Viele Menschen habe ich kennengelernt, neue Orte sehen und schöne Momente erleben dürfen. Von einigen der vielen tollen Menschen, die ich kennengelernt habe, will ich erzählen. Da war im Frühjahr Hodan Hashi, die den Troll aaa3Borostyani Preis bekommen hat. Eine gebürtige Somalierin, 17 Jahre, klug und engagiert. Seit Jahren hilft sie Eltern und Lehrern bei Problemen als Mittlerin zwischen den Kulturen. Einfach, weil sie möchte, dass die Menschen gut miteinander leben können. Oder Manfred Fischer. Seine Frau ist an Demenz erkrankt. Er hatte keine Ahnung von dieser Krankheit. Nun gibt er all seine Kraft für seine Frau und die Organisation „Alzheimer Angehörige“. Er hat mich darin bestärkt in Salzburg mehr für Menschen mit Demenz auf die Beine zu stellen. 2016 starten wir die „demenzfreundliche Stadt“. Oder in Reims bei den Feierlichkeiten zur Befreiung Frankreichs durch die Nazi-Herrschaft habe ich eine Widerstandskämpferin kennengelernt. Mit ihren 97 Jahren ist sie immer noch in den Schulen unterwegs, um die Kinder über die Schrecken des 2. Weltkrieges aufzuklären.
Mein großer Dank gilt allen, die 2015 dazu beigetragen haben, Salzburg noch ein bisschen lebenswerter zu machen. Dazu gehören die vielen HelferInnen, die seit September täglich im Einsatz sind für die Flüchtlinge. Die unzähligen Menschen, die unsere Aktion #88gegenrechts unterstützt haben. Die vielen Statements, Fotos und Beiträge zeigen, wie viele Salzburgerinnen und Salzburger für ein offenes und vielfältiges Miteinander sind.
Und da gibt es die vielen Engagierten, die nie in der Öffentlichkeit stehen. Zum Beispiel der pensionierte Kripobeamte, der im Seniorenwohnhaus Itzling mithilft. Der im September etwas ganz besonderes für die Alten machte. Mit einem Spezialfahrrad für zwei Personen fuhr er mit den Menschen eine Runde durch Itzling. Viele von ihnen saßen schon Jahrzehnte auf keinem Fahrrad mehr. Und die Lehrerin, die seit Jahren Deutsch in der Stadtbücherei unterrichtet. Jede Woche – ehrenamtlich. Sie und ihr Kollege waren der Anlass im Sommer ein großes Freiwilligennetzwerk zu gründen, damit Flüchtlinge schneller Deutsch lernen können. Mehr als 70 Menschen begleiten jetzt Asylwerber und Asylberechtigte beim Deutschlernen. Ehrenamtlich. Das alles sehen wir viel zu wenig. Nämlich dann, wenn wir zu jammern beginnen, wie schlecht die Welt doch nicht ist! Es stimmt, es gibt viel Schlimmes, Hass, Gewalt, Krieg, Vertreibung, Einsamkeit, Verzweiflung. Auch das muss man sehen. Und vom Sehen, Verstehen soll man nicht ins Jammern verfallen, sondern ins Tun. Denn erst durch das Tun, Helfen, Unterstützen wird das Böse und Schlechte weniger. Darum nochmals Danke an alle, die dazu beitragen, die Welt ein bisschen heller und freundlicher zu machen. Hoffentlich auch 2016!

Titelfoto: Müseler

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