Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

Der Titel war es, der mich neugierig machte auf das Theaterstück von Alois Hotschnig im Schauspielhaus Salzburg. Und weil es mir immer noch im Kopf rum spukt, schreibe ich jetzt  einfach drüber!
Die Dauer war mit 2 Stunden und 40 Minuten angegeben – das machte mir ein wenig Sorge, dass ich das Interesse verlieren könnte, aber wie sich herausstellte, war dies keineswegs der Fall.

Ich kann vorweg nehmen, dass es mir wirklich gut gefallen hat und ich es unter dem Prädikat wertvoll und sehenswert weiter empfehlen möchte.

Was bedeutet alt werden – die Menge der Kerzen auf der Geburtstagstorte, die Wehwehchen die im Alter zunehmen, die Vergesslichkeit oder der veränderte, sich wiederholende Gesprächsstoff, den ein Ehepaar miteinander führt oder einfach dass Mann/Frau so alt ist, wie sie sich fühlen.
Im Theaterstück werden unterschiedliche Lebensabschnitte eines alten Ehepaares dargestellt. Hauptsache miteinander zu Hause leben, auch wenn es Essen auf Rädern gibt. Post-Ist, die der Mann ständig mit sich trägt, damit er nichts vergisst, das Entsetzen, das sich in seinem Gesicht widerspiegelt, als er erzählt, wie er das Salz vergessen hat, weil er unbedingt die Butter nicht vergessen wollte. Ich ertappe mich, dass mir das heute schon passiert, ich schiebe diesen Gedanken schnell beiseite und denke, ich bin doch noch nicht alt. Der Beginn der Demenz, die Sorge der Frau um ihren Mann und die Hilflosigkeit der Angehörigen. Wird es so werden das Leben im Alter, frag ich mich?

Der Teufel und die Ärztin 
Der Schlaganfall und die damit verbundene körperliche Einschränkung, sich nicht mitteilen können, unverstanden bleiben – übrigens sehr gut gespielt – die Bedrohung, wenn das Vergessen nicht mehr die Butter betrifft, sondern den Herd, der nicht ausgeschalten wurde. Auf einmal allein zu sein, nicht mehr den lieben Menschen an der Seite zu haben, sich im Kreis drehen und Angst davor haben verrückt zu werden oder dass andere einen für verrückt halten. Die Szenen im Seniorenheim haben etwas Surreales. Eine Ärztin, die mit viel Rauch und Boshaftigkeit dargestellt wird – so als wäre sie mit dem Teufel im Bunde – der Teufel könnte die Krankheit, die Einsamkeit sein. Obwohl die Welt kleiner wird und die Themen sich um Essen, Krankheiten und wann wer zu Besuch kommt drehen, ist das Stück voll Ironie und skuriller Ideen. Um den Tag nicht zu lang werden zu lassen, könnte man doch einfach nach dem Aufstehen, nochmal zu Bett gehen um später wieder aufzustehen, dann wäre schon einiges an Tag geschafft.  IMG-20160323-WA0000

Die Zwangsjacke

Verschiedene Charaktere im Seniorenheim, ein Mann der täglich ins Cafe Zentral geht, weil er das immer getan hat, wortgewaltige Monologe von sich gebend.
Eine Frau, die tatsächlich über 80 Jahre ist, die erzählt, dass sie im Leben immer zu spät war, im Gegensatz zu ihrem Mann. So pünktlich wie er im Leben war, so  pünktlich ist er gestorben, wie es die Ärzte vorhersagten. Sie ist ja immer zu spät und lebt deshalb noch und während sie das erzählt, streckt sie ihr Bein geschmeidig gen Himmel – allein beim Zusehen bekomme ich einen Krampf.
Eine junge Frau wandert ständig die Wand entlang, in der Hand ihren Koffer, wartend, dass ihr Mann sie abholt. „Solange ich sitzen kann, steh ich lieber“, verzweifelt getrieben und suchend erweckt sie mein Mitleid, dass sich beim Anblick ihres triumphierenden Lächelns, als ihr die Namen, von wem auch immer, wieder einfallen, in Bewunderung verkehrt. Die Ehefrau die Sorge hat, eine Jacke verschrieben oder gar geschenkt zu bekommen, egal aus welchem Stoff, ob gestrickt, genäht, kurz oder lang – sie will keine. Keine Jacke – die einen vielleicht einzwängt im Tun, im Handeln und im Denken, die einem die Selbständigkeit nimmt.

