Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

Die Gravitationswelle

Seit am 11. Februar die Öffentlichkeit über die Gravitationswellen informiert wurde geht mir einiges im Kopf herum. Einstein hat vor 100 Jahren von diesen Wellen gesprochen, jetzt gibt es den Beweis dafür, sie wurden erstmals gemessen. Was sich so leicht dahin schreibt ist eigentlich außerhalb jeder Vorstellungskraft. Zwei Schwarze Löcher sind vor 1,3 Milliarden Jahren zusammengestoßen und fusioniert. Diese „Erschütterung“ hat die Gravitationswellen ausgelöst, die jetzt gemessen wurden. Immer noch unvorstellbar, oder? Das Universum hat uns wieder mal gezeigt wie winzig wir sind. 1,3 Milliarden Jahre! Zwei Schwarze Löcher, das eine 29 und das andere 36 Sonnenmassen groß! Wahnsinn, oder?

Die Flüchtlingswelle

Wahnsinn oder, dass es angesichts der unvorstellbaren Größe des Universums noch immer Kriege gibt? Totschlagen, erschießen, sprengen, Macht ausüben, Geld verdienen, vergewaltigen, vergiften. Und dann kommt deswegen die Flüchtlingswelle. Jeden Tag ohne größeren Aufwand messbar. Jeden Tag tausende Menschen, die unterwegs sind. Jeden Tag ist es messbar, dass wir auf unserem minikleinen Planeten in kürzester Zeit nicht fähig sind miteinander friedlich zu leben. Wir haben nur den einen Planeten und wir schaffen es Gravitationswellen zu messen, die vor 1,3 Milliarden Jahren im unendlichen Universum entstanden sind und jetzt die Erde durchlaufen haben. Wow! Wir schaffen es auch alles dazu zu tun, Menschen zur Flucht zu bringen. Flüchtlingswellen in Gang zu setzen. Grrrr!

So nahe liegen Fähigkeit und Unfähigkeit des Menschen beieinander.

Die unvorstellbare Gravitationswelle und die reale traurige Flüchtlingswelle.

Wie sich singend neue Welten eröffnen

Kurz vor dem Auftritt beim Einsingen zum Fest der Vielfalt

Kurz vor dem Auftritt beim Einsingen zum Fest der Vielfalt

Es ist Dienstag, 10 Uhr im Seniorenwohnhaus Hellbrunn in Salzburg: Eine Gruppe von 82 bis 93 Jährigen versammelt sich im Festsaal de Hauses. Eilig stelle ich die Tische zusammen, schenke allen ein Glas Wasser ein und teile die Gesangsbücher „Die schönsten Lieder Österreichs“ aus. Heute ist wieder die wöchentliche Chorprobe. Ich bin wieder mal ein bisserl spät dran, aber sobald ich „meine“ Sänger und Sängerinnen sehe, ist jede Hektik verflogen. Nach der Begrüßung geht es gleich mit ein paar Klassikern los. Auch wenn die meisten mit ihren Rollatoren gekommen sind: „Das Wandern ist des Müller’s Lust“ ist einer der Topfavoriten in der Gesangsliste. Es macht auch nichts, dass der „Weg zu mein‘ Dirnderl“ steinig ist, wir haben dennoch einen richtigen Spaß beim Singen. Ein paar Witze lockern die Stimme noch mehr. Wir wissen, dass wir keine Goldkehlchen sind, aber unsere Begeisterung ist umso mehr spürbar. Der Name, den wir uns gegeben haben zeugt davon, dass wir uns selbst mit einem Augenzwinkern sehen: Die Rollatoren.

Dabei geht es nicht um Beschäftigungstherapie. Es ist neben der fröhlichen Gemeinschaft viel mehr: Im Singen geben wir unserer Seele Raum und drücken unsere Gefühle aus. Eine Bewohnerin sagt mir beim Abschied nach einer im Eiltempo verflogenen Stunde: „Beim Singen tut sich eine andere Welt in mir auf.“ Sie freut sich jetzt schon auf die kommende Woche. Das letzte Lied klingt noch nach in mir. Ich summe es und fühle mich einfach sehr gut.

