von Alexandra Schmidt
Kennt ihr Paris? Sicher. Ihr wart schon dort oder habt bestimmt Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart im Film Casablanca schon mal sagen hören „Küss mich, als ob es das letzte Mal wäre“ (Es war dann auch für lange Zeit das letzte Mal.). Und habt ihn völlig durchnässt am Bahnhof warten sehen, wie er es nicht glauben kann, dass sie wirklich nicht kommt. Und dann, in Casablanca, ein Wiedersehen, eine Erklärung und doch wieder ein Abschied, aber: „Uns bleibt immer noch Paris“.
Letztens habe ich mit meinem Mann vier Tage in Paris verbracht. Ich finde die Vorstellung romantisch, dass wir – egal was (mit) uns passieren wird – jetzt dasselbe sagen können. Wir gehören zu den Dinosauriern unter den Beziehungen, weil wir schon 21 Jahre zusammen sind. Wir lieben uns, sind ziemlich gesund, wir mögen unsere Arbeit – meistens – , wir leben ein Leben frei von ernsten Sorgen mit einem Haufen schöner Augenblicke. Wir haben keine großen Wünsche offen. Wer kann das schon von sich sagen? So eine Paris-Reise hilft dabei, wieder mal eine positive Zwischenbilanz im eigenen Leben und in der eigenen Beziehung zu ziehen. Echt wahr, schaut mal:
Die Leute in Paris sind dauernd draußen wenn´s nicht regnet, trinken Kaffee, Wein, Pastis und alle rauchen dauernd. Alles ist lust- und genussvoll, immer das Schöne im Blick. Sie leben, als ob´s kein Morgen gäbe. Sie bauen trotzdem Stadtteile wie La Defense – groß, modern, schön, und in direkter Kommunikation mit den alten ehrwürdigen Gebäuden. Und für die Ewigkeit. So wie man es sich für die eigene Beziehung auch wünscht: heute 100 Prozent leben und geben und trotzdem vorbauen für viele weitere „heute“.
Die Menschen in Paris sind gut angezogen. Aber nicht so wie wir, wenn wir gut angezogen sind. Sondern jede Person hat ihren eigenen Chic – leuchtende, afrikanische Stoff-Kreationen, Lagen-Look, bunte Highheels, die eigentlich Sneakers sind. Richtig viel Mustermix und trotzdem passt es gut zusammen. Wie in einer Beziehung.
Beim Kreisverkehr am Triumph-Bogen fahren sie in vier bis sechs Spuren, je nachdem, es sind ja keine eingezeichnet. Wenn dort ein Unfall passiert sind die Beteiligten immer zu 50 Prozent schuld. Kein Erhebungsverfahren, keine langwierigen Streitereien, nix. Halbe-Halbe und aus. Könnte als Beziehungsregel bei Konflikten auch nicht schaden, stimmt eh meistens, oder?
Wir sind viel zu Fuß gegangen, haben eine nächtliche Tour durch die erleuchtete Stadt in einem grünen 2CV mit offenem Dach gemacht und waren in einer genialen „New Burlesque“-Show. Und wir haben uns geküsst, als ob es das letzte Mal wäre. War´s aber nicht. Wir sind wieder gut zurückgekommen. Und jetzt können wir für immer sagen: „Uns bleibt immer noch Paris“.
Mal wieder alles was gut ist im eigenen Leben aufzählen. Das empfiehlt euch
Eure Xela
Ich könnte heulen vor Wut.
Gesellschaft, Menschenrechteaus dem SPIEGEL
von Patrick Pfeifenberger
Als ich das Bild das erste Mal sah, brachte ich seine Bedeutung fast nicht in meinen Kopf hinein. Dennoch hat es sich in mein Hirn gefressen und geht da nicht mehr weg. Und je mehr ich darüber nachdenke desto wütender werden ich. Wütend auf diese Menschen, die anderen bewusst Leid zufügen. Wütend auf die Menschen, die so etwas zulassen. Wütend auf die Menschen, die nicht dagegen auftreten. Ich werde so wütend, dass ich heulen könnte. Heulen auch aus Hilflosigkeit.
Wie kann es sein, wie kann es passieren, dass ein Mensch, der tausende Kilometer von seinem zu Hause vor Gewalt, vor Not oder vielleicht vor Hunger geflohen ist, hier in „unserem“ Europa so erniedrigt, so gequält wird? Das Bild, das ich meine zeigt einen am Boden fixierten Flüchtling in einem Asylheim in Deutschland. Seine Hände sind am Rücken gefesselt. Ein Wachmann in martialischer schwarzer Uniform – so als käme er gerade von einem geheimen Fronteinsatz – steigt auf seinen Kopf. Ich ertappe mich dabei wie ich diesen Wachmann-Rambo verabscheue – wenn nicht gar hasse.
