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Wir machen Urlaub! – Urlaub???

strand2Zwei große Handtücher, zwei kleine Handtücher, eine Picknick-Decke, zwei Badeanzüge mit Mini-Maus, zwei mit Filly-Ponys, zwei Badeanzüge für die Mama, zwei Badehosen für den Papa, zwei T-Shirts, zwei kurze Leggins, ein Mal UV-Schutz-Gewand mit Hello Kitty, einmal no-name vom Eduscho, zwei Trinkflaschen aus Glas, eine 1,5-Liter-Version aus Plastik, Reiswafferl, Äpfel, Kekse, eine Banane, zwei Weckerl, zwei Tuben Sonnencreme, Schwimmscheiben, zwei Taucherbrillen, zwei Schnorchel, eine Tasche Sandspielzeug (die Super-Size-Edition für den Strand), Spritz-Tiere, vier Kapperl und vier Paar Strandschuhe (der Sand ist echt heiß) und den Sonnenschirm. Jetzt noch alles in zwei Badetaschen und einen Rucksack stopfen.

Geschafft, es ist jetzt 9.30 Uhr, Ankunft am Strand 10 Uhr. Lager aufschlagen am freien Strand nahe Viareggio in der Toskana. Am Bezahl-Strand kosten zwei Liegestühle und ein Sonnenschirm familienfreundliche 24 Euro pro Tag, macht für sechs Tage …. nein, da bin ich zu geizig.

Jetzt noch die Eincreme-Prozedur: zuerst renitente Dreijährige ca. 10 Minuten im Dauerlauf wahlweise durch den Campingplatz oder die Sanddünen verfolgen, unter Protestgeschrei einfangen, dann möglichst schell einschmieren, loslassen und nächstes Kind schnappen.

Nächste Disziplin: Sandburgen bauen, am besten gleich nach dem Eincremen, damit der Sand auch ordentlich am Kind klebt. Zwischendurch kurze Begegnung mit Meer und Brandung. Raus aus dem Wasser, umziehen, nach fünf Minuten wieder rein ins Wasser,….

Besondere Herausforderung: die Wanderung zum Klo. Drei Sanddünen weiter und gefühlte 30 Minuten Fußmarsch müssen mindestens drei Leute ihre Blase koordinieren – denn zwei Mal gehe ich den Weg sicher nicht!

12 Uhr, Jausenzeit, endlich mal zehn Minuten sitzen, unter dem gerade gekauften Schirm. Mein dritter Mitleidskauf von den Händlern aus dem Senegal, viele von ihnen sind dort am Strand unterwegs.

Um 15 Uhr zurück zum Campingplatz, schließlich müssen wir noch den Pool testen. Alles wieder in die Tasche schlichten, beim Pool alles wieder auspacken – wo sind die Spritztiere und die grüne Sandschaufel?

Die Welt ein Stückchen besser machen

Jawohl, in unserer Welt passieren viele schlimme Dinge. Tagtäglich gibt es große Katastrophen und millionenfach kleine Tragödien. Und oft denkt man sich, wieso kann man da nichts tun? Es geschieht in fernen Ländern und nah bei uns. Und man fühlt sich oft so hilflos. Man möchte das große Ganze ändern, aber es geht nicht. Und doch haben wir alle die Möglichkeit ein ganz kleines bisschen dazu beizutragen die Welt ein Stückchen besser zu machen. adventkarnz

Das kann der Augenblick sein, wo man seinen Nächsten ernsthaft fragt, wie es ihm geht. Und dann zuhört, weil sich ein Herz öffnet und ein Mensch sich ausspricht, seine Last teilt. Das kann der Moment sein, wo man seine Geldbörse öffnet und gibt, um jemandem Fremden zu helfen. Das kann eine Geburtstagstorte für einen Obdachlosen sein, der das nie erwartet hätte und der merkt, dass auch er dazu gehört. Es gibt viele Möglichkeiten, die wir selbst in der Hand haben, um einfach etwas zu tun, was einem anderen wieder Hoffnung gibt.

