spidi2Als „The Amazing Spiderman“ vor zwei Jahren anlief, war ich nicht sicher, ob ich mir den Neustart einer ganz neuen Reihe von Spiderman Filmen überhaupt antun soll. Die Spiderman Filmreihe des Regisseurs Sam Raimi hatte es auf drei Teile gebracht. Das war ok, aber es hätten meinethalben auch ruhig mehr sein können. Eigentlich wollte ich gar nicht, dass sie endet. Tobey Maguire als nerdiger Peter Parker mit stets treudoofem Blick und James Franco als sein Frenemy/Gegenspieler Harry Osborn alias Green Goblin. Ach ja, Kirsten Dunst war auch dabei. Aber sonst war alles so perfekt.

Letztlich gefiel mir dann aber der erste Teil der neuen Reihe „The Amazing Spiderman“ unerwartet gut. Ich war begeistert von Andrew Garfield als schlacksigem Peter Parker/Spiderman mit verschmitztem Grinsen. Aber auch von der hinreißenden Emma Stone als seine Freundin Gwen Stacy, die ebenfalls Superkräfte hat – irgendwie. Sie ist überdurchschnittlich intelligent und steht davor, in Oxford einen Elitestudienplatz zu bekommen. In manchen Situationen stellt es sich einfach als effektiver heraus, wenn man sich in Naturwissenschaften auskennt, anstatt ordentlich wo draufzuhauen. Anders als Kirstin Dunst als Mary Jane in Sam Raimis Spiderman Filmen darf Emma Stone nicht nur pausenlos in schwindelnden Höhen schwingen und auf die Rettung durch Spidey hoffen. Sie ergreift selbst Initiative. Peter und Gwen geben auch ein gutes Paar ab, das viel Leichtigkeit und Witz in die Sache bringt.

Ich möchte mich diesmal gar nicht mit Details zur Handlung aufhalten. Ich bin nämlich nicht wirklich sicher, ob ich alles gut genug behalten habe. Es ist in den 2 Stunden 20 Minuten Laufzeit viel los und alles geht sehr rasant. „The Amazing Spiderman“ ist laut, bunt, komisch – und wahnsinnig schnell.
Andere Comic-Verfilmungen haben oft das Problem, dass sie es mit der Action und mit den vielen Superschurken zu gut meinen und mit ewigen und nicht mehr nachvollziehbaren Verfolgungsjagden und Nahkampfszenen für das eine oder andere Gähnen sorgen. Ein ganz krasses Beispiel dafür war im letzten Jahr „Man of Steel“ (vulgo Superman), der dachte, er müsse es nur ordentlich krachen lassen und die Leute würden dadurch nicht bemerken, wie viele Schwachstellen und Löcher der Film hat und wie platt und uninteressant seine Charaktere waren. „Men of Steel“ hätte mich fast dazu gebracht, Comic-Verfilmungen auf ewig abzuschwören.

spidi1„The Amazing Spiderman“ macht jedoch diesen Fehler nicht. Er bringt zwar ebenso viele Schurken und bietet haufenweise rasante Action, jedoch ganz ohne Längen. Er vergisst nämlich nicht, dass die eigentliche Geschichte auf der menschlichen Ebene stattfinden muss, damit es für die Zuschauer interessant bleibt.

Wen Spiderman eigentlich bekämpft? Jamie Foxx als wunderbaren total überzeichneten Vollnerd Max, der nur beachtet werden und Spidermans bester Freund sein möchte (Jetzt alle: Oooooch!). Als er zum Superschurken Elektro mutiert, bekommt er endlich die lang ersehnte Aufmerksamkeit. Doch Spiderman stiehlt ihm aber das Rampenlicht und so erklärt sich Elektro zu dessen Erzfeind.

