerts fiel eine Frau in eine kurze Ohnmacht. Sie wurde auf Sesseln gelegt, ihr Mann kümmerte sich um sie. Und bei „Dein ist mein ganzes Herz“, das Franz Supper vortrug, schlug sie auch ihre Augen wieder auf.

Das war nicht das letzte Konzert, das es in Salzburg für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gab. Der Applaus war Auftrag für eine Fortsetzung.

IT – Überwinde deine Ängste


IT bzw. ES: Ein kurzer Titel, der uns kollektiv erschauern lässt. Denn die meisten sind überzeugt: Was für ein gruseliger Film das doch war. Damals Anfang der 90er Jahre. Bemerkenswert für einen Fernseh-Zweiteiler mit mittelmäßigen bis schlechten Schauspielern. (John Boy mit Brillen und langen Haaren! Fast so gruselig wie Tim Curry als Clown Pennywise.)

Ich glaube, IT wird auch künftige Generationen von Filmfans erschauern lassen. Auf alle Fälle ist die Neuauflage schon heute ein bemerkenswerter Film. Nach einem enttäuschenden Sommer für die Filmindustrie hat er ein Vielfaches seines kleinen Budgets hereingespielt und mehr eingebracht, als die meisten aufwändigen Großproduktionen. IT zeigt ihnen die lange Nase. Nach knapp einem Monat Laufzeit ist IT sogar der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten.

Worum geht’s?

Die Handlung muss man nicht mehr lange vorstellen. Im Städtchen Derry geht alle 27 Jahre das Grauen um – Kinder verschwinden. Eine Gruppe Jugendlicher nimmt es mit einem Bösen Wesen auf und versucht, ES ein für alle mal aus der Welt zu vertreiben.

Das Grauen

Pennywise der tanzende Clown hat sich allen ins Gedächtnis eingebrannt: Tim Curry spielte ihn einst bunt und schrill. Kostüm und Make-up waren nicht aufwändiger oder origineller als die eines Kindergeburtstags-Clowns. Trotzdem: Er hat uns das Fürchten gelehrt.

27 Jahre nach der Verfilmung mit Tim Curry, kehrt ES zurück. Wir erleben heute Bill Skarsgard als Pennywise. Und – wow! – oh wie großartig gruselig sieht schon das eng anliegende Clowns-Kostüm mit der aufwändigen Halskrause aus. Insgesamt wirkt es wie aus der Renaissance. Und erst das Make-up und die Zähne. Diese unglaublich gruseligen Hasenzähne.

Doch ES ist in seiner wahren Form kein Clown. ES ist ein Wesen, älter als die Zeit. Das absolut Böse. ES hat telepathische Fähigkeiten und nimmt jede Form an, die seinem Opfer Angst macht. ES nährt sich von dieser Angst.

Die Kinder der 80er Jahre

Stephen Kings Geschichte wird von den 50er Jahren in die 80er verlegt und man erkennt kaum den Unterschied. Irgendwie scheint die trügerische Kleinstadt-Idylle und das Leben dort kaum anders als im Buch oder in der Verfilmung aus 1990 dargestellt. Man erkennt die Zeit-Periode nur an Computerspielen, BMX-Rädern und Filmplakaten etc.

Die Geschichte dreht sich um eine Gruppe von sieben Kids – sie nennen sich der Club der Verlierer.
Der Club der Verlierer hat seine Gegenspieler: Eine Gruppe Halbwüchsiger – echte Bullies. Sie drangsalieren, erniedrigen, bedrohen und greifen die Schwächeren regelmäßig an. Sie tun das ohne Grund. Einfach, weil das ihre Rolle ist. Eine Gruppe Loser einerseits und Stänkerer andererseits, sie sind eine typische Zusammensetzung in Stephen Kings Romanen – zum Beispiel in Stand By Me.
Von den Erwachsenen ist niemand normal. Der offenbar pädophile Apotheker, der gewalttätige Vater von Beverly (dem einzigen Mädchen im Losers Club), die Mutter, die ihren Sohn an sich bindet, indem sie ihm krankhafte Ängste einredet.