Es ist ganz einfach, es geht mit Dasein, materiellen Dingen und Zuhören. Und schon fühlt man sich nicht mehr so hilflos, wenn  man an all die kleinen und großen Tragödien in der Welt denkt. Und man merkt, dass Helfen die eigene Seele stärkt und Kraft gibt. Und es ist nicht naiv zu glauben, dass man die Welt ein Stückchen besser machen kann.

Die Welt ein bisschen besser machen

Ehrenamt 1Ganz beschwingt bin ich heute nach Hause gekommen. Und das liegt an einem Zusammentreffen mit Ehrenamtlichen.

Wir bereiten ein Projekt vor, wo wir freiwillige Unterstützerinnen und Unterstützer brauchen. Die zwei Stunden, die wir miteinander verbracht haben, waren einfach toll. Woran liegt das, habe ich mir auf dem Nachhauseweg überlegt. Ehrenamtliche Arbeit ist mir ja nicht unbekannt, ich habe das aber nie richtig hinterfragt. Heute habe ich für mich ein paar Antworten gefunden.

Da ist einmal das Miteinander. Miteinander Ideen zu entwickeln, ein Ziel zu haben und nicht nach dem Profit zu fragen. Was jetzt vielleicht ein bisschen salbungsvoll klingt, hab ich heute gespürt. Der Wille gemeinsam die Welt ein bisschen besser und menschenfreundlicher zu machen. Und jeder Mensch kann seine Möglichkeiten, Fertigkeiten und Talente mit einbringen. Alles ist wertvoll. Es wird nicht danach gefragt, was du nicht kannst, sondern was du kannst. Ehrenamt 2

Das macht einen großen Unterschied. Es ist auch egal, ob du reich oder arm, alt oder jung, eine gute Bildung hast oder in irgendeiner Form beeinträchtigt bist. Das, was du zu geben bereit bist, zählt. Und es ist gibt keinen Wertunterschied. Jede ehrenamtliche Arbeit wird gleich viel geschätzt. Ob du dich für andere Menschen engagierst, in einer Umweltorganisation, einer Partei oder Religionsgemeinschaft mitmachst, dich für Tiere einsetzt oder im Sport aktiv bist. Alles trägt dazu die Welt ein bisschen besser zu machen ohne nach Geld oder Besitz zu streben. Danke an alle, die das einfach tun.

Mamamia – Die vom anderen Planeten

Sie liegen auf Liegenstühlen, sie lesen Bücher, sie gehen spät ins Bett, sie stehen noch später auf, sie reden über intellektuell anspruchsvolle Themen, sie genießen Kulturveranstaltungen und gehen ins Kino – SIE sind meine guten FreundInnen und ich mag sie sehr. SIE gehören Bärallerdings zur Spezies der freiwillig kinderlosen Erwachsenen und leben somit auf einem anderen Planeten als ich. Ein Ausflug in diese entfernte Galaxis tut richtig gut. Und trotzdem – das Gefühl nicht (mehr) richtig dazu zu gehören schleicht sich doch gelegentlich ein.

Kindergeschichten erzählen, ja oder nein? Und wenn nein, worüber sonst noch reden, wenn das Leben voll ist mit Kindergeschichten? Nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe, aber das Leben mit Kindern verändert den eigenen Horizont fundamental. Sicher, man ist zumindest teilweise up to date, ist im (schon spannenden) Beruf verankert und irgendwann hat man auch mal ein exotisches Land bereist, aber irgendwie fehlt es doch – das „family business“. So sehr ich auch den gelegentlichen Ausbruch aus der Familienwelt schätze, so vertraut ist es doch, andere Menschen mit Augenringen, angespuckten T-Shirts oder riesigen Wickeltaschen zu sehen. Menschen unter 90 Jahren, die sich trotzdem um 17 Uhr verabschieden, weil sie jetzt zu Abend essen und ins Bett gehen müssen.

Tja, es gibt sie halt doch, die zwei Planeten, den mit den Kindern und den der Kinderlosen.

