Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

Es geht wieder los! Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste. Natürlich werde ich so wie vor einem Jahr wieder sehr bedauert, dass ich zu so vielen Weihnachtsfeiern gehen muss. Ich kann mich nur wiederholen – ich mag Weihnachtsfeiern.

Und heute gab es wieder so eine Weihnachtsfeier im Seniorenwohnhaus, die ich nicht missen möchte. Weil es da ein paar Minuten gab, wo dieser Weihnachtsfrieden zu spüren war. Am Ende des Programms und vor dem Buffet, ging das Licht aus. Die Kerzen am Tisch und am Weihnachtsbaum brannten. Eine Ruhe breitete sich aus, die ersten Takte erklangen. Eine nach dem anderen begann zu singen. Die Senioren und Seniorinnen, die Mitarbeiter, die Ehrenamtlichen und die Gäste von auswärts. Mit jeder Zeile wurden die Stimmen sicherer, die Emotion stärker und die Gesichter aller bekamen diesen Weihnachtsglanz. „Stille Nacht, Heilige Nacht“ gemeinsam gesungen berührt jeden und der Geist des Miteinanders war deutlich zu spüren. Darum mag ich Weihnachtsfeiern auch!

Mein Beitrag 2014

von Patrick Pfeifenberger

Mei was hab ich mich als kleiner Bub immer darauf gefreut – auf meinen Schokoadventkalender. Ein rechteckiger Karton mit einem wunderschönen, stimmungsvollen Bild der mich jeden Tag wissen ließ, dass der Heilige Abend ein (Schoko)Stückchen näher rückt. Irgendwann war bei mir die Zeit des Adventkalenders aber vorbei. So als halbstarker Teenager braucht man das nicht mehr. Bieradventkalender hat´s zu meiner Zeit ja noch nicht gegeben. Das wäre vielleicht eine Alternative gewesen. Wobei: bei diesen Preisen? Heute bin ich selber Vater und meine Frau und ich standen vor der durchaus schwierigen Frage welcher Adventkalender soll es denn für unsere Tochter sein? Etwa der von Playmobil mit den tollen Figuren? Aber da gäbe es ja auch einen von Lego mit noch tolleren Figuren. Oder den pädagogisch wertvollen mit 24 Lesegeschichten von Leo Lausemaus, oder… oder … oder… Eigentlich waren wir uns schnell einig – so etwas wird’s nicht werden.

Warum?

Weil es keinen Flair hatte. Weil wir nicht wollen, dass unsere Kinder einfach mit konsumpsychologisch optimierten Glücksbringern durch eine Zeit geführt werden, die eigentlich genau für das Gegenteil steht. Deshalb haben wir selber gebastelt. Haben uns eine Stunde Zeit genommen und wirklich kleine Geschenke in Seidenpapier eingewickelt, zugebunden, beschriftet und aufgehängt. Da hängt er nun unser selbstgebastelter Adventkalender. Und ich komme drauf, dass ich mir damit wohl selber das Flair des Advents zurückgeben wollte. Keine heroische Elterntat, sondern Selbstzweck?! Na und, uns gefällt´s. Hoffentlich auch unserer Tochter?!

Und vergesst nicht: Genießt die schönen Momente des Tages mit einem Lächeln!

Hier geht’s zum 1. Türchen

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Die Maus vor ihrem Bau

Ich gehe jeden Tag ganz bald in der Früh durch den Kurgarten Richtung Schloss Mirabell. Vor ein paar Wochen beim ersten Treffen, dachte ich noch, es wäre Zufall. Huscht doch ein Mäuschen über den Weg und kriecht unter die Wurzeln eines Gebüschs. Mei wie lieb hab ich mir gedacht. Zwei Tage später wieder die gleiche Situation. Ich stöckle den Weg entlang und husch läuft mir die Maus vor den Füßen Richtung Gebüsch. Ich lächle und freue mich sie wieder gesehen zu haben. Das geht jetzt seit Mitte Oktober so. Mindestens zwei Mal in der Woche begegnet mir die Maus. Eine Spitzmaus, wie ich glaube. Und Wikipedia weiß einiges über  sie. Denn sie ist keine richtige Maus, sondern Insektenfresserin. Sie ist nachtaktiv, also kann es sein, dass die Spitzmaus „nach Hause“ geht, wenn ich Richtung Arbeit unterwegs bin. Und ihr Herz schlägt bis zu 1200 Mal pro Minute – also 20 Mal in der Sekunde. Weil ihr Stoffwechsel so hoch ist brauchen sie ganz viel zu fressen, manche so viel Nahrung am Tag, wie ihr eigenes Körpergewicht ist. Da braucht sie viele Würmer!