Ob Bullies oder Erwachsene: Ihre Charaktere haben keine Tiefe. Sie sind nur da, um ihre Funktion zu erfüllen und unsere jungen Helden des Losers Clubs vom Rest der Stadt abzugrenzen. Letztere sind auch die einzig guten Menschen in der Story. Das wirkt ein bisschen schwerfällig. Doch vielleicht entspricht das auch der Wahrnehmung der durchschnittlichen 12–13-jährigen: Ältere Geschwister und Erwachsene sind gegen uns und verstehen uns nicht.

Übers Erwachsenwerden

Der Club der Verlierer. Sich seinen Ängsten stellen als Schritt zum Erwachenwerden

Immer wieder höre ich: Im Grunde ist IT ein Coming Of Age–Film, also ein Film übers Erwachsenwerden. Die Erwachsenwerdensgeschichte tritt allerdings in den Hintergrund. Sie kann gar nicht so viel Platz einnehmen wie im Roman von ca. 1500-Seiten. Am Ende, wenn die Loser ES besiegt haben (haben sie das wirklich?) sind sie freilich alle etwas an Erfahrung reifer. Sie haben mit sich gerungen, um ihre Ängste zu überwinden. Wahrscheinlich sind sie dadurch erwachsener geworden. Es fehlen im Film jedoch alle nicht jugendfreien Szenen aus dem Roman, die das Erwachsenwerden wohl noch deutlicher unterstreichen sollen.

Nennt mich ignorant, aber mich interessiert der Coming of Age-Aspekt gar nicht. Ich will Horror sehen. Oh, und den gibt es. Schon im Prolog, als das Papierschiffchen des kleinen Henry den Gulli hinunterschwimmt und wir Pennywise zum ersten Mal begegnen. Was für ein Auftakt.

Fütter mich!

Nährt sich von deiner Angst: Pennywise

Und so folgen wir den sieben jungen Hauptfiguren mit ihren Ängsten – und wie ES diese Ängste zu nutzen weiß. Alle sieben haben erste Begegnungen mit ES. Dann zweite, bedrohlichere Begegnungen. Wenn der Film die Jungs und das Mädchen in der ersten Hälfte der Laufzeit begleitet, dann springen wir immer von einer Figur zur anderen. Es mangelt zwar nicht an wunderbaren, mitunter surrealen Horror-Szenen, aber die Geschichte erhält in diesem Teil leider keinen richtigen Fluss. Erst nach der Mitte des Films bleibt die Gruppe zusammen. Die Geschichte wird stringenter und nimmt an Fahrt auf – Willkommen auf der Achterbahn! – bis zum furiosen Ende.

Dem furiosen, vorläufigen Ende, muss man sagen. Denn Stephen Kings Roman verwebt die Geschichte der erwachsenen Mitglieder des Losers Clubs mit ihren Erinnerungen aus der Kindheit. Der Film IT entwirrt diese beiden Zeitlinien. ES kehrt 27 Jahre später wieder zurück und hat die Loser nicht vergessen. Sie müssen daher durch ihren verdrängten Kindheitserinnerungen für ihr gegenwärtiges Leben lernen. Wir treffen die Erwachsenen alter Egos der Kinder also in zwei Jahren wieder im Kino, wie Warner Brothers letzte Woche bekannt gegeben hat. Kein Wunder bei dem Riesen-Erfolg. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon drauf.

Bitte nicht missverstehen: IT ist deshalb kein unfertiger Film. Es gibt ein richtiges abgeschlossenes Ende und ein sehr zufriedenstellendes noch dazu.

