von Gabriele Rothuber
Am Freitag, den 15.4. lud das Team der COURAGE Salzburg unter der Leitung von Johannes Wahala zur Eröffnung der barrierefreien Räumlichkeiten in die Getreidegasse 21.
Das Leben von Menschen, deren sexuelle Orientierung[1] oder geschlechtliche Identität[2] oder auch deren Körper nicht den gängigen Normen und Vorstellungen entsprechen, sind auch heute noch vielfältigen Diskriminierungen in Österreich ausgesetzt: sei es im Alltag (etwa Mobbing an Schulen), im Recht (z.B. noch immer keine Gleichstellung der Ehe mit der eingetragenen Partner*innenschaft), in der Medizin (zB geschlechtsverändernde Eingriffe in die Körper neugeborener zwischengeschlechtlicher Kinder oder der Spießroutenlauf von transidenten Menschen, wenn sie ihren Körper dem Wunschgeschlecht anpassen möchten). Diese Personengruppen haben ein deutlich erhöhtes Selbstmordrisiko und benötigen oftmals psychosoziale Unterstützung.
Deshalb freuen wir uns, dass so viele Menschen dieser Einladung gefolgt sind und damit ein klares Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit geleistet haben. Vertreter*innen wichtiger Salzburger Einrichtungen, wie dem Kinderschutzzentrum, dem Gewaltschutzzentrum, der Sexualberatungsstelle, AVOS, dem Institut für Medienbildung, der Lebenshilfe, Menschen aus der Jugendarbeit, der Mädchenarbeit, der Sexualpädagogik und Missbrauchsprävention nutzten den Nachmittag zum kollegialen Austausch.
Eröffnet wurde durch Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer, die die Wichtigkeit einer professionellen Beratung für lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und zwischengeschlechtliche Menschen in Salzburg – neben der Pink Bonsai Beratung der HOSI Salzburg – hervorhob und auch die Arbeit dieser beiden Institutionen im Bezug auf Asylsuchende betonte.
Barbara Sieberth, Landtagsabgeordnete der Grünen und Menschenrechtssprecherin im Grünen Landtagsclub ist die menschenrechtsbasierte Arbeit der Courage ein großes Anliegen: das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit etwa, die selbstverständlich auch für LGBTI-Personen gelten müssen.
Weiters waren von Seiten der Politik anwesend Ingrid Riezler-Kainzer als Vertreterin des SPÖ Landtagsclubs, Christine Brandstätter von den Grünen und Klaus Horvat-Unterdorfer von den Grünen Andersrum.
Unsere Schwerpunkte:
> SEXUALITÄTEN & BEZIEHUNGEN
> GLEICHGESCHLECHTLICHE LEBENSWEISEN
> TRANS*GENDER & TRANS*IDENTITÄTEN
> INTER*SEX
> REGENBOGENFAMILIEN
> GEWALT & SEXUELLE ÜBERGRIFFE
Die COURAGE Beratung gehört zu den 400 Familienberatungsstellen in Österreich. Sie ist eine Schwerpunktberatungsstelle für LGBTI*-Menschen, jedoch auch Anlaufstelle für ALLE Sexualitäten. Unsere Beratung umfasst u.a. Paarkonflikte, Familienplanung, Fragen zur weiblichen und männlichen Sexualität, zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, zu Sexualität und „Neue“ Medien, sexueller Gewalt etc.
Das gesamte Team und die Schwerpunkte der jeweiligen Berater*innen finden Sie hier:
Beratungszeiten: Mo, Mi, Do 18-20 Uhr
tel. Terminvereinbarung: Tel. 0699/166 166 65
auf dem Foto v.l.n.r.: Ingrid Riezler, Anja Hagenauer, Johannes Wahala, Bernhard Damoser, Gabriele Rothuber, Barbaa Sieberth, Christine Brandstätter
Die Beratungen sind kostenlos!
[1] d.h. sexuelles Begehren: „zu wem fühle ich mich hingezogen?“ – hetero/homo/bisexuell
[2] das Geschlecht, dem sich ein Mensch zugehörig fühlt – muss nicht mit dem Geburtsgeschlecht übereinstimmen







Angela: Der Besuch dort war sehr spannend und wir konnten sehr viele Anregungen für unser Projekt „Menschenrechtsschule“ mit nach Hause nehmen. Ich muss schon sagen, die Deutschen haben uns in Punkto Vernetzung einiges voraus. Die Grundschule Kleine Kielstraße liegt in einem Stadtteil mit erhöhtem Erneuerungsbedarf (so nennt man soziale Brennpunkte hier) und ist Teil des Netzwerks IN Familie. Unter dem Motto „Kein Kind zurücklassen“ hat es sich das Netzwerk zur Aufgabe gemacht, Kindern angemessene Startchancen in Schule und Beruf zu ermöglichen, sowie so früh als möglich passgenaue Angebote zur Unterstützung bis hin zur Präventionsarbeitsketten zu leisten. Diese frühen Hilfestellungen beginnen schon mit dem Willkommensbesuch. Jede Familie bekommt drei Monate nach der Geburt ihres Babys einen Willkommensbesuch, wo eine Beratung über Unterstützungsangebote, Kurse, Krabbelgruppen, sowie altersgerechte Hinweise zu Entwicklungs-, Ernährungs-, und Bildungsfragen. Die Willkommensbesucher müssen oft sehr hartnäckig sein und versuchen ihr Glück, bis sie die Familie antreffen…
besuchen und unterstützen. Unter anderem wurden für diese Besuche eigene dicke Büroordner angefertigt, um den Eltern das Ordnen und Aufbewahren von wichtigen Dokumenten rund um ihr Kind zu erleichtern und zudem in diesem Ordner auch schon wichtige Infos über verschiedene Bereiche rund ums Baby einzupacken. Auch die wichtigsten Kinderrechte sind hier vereinfacht und gut verständlich aufgelistet!
sondern auch, dass sich die Schule aktiv im Sozialraum einbringt. So sind ein Elterncafe, ein Baby-Eltern-Treff und eine Nähstube direkt in der Schule. Schulsozialarbeiter sind Initiatoren verschiedener Aktivitäten in der Schule, machen den Elternbeirat und sind das Bindeglied beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Auch die offene Ganztagsschule ist ein wichtiger Teil des niederschwelligen Zugangs für die frühe Förderung der Kinder. Es wäre sehr wünschenswert, wenn es in Salzburg, gerade in Brennpunktstadtteilen (oder wie die Deutschen sagen: „Stadtteilen mit erhöhten Erneuerungsbedarf“ ;), auch so ein gut funktionierendes und in sich greifenden Netzwerk geben würde. Es gibt die meisten dieser wertvollen Einrichtungen auch bei uns, nur die „Zahnradvernetzung“ greift leider kaum bis gar nicht. Schulen haben oft keinen Kontakt zu Kindergärten, Kindergärten keinen Kontakt zu Krabbelstuben usw. Diese Vernetzung wäre aber so sinnvoll für Kind und Familien!