Dane DeHaan trägt als Harry Osborn den fiesesten Scheitel, den ein Mittzwanzigjähriger Mann je zu tragen verdammt war (sorry Dane, da werden sich keine weiblichen Teenage-Fans um dich scharen) und so ist seine Transformation (aus Haarneid auf Peter Parkers coole Strubbelfrisur, vermute ich) zum Green Goblin am Ende des Films der einzig logische Verlauf seines Schicksals. Diese Verwandlung bietet schon ein interessantes Setup für den dritten Teil von „The Amazing Spiderman“, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Spiderman ist eine Gaudi und Action und in IMAX 3D ein Fest für Augen und Ohren, die schon mal die eine oder andere Reizüberflutung ertragen.

Meine Bewertung auf IMDB: 8 Punkte

Kurzweilig und unterhaltsam. Am Ende des Films ist man ganz benommen. Kaum erholt man sich davon, ist allerdings das Meiste weg – leicht konsumiert und leicht vergessen. Aber man soll ja öfter mal für den Augenblick leben – das gilt auch für den Augenblick im Kino.

 

Ein Beitrag von Gastautor Jochen Höfferer

holland 2Seit fast 10 Jahren fahren meine Familie und ich rund um Ostern für eine gute Woche nach Holland und besuchen meine Schwägerin, Schwager und die reizende Patchwork-Familie mit drei Kindern. Die Kids sind jetzt zum Teil schon (fast) erwachsen. Und nach 10 Jahren sind mir 9 Dinge aufgefallen, die wir von Holland lernen können.

1.       Radfahren hat Vorrang!: Für mich immer wieder unfassbar sind die Mengen an RadfahrerInnen die bei jeder Witterung – auch bei a….kaltem Winterwetter ohne Hauben – unterwegs sind. Die tollen Radwege, die eher mehrspurigen „Autobahnen“ gleichen. Salzburg ist eine echt coole Radler-Stadt, aber gegen Zwolle….! Und die wichtigste Regel für Autofahrer: Fahrradfahrer haben immer Vorrang und ich glaube die schlimmsten „Verbrechen“ in Holland sind entweder einem Radfahrer den Vorrang zu nehmen oder ihn sogar zu schneiden.

2.       Kinder haben Vorrang!: Bei unseren vielen Besuchen ist mir eines noch nicht untergekommen: Dass sich jemand über (spielende) Kinder beschwert hat. Was in Salzburg (fast) an der Tagesordnung ist, ist in Holland verpönt. Kinder unterschiedlichen Alters sollen, NEIN MÜSSEN draußen spielen. Sie brauchen ihren Platz und sie dürfen dabei auch Lärm machen.

3.       Cannabis bleibt umstritten!: Obwohl der Konsum von Cannabis seit langem legalisiert ist, bleibt das Thema umstritten. Ich kenne Leute, die würden das Zeug am liebsten verbieten und gleich verbrennen. Andere schwören Stein auf Bein auf den kontrollierten Konsum. Kaum einen lässt dieses Thema kalt. Alle haben eine Meinung und diskutieren offen darüber.

4.       „maak een afspraak…“: – Reden, reden und noch einmal reden. In den Niederlanden oder besser in dem Teil, den ich nun besser kenne, wird alles mit jedem abgesprochen und besprochen. Für einen gelernten Österreicher einfach zu viel, aber es macht das Zusammenleben privat und wohl auch im Beruf einfacher.

5.       Fernsehen im Original (mit Untertitel): Serien und Filme, ob aus England (Sherlock), USA (Game of Thornes) oder Frankreich (Ziemlich beste Freunde, Intouchables) werden im Fernsehen im Original gezeigt und nur „beuntertitelt“ (Origineel met ondertiteling). Filme und Serien in der „echten“ Sprache machen Spaß und man lernt dabei vor allem sein Englisch zu trainieren. Vielleicht ein billiger Vorschlag für unsere verkorkste Bildungsdebatte.