Bis Teil 2 von IT anläuft können wir Horrorfans uns aber die Zeit vertreiben. Es lohnt sich sicher, IT mehrere Male anzusehen. Wahrscheinlich ist noch viel darin entdecken. Aber zur Überbrückung läuft auch Stranger Things auf Netfilix – Staffel 2 beginnt Ende Oktober. Diese Serie hat es geschafft, eine unheimliche Story mit Stephen King-Feeling über 10 Stunden spannend zu erzählen – trotz der vielen Protagonisten und Nebengeschichten.

Es ist aber gut, dass IT nicht wieder „nur“ fürs Fernsehen adaptiert wurde. Solch wunderschöner und äußerst wirksamer Horror gehört auf die Leinwand!

 

Meine Bewertung auf IMDB: 8 Punkte
Nachdem die Erstverfilmung so schlecht gealtert ist, ist diese Verfilmung genau, was man sich erwartet. Sehr gute Kinderdarsteller, und Bill Skarsgard ist der wohl gruseligste Clown, den wir je zu sehen bekommen haben und werden.

 

 

mother! – über Gott und die Welt

„Ich wünsch dir einen gruseligen Kinoabend“, so die SMS einer Freundin, kurz vor Beginn der Vorstellung von mother! Auch die meisten Leute um mich herum freuten sich anscheinend auf etwas Grusel – und wurden enttäuscht.

Was mother! genau ist, ist schwer in wenigen Sätzen erklärt. Die Handlung ist eine Metapher, die unterschiedlich verstanden werden kann. So lassen sich die Geschehnisse nicht beschreiben, ohne gleich die eigene Interpretation mitzuliefern.

Was passiert?

Eine junge namenlose Frau (Mother – Jennifer Lawrence) hat das von einem Feuer zerstörte Zuhause ihres weit älteren ebenfalls namenlosen Ehemanns (Er – Javier Bardem) selbst restauriert. Sie will ein Paradies erschaffen. Dem Ehemann, ein Schriftsteller mit länger andauernder Schreibblockade, ist das Glück zu zweit nicht genug. Er bittet wildfremde Leute zur Tür herein und ist fasziniert und inspiriert von ihren Geschichten. Er toleriert auch jedes rücksichtslose Verhalten – selbst wenn dieses nicht nur sein Eheglück gefährdet, sondern darüber hinaus auch sein Haus zu zerstören droht. Bald finden sich immer mehr Menschen in dem Haus wieder. Mother wird von allen wenig beachtet und als Selbstverständlichkeit hingenommen – selbst vom Ehemann. Auch wenn die Eindringlinge im Haus nichts als Unruhe und Zerstörung bringen: Er will alles mit ihnen teilen und vergibt ihnen am Ende auch noch die abscheulichsten Taten.

Große Ratlosigkeit

„Wer schreibt denn so was?“ fragten sich die fünf jungen Männer in der Reihe hinter mir. Eine Gruppe ebenso junger Frauen regte sich über die Unlogik einzelner Szenen auf. Ihr Fazit: „Ein wirklich blöder Film“. Trotzdem waren sie alle bis zum Ende des Abspanns im Kino sitzen geblieben. Irgendwie war das Ganze also doch faszinierend.

Was bedeutet es?

mother! spielt durchgehend in ein und demselben Haus. Doch es ist kein Haus aus unserer Welt, sondern eine hyperrealistische Bühne für die metaphorische Handlung – bzw. ist es der Planet, auf dem wir leben. Die junge Frau, Mother, ist eine allegorische Figur: die Mutter Erde, sie kann ihren Platz nicht verlassen und kann sich auch nicht wehren. Der ältere Schriftsteller, kann als Gott verstanden werden. Die Erde interessiert ihn nicht so sehr wie die Menschen. Alle anderen Personen, repräsentieren Gestalten aus der Bibel und die Menschheit insgesamt. Sieht man den Film so, erzählt er die Geschichte der Entstehung der Welt, der Geschichte der (jüdischen und christlichen) Religion samt ihren Auswirkungen, die Geschichte der Menschheit und die Konsequenzen unseres Handelns auf der Erde.

