
Sonja Schiff
von Sonja Schiff Jetzt ist es also geschafft. Ich bin 50plus. Ein halbes Jahrhundert trage ich nun auf dem Buckel und in meinem Gesicht.
“Und, hattest eine Krise?” Das war die mir am häufigsten gestellte Frage der letzten 5 Tage. Manchmal trug die FragenstellerIn dabei einen ängstlichen Gesichtsausdruck und flehte fast um ein „Nein, nein, keine Krise“. Andere wieder zeigten ein spöttisches Lächeln bei der Frage. Und manche sahen mich sorgenvoll an, als würden sie meine Krise voraussetzen, als gehörte sich eine ausgewaschene Krise einfach für den 50. Geburtstag.
Hatte ich eine Krise? Ich würde es nicht als Krise bezeichnen. Krise klingt nach Weltuntergangsstimmung, nach Drama, Verzweiflung, Schmerz und Angst. Nein, so eine Krise hatte ich nicht.
ABER spurlos ging dieser Geburtstag nicht an mir vorüber. Der hat schon Gewicht! Ein halbes Jahrhundert lebe ich nun schon! Und die Hälfte ist mindestens vorbei. Das macht schon nachdenklich. Das wischt man nicht einfach vom Tisch. In mir tauchten Bilder auf von den Händen meiner Oma. Wie sehr hab ich als Kind diese Hände mit den ausgeprägten Venen, die man so toll hin und her schieben konnte, geliebt. Es waren für mich die Hände einer alten Frau. Meine Oma war damals ungefähr so alt wie ich heute.
Ich erinnerte mich dieser Tage auch an eine Situation als ich 19 war. Ich ging in die Krankenpflegeschule und eine Kollegin wurde 25. Was war die Frau alt für mich. Damals dachte ich: “Wahnsinn, die hat schon ein Viertel Jahrhundert am Buckel!” Und irgendwie sah ich auch sofort viele Falten in ihrem Gesicht.
Solche Sachen gingen mir in den letzten Tagen durch den Kopf. Brachten mich zum Lächeln. Und immer wieder landete ich bei mir und meinem halben Jahrhundert. Doch, doch, der 50er macht schon nachdenklich. Über die euphorisch tröstenden Zurufe nach dem Motto „Wirst sehen, es wird immer besser“ musste ich lächeln. Das würde ich mir wünschen, gar keine Frage.
Aber mich hat der 50er zuerst einmal nachdenklich gemacht. Mir wurde wieder bewusst, dass die Zeit immer knapper wird und mein Aufenthalt hier auf diesem Planeten begrenzt ist. Dass es irgendwann ein Ende gibt. Wobei ich mir gar nicht vorstellen kann, wie eine Welt sich weiter drehen kann, der ich nicht mehr angehöre. Ich werde irgendwann einfach nicht mehr da sein. Seltsam unwirklich, diese Vorstellung. Genauso wenig in den Kopf zu bekommen wie die Vorstellung, der Weltraum wäre unendlich.

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Das klingt vielleicht für manche jetzt nach Krise. Aber ich hab es nicht so erlebt.
Im Gegenteil, ich finde es gut, dass mich dieser runde Geburtstag etwas runter gebremst hat von meinen alltäglichen Wichtigkeiten.
Und dann gab es diese wichtige Aussage eines mir nahen Menschen: “Sei dankbar, dass du es bis hierher geschafft hast”. Ich musste zuerst schlucken. Dann tauchten Bilder auf von jenen Menschen in meinem Leben, die sich bereits verabschiedet haben.
Ja, ich bin dankbar dafür es bis hierher geschafft zu haben. Das auch noch bei Gesundheit und ohne existentiell bedrohlicher Lebenskrisen. Ich bin sehr, sehr dankbar.
Und ich freu mich auf die Zeit, die vor mir liegt. Keine Frage. Vielleicht haben diese Frauen, die meinten, dass alles noch besser wird, ja doch Recht und mir geht’s die nächsten 20 Jahre einfach nur wundervoll. Wer weiß. Ich wäre bereit dazu!
Ich hab mir zum Geburtstag übrigens Arbeit geschenkt und einen Blog eröffnet mit dem Namen VielFalten – fortgeschritten leben jenseits der 50. Dort möchte ich mich mit vielen Frauen und auch Männern austauschen über all die wunderbaren und weniger wunderbaren Themen, die einem so durch den Kopf gehen jenseits der 50. Vielleicht schauen Sie mal vorbei?