Wie kann er nur einem Menschen, der alles hinter sich gelassen hat, der sein zu Hause aufgegeben hat, der hier bei uns Schutz gesucht hat, nur solches Leid zufügen. Warum erniedrigen wir andere Menschen? Schwächere, die eigentlich unsere Hilfe brauchen. Und wenn ich so über dieses Bild nachdenke, kommen mir unsere Landeshauptleute in den Sinn. Grenzkontrollen müssen her, tönt es da aus manchen Landen. Bürgermeister die uns öffentlich wissen lassen, dass sie keine Flüchtlinge haben wollen. Mitbürger die öffentlich fragen wer sie denn vor den Flüchtlingen schützt. Wir brauchen Quoten, innerösterreichische und innereuropäische Solidarität heißt es da aus den verschiedensten Ecken und Enden. Die Länder dürfen mit der Flüchtlingsproblematik nicht allein gelassen werden, so der einhellige Tenor.
Da ist es wieder. Dieses Wort. Problem. Es fällt immer wieder wenn es um Menschen geht die Hilfe brauchen. Ich sage dazu: Herausforderung. Die „Flüchtlingsströme“ sind ein Faktum. Ich wünsche mir, nein, ich erwarte mir von unserer konsumorientierten und übersättigten Gesellschaft, dass wir den Menschen, die unseren Schutz brauchen, diesen Schutz auch gewähren. Woher diese Menschen kommen darf einfach keine Rolle spielen. Versuchen wir doch nur einmal, uns in die Lage dieser Menschen hinein zu versetzen. Man verlässt seine Heimat in der man aufgewachsen ist, schlägt sich hunderte, oder gar tausende Kilometer durch fremde Länder um seinem Ziel von Freiheit und Schutz näher zu kommen. Man landet im gelobten Europa, wo man sich nicht mehr verstecken muss. Wo man sich nicht mehr um sein Leben fürchten muss. Wo man keine Unterdrücken mehr erfährt. Soweit die Theorie. Und die Praxis? Übervolle Asylheime, Misstrauen, Argwohn und auch Hass der den Fliehenden entgegenschlägt. Private Security die offensichtlich unsere Bevölkerung schützen soll. Aber wer bitteschön, wer schützt die Flüchtlinge vor uns?
„Uns bleibt immer noch Paris“ (Casablanca), oder was wir von/in der Stadt der Liebe lernen können:
Kolumne, Neues vom Lieblingsplanetenvon Alexandra Schmidt
Letztens habe ich mit meinem Mann vier Tage in Paris verbracht. Ich finde die Vorstellung romantisch, dass wir – egal was (mit) uns passieren wird – jetzt dasselbe sagen können. Wir gehören zu den Dinosauriern unter den Beziehungen, weil wir schon 21 Jahre zusammen sind. Wir lieben uns, sind ziemlich gesund, wir mögen unsere Arbeit – meistens – , wir leben ein Leben frei von ernsten Sorgen mit einem Haufen schöner Augenblicke. Wir haben keine großen Wünsche offen. Wer kann das schon von sich sagen? So eine Paris-Reise hilft dabei, wieder mal eine positive Zwischenbilanz im eigenen Leben und in der eigenen Beziehung zu ziehen. Echt wahr, schaut mal:
Die Menschen in Paris sind gut angezogen. Aber nicht so wie wir, wenn wir gut angezogen sind. Sondern jede Person hat ihren eigenen Chic – leuchtende, afrikanische Stoff-Kreationen, Lagen-Look, bunte Highheels, die eigentlich Sneakers sind. Richtig viel Mustermix und trotzdem passt es gut zusammen. Wie in einer Beziehung.
Wir sind viel zu Fuß gegangen, haben eine nächtliche Tour durch die erleuchtete Stadt in einem grünen 2CV mit offenem Dach gemacht und waren in einer genialen „New Burlesque“-Show. Und wir haben uns geküsst, als ob es das letzte Mal wäre. War´s aber nicht. Wir sind wieder gut zurückgekommen. Und jetzt können wir für immer sagen: „Uns bleibt immer noch Paris“.
Mal wieder alles was gut ist im eigenen Leben aufzählen. Das empfiehlt euch
Eure Xela
Glückwünsche
Gesellschaft, MiteinanderIch erinnere mich gerne an meine Zeit als Deutschlehrerin zurück. Viele Schülerinnen haben mir zu Weihnachten eine Karte geschrieben, mir Schokolade geschenkt. Viele dieser Schülerinnen waren keine Christinnen, sondern Musliminnen, Jüdinnen, Buddhistinnen und Hinduistinnen. Auch Frauen ohne religiöses Bekenntnis waren darunter. Es war selbstverständlich für sie mir Gutes zu meinem religiösen Feiertag zu wünschen. Warum soll ich nicht das Gleiche tun? Sich für den anderen zu interessieren und seine Festtage zu respektieren ist Teil eines guten Miteinanders. Oder etwa nicht?
„Die sauft!“ oder: Der feine Unterschied zwischen Sucht und Genuss.