Andere Interpretationen deuten den Film viel näher an der Handlung und sehen ihn als Aussage über Beziehungen, das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, zwischen Muse und kreativem Geist. Doch bei dieser Sichtweise wird die letzte halbe Stunde der Handlung völlig unsinnig. Wo Kritiker dann behaupten, dass die Handlung in wirre Absurdität verfällt, fällt – meiner Meinung nach – nur deren Interpretation völlig auseinander.

Ein intensives Kinoerlebnis

Mother sind zwei Stunden Faszination. Das ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass der Film sein Publikum jede Minute fordert – es lag auch an Jennifer Lawrence und ihrer unglaublich nuancierten, hochkonzentrierten Darstellung, die sich gegen Schluss zur absoluten Tour de Force entwickelt.

Javier Bardem, Ed Harris und Michelle Pfeiffer sind in ihren Rollen allesamt ausgezeichnet. Noch mehr gibt es aber über das Haus als einzigen Handlungsort zu sagen. Wenn man sich auf den Film einlässt, dann ist es, als würde man auch selbst die gesamten zwei Stunden in dem Haus verbringen. Trotzdem bekommt man so gut wie keine Orientierung darin. Normalerweise wird das einem Film als Schwäche ausgelegt, hier ist dieses Gefühl der Orientierungslosigkeit aber gewollt. Wir sollen einfach nur rundum vom Haus umgeben sein. Auch akustisch, denn das Haus knackt, brummt und ächzt von allen Wänden, Böden und Decken her – ob in den oberen Stockwerken oder im Keller. Und irgendwo schlägt auch sein Herz. Oh, wie sich hier die modernste Dolby-Ausstattung neuerer Kinosäle auszahlt.

Nichts lenkt von der Kulisse heimeliger bis unheimlicher häuslicher Geräusche ab. Denn außer gegen Schluss, wo Musik als Teil der Handlung wummert, stört kein einziger Ton eines Soundtracks die völlige Konzentration des Publikums. Keine Filmmusik, die uns vorgibt, wie wir uns fühlen sollen. Die fehlende musikalische Begleitung ist ebenso ungewohnt wie wohltuend.

Wird mother! ein Erfolg?

Wenn mother! so faszinierend ist, warum die enttäuschten Reaktionen im Publikum? Schuld daran waren die gekonnt irreführenden Trailer, die Horror suggerierten. Ob das dem Film am Ende zugute kommt oder schadet, wird sich zeigen. Er wird aber über die Jahre auf jeden Fall eine Kultgemeinde bekommen und die Leute werden sich noch lange über den Film streiten als wäre er die Bibel selbst. So gesehen wird es sicher wieder ein Erfolg für den Regisseur Darren Aronofsky.

Meine Bewertung auf IMDB: 9 Punkte
Ein großartiges, atemberaubendes Kinoerlebnis, das man auf jeden Fall öfter sehen muss, um die vielen Metaphern und Symbolismen völlig zu erfassen. Das kann natürlich auch bedeuten, dass mother! nach mehrmaligem Ansehen, platter und schwerfälliger erscheint als nach dem ersten Eindruck.

 

 

 

 

Da Summa is umma – und er war so naja

Ungeachtet zu erwartender Hitzerekorde in den nächsten Tagen: Dieser Sommer ist gelaufen. Das wars. Zumindest was die großen Blockbuster dieses Kino-Sommers angeht.

Mein Resümee: Es war ein Sommer mit vielen Enttäuschungen – aber auch mit ein paar erfreulichen Ausnahmen.

