Frauenmantel für Frauenleiden

Seit heuer ist ein Frauenmantel im Garten. Wie der Name schon sagt empfiehlt die Volksmedizin diese Pflanzen für sämtliche Frauenleiden. Also von muttermilchfördernd bis zu Wechseljahrbeschwerden. Mich fasziniert allerdings weniger die Heilwirkung als die Geschichten rund um diese Pflanze. Der Frauenmantel macht etwas ganz besonderes. Er gibt Wasser ab. Das nennt man in der Biologie „Guttation“. Also kann man sagen, dass der Frauenmantel schwitzt. An den Blatträndern sind kleine Tröpfchen und in der Blattmitte sammelt sich das ausgeschwitzte Wasser.

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An den Blatträndern des Frauenmantel sammeln sich die winzigen Tröpfchen

Mit dem Frauenmantel wieder Jungfrau werden

Das ist wunderschön anzusehen. Kein Wunder, dass der Frauenmantel deswegen schon vor Jahrhunderten als besondere Pflanze gesehen wurde. Schon die Alchemisten des Mittelalters sammelten die Tropfen aus den Blättern und hofften damit Gold herstellen zu können. In manchen Gegenden hofften Frauen, dass sie durch den Genuss des Frauenmantelwassers wieder zu Jungfrauen würden. Andere wuschen sich ihr Gesicht damit, um eine jüngere Haut zu bekommen, das Botox des Mittelalters sozusagen. In Büscheln oder Kränzen am Haus angebracht soll es vor Blitzeinschlägen schützen. Neben dem Eisenkraut und dem Mönchspfeffer wird der  Frauenmantel auch heute noch empfohlen, um den weiblichen Hormonhaushalt anzuregen und schneller schwanger zu werden.

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Der Frauenmantel „schwitzt“ Wasser

Mich erfreut der Frauenmantel einfach durch seine besondere Schönheit. Die fächerartigen Blätter und die kleinen gelben Blüten lassen mich jedes Mal lächeln, wenn ich an ihm vorbeigehe. Und manchmal tauche ich einen Finger in den großen Wassertropfen im Blatt und denke an die vielen Menschen, die das auch schon getan haben und oft eine große Hoffnung damit verbunden haben, ob auf ein Kind, die Jungfräulichkeit oder die ewige Jugend.

 

 

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