Holland 16.       Raumordnung kann funktionieren: In den Niederlanden leben ca. doppelt so viele Menschen (ca. 16,7 Millionen) auf etwa der Hälfte des Raumes von Österreich. Gerade Städte wirken durchdacht und geplant und der „ländliche“ Raum wirkt nicht zerbröselt und zersiedelt, wie etwa bei uns im Flachgau. Das hilft der Gesellschaft und spart der Geld.

7.       Offen für den digitalen Wandel: In den Niederlanden nutzen rund 94 Prozent der 16- bis 75-Jährigen das Internet. Neben Schweden liegt das Land damit an der europäischen Spitze. Das zeigen Zahlen der niederländischen Statistikbehörde. Facebook, Twitter etc. gehören zum guten Ton und werden gerade von der älteren Generation (50+) nicht als Teufelszeug abgelehnt.

8.       Entdecke die Welt und Neu ist gut: Die Niederländer waren immer ein Volk der Händler und Seefahrer. Sie haben einen natürlich Antrieb die Welt da draußen zu entdecken und zu bereisen. 2.000km bis zum nächsten Urlaubsziel, was soll das! Arbeiten in einer anderen Stadt, in einem anderen Land, schaffen wir doch mit Links. Diese Neugier gefällt mir und ich denke sie täte mir, aber auch und ganz besonders uns Salzburgern gut.

9.       Man kann auf sein Land und Königs Stolz sein! Heuer bekamen wir wieder einen Vorgeschmack auf den Königstag (früher Königinnen-Tag) und die Läden sind voll mit orangen Devotionalien. Angefangen von Tröten, Teller über Girlanden bis zu verrückten Perücken oder Hüten. Ein ganzes Land trägt Orange und freut sich auf diesen Tag.

 

Negen dingen die we kunnen leren van Holland :

Al bijna 10 jaar mijn familie en ik ga .

holland 3Rond Pasen voor een goede week naar Nederland en bezoek mijn schoonzus , zwager en de mooie gemengd gezin met drie kinderen De kinderen zijn nu een aantal van hen al (bijna ) volwassen . En na 10 jaar , merkte ik de 9 dingen die we kunnen leren van de Nederland .

Fietsen heeft prioriteit ! Voor mij , keer op keer zijn ongelooflijk de bedragen van de fietsers in alle weersomstandigheden – op de weg – zelfs met een …. koude winterweer zonder kappen . De grote fietspaden in plaats multi-lane “ snelwegen “ hetzelfde. Salzburg is een echt cool fiets – stad, maar tegen Zwolle ….! En de belangrijkste regel voor automobilisten : fietsers voorrang hebben en ik denk dat het ergste “ misdaden “ in Nederland zijn ofwel om een fietser voorrang te nemen of om het zelfs te snijden .

Kinderen voorop ! Met onze vele bezoeken mij een is nog niet gekomen : Dat iemand heeft geklaagd over ( het spelen ) kinderen . Wat is in Salzburg ( bijna ) op de agenda , wordt afgekeurd in Nederland . Kinderen van verschillende leeftijden moeten , MOET GEEN buiten spelen . Zij hebben behoefte aan hun ruimte en ze kunnen daardoor ook geluid maken .

Cannabis blijft controversieel ! Hoewel het gebruik van cannabis is al lang gelegaliseerd , het onderwerp blijft controversieel . Ik ken mensen die het spul zou verbieden voorkeur en branden hetzelfde . Anderen zweren bij steen en been gecontroleerde consumptie. Nauwelijks laat men dit onderwerp koud. Alle kamers hebben een advies en bespreken openlijk .

“ Maak EEN afspraak … “ – praten, praten en praten weer . In Nederland , of beter in het deel dat ik weet nu beter , worden allemaal met elkaar eens en besproken . Voor een geleerde Oostenrijkers gewoon te veel , maar het maakt samenleven particulier en waarschijnlijk makkelijker in het beroep .