Rückblicke

Mit Alien Covenant hat Regisseur Ridley Scott gezeigt, dass es ihm wurst ist, was sein Publikum von einem Alien-Film erwartet. Nämlich Aliens – oder zumindest Antworten auf Fragen, die er im letzten Alien Film selbst aufgeworfen hat. Das Konzept, dass wir mehr darüber erfahren, was den Androiden David (Michal Fassbender) dazu antreibt, die Menschheit auszulöschen, indem er die Aliens erschafft hätte interessant sein können. Es war aber ein bisschen langweilig.

Pirates of the Caribbean – Salazars Rache brachte uns Johnny Depp als Captain Jack Sparrow zurück. Disney hat sich darauf verlassen, eine herumtorkelnde Karikatur der Kultfigur zu präsentieren. Nein. Das reicht nicht. Jack Sparrow hat jede Genialität verloren und ist wirklich nur mehr ein jämmerlicher Trunkenbold. Nicht witzig. Dazu noch ein fades Liebespaar, das ich schon vergessen hatte, noch bevor der Abspann zu Ende war.

Die Mumie – Hab ich mir gleich gar nicht angesehen. Die Bewertungen auf Rotten Tomatoes waren so unterirdisch, dass mir jede Lust verging. Universal hat damit – nach Dracula Untold – den zweiten Einstieg in sein Dark Universe vergeigt. Niemand freut sich mehr als ich, wenn die Figuren alter Universal-Horrorklassiker wieder auf die Leinwand kommen – super Idee. Aber nicht, wenn ein Tom Cruise-Actionspektakel draus wird – ganz ohne Horror.

Transformers hab ich ebenfalls ausgelassen. Ich bin ja älter als zehn.

Lichtblicke

Je weiter der Sommer voranschritt, je mehr Enttäuschungen ich erlebte, desto nervöser wurde ich wegen der zwei Filme, auf die sich all meine Hoffnung konzentierte, dass es doch noch richtige Sommerkino-Unterhaltung gibt: Wonder Woman & Spider Man Homecoming.

Wonder Woman

Die DC Comic Filme von Warner Brothers mussten viel Kritiker-Schelte einstecken in den letzten Jahren – ob Man of Steel, Batman v Superman oder Suicide Squad. Trotz des finanziellen Erfolgs der beiden Letzteren war Wonder Woman für viele jener Film, der entscheiden sollte, ob das DC Comic Cinematic Universe noch eine Zukunft hat. Und – wow! – Wonder Woman war ein voller Erfolg. Die Superheldin wurde zur feministischen Ikone des Sommers und zum Liebling der Kritiker und des Publikums. Zumindest in den USA. Hier wurde der Film zwar gelobt, aber die Besucher hielten sich etwas mehr zurück. Die schauten hierzulande lieber Pirates und Mumie. Wers bisher nicht gesehen hat – noch läuft die Geschichte, wie die griechische Amazone (perfekt verkörpert von der Israelin Gal Gadot) im ersten Weltkrieg gegen niemand geringeren als Ares selbst antritt.

Hier stimmte alles: Story, Action, Technik und ein Feminismus, der Männer nicht abschreckt, sondern das Miteinander von Männern und Frauen in den Vordergrund stellt. Bitte mehr davon!

Spider-Man Homecoming

Innerhalb 12 Jahren wurde also das dritte Mal eine Spider-Man Reihe begonnen. Ob dieser Film wohl etwas Neues darüber zu erzählen wusste, wie der Schüler Peter Parker zu Spider-Man wird? Überraschung! Hier wird keine Entstehungsgeschichte erzählt. Dort, wo die Geschichte beginnt, hat Peter Parker (Tom Holland) bereits seine Spider-Fähigkeiten. So kann es gleich zur Superhelden-Sache gehen. Neben der Action wird Spider-Man Homecoming seinem Titel gerecht. Denn es ist auch irgendwie ein typischer Highschool-Film. Warum auch nicht? Peter ist noch Schüler. Natürlich hat der deshalb auch normale Probleme eines Jugendlichen seines Alters. Und endlich gibt es einen wirklich bedrohlichen Bösewicht in einem Superhelden-Flm: Birdman-Darsteller Michael Keaton gibt den düsteren Superhelden-Schrottsammler Vulture. Groß-ar-tig!