Ich freue mich über meinen Weg zur Arbeit. Ich halte Ausschau nach der Maus und hoffe, dass sie mir noch oft begegnet.  Und euch wünsche ich auch so einen Moment am Weg zur Arbeit oder wenn ihr woanders hin unterwegs seid. Auch die Begegnung mit einer Maus kann den Tag schöner machen.

Und vergesst nicht: Genießt die schönen Momente des Tages mit einem Lächeln!

Liebe Leserinnen und Leser,

habt ihr im Supermarkt und im Internet schon die unzähligen Adventkalender gesehen? Die mit Schokolade sind schon etwas langweilig. Es muss der noch größere, schickere und verrücktere Adventkalender her. Koste es, was es wolle. So kann man derzeit um knapp 10 Euro einen riesigen Kalender erwerben, der mit 24 Teebeuteln bestückt ist. Wow! Um 20 Euro gibt es einen Kosmetik Adventkalender, wenn man aus dem Barbieadventkalender-Alter draußen ist und selbst Hand anlegen möchte. Für die Borrussia Fans gibt es auch einen, zumindest ist der mit Fair Trade Schoko gefüllt. Wer es prickelnder will ist beim Sex-Adventkalender bestens aufgehoben. ER öffnet die blauen, SIE die roten Türchen, die Werbung verspricht, dass die Vorweihnachtszeit noch nie so heiß war.

Wir haben uns gedacht, dass wir weder teure Teesäckchen noch heiße Geschichten verkaufen wollen. Wir möchten euch jeden Tag Zeit für einen Gedanken schenken. Einen Gedanken, der kein Geld verdienen will, der nicht verführen will, der auch nicht unbedingt schick sein muss. Wir wollen Gedankenzeit verschenken. Die berühren soll oder ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Die Mut schenkt und Vertrauen fördert. Die das Gute in den Mittelpunkt stellt. Eine Gedankenzeit, die EUCH Kraft schenkt und Freude bereitet.

Und genießt die schönen Momente des Tages mit einem Lächeln!

Schönen Advent wünschen euch

Die Autorinnen und Autoren von zartbitter

PS: Nicht vergessen ab 1. Dezember die Türe unseres zartbitter-Adventkalenders zu öffnen :)