Fast könntet ihr meinen, das Stück wäre deprimierend, doch ich hatte nie ein Gefühl der Schwere, nachdenklich ja, aber nicht deprimiert. Das Alter wird zum Teil von äußeren Faktoren bestimmt, auf die wir keinen Einfluss haben, aber auch von einem Selbst und ganz viel vom Umgang  mit „unseren Alten“.

Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich – bietet das Leben genug Erinnerungen auf die wir zurück greifen können, Reisen die man gemacht hat und die wieder gemacht werden können, ob zwischen den Supermarktregalen oder im Sitzen, da läuft es sich nämlich besser davon.

Wer neugierig geworden ist: Termine gibt es hier!

„Ihr Mörder täuscht euch, wenn ihr meint unser Europa und unsere Lebensweise und unsere Lebenshaltung zerstören zu können. Ihr Mörder wollt das Böse in unseren Alltag bringen, Zwietracht zwischen den Menschen säen, die Herzen hart machen. Dem Misstrauen mehr Platz schießen und bomben. Ihr täuscht euch und ihr werdet dafür auf dieser Welt und in der anderen Welt bezahlen. Denn immer noch hat in der Geschichte das Gute gesiegt, das Vertrauen und die Zusammenarbeit der Menschen, die guten Willens sind!“

Das habe ich nach Anschlägen von Paris geschrieben. Und es gilt auch nach Istanbul und Brüssel und all den anderen Orten, in denen die Mörder zuschlagen. Ich will auch nicht von Terrorristen reden, von IS- Kämpfern oder wie immer sie in den Medien noch genannt werden.

Es sind Mörder und Geiselnehmer. Sie haben nur eine Botschaft: Den Tod zu bringen. Das ist ekelhaft, bedarf keiner Analyse und keines Nachdenkens über ihr Tun. Sie sind Mörder und Geiselnehmer. Sie haben kein Mitgefühl, nehmen Millionen Menschen in Geiselhaft. Sie wollen einen Keil zwischen die Menschen treiben. Sie wollen, dass sich Menschen verschiedener Kulturen und Sprachen entfremden. Dass sie sich misstrauen und am Ende hassen. Das wird ihnen nicht gelingen. Denn viele Menschen rücken zusammen. Wenn es in Istanbul Tote gibt, dann ist mein Herz umso mehr bei meinen muslimischen Freunden dort. Und sie denken an uns, wenn in Brüssel die Bomben hochgehen, weil auch dort ein Mensch ist, denn wir kennen und lieben. Unsere Herzen rücken zusammen, die Mörder und Geiselnehmer können uns nicht auseinanderreißen.

Wir gehören zusammen und unsere Religion ist das Miteinander und der Frieden!

Bild: https://twitter.com/MazelGalerie

von Gottfried Zlanabitnig

Frauen und Männer haben zum Glück eine andere Sichtweise zum Thema „Putzen“ .

Eine Küche,  in der Karwoche zu reinigen heißt, für mich als Mann:  … nicht nur den Schmutz zu entfernen, sondern auch Schaniere zu schmieren … das Holz, mit neuen Nährstoffen zu imprägnieren und … selbstverständlich das Geschirr wieder einmal ohne offensichtlichen Grund ,  in den Geschirrspüler zu geben … auch den Geschirrspüler zu reinigen …. und  … und … therapeutisch daran ist, sich Zeit zu nehmen, zum Reinigungsvorgang, was wir darunter auch immer verstehen … und was ist daran spirituell?

Den Staub des letzten Jahres, wenn wir ihn auch nicht immer wahrnehmen, zu entfernen … entfernter Staub führt zu einer besseren Atmung, endlich wieder einmal frei durchatmen können …. was gibt es Schöneres?

Ostern kann kommen …  :)

Die finanzielle Unterstützung von Diakonie, Samariterbund, Rotem Kreuz, Caritas und anderen wollen Finanz- und Innenministerium kürzen. Nämlich um die Spenden, die die karitativen Organisationen für die Flüchtlingsarbeit bekommen haben. Die Empörung ist groß seit dieses Ansinnen an die Öffentlichkeit gelangt ist. Zu Recht!

  • Ohne die NGOs hätte in Österreich die Anzahl der Flüchtlinge, die seit September unser Land passiert haben nicht versorgt werden können. Besonders im September waren es die NGOs, die vorbildlich die Erstversorgung übernommen haben. Da hat der Bund noch geschlafen als die Freiwilligen schon Essen und Hygieneartikel verteilt haben.
  • Ich spende sicher kein Geld, um dann damit den Staat zu entlasten. Mit meiner Spende will ich klar karitative Einrichtungen unterstützen und nicht den Bund beim Einsparen von Förderungen. Das ist Frotzelei und trägt nicht dazu bei  Vertrauen in den Staat zu behalten.
  • Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es in unserem Land mit der Solidarität ausschaut, wenn wir die NGOs nicht hätten. Statt in einem guten Miteinander die Herausforderungen zu meistern gehen Ministerien auf Konfrontation.