Ausblicke

Zugegeben, ein großer Sommerblockbuster kommt noch in die Kinos. Am 4. August beginnt der dritte Teil aus der Planet der Affen-Reihe: Survival. Ob es sich lohnt ihn anzusehen? So gelungen ich den ersten Teil fand, so sehr enttäuschte mich der zweite. (Hier nachzulesen)

Und? Wie war der Kino-Sommer für euch so?

Buch oder E-Book-Reader? Das ist hier die Frage…

Ich bin eine Lesende. Immer schon. Seit ich die ersten Wörter entziffern konnte, lese ich, was ich erwische.

Unvergessen die Karl May Bände, die mich ich als 10-12 Jährige durch das Leben begleiteten. Old Surehand war völlig durchnässt, weil er, als ein Gewitter aufzog, im Garten der Oma in der Wiese vergessen liegen blieb. In Winnetou war ich verliebt und hab Tränen des echten Schmerzes vergossen, als er starb. Mehrmals. Davor, dazwischen und danach Bücher von Astrid Lindgren und Christine Nöstlinger, Enid Blyton und Agatha Christie.

Dann gleich die großen Romane. Vom Winde verweht habe ich bestimmt mindestens 3 Mal gelesen. Im Paralleluniversum ein mehrjähriger Ausflug in die Galaxie des Science Fiction. Mit 16 Jahren traten Camus, Sartre und Simone de Beauvoir in mein Leben. Peter Handke und naturgemäß Thomas Bernhard. Weiter ging es bunt mischt. Italienische Krimis, Amerikanische Literatur, weltweite NobelpreisträgerInnen. Ein Buch wegzugeben, war und ist für mich fast nicht möglich. Daher ist meine Bücherwand mittlerweile 15m² groß.

Ja, ich gestehe es: Ich habe mir einen E-Book-Reader gekauft!

Meine wandelnde Bücherwand

Doch jetzt, gut 550 Jahre nach Erfindung des Buchdruckes auf Papier, könnte ich praktisch alle meine geliebten Bücher in ein einziges packen und theoretisch alle anderen entsorgen. Dieses eine Buch misst nur etwa 17x12x1 cm und wiegt mit Schutzhülle 349 Gramm.

Nach einer Probezeit von 3 Jahren kann ich sagen, dass ich diese Entscheidung nicht bereue. Im Gegenteil. Ich lese mehr als zuvor. Die Klassiker sind meist gratis als Download verfügbar. Schnitzler, Goethe, Shakespeare, Austen. Ich habe den E-Book-Reader fast immer in der Handtasche mit dabei. Im Wartezimmer, im Zug sowieso. Man kann in der Nacht lesen ohne Licht zu machen. Im Sommer am Balkon nach der Dämmerung. Im Bett ohne den Partner zu stören. Das ist fast wie früher mit der Taschenlampe unter der Tuchent.

Das überzeugendste Argument ist aber, dass ich den E-Book-Reader auf meinen Rucksackreisen mitnehmen kann und so ganz schön an Gewicht spare. Der Lesestoff geht mir jetzt nie mehr aus. Wenn ich Lust auf ein neues Buch habe, dann hole ich es mir einfach. Das geht auch in einer Holzhütte auf einer Insel im Mekong in Kambodscha. Vorausgesetzt es gibt Strom, damit das WLAN-Kastl funktioniert.

Die Frage, ob Buch oder E-Book-Reader ist daher schnell beantwortet. Die Antwort lautet: LESEN!

