Festmahl: Was nicht im Mistkübel landet

Schon das zweite Jahr habe ich die Ehre beim Festmahl mitarbeiten zu dürfen. Unter der Leitung von Christian Rauch werkeln Spitzenköche und Servicekräfte, um über 70 Menschen ein Festmahl zu bereiten.

70 Menschen, die normal nie in den Genuss eines 5-Gänge Menüs kommen, weil sie es sich einfach nicht leisten können. Dieses Jahr gab es kleine Appetithappen, Karotten –Pannacotta, Suppe, Salat, Risotto und ein Schokohimbeer-Dessert. Wunderbar gekocht, haubenverdächtig angerichtet und mit Hingabe serviert. Wer sich ein bisschen im Gastgewerbe auskennt weiß, dass bei über 70 Menüs mit 5 Gängen auch viel Abfall anfällt.  Einer der Köche, Alois Gasser, hat mich auf etwas aufmerksam gemacht: „ Schau mal in den Abfalleimer. Da ist fast nichts drin.“ Wirklich, der Abfalleimer war nicht mal zu einem Drittel gefüllt. Ich habe ihn gehoben, keine drei Kilo waren drin.

 

Was heißt das? Bei so viel Essen, kommt normal viel mehr zurück. Von Buffets will ich gar nicht reden, da landet oft mehr im Abfalleimer als im Magen der Gäste. Aber hier beim Festmahl kommt fast kein Essen zurück. Essen hat für die Gäste hier einen großen Wert. Es ist keine Selbstverständlichkeit und darum ein wirklicher Genuss, den man voll auskostet. Wir alle sollten Essen nicht als eine Selbstverständlichkeit nehmen, wir sollten dem Essen mehr Wert geben. Nicht all die Diskussionen um Lactose, Fett, Gluten und Kohlehydrate sollen im Vordergrund stehen, sondern dass Essen etwas Wertvolles ist. Etwas, das nicht für den Mistkübel bestimmt ist.

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