Televisie in de originele ( met ondertiteling ) : series en films , zowel uit Engeland ( Sherlock ) , USA ( Game of Thornes ) of Frankrijk ( heel beste vrienden , Intouchables ) worden getoond op televisie in de originele en enige “ beuntertitel “ (Origineel voldaan Ondertiteling ) . Films en series in de „echte“ taal zijn leuk en je leert in de eerste plaats om zijn Engels te trainen . Misschien een goedkopere suggestie voor ons verknald onderwijsdebat .

Ruimtelijke ordening kan werken : In Nederland is ongeveer twee keer zoveel mensen wonen ( ongeveer 16,7 miljoen ) tot ongeveer de helft van de ruimte van Oostenrijk . Vooral steden echt doordacht en gepland , en de “ landelijke“ gebied niet verkruimelen en stedelijke wildgroei , zoals in onze Flachgau . Dat helpt en bespaart het bedrijf .

Open voor de digitale transformatie : In Nederland gebruiken ongeveer 94 procent van de 16 – tot 75 -jarigen het internet . Naast Zweden , het land is dus de leiders in Europa. De cijfers tonen aan het Nederlandse bureau voor de statistiek . Facebook, Twitter , etc. behoren tot goede toon en zijn net van de oudere generatie ( 50 + ) niet als de duivel afgewezen .

Ontdek de wereld en nieuw is goed : Nederlanders zijn altijd een volk van handelaren en zeelieden geweest . Je hebt die er zijn om te ontdekken een van nature de wereld te rijden en te reizen . 2000 km naar de volgende bestemming , wat is het punt ! Werken in een andere stad , in een ander land , maar maken we een link naar . Deze nieuwsgierigheid bevalt me ​​en ik denk dat het deed mij , maar ook en vooral Salzburg ons goed .

Men kan op zijn land en zijn koning ( in ) trots! Dit jaar kregen we weer een voorproefje van de koningen dag (voorheen Koninginnedag ) en de winkels liggen vol met oranje devotionele . Variërend van lawaaimakers , platen over slingers te gekke pruiken of hoeden . Een heel land draagt ​​oranje en kijkt uit naar deze dag.

Die Übersetzung ins Niederländische machte googletranslate !

Ernstes Schauspiel sensibilisiert Passanten auf der Schranne und vor der Stadtbibliothek in Salzburg am Tag der Arbeitslosen (30. April)

Ein Gastbeitrag von Ubbo Goudschaal vom Arbeitslosenfonds der Erzdiözese Salzburg

Tag der Arbeitslosen Pantomime  Bühnenerlebnis Bamer EbnerWas geht ihnen durch den Kopf, wenn sie in den Medien immer wieder über steigende Arbeitslosigkeit hören oder lesen. Mir persönlich macht die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt  zunehmend Angst. Ich frage mich, ob ich trotz guter Ausbildung und Studium noch in fünf oder zehn Jahren einen Arbeitsplatz haben werde? Vielen Jugendlichen,  Pflichtschulabgänger, Frauen, Menschen mit Behinderung und im Alter von 45+ geht es jetzt schon an den Kragen. Welche Gesellschaftsschicht oder Berufssparte ist als nächstes dran. Dein Nachbar? Ich? Du? Können wir überhaupt etwas tun? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, ich möchte etwas tun!

Wer am 30. April – Tag der Arbeitslosen – vormittags auf die Schranne oder nachmittags in die Stadtbibliothek ging, konnte auf jeden Fall ein interessantes Treiben verfolgen. Zwei in rotblau gekleidete, maskierte Personen trugen Schilder mit den Begriffen „suche“ und „Arbeit“ in den Händen. Durch das Duo „Bühnenerlebnis Bamer-Ebner“ wurden pantomimisch Lebenswirklichkeiten von Arbeitslosen, wie Angstzustände und Frustration dargestellt. Währenddessen wurden umstehende Passanten von uns, Mitarbeiter des Arbeitslosenfonds der Erzdiözese Salzburg, auf das Thema der Arbeitslosigkeit angesprochen und informiert. Wer dem Gespräch nicht auswich, bekam von uns eine Rose – ein Symbol der Wertschätzung – und ein Infoflyer über die aktuelle Situation in Österreich und Salzburg überreicht.