 

50 Jahre englisches Theater in Salzburg – Ein Festival von 5. bis 10. Juni

1967 führte die Theatergruppe des Instituts für Anglistik der Universität Salzburg ihre erste Produktion auf: zwei Einakter des berühmten amerikanischen Schriftstellers Edward Albee. Seither gab es (außer 1990 und 1992) jährlich eine abendfüllende Theaterproduktion. Seit einigen Jahren ist die English Drama Group Salzburg eine freie Theatergruppe – auch ohne den Rückhalt der Universität hat die Theatergruppe bewiesen, dass sie Bestand hat.  Nach 50 Jahren darf man sogar behaupten: Die English Drama Group Salzburg ist eine lokale Institution. Treue Fans können das nur bestätigen.

Im Jubiläumsjahr hat Michael Darmanin, der Leiter der English Drama Group Salzburg, mit seiner Truppe nicht nur ein neues Stück für uns. Er hat sogar ein kleines Festival des englischsprachigen Theaters in Salzburg organisiert. Zusätzlich zu den Aufführungen von drei Theatergruppen gibt es auch eine Ausstellung mit Fotos und Plakaten der Produktionen. Wer hätte die English Drama Group Salzburg dabei besser unterstützen können als die frühere Leiterin der Truppe, Ilse Lackenbauer? Sie war als Studentin von Anfang an dabei und besitzt einen unerschöpflichen Fundus an Materialien der letzten 50 Jahre – und kennt sämtliche Anekdoten, Erfolge, Episoden und Skandälchen.

Ein fast schon internationales Festival – von 5. bis 10. Juni

Gäste aus Graz
Am Montag machte die Grazer Truppe The Pennyless Players mit Art (Kunst) von Yasmina Reza den Auftakt. Ein Drei-Personen-Stück, das zeigt, wie selbst jahrzehntealte Freundschaften an Meinungsverschiedenheiten fast zerbrechen können. Besonders in Zeiten, wo wir vieles zur „Glaubensfrage“ erheben, hält dieses Stück uns den Spiegel vor.

Aus dem Stück Dearly Departed – eine Produktion der English Drama Group Salzburg

Das Stück der English Drama Group Salzburg
Ab Dienstag 6. Juni bestreitet die English Drama Group Salzburg die Aufführungen. Und Michael Darmanins Projekt hatte wieder großen Zulauf an Interessierten:  20 Leute auf der Bühne sind für einen Regisseur eine große Herausforderung. Für Darmanin (wie auch zuvor für Ilse Lackenbauer) ist das jedoch nichts Außergewöhnliches. Auch das bestätigt den Erfolg dieses Theaterprojekts: der ungebrochene Zulauf an Leuten jeden Alters – ob englischer, deutscher oder anderer Muttersprache. Alle opfern über viele Wochen ihre gesamte Freizeit, und zwar nicht nur bei Proben und Aufführungen, sondern auch für alle anderen Aufgaben, die es so rundherum gibt.

Das Stück der Drama Group blickt ebenso in die menschliche Seele: In Dearly Departed von David Bottrell und Jessie Jones stirbt Bud Turpin am Frühstückstisch. Was folgt sind Eifersüchteleien, Rivalitäten und allerlei Enthüllungen innerhalb der Familie.

Auch München feiert mit
Den Abschluss machen Entity e.V. aus München. Ihr Stück Numbers der spanischen Autorin Mar Gómez Glez basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2009 und ist auch nach 8  Jahren noch hochaktuell. Spanische Fischer retten Flüchtlinge vor dem Ertrinken und dürfen nicht in den Hafen einfahren. Der Vorfall wird Gegenstand hitziger Debatten und diplomatischer Bemühungen, während den Menschen auf dem Boot Nahrung und Wasser ausgehen.

Auf in die ARGE Nonntal zum Mini English Drama Festival

Restkarten sind noch zu haben.
Tel: 0662-848784
Email: [email protected]

Toi, toi, toi an die English Drama Group Salzburg – und noch einmal 50 erfolgreiche Jahre!