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Beim Dengeln

Das Repair Cafe ist immer wieder für eine Überraschung gut. Nicht nur, was die Dinge betrifft, die zur Reparatur gebracht werden. Heute unter anderem ein Nachkriegsradio und eine Induktionsherdplatte. Es sind die Menschen, die sich hier ein Stell dich ein geben. Uns ist heute der Erik Schnaitl vom Verein Erdlinge untergekommen. Ende November ist nicht viel zu tun draußen und da hat er sich wohl gedacht: „Ich stell beim Repair Cafe meinen Verein vor und zeig dann auch gleich noch wie man richtig dengelt.“ Genau ihr habt richtig gehört: dengeln. Das Wort haben viele schon seit ihrer Kindheit auf dem Lande nicht mehr gehört und schon gar nicht aktiv gebraucht. Also Dengeln ist, wenn man die Sense schärft. Und der Erik ist so ein begeisterter „Sensenmann“, dass man glatt mit der Sense rausstürmen möchte, um Gras zu schneiden. Was Ende November definitiv nicht funktioniert. Also a2lässt man ihn weitererzählen. Er zeigt mittels Fingernageltest, ob die Sense scharf genug ist. Die besten Schnitter brauchen für 100 Quadratmeter nur etwas über 2 Minuten. Und wenn man sich die Sensen genau anschaut, sind da lauter Muster drinnen. Erik meint, das ist wichtig, damit ist die Sense stabiler. Zwei Firmen gibt es noch in Österreich, die diese Arbeitsgeräte herstellen. Und mit ihnen Gras zu schneiden ist nicht so einfach, obwohl es so aussieht, zumindest in den Heimatfilmen. Wer das lernen will ist bei den Erdlingen ganz richtig, denn hier kann man Kurse besuchen. Begeistert erzählt Erik davon wie schön es ist so aufrecht übers Feld zu gehen, das Gras dabei zu schneiden. Aber noch wichtiger ist der gemeinsame Anbau von Obst und Gemüse. In Liefering, in Aigen, Oberhofen, Oberndorf und Elsbethen. Es werden immer mehr Menschen, die miteinander ein Stück Land bestellen wollen: Pensionisten, Ex-Politikerinnen, Techniker, Lehrerinnen, Raumpfleger und Unimitarbeiterinnen, zwischen 25 und 70. Es ist die Freude das Erzeugen und Verbrauchen miteinander in Einklang zu bringen. Die Arbeit mit der Erde und den Pflanzen und die Freude über das Wachsen und die Ernte. Eriks Augen leuchten.

Und was ganz wichtiges für den Garten nächstes Jahr lernen wir auch noch von ihm. Den Grasschnitt soll man zwischen die Gemüsepflanzen ausbringen. Dann trocknet die Erde nicht so schnell aus, man braucht weniger Wasser und das Unkraut hat keine Chance. So haben es die Erdlinge im heißen Sommer 2015 geschafft auf ihrem Feld in Aigen ohne Wasser trotzdem eine gute Ernte einzubringen: Kohlrabi, Mangold und Salate.

Und wer jetzt Lust bekommen hat auch mitzumachen soll sich auf dieser Webpage mal umschauen oder ein kleines Gefällt mir in Facebook setzen.

Da stehen in der Wolf Dietrich Halle im Schloss Mirabell lauter Frauenfiguren. Blutrot. Neugierde. Man tritt näher an eine Figur heran, denn auf ihrer Brust steht etwas geschrieben: Maria T., 56 Jahre, 2 erwachsene Kinder (1 Sohn  und 1 Tochter). Maria T. wurde 2008 von ihrem Lebensgefährten erstochen.

Auf den anderen Figuren ähnliche Geschichten mit dem gleichen Ende:


Am Schluss ist die Frau immer tot. Von Anna über Maria bis zu Zahide. Sie sind alle tot. Alle Geschichten stehen in irgendeinem Medium, einer Zeitung, man hört davon im Radio. Die Frauen mit den österreichischen Namen sind oft Opfer einer Familientragödie. Die Frauen mit den ausländischen  Namen erliegen meist einem Ehrenmord. So steht es in den Medien, so wird es diskutiert.

Ich unterscheide nicht. Alle Frauen sind tot, getötet von ihren Ehemännern, Lebensgefährten, Geliebten und Brüdern. Sie sind Opfer von Gewalt. Und diese Gewalt hat für mich nur ein Mascherl: Sie ist erbärmlich, sie ist feige, sie tötet Frauen.

Die Frauenfiguren sind Teil der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, die jährlich von 25. November bis 10. Dezember in vielen Ländern Aufmerksamkeit erregt. Die Figuren erzählen kurze wahre Geschichten über Frauen in Österreich, die erstochen, erschlagen, erschossen oder erwürgt wurden. Alle tot. Eine stumme Mahnung nicht leise zu bleiben und Gewalt an Frauen zu bekämpfen, nicht wegzuschauen, wenn man davon erfährt. Und wenn man selbst betroffen ist Hilfe in Anspruch zu nehmen, sich nicht zu scheuen, jemanden von der Gewalt zu erzählen. Die Polizei einzuschalten und mit Hilfe einer Beratungseinrichtung ein gewaltfreies Leben zu beginnen.

Die Ausstellung ist noch bis 16. Dezember zu sehen.

Titelbild: Stadt Salzburg/Killer