Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

In leichter Sprache!

Habt ihr schon mal von Demenz gehört?

Demenz ist eine Krankheit. Das Gehirn ändert sich. Dann hat ein Mensch Demenz. Viele Menschen vergessen etwas. Andere Menschen finden einen Weg nicht mehr. Diese Menschen erkennen manchmal auch die eigenen Kinder nicht mehr.

Viele Menschen sind 65 Jahre und älter, wenn sie Demenz bekommen.

Ein Mann mit Demenz hat gesagt: Das ist wie Konfetti im Kopf haben.

Wenn ein Mensch Demenz hat, kann er nicht wieder ganz gesund werden. Gegen Demenz gibt es keine Spritze, keine Tablette und keine Tropfen.

Manchmal ist das Leben schwierig, wenn man Demenz hat.

Auch für die Familie und die Freunde kann das sehr schwierig sein.

Ingeborg Modell, 82, und Helmut Faust, 74 (Senioren-Wohnpark Erkner) sind mehr als nur gute Freunde. Die beiden unternehmen viele Spaziergänge und wissen immer, wo der andere ist. Durch die gemeinsame Zeit hat sich eine Art Seelenverwandtschaft entwickelt.

Ingeborg Modell, 82, und Helmut Faust, 74 (Senioren-Wohnpark Erkner) sind mehr als nur gute Freunde. Die beiden unternehmen viele Spaziergänge und wissen immer, wo der andere ist. Durch die gemeinsame Zeit hat sich eine Art Seelenverwandtschaft entwickelt.

Die Stadt Salzburg möchte diesen Menschen helfen. Darum will die Stadt Salzburg demenzfreundlich sein.

Dieser Plan heißt „Konfetti im Kopf“:

Auf der Homepage Konfetti-im-Kopf gibt es viele Informationen.

Wenn jemand Demenz hat gibt es eine gute Beratung.

Wenn die ganze Familie Hilfe braucht gibt es viele Angebote.

Niemand darf mit seiner Angst alleine bleiben.

Viele Organisationen helfen mit, zum Beispiel:

Diakonie, Caritas, SGKK, Apothekerkammer, Erzdiözese Salzburg, Rotes Kreuz, Selbsthilfegruppe Alzheimerangehörige, carecamp demenz

Die Idee für Konfetti im Kopf kommt aus Hamburg. Herr Michael Hagedorn und seine Freunde wollen, dass viele Menschen etwas über Demenz wissen. Sie wollen auch, dass die Angst vor der Krankheit nicht so groß ist. Sie sagen, dass auch ein Mensch mit Demenz noch viele schöne Dinge erleben kann. Das will die Stadt Salzburg auch. Jetzt arbeiten die Hamburger und Salzburger zusammen. Sie machen viele Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Familien. Wer eine Idee hat oder etwas braucht kann sich hier melden:

Konfetti-im-Kopf

Bilder: Info-Z, Konfetti im Kopf

13427732_1687617364836909_2537041123382150860_nDer Hass ist unter uns. Der Hass auf alles was scheinbar anders ist. Der Hass auf Frauen, die eine eigene Meinung haben und die auch öffentlich kundtun. Selbst der Hass auf eine Frau, die ein EM-Fußballspiel im ZDF kommentiert ist in allen sozialen Netzwerken allgegenwärtig. Und da ist der Hass auf Schwule und Lesben, nicht  nur im Netz, ganz real in Orlando, wo 49 Menschen umgebracht wurden, weil sie nicht heterosexuell waren. Wer jetzt meint, das  sei islamspezifisch, der täuscht sich. Der Hass auf alles was nicht heterosexuell ist, findet sich in allen Religionen. So hat ein christlicher Pastor in den USA bedauert, dass nicht noch mehr von diesen Menschen gestorben sind, die widernatürliche Unzucht betreiben. Oder der Hass auf die Semi-Prominente Gina Lisa, die in einem Video, in dem sie für viele offensichtlich vergewaltigt wurde, hunderttausendfach verhöhnt wurde.

Ich frage mich ganz einfach: Hat der Hass die Welt schon jemals ein Stückchen besser gemacht? Wollen wir, dass unsere Kinder und Enkelkinder in einer Welt voller Hass aufwachsen? Ist das menschlich? Ist das gut?