Hühner und Holler

Gestern hatte ich Besuch einer Hühnerhalterin, die sich wie ich auch erst im letzten Jahr Hühner zugelegt hat. Im Gespräch waren natürlich auch die Eier ein Thema, Sie fragte mich, ob meine Hühner im Moment auch so wenige Eier legen. Die Antwort war ein klares JA.Foto[1]

Drei Wochen ging das so und ich machte mir schon Sorgen, was denn los ist. Ich habe überlegt, was ich bei der Futterzusammenstellung verändert habe, habe kontrolliert, ob Schädlinge im Stall sind und habe sogar die Hühner abgetastet, aus Sorge, dass sie alle zusammen an Legenot leiden, auch wenn das noch so unwahrscheinlich ist. Nichts dergleichen. Was war sonst der Grund?

Die Antwort auf die Frage ergab sich dann von selbst. Wir standen neben einem Holunderstrauch, der gerade am abblühen war. Da fiel mir ein, dass ich im letzten Jahr eine Bauernregel gelesen hatte: Wenn der Holler blüht, legen die Hendln keine Eier.

Mir kam das komisch vor. Warum sollte das so sein, ist doch egal wenn der Holunder blüht. Das berührt doch meine Hühner nicht. Darum habe ich diese Bauernregel gleich wieder vergessen.Eier im Nest

Heuer bin ich also eines Besseren belehrt worden. Und wenn ich zurückrechne, war es wirklich so: Kaum fing der Holunder an zu blühen, hörten die Hühner auf, Eier zu legen. Ich hatte mir also umsonst den Kopf zerbrochen. Es ist einfach so. Und außerdem: Wenn man Hühner hält, weil man es gerne macht und nicht auf Leistung angewiesen ist, ist das auch OK.

Seit zwei Tagen, der Holunder ist verblüht, legen meine Hühner nun wieder Eier.

Ich würde sagen, das ist der Lauf der Natur, Hühner halten sich an den Holler und das ist auch gut so. Ab und an eine Pause einzulegen ist nicht nur gut für die Hühner, sondern auch für den Menschen, um neue Kraft und Energie zu tanken und dann wieder frisch an neue Projekte heranzugehen. Im Fall meiner Hühner ist das das Eierlegen.

Ich konnte die Zeit nutzen, um – wie sollte es anders sein – Holunderblütensaft zu machen. Schmeckt lecker und ich werde mich bei jedem Glas Saft daran erinnern, dass Hühner keine Eier legen, wenn der Holunder blüht.Holler

Für alle, die diesen leckeren Saft auch machen möchten:

30 Holunderblüten-Dolden

3 Liter Wasser

40 g Zitronensäure

Saft von 6 Zitronen

3 kg Zucker

Am bestenmittags Hollerblüten mit viel Blütenstaub pflücken. Keinesfalls waschen. Sollten kleine Tierchen drin sein, nur locker ausschütteln (keine Sorge, der Saft wird abgeseiht).

Blüten in einen Eimer einschichten und mit kaltem Wasser aufgießen. 24–36 Stunden zugedeckt kühl stehen lassen, ab und an umrühren.

Abseihen, die Zitronensäure, den geseihten Zitronensaft und den Zucker dazugeben und einmal kurz aufkochen und sofort in Flaschen füllen.

DANKE in 100 Sprachen

Jetzt sind es volle zwanzig Jahre, dass ich Deutsch für Frauen unterrichte, für Frauen aus aller „Herren“ Länder.

Deutschkurs AP 2Es ist viel passiert in den 20 Jahren. Als ich damals als Studentin anfing mit dem Unterricht, war der Verein VIELE eine kleine Initiative. Vorwiegend Frauen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien kamen zum Kurs. Es waren auch viele Flüchtlinge darunter, der Krieg am Balkan war in vollem Gange. 2013 sind die Kurse bunt gemischt, mehr als 50 Länder sind vertreten.

Damals 1993 waren die Kurse für mich eine große Herausforderung. Ich hatte keine Ahnung von den verschiedenen Kulturen, Sprachen und Religionen. Alles war neu für mich. Und wahrscheinlich habe ich viele Fehler gemacht, interkulturelle Pädagogik steckte in Österreich in den Kinderschuhen. Ich habe einfach darauf los unterrichtet. Die Frauen mögen mir meine Fehler verzeihen.

