Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

Liebe Leserinnen und Leser von Zartbitter!

DenkmalDas Euthanasie-Denkmal im Kurgarten neben dem Schloss Mirabell ist zerstört. Kaputtgeschlagen. Von Unbekannten. Es ist ein Anschlag auf das Erinnern an die schrecklichste Zeit in Europa, in Österreich, in Salzburg. Wenn versucht wird das Erinnern an die Mordopfer der Nazi-Diktatur zu zerstören, sind wir aufgerufen das Erinnern am Leben zu halten, ja es noch zu stärken.

Das Denkmal soll so rasch wie möglich wieder aufgebaut werden. Bis dahin steht es verhüllt im Kurgarten. Jeden Tag gehen unzählige Menschen daran vorbei. Wie schnell gewöhnt man sich an den Anblick des verhüllten Denkmals. Setzen wir ein Zeichen und legen wir eine Blume, eine Kerze, ein Erinnerungsbild, einen Brief zum Denkmal. Wenn wir vorbeigehen. Damit die Erinnerung sichtbar fortgesetzt wird.

Setzen wir ein Zeichen gegen die Zerstörung des Erinnerns!

Die Autorinnen und Autoren von Zartbitter

Nein, das ist jetzt kein Beitrag über das berühmte Buch „1984“ von George Orwell. Das ist millionenfach besprochen worden. Da geht es um ein anderes 1984. Aber der Reihe nach.

fp3Da bin ich also in der Mittagspause auf der Schranne und kann natürlich nicht widerstehen bei meiner Lieblingsgärtnerin ein paar Kräuter und Blumen zu kaufen. Die Töpfchen wickelt sie in Zeitungspapier. Am Abend packe ich die Töpfe aus. Hmmm das Zeitungspapier fühlt sich aber komisch an. Ich schaue genauer hin und kann es erst gar nicht glauben, was ich sehe. Die Pflanzen waren in eine Ausgabe der „Salzburger Nachrichten“ vom 8. Juni 1984 gewickelt! Eine 30 Jahre alte Zeitung. Und was sehe ich da neben Meldungen über die Goldegger Dialoge, die Herausforderungen der Pubertät und dem Plan auf dem Gelände der Riedenburgkaserne die Finanzlandesdirektion zu errichten? Das Fernsehprogramm. Ja, das waren noch Zeiten, als man in Salzburg und Teilen Oberösterreichs nur 5 Sender empfangen konnte. FS 1, FS 2, ARD, ZDF und BR3.

fp2Und welche Sendungen finde ich da? Am dam des! Und das Betthupferl und Panoptikum und Bonanza! Und keine Rede von einem 24 Stundenprogramm. FS1 lief von 9.00 bis 23.30 Uhr und FS2 reichte es von 15.00 bis 23.55 Uhr. Man stelle sich das mal vor. Keine 24 Stunden Berieselung von gefühlt über 100 Sendern. Und ich kann mich jetzt wieder erinnern, damals 1984 hatten wir noch einen Schwarz-Weiß Fernseher und die Höhepunkte waren „Ein Colt für alle Fälle“, „Raumschiff Enterprise“ und irgendeine Serie über einen englischen Tierarzt. Kein Wunder, dass wir wenig Zeit vor dem Fernseher verbrachten. Und wir gehörten zu den „Glücklichen“ in Österreich, da wir an der Grenze zu Deutschland wohnten und so in den Genuss dreier deutscher Sender kamen, was für eine Auswahl im Gegensatz zum restlichen Österreich!

 

Morgen muss ich meiner Lieblingsgärtnerin auf der Schranne danken für diese schöne Reise in die Vergangenheit.

Ein Bischof trägt die Hoffnung Amazoniens

Bildnachweis: Count Down am Xingu, Martin Keßler

Bildnachweis: Count Down am Xingu, Martin Keßler

Indigene aus Amazonien errichten eine Straßensperre an der Zufahrt zur Riesenbaustelle am Fluss Xingu. In den rötlich-schwarz bemalten Gesichtern spiegelt sich die Wut über nicht eingehaltene Versprechungen. Mitten unter ihnen der Vorarlberger Bischof Erwin Kräutler. Denn am drittgrößten Staudamm der Erde – Belo Monte – wird unaufhörlich weitergebaut.