Im März waren rund 8,4% der ÖsterreicherInnen bzw. 5,5% der SalzburgerInnen arbeitslos. Ungefähr ein Drittel der Betroffenen sind Frauen. Pflichtschulabgänger sind am häufigsten betroffen. Bildung und qualifizierte Ausbildung wird oft als Prävention gegen die eigene Arbeitslosigkeit propagiert, dennoch  werden viele trotz guter Ausbildung und Studium am Arbeitsmarkt nicht gebraucht. Hinzu kommt, dass viele SalzburgerInnen ihre Lebensgrundlage trotz einer ganztägigen Erwerbstätigkeit nicht ausreichend sichern können. Zudem lebt jeder zehnte Salzburger unter dem jeweiligen Existenzminimum.

Interessant war, wie unterschiedlich die Reaktionen der Passanten ausfielen. Antworten wie „Sozialschmarotzer“, oder „die wollen ja gar nicht“ fielen immer wieder. Das eigentlich Tragische an solchen Antworten ist, dass Arbeitslosigkeit als rein individuelles und kaum als strukturelles Problem innerhalb des Arbeitsmarktes gesehen wird. Andere wiederrum haben das Problem der Arbeitslosigkeit in der Struktur des Arbeitsmarktes gesehen. Rationalisierung und neoliberale Politik und Unternehmerkultur können nicht der Weg für die Zukunft sein. Ebenso meinten einige, dass Effektivität, Produktivität und Leistungsanspruch auf Grund des Wettbewerbs ins Unermessliche steigen. Viele Menschen bleiben so auf der Strecke.

Ich selbst denke, dass das Problem der Arbeitslosigkeit tiefer liegt. Ich nehme wahr, dass der Mensch hauptsächlich als Humankapital gesehen wird. Effektivität, Gewinne und Wachstum schauen nicht auf menschliche Eigenheiten, sondern nur auf Eigenschaften. Nur wer die gefragten Eigenschaften aufweisen kann, findet Zugang in den Arbeitsmarkt. Es geht also nicht um die Arbeitsfähigkeit, sondern um die Nachfrage von Humankapital. Die Wirtschaft reguliert sich hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage und so ihr ureigenes Ziel aus dem Auge: Das Wohl aller Menschen. Für dieses ‚Wohl’ steht die Straßenaktion und der Tag der Arbeitslosen.

 

 

ed4Die English Drama Group Salzburg ist eine echte Institution: Seit 22 Jahren führt sie einmal jährlich ein großes Stück auf. Zum 450. Geburtstag William Shakespeares zeigt sie in diesen Tagen das Stück „The Taming of the Shrew“ (Der Widerspenstigen Zähmung). Bis 7. Mai gibt es noch die Gelegenheit, sich diesen Theaterklassiker in der ARGE Nonntal anzusehen. Es gibt sogar noch Karten dafür. Ich habe es mir schon angesehen und möchte so vielen Leuten wie möglich diesen Theaterbesuch schmackhaft machen.

Als englischsprachiges Theater muss man ein Jubiläum wie den 450. Geburtstag Shakespeares einfach nutzen. Auch wenn es eine schwierige Aufgabe ist: für den Regisseur, für die Darsteller – aber auch fürs überwiegend deutschsprachige Publikum. Denn englische Originalsprache bedeutet in diesem Fall Englisch des 16. Jahrhunderts. ed3Sprachhürden oder nicht – die Darsteller ernteten nach jeder Szene ausgiebigen Applaus konnten am Ende noch dreimal die Bühne betreten, um den großen Schlussapplaus entgegenzunehmen.