Natürlich stellen so viele Menschen auf der Flucht jeden Staat vor eine große Herausforderung. Trotz jahrelanger Mahnungen von ExpertInnen war Österreich im September gehörig überrascht als Zigtausende Menschen kamen. Ohne die große Hilfsbereitschaft vieler BürgerInnen und dem Einsatz der NGOs hätte das nicht so bewältigt werden können. Es haben alle zusammengeholfen. So habe ich es in der Stadt Salzburg erlebt. Dort, wo konkret gearbeitet wurde, hat man sich gegenseitig wertgeschätzt und unterstützt. Das scheint an der Bundespolitik vorüber gegangen zu sein, sonst gäbe es dieses Ansinnen nicht, die erhaltenen Spenden bei den Förderungen an die NGOs einzubehalten.

Also Miteinander und nicht Gegeneinander!

Wertschätzung statt Geringschätzung!

Das erwarte nicht nur ich mir von der Bundespolitik, oder?

a1Heute hatten wir zum zweiten Mal den Welcome-Tag für AsylwerberInnen in der Stadt Salzburg. An die 200 Menschen sind gekommen, um sich über die Stadt, Arbeitsmöglichkeiten und Deutschkurse zu informieren. Einige sind schon mehrere Monate in Salzburg, andere erst ein paar Tage.

Dass AsylwerberInnen eingeschränkt arbeiten können wissen viele Betroffene gar nicht, gemeinnützige Beschäftigung, Saisonarbeit und in einem freien Gewerbe. Die Experten der  Wirtschaftskammer und des AMS wurden bestürmt mit Fragen.

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Experten beim Welcome-Tag

Das hat mir wieder einmal gezeigt, wie groß der Wille der Menschen ist hier Fuß zu fassen. Meine Rolle beim Welcome-Tag war es den Leuten unseren Welcome-Guide ans Herz zu legen. Darin gibt es die wichtigsten Regeln für ein konfliktfreies Miteinander. Ich erzähl immer davon, wie wichtig es ist Deutsch zu lernen. Und dass es keine Ausrede gibt es nicht zu tun, wenn man lernfähig ist. Angebote gibt es genug, die Infos dazu geben wir. Auch das Frauenbüro ist vertreten und macht klar, wie wir es in Österreich mit den Frauenrechten halten.

Aber eines ist mir auch heute wieder bewusst geworden. Eine klare und einheitliche Vorgehensweise fehlt noch völlig. Dabei wäre es so einfach in einem kleinen Land wie Österreich an einem Strang zu ziehen. So bald die Menschen hier bei uns um Asyl ansuchen müsste eigentlich ein System ins Laufen kommen:

  • Alle Daten der Person aufnehmen und allen nachfolgenden Behörden und Organisationen zur Verfügung stellen. Jetzt ist es so, dass jedes Mal wieder das gleiche Frage- und Antwortspiel abläuft. Sinnvoll ist das nicht.
  • Die Menschen müssen sofort über ihre Rechte und Pflichten informiert werden. Dazu gehört auch a4über die informellen Regeln aufzuklären, so wie wir es mit unserem Welcome- Guide in der Stadt Salzburg machen. Jetzt tappen viele AsylwerberInnen immer wieder in „interkulturelle Fettnäpfchen“, was auch nicht gerade förderlich für ein konfliktfreies Zusammenleben ist.
  • Die Menschen müssen gleich in Deutschkurse kommen. Nicht vier Stunden in der Woche, sondern mindestens 15 Stunden. Dann lernt man schnell, effektiv und hat auch noch eine Tagesstruktur. Viele Menschen verlieren durch das lange Warten und das untätige Herumsitzen oft die Motivation. Deutschkurse können das verhindern.
  • Es gibt Arbeit in unserem Land. Bis jetzt können AsylwerberInnen als gemeinnützig Beschäftigte nur 6 Wochen arbeiten und müssen dann auch noch den kargen Lohn zum großen Teil abliefern. Es bleibt eigentlich für eine Stunde Arbeit nur 1 Euro. Dass die Menschen es trotzdem tun, zeigt, dass es ihnen ein Anliegen ist zu arbeiten und Teil der Gesellschaft zu sein. Und da ginge noch viel mehr. Ich bin froh, dass die Stadt Salzburg hier vorbildlich ist, heuer werden es 200 Menschen sein, die bei der Stadt eine gemeinnützige Beschäftigung finden. Aber was ist mit den anderen Gebietskörperschaften? Warum ist so eine arebit immer noch die Ausnahme und nicht die Norm?
  • a2Und eines müssen wir am Anfang auch immer ganz klar sagen: Österreich bietet dir Schutz, aber es ist nicht das Paradies. Jeder und jede muss sein Leben selbst in die Hand nehmen. Wenn es schwierige Phasen gibt, dann ist Hilfe da. Aber es ist schon jeder für sich selbst verantwortlich. Manche AsylwerberInnen haben mir erzählt, welche Geschichten sie über Europa auf der Flucht gehört haben. Auch wenn es weh tut, wir müssen den Menschen die österreichische Realität sofort sagen. Dass es keine tolle Wohnung gibt, dass es lange dauern kann, bis die Familie nachkommen darf. Und dass ein syrisches oder afghanisches Zeugnis in Österreich oft nicht anerkannt wird und dass man auch in der Arbeit häufig wieder von vorne beginnen muss. Abwaschen ist auch eine ehrbare Arbeit.

