Samstag früh. Herrliches Wetter. Ich treffe mich mit Bernhard Nisslmüller, Bewirtschafter beim Fischerei Verein Salzburg. Ich darf mit zum Fischen an die Salzach und Bernhard dabei Löcher in den Bauch fragen. Und das habe ich alles erfahren und erlebt:
Die Salzach und ihre Tiere

Beim Fischen in der Salzach
Wenn man in Salzburg lebt, dann gehört die Salzach zum Stadtbild dazu. Vor 30 Jahren noch ein schmutziger Fluss, ist die Salzach heute Lebensraum von vielen Tieren. Bernhard erzählt von der Vielfalt in der Salzach. Es gibt Forellen, Äschen, Huchen und sogar wieder Nasen. Nasen waren ganz früher häufig vorkommende Fische, nun sind sie auf der roten Liste gefährdeter Tiere. Jetzt kommen sie langsam wieder zurück. Durch die Flussregulierungen und die Wasserkraftwerke haben es die Fische heutzutage schwerer. Es fehlen oft Seitenarme oder zufließende Bäche in die sich die Fische zum Laichen zurückziehen können. Darum müssen mehrmals im Jahr die Fische in die Salzach eingesetzt werden. Bernhard ist Fliegenfischer. Nur ein paar Dutzend Fische holt er im Jahr aus dem Fluss. Die anderen kommen wieder zurück ins Wasser. Nicht nur zur Freude der Fische sondern auch einiger Vogelarten, die an der Salzach siedeln. Die ganze Zeit ist in etwa 100 Meter Entfernung ein Gänsesäger, der immer wieder ins Wasser abtaucht. 30 Deka Fisch braucht der Vogel täglich weiß Bernhard. Ein bisschen mehr brauchen Fischreiher und Kormorane. Viele Fische, die
von den Vereinen in die Salzach eingesetzt werden landen im Magen der Vögel. Das ärgert Bernhard und seine Kollegen, denn sie wollen, dass der Tierschutz nicht über der Wasseroberfläche aufhört, sondern auch für die Tiere unter Wasser gilt. Es bräuchte mehr Regulation bei den Vögeln, damit die Fische auch eine gute Chance haben. Auch der Fischotter ist sehr gefräßig. Da kann es schon vorkommen, dass ein Bach, in dem Fische heranwachsen, innerhalb kürzester Zeit leergefressen ist. Bernhard hatte auch schon eine Begegnung mit einem Biber. „Der verteidigt sein Revier. Damals ist der Biber direkt auf mich zu geschwommen und hat mit seinem platten Schwanz auf die Wasseroberfläche geschlagen. Da erschreckst du schon. Er hat wieder abgedreht. Aber mir war klar, ich bin grad in seinem Revier unterwegs und er findet das nicht so gut.“ Aber nicht nur große Tiere gibt es zu entdecken in und an der Salzach. Bernhard zeigt mir unter den Steinen die vielen verschiedenen kleinen Wasserbewohner und Larven. Eine interessante Entdeckung für mich. Leider gibt es immer mehr Sand im Fluss, das macht es den kleinen Lebewesen schwer.
Wer ist Bernhard?
Wenn man ihn so in aller Ruhe in der Salzach stehen sieht, kann man sich seine rasante Vergangenheit so gar nicht vorstellen. Nachdem er Offsetdrucker gelernt hatte, zog es ihn zum Rennsport.

Auf seiner Maschine (Foto privat)
Als Amateurfahrer war er auf vielen Pisten unterwegs. Zuverlässig fuhr er all die Jahre immer wieder aufs Podest und er feierte auch Siege im Supermoto. Sein Geld verdient er bei Zweirad Hauthaler. Aber sein Hobby ist jetzt das Fischen, seit 2009 steht er so oft es geht in der Salzach. Geduldig, stundenlang, genießt die Natur und die Ruhe. Das Fischen hat er von seinem Vater Manfred, einem sehr bekannten Schmuckkünstler.

