fbEs ist gerade das dreitägige Opferfest, das für Muslime eine hohe Bedeutung hat. Gestern wurde ich wieder mal gefragt, warum ich über facebook Glückwünsche zu einem religiösen Feiertag poste. Meine Antwort auf diese Frage ist ganz einfach. Ich freue mich mit und für andere, wenn sie einen Festtag begehen, einen religiösen oder weltlichen. Und facebook ist eine von vielen Möglichkeiten jemandem etwas zu wünschen.

 

Ich erinnere mich gerne an meine Zeit als Deutschlehrerin zurück. Viele Schülerinnen haben mir zu Weihnachten eine Karte geschrieben, mir Schokolade geschenkt. Viele dieser Schülerinnen waren keine Christinnen, sondern Musliminnen, Jüdinnen, Buddhistinnen und Hinduistinnen. Auch Frauen ohne religiöses Bekenntnis waren darunter. Es war selbstverständlich für sie mir Gutes zu meinem religiösen Feiertag zu wünschen. Warum soll ich nicht das Gleiche tun?  Sich für den anderen zu interessieren und seine Festtage zu respektieren ist Teil eines guten Miteinanders. Oder etwa nicht?

handSeit vielen Jahren haben wir hier in Salzburg ein gutes Miteinander der Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Aber jetzt beobachte ich die Zunahme von Misstrauen gegenüber Menschen, die muslimischen Glaubens sind. Das gefällt mir gar nicht. Es hat wohl damit zu tun, dass die große Weltpolitik auch nicht vor uns halt macht. Tägliche Berichte über schauerhafte Gräueltaten der Terrororganisation IS sind in unseren Wohnzimmern. Dazu kommen die Salafisten, eine Splittergruppe, die aber zunehmend öffentlich agiert. Mit skurrilen You Tube Videos und in persönlichen Gesprächen versuchen diese Menschen besonders Jugendliche von ihren Ansichten zu überzeugen. Das gelingt ihnen in einigen Fällen, auch in Salzburg. Hier sind wir aufgerufen hinzusehen und junge Menschen davor zu bewahren, sich zu radikalisieren. Aber es muss auch klar gesagt sein, dass ein Generalverdacht gegen alle muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger genau diesen radikalen Splittergruppen in die Hände spielt. Diese wollen kein Miteinander, sie wollen kein respektvolles Zusammenleben, sie wollen Misstrauen statt Vertrauen. Lassen wir uns nicht auseinander bringen. Zeigen wir jenen, die die Gesellschaft spalten wollen, dass nur der Weg des Miteinanders, des Respekts und des Vertrauens eine Zukunft hat.

Wenn ich auf Urlaub fahren möchte und mir Übernachtungsmöglichkeiten suche, frage ich standardmäßig die Barrierefreiheit ab. Und da gibt es fast jedes Mal die Überzeugung seitens der Vermieterinnen, dass eine Rampe Barrierefreiheit bedeutet: „Ja, wir haben eine Rampe ins Haus“, ist die meist verwendete Standardantwort.

Frage ich dann näher nach, erweist sich das restliche Haus meist nicht barrierefrei. Sei es, dass das Badezimmer zu klein und auch noch eine schmale 70er-Tür hat oder dass der Frühstücksraum nur über Stufen erreichbar ist. „Wie helfen ja eh“, heißt es dann, wenn ich sage, dass das mit Rollstuhl nicht möglich sei. Wobei helfen sie mir? Beim Duschen oder beim Essen? Unterstützung schön und gut, aber ich würde gerne selbst entscheiden, wann ich was und wie und vor allem mit wem machen möchte.

Gerne wird vergessen, dass Rollstuhlnutzerinnen nicht nur bis ins Zimmer kommen möchten, sondern wie jeder Mensch auch noch andere Bedürfnisse haben. Neben dem WC muss genug Platz zum Anfahren mit dem Rollstuhl und Umsitzen sein. Die Dusche muss bodeneben einfahrbar und mit einer Sitzmöglichkeit, sowie Griffen und Armaturen in Sitzgreifhöhe ausgestattet sein. Das Waschbecken muss unterfahrbar und der Spiegel aus der sitzenden Position einsehbar sein. Vor dem Bett wird genug Platz zum Zufahren mit dem Rollstuhl benötigt.DSC05617