Heute kann ich sagen, dass jede Kursstunde nicht nur für die Schülerinnen (hoffentlich), sondern auch für mich als Lehrerin sehr lehrreich war. Natürlich wollte ich die deutsche Sprache und die österreichische Kultur vermitteln. Ich hoffe, es ist mir dann und wann gelungen und die Frauen haben ein wenig Unterstützung bekommen, um in der neuen Heimat besser ankommen zu können. Aber ich habe mindestens genau so viel von meinen Schülerinnen gelernt. Sie haben mein Leben bunter und reicher gemacht.Deutschkurs FJ

Was mich immer wieder erstaunt hat, war das schöne Miteinander im Kurs. Oft genug saßen Frauen aus 15 und mehr Nationen, Kulturen und Ländern im Raum. Wenn eine neue Frau dazu kam, dann wurde sie selbstverständlich sofort mit aufgenommen. Sich gegenseitig zu helfen, war eine Selbstverständlichkeit. Wenn die Weltpolitik so handeln würde wie die Frauen im Deutschkurs, dann gäbe es keine Konflikte und Kriege mehr.Deutschkurs AP 1

Und wir hatten viel Spaß. Was wäre ein Kurs ohne Lachen? Eine langweilige Angelegenheit und das Lernen würde noch schwerer fallen. Denn viele stellen es sich so einfach vor im Erwachsenenalter noch eine fremde Sprache zu lernen. Allen, die fordern, die sollen mal schnell Deutsch lernen, empfehle ich sich in einen Arabisch- oder Vietnamesischkurs zu setzen. Das ist anstrengend und schnell geht es nur in den seltensten Fällen. Darum ziehe ich den Hut vor allen meinen Schülerinnen, die sich all die Jahre so viel Mühe gegeben haben. Ihr Fleiß und ihre Hartnäckigkeit sind mir ein Vorbild.

Ich erinnere mich auch gerne an die verschiedenen Ausflüge, wie nach Wien oder ins Kloster St. Peter. Das Highlight des Jahres waren immer die Jahresabschlussfeste der Deutschkurse. Die Freude der Frauen über ihre Diplome, das gemütliche Beisammensein und die kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt, von der kenianischen Suppe, über thailändische Frühlingsrollen bis zu den herrlichen Böreks in allen Variationen. Das Essen bringt halt auch die Menschen zusammen.

nikolausbesuch 2010

Ich durfte viele Babys abbusseln, zu Hochzeiten gratulieren und mich über einen gefundenen Arbeitsplatz mitfreuen. Aber es gab nicht nur fröhliche Stunden, Probleme und Schicksalsschläge gehören zum Leben dazu. Oft haben mir Frauen ihr Herz ausgeschüttet, danke für dieses große Vertrauen.

DANKE auch für:

• Unzählige spannende Unterrichtsstunden

• Freundschaftliche Beziehungen

• Einblicke in viele Kulturen und Religionen

• Interessante Gespräche

• Das bunte Miteinander

• Nachdenkliche Momente

• Das viele Lachen

Stellvertretend für hunderte Frauen ein DANKE an:abschluss 2012

Anela, Ferida, Uthaitip, Hatixe, Hatice, Oktiyabri, Ayse, Ayten, Fadila, Esma, Domnica, Rosalia, Adriana, Ana, Phattraphorn, Nicsarat, Niki, Maria, Daniela, Danica, Sabahat, Silvia, Mui, Quach, Nazli, Karuna, Catharine, Zehra, Kuldeep, Leali, Yumi, Loana, Regina, Shuni, Tanja, Srie, Melda, Charity, Pat, Elvira, Joka, Feyza, Remzija, Feride, Kaouther, Gülüzar, Genia, Marya, Meryem, Lam, Mac, Tran, Sopanat, Warranada, Wijit, Usa, Nuray, Nigar, Nermin, Ame, Songül, Güler, Yoko, Grace, Faduna, Bouchra, Rohat, Sujada, Melek, Nato, Rada, Lourdes, Mimi, Galina, Kamila, Christina, Cennet, Cemile, Nelly, Sin Hom, Maryam, Aysa, Eda, Fatma, Sabina und viele andere mehr…