Sonja Schiff, MA ist Gerontologin und Altenpflegeexpertin. Sie berät Firmen und Pflegeeinrichtungen, hält Pensionsvorbereitungsseminare und bildet Wechseljahreberaterinnen aus. Mit ihrem 50. Geburtstag ist sie unter die BloggerInnen gegangen und hat den Blog Vielfalten eröffnet.
Weitere Infos zu Sonja Schiff finden Sie unter http://www.careconsulting.at und http://www.wechselrat.at
72 Stunden ohne Kompromiss
Gesellschaft, MiteinanderGemüse putzen für ein Festmahl
Es ist eine Erfolgsgeschichte, die jedes Jahr noch mehr junge Menschen begeistert: 72 Stunden ohne Kompromiss! Ein Projekt, das die Katholische Jugend begonnen hat und gemeinsam mit der Young Caritas und Radio Ö3 jedes Jahr im Oktober durchführt.
Allein in Salzburg sind über 800 Jugendliche im Einsatz, um sich ehrenamtlich für andere zu engagieren. Zwei Projekte habe ich mir heute angeschaut.
Geschafft! Die Fliesen sind herunten…
Auf den Feldern der Bauern bleibt immer wieder Gemüse zurück. Also ist ein Trupp Jugendlicher zu den Bauern gefahren und hat das geerntet. Im Jugendzentrum Yoco haben die Jungen und Mädchen dann daraus ein Festmahl gekocht, das sie heute Abend den Bettlerinnen und Bettlern gebracht haben. Im Seniorenheim der Caritas wird dringend ein Friseurzimmer gebraucht. Auch alte Menschen wollen natürlich in den Genuss eines Friseurbesuchs kommen, auch wenn sie nicht mehr so mobil sind. Also hat dort eine Gruppe von Mädchen einen Raum für die Profis vorbereitet, Wände niederreißen, Fliesen von der Wand schlagen und Leitungen freilegen.
Und ich habe die jungen Leute gefragt, was sie so antreibt da mit zu machen? Und eigentlich kam fast immer die gleiche Antwort: „Ich will helfen und mich engagieren für jene, die es nicht so leicht haben.“
Da sage noch mal einer unsere Jugend ist nicht interessiert, egoistisch und faul. Das Gegenteil ist der Fall! Und 72h ohne Kompromiss ermöglicht das Engagement und das Miteinander, um die Welt ein Stückchen besser zu machen- DANKE an alle jungen Menschen, die dabei sind!
Frankfurter Buchmesse: lesen bildet auch ohne Bücher
Kolumne, Neues vom LieblingsplanetenEin Beitrag von Alexandra Schmidt
In 11 Hallen mit zwei Ebenen und Verbindungsgängen schiebt sich die Menge durch. Wir waren mal bei den asiatischen Ständen. Dort haben wir zwar kein Wort verstanden, aber Luft geholt. Und wir haben gesehen, dass weltweit wirklich weltweit ist.
Die Stars bei der Arbeit waren das Interessanteste. Wir saßen vor dem „Blauen Sofa“ und bei 3sat, wir standen (gar nicht sooooo weit hinten) bei der ARD. Lutz Seiler kann nicht so gut reden wie er schreibt (er ist deutscher Buchpreisträger 2014). Andrea Sawatzki ist im Interview nicht so spannend wie als Schauspielerin. Horst Lichter hatte schon Schlaganfälle und als Junger zwei volle Jobs um zu überleben. Und jetzt „keine Zeit mehr für Arschlöcher und schlechte Laune“. Guter Vorsatz. Andrej Kurkow schreibt über die Maidan-Proteste: „Zuerst brachte ich die Kinder in die Schule, dann ging ich zur Revolution“. Ich liebe ihn jetzt noch mehr. Ernst Grandits (der Österreicher von 3sat kulturzeit) hatte zittrige Finger aber den besten Stil. Seine Schweizer Kollegin Andrea Meier lächelt IMMER – auch bei ernsten Fragen.
Sonst? Wer ständig wettert, dass „die Jugend“ nicht mehr liest: da waren hunderte Jugendliche im Kostüm ihrer Lieblings-Fantasy-Figur. Ich erkannte grad mal die Hogwarts-Schuluniform. Die Stadt? Sehr klasse. Dort gehen schon seit 25 Jahren Hochhäuser mit den Altbauten zusammen. Goethe ist dort geboren und Horkheimer und Adorno haben die “Frankfurter Schule“ begründet. Apfelwein ist DAS Stadtgetränk, wir haben uns aber auf den „richtigen“ deutschen Wein konzentriert – eindeutig besser.
Die Leute? Fast alle nett, wie Deutsche IN Deutschland meistens sind.