Ich erinnere mich noch gut, als dieser Mann in den 80iger Jahren unsere Jugendgruppe besuchte. Schon damals sprach er klare Worte, die uns bewegten. Noch heute steht er auf und spricht wiederholt die Menschenrechtsverletzungen an. Er kämpft um seine Mitwelt und meint damit die Menschen und die Umwelt. Reichtum bedeutet für ihn Artenvielfalt, nicht Gewinnmaximierung für wenige brasilianische und europäische Großkonzerne.

Der „Krieger des Lichts“ denkt bei seinen Entscheidungen an die fünfte Generation nach ihm und handelt danach, schreibt der brasilianische Bestsellerautor Coelho. Bischof Erwin kämpft mit den gewaltfreien Waffen der klaren Worte, der Wahrheit und der Hoffnung. – Und ich? Wofür und für wen kämpfe ich?

 

Weitere Infos:

Vierteilige Doku über den Baufortschritt Belo Montes von Martin Keßler: www.neuewut.de/index.php

Und Aktuelles zu Bischof Erwin Kräutler auf  http://www.seisofrei.at/kraeutler

Termine in Salzburg: http://www.seisofrei.at/content/site/home/termine/calendar/44.html

galaxie 2Ich hatte das große Glück vor nicht ganz dreißig Jahren ein Buch geschenkt bekommen zu haben, das mich neugierig gemacht hat. Es war „Der gefrorene Stern“ von George Greenstein, ein Buch über Astronomie. Ich habe es verschlungen und wieder und wieder gelesen. Darin stand ganz einfach erklärt, was es mit Pulsaren, Neutrinos, Schwarzen Löchern, Roten Riesen und Weißen Zwergen auf sich hat. Seither lese ich mit Begeisterung Artikel über Astronomie. Als vor einigen Wochen die Jahrhundertentdeckung gemacht wurde, was in der ersten Zilliardstel (!) Sekunde nach dem Urknall passierte, habe ich wiederum alles darüber gelesen. Aber Lesen alleine, heißt nicht es verstehen. Die Beschäftigung mit Astronomie und unserem Universum, es könnte ja durchaus noch viele weitere geben sagen einige Astronomen, führt mich immer an einen besonderen Punkt im Denken. Und dieser Punkt ist einfach erklärt: Ich kann nicht weiterdenken, es ist wie eine große unüberwindliche Mauer. Dahinter gibt es etwas, aber mein Hirn ist zu klein, um es auch nur erahnen zu können.

Und heute hatte ich das große Vergnügen mit einem Astronomen zu sprechen und siehe da auch er meinte: Es gibt bei ihm die Grenze, wo er nicht weiterdenken kann, aber er ist fasziniert von Astronomie. Es war so schön mit ihm darüber zu sprechen und ich erzählte ihm von meinem Einstiegsbuch und darüber, was mich darin besonders bewegt hat. Da gibt es die Passage, wo Greenstein erklärt, welche Kraft ein Schwarzes Loch besitzt. Man stelle sich vor, ein solches im Ausmaß von einem Meter mal einem Meter schwebt im Wohnzimmer. Innerhalb von zwei Stunden ist unsere ganze Erde darin verschwunden und das Schwarze Loch ist ein bisschen größer geworden. Unvorstellbar, oder? Der Astronom meinte, dieses Beispiel sei einerseits physikalisch völlig korrekt und er wird es bei seinen nächsten Vorträgen gleich verwenden. Da habe ich mich zugegebenermaßen schon ein bisschen gefreut. Und ich freue mich auch schon auf den nächsten astronomischen Artikel, der mir in die Finger kommt.

Infos zur Jahrhundertentdeckung: http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation_(Kosmologie)

Ein Beitrag von Gastautor Jochen Höfferer

holland 2Seit fast 10 Jahren fahren meine Familie und ich rund um Ostern für eine gute Woche nach Holland und besuchen meine Schwägerin, Schwager und die reizende Patchwork-Familie mit drei Kindern. Die Kids sind jetzt zum Teil schon (fast) erwachsen. Und nach 10 Jahren sind mir 9 Dinge aufgefallen, die wir von Holland lernen können.