Zum Stück „The Taming of the Shrew“ selbst muss man nicht viel sagen. Es ist den meisten Leuten gut bekannt. Viele haben es in der Schule gelesen oder bereits einmal im Theater gesehen. Aber die meisten Leute erinnern sich an die Verfilmung mit Elisabeth Taylor und Richard Burton, die sich im Film genauso gegenseitig verprügeln durften wie sie es angeblich auch im privaten Eheleben machten.

ed1ed2Ich selbst habe seit 22 Jahren keine Produktion der English Drama Group Salzburg versäumt. Meine große Verbundenheit zu diesem Theaterprojekt kommt freilich daher, dass ich meine ganze Studienzeit über Mitglied der Gruppe war. Die monatelangen Proben und die intensive Zeit während der Aufführungen haben mich stark geprägt: persönlich wie beruflich. Und ich habe in der Drama Group Freunde fürs Leben gefunden.

Als die Drama Group 1992 begann, leitete Ilse Lackenbauer die Truppe und führte sie innerhalb weniger Jahre zu großer Bekanntheit in Salzburg – und zu ebenso großen Erfolgen. Vor ein paar Jahren trat Michael Darmanin die Nachfolge an und sein Engagement und Enthusiasmus sind ungebrochen. Der Andrang mitzuspielen scheint groß zu sein, denn er wählt vornehmlich Stücke aus, die eine große Besetzung erfordern. Neben einem Kern von Darstellern, ändert sich die Zusammensetzung des Ensembles von Jahr zu Jahr leicht. So gibt es immer wieder neue Entdeckungen.

Wer Zeit hat, dem kann ich nur empfehlen die Gelegenheit zu nutzen und bis 7. Mai in die ARGE Nonntal zu gehen. Man bekommt in Salzburg sonst ohnehin kaum englischsprachiges Theater zu sehen, noch dazu von einer durch und durch mit Salzburg verwurzelten Truppe. Außerdem kann man sich damit auch gleich sein Quäntchen Shakespeare im Jubiläumsjahr des größten Dramatikers der englischsprachigen Welt abholen.

ratzenbergerkarteEin Beitrag von Harald Saller:

Gewisse Tage im Leben vergisst man nicht. Einer davon ist der 30. April 1994. Es ist ein herrlicher Frühlingstag mit angenehmen Temperaturen. Ich bin an diesem Nachmittag mit Schulkollegen bei einem Fußballspiel, als plötzlich ein junger Mann zu uns kommt und sagt: „Habt ihr schon gehört, da Ratzenberger ist tödlich verunglückt!“ Geschockt von dieser Meldung schwinge ich mich auf mein Fahrrad, fahre nach Hause und drehe Fernseher und Radio auf. Nach einiger Zeit kommt tatsächlich die Meldung, dass Salzburgs erster und zugleich einziger Formel-1-Fahrer im Qualifying zum Großen Preis von Imola tödlich verunglückt ist. Der 33-Jährige war mit seinem Boliden bei rund 300 km/h aufgrund eines Bruchs des Frontflügels von der Strecke abgekommen und gegen eine Mauer geprallt. Ratzenberger hatte keine Chance zu überleben. Es sollte eines der schwärzesten Formel-1-Wochenenden der Geschichte werden. Nur einen Tag später kommt der dreifache brasilianische Weltmeister Ayrton Senna ums Leben.

Heute jährt sich der Todestag von Roland Ratzenberger zum 20. Mal. Ich hatte leider nicht die Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen. Als er starb, war ich erst 13 Jahre alt. Als jemand, der ebenfalls seit frühester Kindheit vom Motorsport fasziniert war, habe ich seine Karriere via Fernsehen, Magazine und Zeitungen verfolgt. Ich habe Bücher gewälzt und später im Internet Videos von früher angesehen. Der stets auf Vollgas getrimmte Rennfahrer machte den Eindruck eines stattlichen Mannes, der mit seiner charismatischen Persönlichkeit jeglichen Raum ausfüllt und obendrein genau weiß, was er will.