Auf den Punkt gebracht: Mit den Menschen auf Augenhöhe sprechen, sie informieren, begleiten, respektvoll mit Österreich vertraut machen und ihnen Kraft und Motivation geben, es zu schaffen. Denn wer eine Flucht mit all ihren Schrecknissen, Problemen und Hindernissen hinter sich hat, schafft es natürlich auch in Österreich.

Wenn wir es ehrlich angehen – miteinander!

Mehr zu interkulturellen Missverständnissen hier: Vom Händeschütteln!

IMG_4817Der Schrebergarten und die Menschen in ihm werden immer dann bemüht in einer Diskussion, auch in der politischen, wenn man folgendes sagen will:

  • Du bist ein Spießer und Kleingeist
  • Du schaust ja nicht über den eigenen Gartenzaun
  • Da sind nur alte langweilige Menschen
  • Der Rasen wird mit der Nagelschere geschnitten
  • Überall nasenbohrende Gartenzwerge mit einer Mistgabel in der anderen Hand
  • Du denkst nicht  über den Tellerrand raus und bist die lebende Kleingartenverordnung

Das ist diskriminierend und zeugt von großer Unkenntnis über die Menschen, die einen Schrebergarten bewirtschaften. Denn die Wahrheit ist ganz einfach. Alles, was es in der großen weiten Welt gibt, findet sich auch in der Kleingartenkolonie. Und noch ein bisschen mehr.

IMG_5918Denn ein Kleingarten lehrt einen die richtige Balance zwischen Gemeinschaft und Individualismus zu finden. Man ist per du, interessiert sich für die Größe der Zucchini beim Nachbarn, gibt sich gute Tipps und Ratschläge über Pflanzen. Der Gesprächsstoff geht nie aus, denn sowohl das Wetter als auch die Schnecken sind ein Dauerthema. Es heißt ja, dass es bei alten Ehepaaren oft vorkommt, dass sie nicht mehr als 7 Sätze miteinander sprechen – täglich! Das kann einem im Kleingarten nicht passieren. Da ist immer irgendwas, das einer ausführlichen Diskussion bedarf. Im eigenen Garten, mit dem Nachbarn oder dem Kollegen 25 Gärten weiter. Natürlich gibt es unzählige Gartenzwerge, Eseln, Schildkröten, Adonise und Frösche.

Aja, Uhus sind derzeit voll im Trend. Und das ist der Individualismus im Kleingarten. Wer möchte kann sich ein ganzes Völkchen an trendigen, kitschigen und entzückenden Plastik-, Ton- oder Holzfiguren anschaffen. Wer es mag, bitteschön! Das nennt man Toleranz und Respekt. Und wenn man über den Gartenzaun schaut, dann ist das natürlich Neugierde, aber auch ganz einfach Interesse am Nächsten. Und wenn jemand Hilfe braucht, dann ist man zur Stelle, das nennt man Solidarität. Und ja es gibt viele ältere Menschen im Schrebergarten. Das ist aber nicht schlimm, sondern sehr spannend. Die haben nämlich ganz viel Erfahrung und Wissen und Jüngere fragen dann gerne  mal nach. Das nennt man Wissensweitergabe und vom anderen lernen. Das alles und viel mehr gibt es im Schrebergarten.

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Und in der politischen Diskussion würde ich mir manchmal MEHR Schrebergartenmentalität wünschen! Ein Miteinander, das Interesse am Anderen, Respekt und Hilfsbereitschaft.

Und ja auch bei mir im Schrebergarten gibt es Zwerge, Frösche, Hasen

und natürlich Rosenkugeln in allen Farben ;)