Hier ein paar ein Eindrücke vom Fest der Vielfalt, wo wir zuletzt aufgetreten sind. Auch das war ein tolles Erlebnis…

 

Schönheit verfolgt uns tagtäglich oder besser gesagt vermeintliche Schönheit. Der wir nacheifern sollten. Sagt uns die Werbung. Das hieße wir sollten eigentlich alle gleich aussehen. Die gleichen glänzenden Kopfhaare, die Frauen rasierte glatte Beine, die Männer alle mit Bart. Die gleichen schönen Dinge sollten uns umgeben. Und wir müssen den gleichen Kaffeeduft und die gleiche Kreuzfahrt schön finden. Das ist die uniforme Schönheit, die uns nur unter Druck setzt und den Geldbeutel leert.

Aber können wir die andere Schönheit finden, die unserer Seele gut tut? Wie kann das gehen?

Schönheit löst ein inneres Gefühl des Glücks aus. Habt ihr schon einmal ein inneres Glück gespürt, wenn ihr auf ein Plakat für Haarshampoo geschaut habt? Wahrscheinlich wurden die wenigsten von euch von einem Glücksgefühl durchflutet.

In dieser Fastenwoche will mir jeden Tag an einem meiner Plätze der Ruhe Schönheit finden, die nicht auf einem Plakat ist. Vielleicht stelle ich mir ganz bald den Wecker. Denn die Vögel beginnen jetzt schon kurz vor Anbruch des Tages mit ihren Liedern. Ich öffne das Fenster, lege mich wieder ins warme Bett, schließe die Augen und höre zu. Welche Vogelstimmen gibt es draußen? Laute, zurückhaltende, aufgeregte, melodische? Ich weiß, dass es mir sicher ein a1Lächeln ins Gesicht zaubert in aller Herrgottsfrühe. An einem anderen Tag setze ich mich vor ein altes Gebäude. Ein richtig altes Gebäude. Wie ist es gebaut? Welche besonderen Fenster hat es? Gibt es Verzierungen, die mir bis dato noch nie aufgefallen sind? Was haben sich die Menschen damals gedacht, als sie es gebaut haben? Meine Augen gehen langsam über das ganze Gebäude. Ich genieße jede Ecke, jede Rundung.

Und an einem weiteren Tag setze ich mich in ein Kaffeehaus. Ich bestelle mir einen Kaffee und eine Torte. Ich genieße jeden Schluck Kaffee ganz bewusst, jedes Stückchen der Torte. Immer wieder schließe ich die Augen, höre auf den Lärm, das Geplauder der anderen Gäste, das Mahlen der Kaffeemühle. Ich rieche die Mehlspeisen.

Ein anderes Mal zieht es mich in den Park. Ich gehe ganz langsam über die Wiese und suche den Boden nach den ersten Blumen ab. Ist da ein Schneeglöckchen, ein Krokus? Oder gar schon das erste Gänseblümchen. Wenn ich sie entdecke, hocke ich mich hin, streiche mit den Fingern über die Blüten, das Gras daneben.

So einfach ist es Schönheit zu finden, die der Seele gut tut.

Warum Fasten für die Seele?

Wenn es um das Fasten geht, dann denkt man eigentlich sofort an den Körper. Auf was verzichtet man? Fleisch? Schokolade? Alkohol? Zigaretten?

Aber eigentlich soll das Fasten ja Geist und Seele reinigen. Wie hektisch und stressig ist doch oft unser Alltag. Wir ärgern uns. Über eine Arbeitskollegin. Den Buschauffeur, der einem vor der Nase weggefahren ist. Den jungen Mann, der sich an der Kassa schnell vordrängelt. Und über sich selbst, weil man wieder etwas nicht gesagt hat, was man eigentlich sagen wollte. Weil man zu langsam war, zu vergesslich, zu feige, zu bequem. Alles das frisst sich in unseren Geist, in unsere Seele.

Also sollten wir die Fastenzeit nutzen. Lassen wir die Körperkilos drauf. Aber entledigen wir uns von seelischer Last und tanken Ruhe, Gelassenheit, Schönheit, Vertrauen und Aufmerksamkeit.

