Es kann oft so einfach sein! Asylwerber aus Afghanistan haben im Salzburger Lehener Park eine neue Sportart kennen gelernt:  Asphaltstockschießen.  Erstens  eine recht einfache Form der Teilhabe, wie Flüchtlinge leicht mit Einheimischen in Kontakt kommen können. Und zweitens geht es der Stadt Salzburg und dem Jugendbüro darum, mehr Leben in den Lehener Park zu bringen.  Das Ergebnis:  Die Flüchtlinge haben sich dabei sehr geschickt angestellt – und sich dabei mit Österreichern angefreundet, die bisher nur wenig Kontakt mit Asylwerbern zu tun hatten. Fazit: Es geht!

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Asphaltstockschießen im Lehener Park

Sport verbindet, und das bezieht sich nicht nur auf Fußball. In Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro der Stadt Salzburg waren Asylwerber eingeladen, die Asphaltbahn im Lehener Park auszuprobieren. Zudem haben die Salzburg Ducks zum American Football eingeladen, Flagfootball auszuprobieren, Ball werfen im Park.

Talente aus Afghanistan

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Zwar konnten die Afghanen das „Blattlschiessen“ nicht wirklich aussprechen, aber dass man ähnliches auch in Asien kennt, war sofort zu erkennen:  Die meisten haben auch mit dem ungewohnten Sportgerät sofort einen Volltreffer nach dem anderen erzielt. Der Sieger, Mohammed, schreibt 97 von 100 Punkten an, eine mehr als bemerkenswert präzise Arbeit für einen Anfänger. Gleich sieben Mal hat er aus 10 Metern Entfernung die rot markierte Mitte, den Zehner, getroffen, nur drei Mal eine Handbreit daneben. Fast ebenso viele Punkte erzielen der Zweit- und der Drittplatzierte, Subhani und Nemat, mit 95 bzw. 94 Punkten. – Ein großes Dankeschön geht dabei an den Gastgeber und Obmann des Landesverbandes der Asphaltschützen, Herr Jakob Eng, der offenbar auch ein ausgezeichneter Techniktrainer ist. Und was auch aufgefallen ist: ALLE teilnehmenden Afghanen verstehen schon Salzburger Dialekt und konnten der Einschulung, die jeden Deutschen Touristen eher überfordert hätte, problemlos folgen.

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Obmann Eng mit Sieger Mohammed

Dass es eine Distanz gibt, war nur anfangs zu spüren, sagt der Präsident des Vereins Sport spricht alle Sprachen, Erwin Himmelbauer. „Eine österreichische Dame hat am Anfang durchblicken lassen, dass sie „die nicht kennt“. Aber dann hat sich etwas sehr Erfreuliches ereignet: Eine Dame aus der Runde der Asphaltstockfreunde, sie hat sich als Frau Tilka vorgestellt, hat aus ihrem eigenen Leben erzählt: Dass sie selber vor 50 Jahren aus Slowenien nach Österreich gekommen ist, anfangs noch ohne die Sprache zu können, und dass sie sehr froh ist, dass sie damals freundlich aufgenommen wurde. – Und dann hat sie „den Buben, denen nach dem Wettkampf bestimmt heiß ist‘ eine Runde Getränke ausgegeben. Und das hat Eindruck und ein Hurra hinterlassen! Für fast alle afghanischen „Buben“ war es ja das erste Mal, dass sie in Österreich auf eine Runde, also aufs mit dabei sein, eingeladen wurden. Und schon wurden Hände geschüttelt und gemeinsame Fotos gemacht!  Danke! Es geht!

 

Ein Grüß Gott als Basis für ein Miteinander

Und dass mit dem Reden die Leute zusammen kommen, das zeigt auch das nächste Beispiel:
Eine Stocksportlerin, Frau Irene aus Wals, hat eine Anregung, wie das Zusammenleben auf recht einfache Weise verbessert werden kann. Ihrer Meinung nach würden sich die Leute in kleineren Ortschaften halt erwarten, dass die Asylwerber, wenn man ihnen auf der Straße begegnet,  grüßen. Einfach nur grüßen. Denn, wenn sie das nicht tun, werden sie eben im Ort als Fremde empfunden. – Etwas zum Nachdenken. Vermutlich ist da was Wahres dran, oder….? Nur eine Kleinigkeit, aber…“

Für Interessenten: Nächster Action-Tag im Lehener Park: 27. August. Mitmachen ist gratis.

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