Kolumne, Neues vom Lieblingsplanetenvon Alexandra Schmidt
Weinverkostung
In letzter Zeit fragen mich Leute öfter nach meinen Trinkgewohnheiten. Neulich, während eines beruflichen Abendtermins: „Tust du was anderes auch noch als Wein trinken?“. Ich hatte auf facebook eine Verkostungsnotiz gepostet. Und ein anderer Bekannter: „Die sauft!“ Wirklich? Mal sehen: Ja, ich bin eine Weinfreundin. Vor 15 Jahren habe ich bei einer Verkostung der „Freien Weingärtner Wachau“ mit Willy Klinger Lust bekommen. Seitdem mag ich diesen Zaubersaft – er ist immer anders: von der Arbeit im Weingarten bis zum Lesen, Pressen, Vergären, Reifen und Abfüllen. Auf 7,5 Mio Hektar weltweit – rückläufig übrigens, 45.000 davon in Österreich. Und jedes Jahr ein neuer Jahrgang.
Ich schwenke, rieche, schmatze, schlucke oder spucke und bewerte einen Wein. Entscheide, ob ich ihn kaufe und ob ich ihn bei zwölf Grad für Jahre in den dunklen Lagerschrank lege. Ich habe seit 1999 viel gelernt, gelesen, gesehen, verkostet, gekauft – und ja: viel getrunken. Der Unterschied zwischen verkosten und trinken ist riesig. Bei einer Verkostung gibt es oft nur eine Flasche für 16 Leute. Ein, zwei Schluck müssen für ein Urteil genügen. Ich spucke viel wieder aus – meist in meinen eigenen, roten Spucknapf. Grad wenn Weine um über 100 Euro die Flasche dabei sind wundert das manche Leute. Ich will aber nicht alles schlucken. Ich würde betrunken und hätte kein Urteilsvermögen mehr.
Mein Spucknapf
Wenn es aber eine gute Flasche zum Essen gibt, genieße ich jeden Schluck: wie der Wein nach ein paar Minuten im Glas riecht oder wie er zu einem Bissen Wildragout passt. Dann kann´s passieren: ich werde beschwipst. Ist ja nicht das schlechteste Gefühl. Durchaus angenehm. Sorglos. Verlockend, dass man es öfter herbeiführt – nur so. Das kann gefährlich werden. Wenn man Alkohol trinkt wegen des Gefühls ist es zur Sucht nicht weit. Und einmal süchtig ist für immer. „Trockene“ Alkoholkranke dürfen nie mehr auch nur einen Tropfen trinken. Das ist schade, weil ihnen ein Genuss entgeht. Ich bin nikotinsüchtig: Bis September 2006 hab ich geraucht, schmecken würd´s mir noch immer. Also passe ich auf.
Mir sind mehr als zwei alkoholfreie Tage pro Woche wichtig und an ärgerlichen Tagen ganz besonders. Natürlich sind zwei, drei Gläser Champagner nett, wenn die Arbeitswelt böse war. Da könnt ich schadenfroh werden, denn dieselbe Arbeitswelt ermöglicht mir den teuren Champagner. Aber genau dann überleg ich es mir lieber. Die Medizin sagt, genießen ist der beste Schutz vor Sucht. Drum trink ich bei Festen lieber Soda Zitron, weil ich auf den Festen mit Genuss-Wein selten eingeladen bin. Ja, auch beim Wein ist es so: Qualität ihren Preis. Hie und da gehen ein paar Schluck zu viel die Kehle runter: weil´s eine Gaudi war oder einfach soooooooo gut oder ein besonderer Wein, ein Glas Sociando-Mallet 1995 vielleicht – das war ich sogar selber schon dort. So geht es fast allen manchmal. Die Menge macht das Gift. Meine Leberwerte sind die von einem Baby. Also, ich „saufe“ nicht, klar? Und ihr solltet es auch nicht tun. Spart euch die „billigen Räusche“, legt ein paar Euro drauf und genießt.
Das empfiehlt euch eure Xela (und den 1996er Chardonnay, Ried Hasel vom Weingut Topf aus dem Kamptal/Österreich, verkostet am 17.9. im Weinloft Rieger)
5 Monate Politik- und?
AllgemeinVor acht Monaten haben mich immer wieder Menschen gefragt warum ich Politikerin sein möchte. Damals war das meine Antwort .
Jetzt fragen mich viele: Wie geht’s dir in der Politik? Ist das so, wie du es dir vorgestellt hast?
Der politische Alltag ist auch bestimmt von vielen Begegnungen. Was nicht immer leicht ist, wenn Menschen mit Sorgen und Nöten kommen. Oft ist es möglich zu helfen, manchmal gibt es einfach keine schnelle Lösung. Weil die Rahmenbedingungen oder Strukturen nicht stimmen. Und hier sehe ich es als politische Aufgabe, das nicht einfach hinzunehmen, sondern zu versuchen, eine Änderung in Gang zu bringen. Oft allerdings löst sich ein Problem recht schnell. Da hilft es natürlich, dass man als Politikerin viele Organisationen, Einrichtungen und Menschen kennt, die die richtigen Ansprechpartner sind.
In allen Begegnungen, Diskussionen und Herausforderungen bestätigt sich eines immer wieder, nur miteinander, respektvoll und offen können wir die Zukunft gestalten.
Und ja, ich habe sehr große Freude an der politischen Arbeit :)
Nur das Miteinander hat Zukunft!
Gesellschaft, Miteinander