Oh ja, lesen bildet – sogar ohne ein einziges Buch! Das versichert euch
Eure Xela
Bunte Glasperlen
AllgemeinWas rät man also, noch dazu als Mutter zweier Töchter, den jungen Frauen ? Meine Mutter war berufstätig und schärfte mir ständig ein: “ Sei nie finanziell abhängig ! “ Sie bezahlte diese Belastung von Beruf und Hauhalt mit einem sehr frühen Tod, konnte sich aber davor ein Leben nach ihrer Facon leisten. Ich bekam nie mit, da mein Vater mitspielte, dass Frauen ständig um die Gleichwertigkeit kämpfen müssen bevor ich mit Ehe und Beruf begann. In diesen Jahren wurde mir jedoch vielmals in Erinnerung gerufen, was es heißt, körperlich unterlegen zu sein.Denn auf nichts anderem basiert ja die Mär von der Überlegenheit des Mannes. Meine beiden Töchter halten es unterschiedlich. Die eine ging in den Beruf und will darin bleiben, wenn auch nicht vollzeitbeschäftigt. Die andere verbringt die Kinderjahre zu Hause und will dann wieder einsteigen. Ich tendiere dazu ihnen doch in Hinblick auf die eigene Pension, die ich nun sehr wohl erhalte und die meine einzige Sicherheit darstellte, nahezulegen, ihre Jahre zu erfüllen, vor allem vor dem Hintergrund, dass nach zwanzig Jahren Kindererziehung noch viel Leben übrigbleibt, das ja auch geistig gefüllt gehört. Es geht ja auch darum, dass Frauen einen hohen Bildungsstand haben und diesen auch anwenden können sollen. Sonst wäre es sogar, allen Männern nahegelegt, volkswirtschaftlich eine Verschwendung, dieses Potential nicht zu nützen.
Bananen Schoko Guglhupf
Gruß aus der Küche, Lebenvon Sabine Walch
Zutaten für 16 Stück
200g Butter (und Fett für die Form)
1 Päckchen Vanillezucker
4 Eier
200g Mehl
100g Speisestärke
1 Päckchen Backpulver
300g Zartbitterschokolade
2 große reife Bananen
Zubereitung:
Ofen auf 175 Grad vorheizen, Form gründlich fetten. Der Teig ist sehr schwer, wer eine Silikonbackform (braucht nicht gefettet zu werden) verwendet muss damit rechnen, dass die Form etwas auseinander geht.
Mehl, Speisestärke und Backpulver mischen und unter den Teig ziehen. 100g Schokolade klein hacken und untermischen. Etwas Zitronenschale abreiben und ebenfalls untermischen. Die Bananen schälen und in kleine Würfel schneiden, sofort in etwas Zitronensaft wenden, ebenfalls unter den Teig mischen. Den Teig in die vorbereitete Form geben. Den Teig glatt streichen und ab in den Ofen von unten auf die zweite Schiene, für etwa 45 min. Die restliche Schokolade im Wasserbad schmelzen und über den Gugel träufeln.
Der Gugelhupf kann gut eingefroren werden und/ oder auch mit anderen Früchten gebacken werden, wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Rosinen.
Lasst euch den mal was anderen Gugelhupf schmecken!
Der Museumsbesuch und Kobane
Augenblicke, WeltQuelle: Salzburg Museum
Ich war im Salzburg Museum. Das ist noch keinen Blogbeitrag wert. Aber ich habe dort die Ausstellung Salzburg und der Erste Weltkrieg angesehen. Viele Informationen, viele Bilder, alles in schwarzweiß. Und plötzlich sehe ich mich vor dem Fernseher sitzen. Ich schaue Nachrichten. Sie zeigen Bilder aus Syrien, von der Stadt Kobane. Von Frauen, Männern, Kindern, die auf der türkischen Seite Zuflucht gefunden haben. Farbige Bilder.
Ich stehe im Museum und denke mir: Was hat sich geändert? 100 Jahre später immer noch Krieg. Leid. Tod. Mit einem Unterschied. Wir, die wir nicht im Krieg sind, schauen fast live zu beim Töten.
Und tun nichts.
In zwanzig oder dreißig Jahren wird auch der aktuelle Krieg seinen Platz in einem Museum finden. Es wird Gedenkveranstaltungen geben, wo jemand eine Rede hält. Dieser Jemand wird sagen, dass es keinen Krieg mehr geben darf. Krieg ist schrecklich. Und zeitgleich werden wieder irgendwo auf unserem Planeten Menschen im Krieg sterben.
Ich stehe im Museum und schäme mich.
Eine Frau von 50plus
Allgemein, Altern- Lust und Frust!, GesellschaftSonja Schiff
von Sonja Schiff Jetzt ist es also geschafft. Ich bin 50plus. Ein halbes Jahrhundert trage ich nun auf dem Buckel und in meinem Gesicht.