Ich habe den traurigen Anlass genutzt und die Eltern von Roland Ratzenberger besucht, um über das Geschehene zu sprechen. Sein Vater Rudolf und seine Mutter Margit leben in der Wohnung in Salzburg-Maxglan, die ihr Sohn eine Woche vor seinem Tod gekauft hatte. Roland ist noch immer allgegenwärtig.

 

Eltern von Roland Fotos, Pokale und Modelle seiner Rennwagen zieren das Wohnzimmer. „Roland lebt noch immer bei uns mit“, sagt sein Vater. Der heute 81-Jährige hat Stress, wie er sagt. Zahlreiche Journalisten aus dem In- und Ausland rufen ihn an, um über seinen Sohn zu berichten. „Ich spreche gerne mit den Journalisten. Für mich ist das eine Art der Trauerbewältigung.“ Er und seine Frau besuchen regelmäßig das Grab auf dem Maxglaner Friedhof, das nach wie vor Fans aus der ganzen Welt besuchen und schmücken. „Ein Mal ist ein ganzer Bus mit Japanern zu uns gekommen. Das war eine herzliche Angelegenheit“, sagt Vater Rudolf und lächelt. Seine Worte klingen so lebendig, dass man den Eindruck gewinnt, Roland würde jederzeit bei der Tür hereinspazieren.

Als Roland Ratzenberger, der im Salzburger Stadtteil Gnigl aufgewachsen ist, seinen Eltern sagt, dass er Rennfahrer werden wolle, sind diese alles andere als begeistert. „Ich wollte eigentlich, dass er die HTL absolviert und einen technischen Beruf erlernt. Leider musste er in der vierten Klasse die Schule verlassen“, so der Vater. Der Junior habe sich aber ohnehin nicht von seiner Idee abbringen lassen. „Er war sehr ehrgeizig, zielstrebig und vor allem geschäftstüchtig. Er wollte sich von uns gar nicht helfen lassen.“

Roland arbeitet unter anderem als Instruktor und Mechaniker in der Rennfahrerschule von Walter Lechner. „Er schraubte oft bis zum Umfallen. Er nahm sich nicht Mal die Zeit, etwas Vernünftiges zu essen“, so der Senior. In Italien schult er Bodyguards von reichen Leuten, wie man den Wagen in Grenzsituationen beherrscht. Mit dem verdienten Geld finanziert er sich seine Karriere als Rennfahrer.

1980 macht er das erste Mal auf sich aufmerksam. Der damals 20-Jährige gewinnt die „Jim Russel Trophy“. Drei Jahre später folgt der erste Sieg in der Formel Ford auf dem Nürburgring. 1986 gewinnt er als bisher einziger deutschsprachiger Rennfahrer beim Formel-Ford-Festival im englischen Brands Hatch. Seine Eltern sowie seine zwei Schwestern verfolgen das Geschehen von Salzburg aus. „Ich war nur bei einem Rennen in der Formel Ford Mitte der 80er dabei.“, erinnert sich Vater Rudolf.

1989 erfolgt der nächste Karriereschub. Roland Ratzenberger wird der erste europäische Werksfahrer bei Toyota. Er pendelt zwischen Japan und Europa, fährt zahlreiche Rennen in der Formel 3000, in der Gruppe A und C und zusätzlich für BMW im Tourenwagensport. In einer japanischen Bar kommt es zu einer brenzligen Situation. Ein Mann bedroht Ratzenbergers deutschen Rennfahrerkollegen Heinz-Harald Frentzen mit dem Messer. Roland schiebt sich mutig dazwischen und entschärft die gefährliche Angelegenheit. Zu diesem Zeitpunkt verdient er bereits gutes Geld und kann ein feines Leben führen. Er kauft sich einen Porsche 911 Carrera, von dem er immer geträumt hatte.