1.       Radfahren hat Vorrang!: Für mich immer wieder unfassbar sind die Mengen an RadfahrerInnen die bei jeder Witterung – auch bei a….kaltem Winterwetter ohne Hauben – unterwegs sind. Die tollen Radwege, die eher mehrspurigen „Autobahnen“ gleichen. Salzburg ist eine echt coole Radler-Stadt, aber gegen Zwolle….! Und die wichtigste Regel für Autofahrer: Fahrradfahrer haben immer Vorrang und ich glaube die schlimmsten „Verbrechen“ in Holland sind entweder einem Radfahrer den Vorrang zu nehmen oder ihn sogar zu schneiden.

2.       Kinder haben Vorrang!: Bei unseren vielen Besuchen ist mir eines noch nicht untergekommen: Dass sich jemand über (spielende) Kinder beschwert hat. Was in Salzburg (fast) an der Tagesordnung ist, ist in Holland verpönt. Kinder unterschiedlichen Alters sollen, NEIN MÜSSEN draußen spielen. Sie brauchen ihren Platz und sie dürfen dabei auch Lärm machen.

3.       Cannabis bleibt umstritten!: Obwohl der Konsum von Cannabis seit langem legalisiert ist, bleibt das Thema umstritten. Ich kenne Leute, die würden das Zeug am liebsten verbieten und gleich verbrennen. Andere schwören Stein auf Bein auf den kontrollierten Konsum. Kaum einen lässt dieses Thema kalt. Alle haben eine Meinung und diskutieren offen darüber.

4.       „maak een afspraak…“: – Reden, reden und noch einmal reden. In den Niederlanden oder besser in dem Teil, den ich nun besser kenne, wird alles mit jedem abgesprochen und besprochen. Für einen gelernten Österreicher einfach zu viel, aber es macht das Zusammenleben privat und wohl auch im Beruf einfacher.

5.       Fernsehen im Original (mit Untertitel): Serien und Filme, ob aus England (Sherlock), USA (Game of Thornes) oder Frankreich (Ziemlich beste Freunde, Intouchables) werden im Fernsehen im Original gezeigt und nur „beuntertitelt“ (Origineel met ondertiteling). Filme und Serien in der „echten“ Sprache machen Spaß und man lernt dabei vor allem sein Englisch zu trainieren. Vielleicht ein billiger Vorschlag für unsere verkorkste Bildungsdebatte.

Holland 16.       Raumordnung kann funktionieren: In den Niederlanden leben ca. doppelt so viele Menschen (ca. 16,7 Millionen) auf etwa der Hälfte des Raumes von Österreich. Gerade Städte wirken durchdacht und geplant und der „ländliche“ Raum wirkt nicht zerbröselt und zersiedelt, wie etwa bei uns im Flachgau. Das hilft der Gesellschaft und spart der Geld.

7.       Offen für den digitalen Wandel: In den Niederlanden nutzen rund 94 Prozent der 16- bis 75-Jährigen das Internet. Neben Schweden liegt das Land damit an der europäischen Spitze. Das zeigen Zahlen der niederländischen Statistikbehörde. Facebook, Twitter etc. gehören zum guten Ton und werden gerade von der älteren Generation (50+) nicht als Teufelszeug abgelehnt.

8.       Entdecke die Welt und Neu ist gut: Die Niederländer waren immer ein Volk der Händler und Seefahrer. Sie haben einen natürlich Antrieb die Welt da draußen zu entdecken und zu bereisen. 2.000km bis zum nächsten Urlaubsziel, was soll das! Arbeiten in einer anderen Stadt, in einem anderen Land, schaffen wir doch mit Links. Diese Neugier gefällt mir und ich denke sie täte mir, aber auch und ganz besonders uns Salzburgern gut.

9.       Man kann auf sein Land und Königs Stolz sein! Heuer bekamen wir wieder einen Vorgeschmack auf den Königstag (früher Königinnen-Tag) und die Läden sind voll mit orangen Devotionalien. Angefangen von Tröten, Teller über Girlanden bis zu verrückten Perücken oder Hüten. Ein ganzes Land trägt Orange und freut sich auf diesen Tag.

 

Negen dingen die we kunnen leren van Holland :

Al bijna 10 jaar mijn familie en ik ga .

holland 3Rond Pasen voor een goede week naar Nederland en bezoek mijn schoonzus , zwager en de mooie gemengd gezin met drie kinderen De kinderen zijn nu een aantal van hen al (bijna ) volwassen . En na 10 jaar , merkte ik de 9 dingen die we kunnen leren van de Nederland .