“Und, hattest eine Krise?” Das war die mir am häufigsten gestellte Frage der letzten 5 Tage. Manchmal trug die FragenstellerIn dabei einen ängstlichen Gesichtsausdruck und flehte fast um ein „Nein, nein, keine Krise“. Andere wieder zeigten ein spöttisches Lächeln bei der Frage. Und manche sahen mich sorgenvoll an, als würden sie meine Krise voraussetzen, als gehörte sich eine ausgewaschene Krise einfach für den 50. Geburtstag.
Hatte ich eine Krise? Ich würde es nicht als Krise bezeichnen. Krise klingt nach Weltuntergangsstimmung, nach Drama, Verzweiflung, Schmerz und Angst. Nein, so eine Krise hatte ich nicht.
ABER spurlos ging dieser Geburtstag nicht an mir vorüber. Der hat schon Gewicht! Ein halbes Jahrhundert lebe ich nun schon! Und die Hälfte ist mindestens vorbei. Das macht schon nachdenklich. Das wischt man nicht einfach vom Tisch. In mir tauchten Bilder auf von den Händen meiner Oma. Wie sehr hab ich als Kind diese Hände mit den ausgeprägten Venen, die man so toll hin und her schieben konnte, geliebt. Es waren für mich die Hände einer alten Frau. Meine Oma war damals ungefähr so alt wie ich heute.
Ich erinnerte mich dieser Tage auch an eine Situation als ich 19 war. Ich ging in die Krankenpflegeschule und eine Kollegin wurde 25. Was war die Frau alt für mich. Damals dachte ich: “Wahnsinn, die hat schon ein Viertel Jahrhundert am Buckel!” Und irgendwie sah ich auch sofort viele Falten in ihrem Gesicht.
Solche Sachen gingen mir in den letzten Tagen durch den Kopf. Brachten mich zum Lächeln. Und immer wieder landete ich bei mir und meinem halben Jahrhundert. Doch, doch, der 50er macht schon nachdenklich. Über die euphorisch tröstenden Zurufe nach dem Motto „Wirst sehen, es wird immer besser“ musste ich lächeln. Das würde ich mir wünschen, gar keine Frage.
Aber mich hat der 50er zuerst einmal nachdenklich gemacht. Mir wurde wieder bewusst, dass die Zeit immer knapper wird und mein Aufenthalt hier auf diesem Planeten begrenzt ist. Dass es irgendwann ein Ende gibt. Wobei ich mir gar nicht vorstellen kann, wie eine Welt sich weiter drehen kann, der ich nicht mehr angehöre. Ich werde irgendwann einfach nicht mehr da sein. Seltsam unwirklich, diese Vorstellung. Genauso wenig in den Kopf zu bekommen wie die Vorstellung, der Weltraum wäre unendlich.
Copyright Fotolia
Das klingt vielleicht für manche jetzt nach Krise. Aber ich hab es nicht so erlebt.
Im Gegenteil, ich finde es gut, dass mich dieser runde Geburtstag etwas runter gebremst hat von meinen alltäglichen Wichtigkeiten.
Und dann gab es diese wichtige Aussage eines mir nahen Menschen: “Sei dankbar, dass du es bis hierher geschafft hast”. Ich musste zuerst schlucken. Dann tauchten Bilder auf von jenen Menschen in meinem Leben, die sich bereits verabschiedet haben.
Und ich freu mich auf die Zeit, die vor mir liegt. Keine Frage. Vielleicht haben diese Frauen, die meinten, dass alles noch besser wird, ja doch Recht und mir geht’s die nächsten 20 Jahre einfach nur wundervoll. Wer weiß. Ich wäre bereit dazu!
Ich hab mir zum Geburtstag übrigens Arbeit geschenkt und einen Blog eröffnet mit dem Namen VielFalten – fortgeschritten leben jenseits der 50. Dort möchte ich mich mit vielen Frauen und auch Männern austauschen über all die wunderbaren und weniger wunderbaren Themen, die einem so durch den Kopf gehen jenseits der 50. Vielleicht schauen Sie mal vorbei?
Sonja Schiff, MA ist Gerontologin und Altenpflegeexpertin. Sie berät Firmen und Pflegeeinrichtungen, hält Pensionsvorbereitungsseminare und bildet Wechseljahreberaterinnen aus. Mit ihrem 50. Geburtstag ist sie unter die BloggerInnen gegangen und hat den Blog Vielfalten eröffnet.
Weitere Infos zu Sonja Schiff finden Sie unter http://www.careconsulting.at und http://www.wechselrat.at