Hier geht es zu Teil 1 – Plätze der Ruhe finden

Hier geht es zu Teil 2 – Gelassenheit oder mit sich selbst liebevoll sein

Leicht ist es jetzt nicht bunt zu sein. Manche Menschen haben Angst vor der Vielfalt, andere glauben, wenn alle gleich sind, dann ist wieder alles gut. Gut ist es, wenn die Menschen friedlich miteinander sind, Freude am Leben haben und sich nicht davor fürchten Menschen, die anders sind, zu begegnen. Sehr gut eignet sich dazu das Fest der Vielfalt der Stadt Salzburg. Völlig wurscht wie alt man ist, ob man gerade nach Salzburg gezogen ist oder blind ist. Alle feiern mit. Alle haben Platz und alle genießen das Miteinander. Staunende Kinderaugen gibt es beim Kasperl und beim Chor „Die Rollatoren“ vom Seniorenwohnhaus Hellbrunn. Beim Lied „Rote Lippen soll man küssen“ sagt neben mir ein Kind: „Schau wie lustig die Omas singen!“ Und die Erwachsenen applaudieren dem Kinderchor und der Gymnastiktruppe. Menschen mit Behinderung können einen Saal zum Swingen bringen, wenn sie so eine klasse Truppe sind wie „Stand up“.




Schön war es Freundinnen und Bekannte zu treffen. Schön war es in dieser guten Stimmung zu spüren, dass es zwischen Menschen keine Barrieren braucht. Schön war das vielfältige Miteinander!

Ich komme ins Seniorenwohnhaus Taxham in Salzburg. Schon an der Tür empfängt mich ein besonderer Geruch. Nach Spray. Nicht nach Haarspray sondern nach Farbspray. Und da sitzen schon die Damen beieinander. Alle zwischen 80 und 95 Jahren. Eine von ihnen hat auf ihrem Rollator Platz genommen, der vor einer Staffelei steht. Darauf eine Leinwand. Sie hält die Spraydose ganz fest in der Hand. Drückt drauf und lila Striche ziehen sich über das Weiß. Daneben steht Tami, Tamara Volgger, eine junge Graffitikünstlerin aus Salzburg. Sie braucht nicht viel zu helfen. Tami zeigt nur ein paar Tricks, wie es noch besser geht: „Halten Sie die Spraydose direkt an die Leinwand, dann drücken sie drauf. Das gibt einen klaren Strich. Wenn Sie die Dose weiter weg halten, dann wird der Strich breiter, franst aus.“ Die Dame ist sehr lernwillig, probiert beides aus.


Die anderen Frauen skizzieren derweil ihre Kunstwerke, die sie dann sprayen. „Ein anderes Gefühl ist das.“ .meint Frau K., die eine wunderbare Sonnenblume gestochen scharf gezeichnet hat. Gesprayt ist sie sehr impressionistisch. Flächiger, aber auch heller und fröhlicher. „Das hat mir jetzt Freude gemacht. Mit der Zeichnung war ich sehr gut vorbereitet und dann habe ich eine Überraschung erlebt. Es ist was Neues entstanden. Durch die große Leinwand, die Spraydose, die anderen Farben. Sehr schön finde ich.“, so Frau K.

Graffiti-Workshops haben normalerweise junge Leute als Zielgruppe. Hier sind es die Seniorinnen, die ihrer Phantasie freien Lauf lassen. „Aber eigentlich sind Junge und Alte ganz ähnlich beim Sprayen,“ erzählt Tami. „Zuerst ist da eine gewisse Scheu. Kann ich das? Patze ich eh nicht? Und dann geht der Knopf auf und es macht einfach einen großen Spaß. Den alten und den Jungen!.“

Im Frühjahr gibt es dann eine Vernissage mit den Künstlerinnen und ihren Werken im Seniorenwohnhaus Taxham. Ich freue mich drauf.

Fotos: Killer

Stress, Aufgeregtheit und Nervosität sind unsere ständigen Begleiter. Ein bisschen davon schadet ja nicht, aber wenn es zu viel wird, dann ist es nicht nur schlecht für unser körperliches Befinden. Es drückt auch auf die Seele. Und oft sind wir in stressigen Situationen und dann kommt noch eins oben drauf und wir sind auf 120!