Bernhard in der Sendung: Das kleine Haus (Foto privat)
Die Vielfalt in Bernhards Leben kommt wohl aus der Familie.
Seine Mutter Lieselotte Plauensteiner ist gelernte Edelsteinfasserin, allerdings uns Kindern der 1960er und 1970er Jahre bekannt aus das Kleine Haus und Am Dam Des.
Ein Fisch beißt an
Bernhard erzählt und erzählt. Und mit großer Ruhe wirft er immer wieder die Angelschnur aus, holt sie ein, wirft sie wieder aus. Manchmal sagt er: „Hast du es gesehen? Da hat sich ein Fisch interessiert, ist aber wieder weg.“ Ich sehe nichts. Bis nach über eineinhalb Stunden richtig Bewegung in Bernhard kommt. Es hat tatsächlich ein Fisch den Köder geschluckt.
Schon aus großer Entfernung sieht er, dass es eine Regenbogenforelle ist. Er holt den Kescher raus und schon zappelt der Fisch im Netz. Er kommt zu mir ans Ufer, zeigt mir den Fisch. Die Forelle hat viele Egel oben. Das ist normal meint Bernhard. Die Egel soll man nicht runter tun, sonst bleiben auf der Fischhaut offene Stellen zurück, die sich entzünden können. Zufrieden betrachtet er nochmal die Regenbogenforelle, meint mit Kennerblick, dass sie „circa“ 38 Zentimeter lang ist und entlässt sie dann wieder in die Salzach. Er geht zurück in den Fluss, wirft wieder die Angelschnur aus, wartet, wirft wieder aus. Bis der nächste Fisch anbeißt, vielleicht eine Äsche? Und der Gänsesäger schaut auch zu.

















Angela: Der Besuch dort war sehr spannend und wir konnten sehr viele Anregungen für unser Projekt „Menschenrechtsschule“ mit nach Hause nehmen. Ich muss schon sagen, die Deutschen haben uns in Punkto Vernetzung einiges voraus. Die Grundschule Kleine Kielstraße liegt in einem Stadtteil mit erhöhtem Erneuerungsbedarf (so nennt man soziale Brennpunkte hier) und ist Teil des Netzwerks IN Familie. Unter dem Motto „Kein Kind zurücklassen“ hat es sich das Netzwerk zur Aufgabe gemacht, Kindern angemessene Startchancen in Schule und Beruf zu ermöglichen, sowie so früh als möglich passgenaue Angebote zur Unterstützung bis hin zur Präventionsarbeitsketten zu leisten. Diese frühen Hilfestellungen beginnen schon mit dem Willkommensbesuch. Jede Familie bekommt drei Monate nach der Geburt ihres Babys einen Willkommensbesuch, wo eine Beratung über Unterstützungsangebote, Kurse, Krabbelgruppen, sowie altersgerechte Hinweise zu Entwicklungs-, Ernährungs-, und Bildungsfragen. Die Willkommensbesucher müssen oft sehr hartnäckig sein und versuchen ihr Glück, bis sie die Familie antreffen…
besuchen und unterstützen. Unter anderem wurden für diese Besuche eigene dicke Büroordner angefertigt, um den Eltern das Ordnen und Aufbewahren von wichtigen Dokumenten rund um ihr Kind zu erleichtern und zudem in diesem Ordner auch schon wichtige Infos über verschiedene Bereiche rund ums Baby einzupacken. Auch die wichtigsten Kinderrechte sind hier vereinfacht und gut verständlich aufgelistet!
sondern auch, dass sich die Schule aktiv im Sozialraum einbringt. So sind ein Elterncafe, ein Baby-Eltern-Treff und eine Nähstube direkt in der Schule. Schulsozialarbeiter sind Initiatoren verschiedener Aktivitäten in der Schule, machen den Elternbeirat und sind das Bindeglied beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Auch die offene Ganztagsschule ist ein wichtiger Teil des niederschwelligen Zugangs für die frühe Förderung der Kinder. Es wäre sehr wünschenswert, wenn es in Salzburg, gerade in Brennpunktstadtteilen (oder wie die Deutschen sagen: „Stadtteilen mit erhöhten Erneuerungsbedarf“ ;), auch so ein gut funktionierendes und in sich greifenden Netzwerk geben würde. Es gibt die meisten dieser wertvollen Einrichtungen auch bei uns, nur die „Zahnradvernetzung“ greift leider kaum bis gar nicht. Schulen haben oft keinen Kontakt zu Kindergärten, Kindergärten keinen Kontakt zu Krabbelstuben usw. Diese Vernetzung wäre aber so sinnvoll für Kind und Familien!