Doch zur Barrierefreiheit zählen noch ganz andere Dinge. Menschen mit Hörbehinderungen benötigen mindestens im Rezeptionsbereich eine Induktionsanlage. Ebenso sollten für das Zimmer ein Rüttelkissen (zum Aufwecken) und eine Blitzlichtanlage als Alarm vorhanden sein. Blinde oder sehbehinderte Menschen benötigen Leitsysteme durchs Haus und profitieren von einer kontrastreichen und nicht spiegelnden Umgebung. Ist ein Aufzug im Haus, muss er mit einer Sprachausgabe ausgestattet sein.

Alle diese Dinge regeln diverse ÖNORMEN mit ihren vorgegebenen Normmaßen ganz genau. Aber das ist eine andere Geschichte.

DSC06480Und so lange umfassende Barrierefreiheit nicht wie selbstverständlich überall angeboten wird, muss es auch Infomaterial über barrierefreie Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung geben. Jede Zimmeranbieterin möchte doch, dass sich ihre Gäste wohlfühlen und im besten Fall gerne wiederkommen.

Leider zeigt die Praxis, dass nur wenige Verantwortliche in der Tourismusbranche bis dato das Potenzial von Barrierefreiheit erkannt haben. Und so ist es für die meisten Menschen mit Behinderung, und auch für mich, äußerst mühsam und zeitaufwändig einen Urlaub zu organisieren.

 

Hinweis: Der Beitrag wurde der Lesbarkeit wegen bewusst in der weiblichen Form verfasst, da diese die männliche automatisch mit einschließt.

Der Nahostkonflikt flammt immer wieder auf und für viele erschliesst sich diese lang andauernde Entwicklung nicht mehr im Ganzen. Dieses Video erklärt die Hintergründe kurz und bündig:

Video von explain-it.tv

krieg 2Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir fällt es immer schwerer Nachrichten zu sehen und zu lesen. Mir scheint, dass monatlich eine neue Weltregion dazu kommt, die im Krieg versinkt. Die Bilder gleichen sich immer mehr. Junge Männer mit Waffen in der Hand. Explosionen und zerstörte Gebäude. Frauen und besonders Kinder mit vor Angst geweiteten Augen oder mit einem abgestumpften toten Blick. Menschen auf der Flucht oder Tote, die auf den Straßen liegen. Gewalt, Gewalt, Gewalt. Im Irak töten Muslime Muslime, Christen und Jesiden. In Israel und Gaza vernichten sich Juden, Muslime und Christen. In der Ukraine passiert der Wahnsinn zwischen prorussischen und ukrainischen Christen. In Syrien, in Nigeria, in Afghanistan, in Pakistan, in Somalia, im Kongo und so weiter und so fort – Menschen töten Menschen, so berichten es die Medien tagtäglich.

krieg 1Ian Morris meint in seinem Buch „Krieg- Wozu er gut ist“, dass Krieg zu Fortschritten führt, zu mehr Menschenrechten, zu Demokratie. Dem kann ich nicht zustimmen. Wie soll Gewalt zu Gewaltfreiheit führen? Viele Kriege und Konflikte entstehen ja nicht aus dem Frieden heraus sondern aus Situationen, in denen Menschen unter Gewalt und Unterdrückung leiden. Oder wenige  wollen Macht haben über viele und über Ressourcen. Nicht eine religiöse Überzeugung oder eine politische Haltung machen aus Menschen Mörder, das ist nur eine schnelle oberflächliche Erklärung, um Menschen dazu zu bringen über andere herzufallen. Die, die den Krieg antreiben wollen Macht, die sie sich mit Gewalt holen.

 

Mut zum Frieden, das sollen wir uns wünschen. Denn Mut zum Frieden heißt nicht draufschlagen, töten und vergewaltigen. Mut zum Frieden heißt respektvoller Umgang, miteinander reden und zu einer gemeinsamen Lösung kommen. Das ist anstrengend, kostet Zeit, aber tötet nicht und bringt auch kein Leid über die Millionen Unschuldigen.

Ich wünsche mir Nachrichten, die über  mutige Männer und Frauen berichten, die sich für den Frieden einsetzen. Das bleibt wahrscheinlich ein naiver Wunsch.