Nein. Ich möchte eine Welt des Miteinanders und des Respekts. Ich will, dass es normal ist, anders zu sein. Ich will, dass Menschen es akzeptieren, wenn jemand anders ist, jeden sein Leben leben lassen.

Das kann doch nicht so schwer sein, also stoppen wir den Hass. Denn jeder und  jede von uns ist verantwortlich dafür, dass die Welt ein Stückchen besser wird. Für uns selbst, für unsere Kinder. Und eines weiß ich noch: Wir, die wir friedlich und respektvoll miteinander leben wollen, sind die Mehrheit!

Also sagen wir es auch, zeigen wir uns:

#aufstehn #solidaritystorm

von Gabriele Rothuber

KINDERANTWORT:
Wenn eine Frau und ein Man sich sehr lieben, dann küssen sie sich, sie kuscheln auch miteinander, sie kuscheln vielleicht sogar nackt. Und das allerengste, das man kuscheln kann ist, wenn die Scheide den Penis aufnimmt. Und wenn die dann weiterkuscheln gibt es einen Moment, in dem es am allerschönsten ist – wie bei einem Feuerwerk auf einer Party –  dann kommen die Samenzellen aus dem Penis in die Frau. Und wenn eine Samenzelle auf eine Eizelle trifft, kann ein Baby entstehen.“

ZUSATZINFOS:
Etwas größere Kinder – so ab der 3. oder 4. Volksschulklasse – interessieren sich sehr für Zahlen: rund 400.000 Eizellen und 600.000.000 Samenzellen (pro Ejakulat): und dass es so was wie ein erster Sieg im Leben ist, dass genau die eine Samenzelle und die eine Eizelle zusammengekommen
sind!

Wenn Ihr Kind ein Wunschkind war: Sagen Sie ihm das!
Wenn Sie alleinerziehend sind: Kinder, die nur bei einem Elternteil wohnen, hören es gerne, dass es eine Zeit im Leben von Mama und Papa gab, in der sie sich sehr lieb hatten – und aus dieser Zeit „stammt“ das Kind.

Kinder ab der Volksschule haben meist auch schon gehört, dass es Paare gibt, die sich ein Kind wünschen, aber keines bekommen können – und sie haben über künstliche Befruchtung gehört. Sie fragen, wie es gehen kann, dass 2 Frauen oder 2 Männer (das heißt homosexuelle Paare) Kinder bekommen können (Adoptionsrecht seit 2016). Sie haben vielleicht auch schon davon gehört, dass nicht alle Babies gesund oder lebend auf die Welt kommen.
Versuchen Sie, Ihrem Kind diese Fragen ehrlich und kindgerecht zu beantworten.

„WIE / WO KOMMEN DIE BABIES AUS DEM BAUCH?“
KINDERANTWORT: „nach etwa 9 Monaten bekommt die Frau Wehen und das Baby wird durch die Scheide geboren. Das ist anstrengend – für die Mama und für das Baby, das da ordentlich mithilft. Wenn das Baby dann da ist, freut man sich aber so sehr, dass das nicht mehr wichtig ist.“

Ich mache die Erfahrung, dass Kinder, die durch Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, oft detailliert wissen, wie dies vor sich ging. Und manche*r Viertklassler*in glaubt noch, Babys würden durch den Popo geboren. Anscheinend ist es für viele Eltern weniger schlimm, vom „Bauchaufschneiden und Zunähen“ zu erzählen ;-)

Gabriele Rothuber arbeitet unter anderem beim Verein Selbstbewusst

Aktuell gibt es 88 SprachtrainerInnen an 20 Standorten in der Stadt Salzburg. Sie lernen mit hunderten Menschen Deutsch. Freiwillig. Ohne Bezahlung.