Aber das muss nicht sein. Es hilft niemandem sich aufzuregen, ändert die Situation nicht zum Besseren und senkt auch nicht den eigenen Blutdruck. Zugegeben leicht ist es nicht gelassen zu  bleiben, wenn um einen rundherum alles laut, schnell und fordernd ist. Aber man kann das üben und nach einigen Tagen geht es schon ganz gut und man meistert stressige Situationen viel gelassener, mit innerer Ruhe.

Aber wie geht das?

a9Am besten fange ich damit an, mich einen Tag zu beobachten. Was sind die Situationen in denen ich mich aufrege? Wenn mir der Bus vor der Nase wegfährt? Der Vordermann bei Grün blinken nicht mehr über die Ampel fährt? Mein Kind schon wieder eine halbe Stunde zu spät kommt und nicht angerufen hat. Meine Arbeitskollegin mich wieder einspannt, weil SIE den Auftrag sonst nicht auf den letzten Drücker hinbekommt. Wenn ich ganz aufmerksam bin, merke ich, was sich über den Tag an aufgeregten Situationen ansammelt. Das kann nicht gut sein. Also beginne ich am zweiten Tag die Situationen bewusst gelassen anzugehen. Als erstes versuche ich Abstand zur Situation zu gewinnen. Betrifft es mich wirklich oder lasse ich mich gerade in die Situation hineinziehen. Wenn es mich nicht betrifft, atme ich ein paar Mal tief durch und verlasse die Situation. Entweder in dem ich von dem Ort weggehe oder meine Gedanken an einen meiner Plätze der Ruhe bringe. Distanz stärkt meine Gelassenheit. Oft passiert etwas, was mir im Augenblick als furchtbar vorkommt. Aber ich stelle mir ab jetzt die Frage: Wer weiß, wofür es gut ist? Es schaut heute nicht gut aus, aber vielleicht ist es der Anfang von etwas ganz Anderem, Schönem und ich kann es jetzt noch nicht erkennen. Ich folge ab jetzt dem weisen Rat: Abwarten und Tee trinken!

Sich selbst lieben!

a3Und etwas ist für meine Gelassenheit ganz wichtig. Ich muss mich selbst gern haben. Nicht mit Druck, Erwartungen und Kritik an mich selbst herangehen. Ich selbst bin der Schlüssel zur Gelassenheit. Ich muss den Blick liebevoll auf mich selbst richten. Ich nehme mich wie ich bin. Ich freue mich über mich selbst. Dann kann ich den Blick auch liebevoll auf Menschen und Situationen rund um mich richten. Dann kann ich mein Leben, DAS Leben lieben. Das macht mich gelassener und geduldiger mit mir und anderen. Und nur mehr wenig kann mich aus der Bahn werfen. Im Alltag, in der Familie, im Beruf und im Freundeskreis bin ich dann vielleicht ansteckend mit meiner neu gewonnenen Gelassenheit. Heut fange ich an!

Warum Fasten für die Seele?

Wenn es um das Fasten geht, dann denkt man eigentlich sofort an den Körper. Auf was verzichtet man? Fleisch? Schokolade? Alkohol? Zigaretten?

Aber eigentlich soll das Fasten ja Geist und Seele reinigen. Wie hektisch und stressig ist doch oft unser Alltag. Wir ärgern uns. Über eine Arbeitskollegin. Den Buschauffeur, der einem vor der Nase weggefahren ist. Den jungen Mann, der sich an der Kassa schnell vordrängelt. Und über sich selbst, weil man wieder etwas nicht gesagt hat, was man eigentlich sagen wollte. Weil man zu langsam war, zu vergesslich, zu feige, zu bequem. Alles das frisst sich in unseren Geist, in unsere Seele.

Also sollten wir die Fastenzeit nutzen. Lassen wir die Körperkilos drauf. Aber entledigen wir uns von seelischer Last und tanken Ruhe, Gelassenheit, Schönheit, Vertrauen und Aufmerksamkeit.

Hier geht es zu Teil 1: Plätze der Ruhe finden