Fietsen heeft prioriteit ! Voor mij , keer op keer zijn ongelooflijk de bedragen van de fietsers in alle weersomstandigheden – op de weg – zelfs met een …. koude winterweer zonder kappen . De grote fietspaden in plaats multi-lane “ snelwegen “ hetzelfde. Salzburg is een echt cool fiets – stad, maar tegen Zwolle ….! En de belangrijkste regel voor automobilisten : fietsers voorrang hebben en ik denk dat het ergste “ misdaden “ in Nederland zijn ofwel om een fietser voorrang te nemen of om het zelfs te snijden .

Kinderen voorop ! Met onze vele bezoeken mij een is nog niet gekomen : Dat iemand heeft geklaagd over ( het spelen ) kinderen . Wat is in Salzburg ( bijna ) op de agenda , wordt afgekeurd in Nederland . Kinderen van verschillende leeftijden moeten , MOET GEEN buiten spelen . Zij hebben behoefte aan hun ruimte en ze kunnen daardoor ook geluid maken .

Cannabis blijft controversieel ! Hoewel het gebruik van cannabis is al lang gelegaliseerd , het onderwerp blijft controversieel . Ik ken mensen die het spul zou verbieden voorkeur en branden hetzelfde . Anderen zweren bij steen en been gecontroleerde consumptie. Nauwelijks laat men dit onderwerp koud. Alle kamers hebben een advies en bespreken openlijk .

“ Maak EEN afspraak … “ – praten, praten en praten weer . In Nederland , of beter in het deel dat ik weet nu beter , worden allemaal met elkaar eens en besproken . Voor een geleerde Oostenrijkers gewoon te veel , maar het maakt samenleven particulier en waarschijnlijk makkelijker in het beroep .

Televisie in de originele ( met ondertiteling ) : series en films , zowel uit Engeland ( Sherlock ) , USA ( Game of Thornes ) of Frankrijk ( heel beste vrienden , Intouchables ) worden getoond op televisie in de originele en enige “ beuntertitel “ (Origineel voldaan Ondertiteling ) . Films en series in de „echte“ taal zijn leuk en je leert in de eerste plaats om zijn Engels te trainen . Misschien een goedkopere suggestie voor ons verknald onderwijsdebat .

Ruimtelijke ordening kan werken : In Nederland is ongeveer twee keer zoveel mensen wonen ( ongeveer 16,7 miljoen ) tot ongeveer de helft van de ruimte van Oostenrijk . Vooral steden echt doordacht en gepland , en de “ landelijke“ gebied niet verkruimelen en stedelijke wildgroei , zoals in onze Flachgau . Dat helpt en bespaart het bedrijf .

Open voor de digitale transformatie : In Nederland gebruiken ongeveer 94 procent van de 16 – tot 75 -jarigen het internet . Naast Zweden , het land is dus de leiders in Europa. De cijfers tonen aan het Nederlandse bureau voor de statistiek . Facebook, Twitter , etc. behoren tot goede toon en zijn net van de oudere generatie ( 50 + ) niet als de duivel afgewezen .

Ontdek de wereld en nieuw is goed : Nederlanders zijn altijd een volk van handelaren en zeelieden geweest . Je hebt die er zijn om te ontdekken een van nature de wereld te rijden en te reizen . 2000 km naar de volgende bestemming , wat is het punt ! Werken in een andere stad , in een ander land , maar maken we een link naar . Deze nieuwsgierigheid bevalt me ​​en ik denk dat het deed mij , maar ook en vooral Salzburg ons goed .

Men kan op zijn land en zijn koning ( in ) trots! Dit jaar kregen we weer een voorproefje van de koningen dag (voorheen Koninginnedag ) en de winkels liggen vol met oranje devotionele . Variërend van lawaaimakers , platen over slingers te gekke pruiken of hoeden . Een heel land draagt ​​oranje en kijkt uit naar deze dag.

Die Übersetzung ins Niederländische machte googletranslate !