Seinen großen Plan von der Formel-1-Karriere hat er damals schon fast aufgegeben, schließlich ist er bereits über 30 Jahre alt. Durch seine Geschäftstüchtigkeit kommt er mit Barbara Behlau in Kontakt. Die Inhaberin einer Kultur- und Sportagentur in Monaco finanziert ihm den Formel-1-Einstieg beim englischen Team Simtek – vorerst für fünf Rennen für die Saison 1994. Im unterlegenen Wagen des britischen Rennstalls verpasst er die Qualifikation für das Rennen im brasilianischen Interlagos. Beim zweiten Rennen im japanischen Aida schafft Ratzenberger den Sprung ins Starterfeld. Er wird schlussendlich Elfter.

Das dritte Rennen findet in Imola in San Marino statt, die fatalen Ereignisse nehmen ihren Lauf. „Ich habe mich immer damit getröstet, dass Roland bei dem gestorben ist, was er am liebsten gemacht hat. Meine Frau hat das Ganze mehr mitgenommen“, sagt Vater Rudolf, der sich bei unserer Verabschiedung für mein Kommen und der Anteilnahme bedankt.

Ironie des Schicksals: Auf dem Toyota, mit dem Roland Ratzenberger bei den 24 Stunden von Le Mans hätte starten sollen, steht noch sein Name. Ersatzfahrer ist der Amerikaner Jeff Krosnoff. Er wird Zweiter beim Langstrecken-Klassiker, verunglückt aber nur zwei Jahre später bei einem Rennen zur Indycar-Serie in Toronto ebenfalls tödlich.

ChackerEin Beitrag von Gastautor Christian Hacker

Was macht man als leidenschaftlicher Fußballer, Kampfmannschaftstrainer  und Jungvater? Man versucht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln diese Leidenschaft an den Sohn weiterzugeben. Besucht mit dem Kinderwagen bereits diverse Fußballplätze im Innviertel, kauft Fußbälle noch und nöcher und hofft, dass es klappt. Tja, um auf ganz Nummer sicher zu gehen, wird eine Bambini-Ballsportgruppe gegründet. Die Mütter geben die Kinder ab, gehen brav einkaufen, und statt der Muttermilch gibt es Fußballtraining für die Mini-Kids. Mit 6 Jahren fängt der Sohn dann planmäßig beim Verein ATSV Laab – sollte jedem Experten/jeder Expertin ein Begriff sein – an, Fußball zu spielen.

Doch was machen die Trainer bei den ersten Turnieren? Spielen doch keine Viererkette, Spieler werden auf einer falschen Position eingesetzt, sie geben keine taktischen Anweisungen und fast alle Spiele gehen verloren. Weiterer Schuldiger ist natürlich der Schiedsrichter, weil der doch glatt einen Einwurf übersehen hat. Die Spieler können sich den Ball nicht stoppen. Was machen eigentlich die Trainer? Na ja, da muss man sich das Training anschauen. Oh meine Herren bzw. Frauen, das Training ist ebenfalls  komplett verkehrt aufgebaut. Keine Disziplin bei den Kindern, haben die Trainer sich das Nachwuchs-System in Holland nicht angeschaut? Mit den Trainern kann mein Sohn niemals Profi werden. Scheibenhonig. Es gibt doch nur einen idealen Trainer für die Kids und das bin ich. Ich weiß alles, ich kann alles, ich werde sie zu Stars machen. Was? Beide Nachwuchstrainer wollen aufhören. Ha, jetzt schlägt meine Stunde! Ich übernehme die Kids und ab jetzt wird alles besser: Wir werden jedes Turnier gewinnen, ATSV Laab wird in 10 Jahren noch bekannter als der FC St. Pauli und mir werden die Kinder, Trainer aber vor allem die Mütter zu Füßen liegen. Ja, so hat meine Nachwuchs-Trainer-Karriere begonnen.

Mein Tipp: Es kommt (nicht nur) im Fußball immer anders als man denkt!