Ernstes Schauspiel sensibilisiert Passanten auf der Schranne und vor der Stadtbibliothek in Salzburg am Tag der Arbeitslosen (30. April)

Ein Gastbeitrag von Ubbo Goudschaal vom Arbeitslosenfonds der Erzdiözese Salzburg

Tag der Arbeitslosen Pantomime  Bühnenerlebnis Bamer EbnerWas geht ihnen durch den Kopf, wenn sie in den Medien immer wieder über steigende Arbeitslosigkeit hören oder lesen. Mir persönlich macht die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt  zunehmend Angst. Ich frage mich, ob ich trotz guter Ausbildung und Studium noch in fünf oder zehn Jahren einen Arbeitsplatz haben werde? Vielen Jugendlichen,  Pflichtschulabgänger, Frauen, Menschen mit Behinderung und im Alter von 45+ geht es jetzt schon an den Kragen. Welche Gesellschaftsschicht oder Berufssparte ist als nächstes dran. Dein Nachbar? Ich? Du? Können wir überhaupt etwas tun? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, ich möchte etwas tun!

Wer am 30. April – Tag der Arbeitslosen – vormittags auf die Schranne oder nachmittags in die Stadtbibliothek ging, konnte auf jeden Fall ein interessantes Treiben verfolgen. Zwei in rotblau gekleidete, maskierte Personen trugen Schilder mit den Begriffen „suche“ und „Arbeit“ in den Händen. Durch das Duo „Bühnenerlebnis Bamer-Ebner“ wurden pantomimisch Lebenswirklichkeiten von Arbeitslosen, wie Angstzustände und Frustration dargestellt. Währenddessen wurden umstehende Passanten von uns, Mitarbeiter des Arbeitslosenfonds der Erzdiözese Salzburg, auf das Thema der Arbeitslosigkeit angesprochen und informiert. Wer dem Gespräch nicht auswich, bekam von uns eine Rose – ein Symbol der Wertschätzung – und ein Infoflyer über die aktuelle Situation in Österreich und Salzburg überreicht.

Im März waren rund 8,4% der ÖsterreicherInnen bzw. 5,5% der SalzburgerInnen arbeitslos. Ungefähr ein Drittel der Betroffenen sind Frauen. Pflichtschulabgänger sind am häufigsten betroffen. Bildung und qualifizierte Ausbildung wird oft als Prävention gegen die eigene Arbeitslosigkeit propagiert, dennoch  werden viele trotz guter Ausbildung und Studium am Arbeitsmarkt nicht gebraucht. Hinzu kommt, dass viele SalzburgerInnen ihre Lebensgrundlage trotz einer ganztägigen Erwerbstätigkeit nicht ausreichend sichern können. Zudem lebt jeder zehnte Salzburger unter dem jeweiligen Existenzminimum.

Interessant war, wie unterschiedlich die Reaktionen der Passanten ausfielen. Antworten wie „Sozialschmarotzer“, oder „die wollen ja gar nicht“ fielen immer wieder. Das eigentlich Tragische an solchen Antworten ist, dass Arbeitslosigkeit als rein individuelles und kaum als strukturelles Problem innerhalb des Arbeitsmarktes gesehen wird. Andere wiederrum haben das Problem der Arbeitslosigkeit in der Struktur des Arbeitsmarktes gesehen. Rationalisierung und neoliberale Politik und Unternehmerkultur können nicht der Weg für die Zukunft sein. Ebenso meinten einige, dass Effektivität, Produktivität und Leistungsanspruch auf Grund des Wettbewerbs ins Unermessliche steigen. Viele Menschen bleiben so auf der Strecke.

Ich selbst denke, dass das Problem der Arbeitslosigkeit tiefer liegt. Ich nehme wahr, dass der Mensch hauptsächlich als Humankapital gesehen wird. Effektivität, Gewinne und Wachstum schauen nicht auf menschliche Eigenheiten, sondern nur auf Eigenschaften. Nur wer die gefragten Eigenschaften aufweisen kann, findet Zugang in den Arbeitsmarkt. Es geht also nicht um die Arbeitsfähigkeit, sondern um die Nachfrage von Humankapital. Die Wirtschaft reguliert sich hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage und so ihr ureigenes Ziel aus dem Auge: Das Wohl aller Menschen. Für dieses ‚Wohl’ steht die Straßenaktion und der Tag der Arbeitslosen.