Seit knapp einem Jahr gibt es das Freiwilligennetzwerk der Diakonie in Kooperation mit Stadt und Land Salzburg. Heute wollte ich von den Trainerinnen und Trainern wissen, wie es ihnen so ergeht. Zwei Stunden angeregter Austausch mit vielen Geschichten, Schicksalen, Ideen aber auch Kritik und Wünschen:

Als TrainerIn kommt man den Schicksalen der Menschen sehr nahe. Vieles stellt sich dann ganz anders dar, als in den Medien berichtet. Viele berichten darüber, wie schwer das Warten ist auf das erste Interview, Monate oft Jahre dauert es bis es zu einer Entscheidung kommt. Gleichzeitig ist da bei manchen die Angst vor dem Danach. Bekomme ich Asyl? Und wenn ja, wie soll es weitergehen, Wohnung, Arbeit? Das macht unsicher. Viele Flüchtlinge lernen eifrig Deutsch, nehmen die Angebote wahr. Dann gibt es andere, die zwar angemeldet sind, aber einfach nicht kommen. Das frustriert natürlich die Freiwilligen, die hier ihre Zeit geben, das wird auch als Respektlosigkeit empfunden. Bei den Flüchtlingen gibt es das gleiche Potpourri an Menschen, wie bei anderen auch. Die meisten wollen Deutsch lernen, sich integrieren, arbeiten und eine Zukunft aufbauen. Und dann sind auch einige dabei, die sich für das alles nicht interessieren. Dann gibt es jene, die erstmals in ihrem Leben einen Stift in der Hand halten, Erwachsene, die unter größten Mühen Lesen und Schreiben lernen. Und die Kinder, die am Anfang oft zurückhaltend sind, lernen dann in Windeseile Deutsch.

Aber die SprachtrainerInnen erleben auch, was es heißt wenn es zu Missverständnissen kommt, die falsch interpretiert werden können. Warum essen die Flüchtlinge nicht immer, was man ihnen vorsetzt? Sind sie undankbar? Eine Trainerin erzählt, dass in ihrem Quartier eine große Ladung Cornflakes gespendet wurde. Aber keiner der Flüchtlinge rührte das an. Die Packungen standen ungeöffnet herum. Bis eines Tages ihre Deutschkollegin eine Packung öffnete und die Cornflakes essen wollte. Die Flüchtlinge bedeuteten ihr das auf keinen Fall zu essen! Auf  ihr Nachfragen  erklärten sie ihr, dass das Hühnerfutter sei. Schließlich war auf der Packung ja ein Hahn abgebildet.

Die Arbeit der Freiwilligen kann nicht hoch genug geschätzt werden. Es geht oft über das Sprachtraining hinaus. Sie begleiten die Flüchtlinge zum Arzt oder zur Behörde. Manches Mal entstehen Freundschaften. Auf alle Fälle ist ihre Arbeit ein wichtiger Teil der Integration in Österreich. Dafür Danke und mein allergrößter Respekt für diesen Einsatz für die Menschen und für ein gedeihliches Miteinander in Salzburg.

Und wer sich auch engagieren möchte, hier die Infos: Freiwilligennetzwerk Diakonie

von Gertrud Mavrakis

Es ist März. Spätsommer in Südafrika. Es ist heiß, etwas schwül. Ich liege in der Hängematte mitten im Busch. Es liegt der Duft der Wildnis in der Luft, der Duft der Tiere die im dichten Buschwerk um mich sind, manchmal das Knacken eines Astes oder Laute hören lassen.

Die Stimmen der vielen bunten Vögel dringen zu mir, manche lassen sich auch sehen. Besonders mag ich den Grauen Lärmvogel, auch „Go-away-bird“ genannt, da er die Tierwelt warnt mit seinem Ruf oder den prächtigen Glanzhaubenturako, der so unendlich scheu ist und nur sehr zögernd den kleinen Teich aufsucht um zu trinken. Unzählige Vögel bevölkern die Gegend und zwitschern bunt durcheinander.


Ich sehe durch die Büsche zum Himmel. Dort oben ziehen lange Reihen Marabus in Richtung Nationalpark. Dort gibt es viel Futter jetzt, für Aasfresser. Es hat 2 Jahre fast nicht geregnet und für Pflanzenfresser ist eine schlimme Zeit. Ich bin ein ganz kleines Stäubchen inmitten dieser allmächtigen Natur, ganz klein, vollkommen unwichtig. Um mich sind unzählige Spezies, die mich jederzeit töten könnten, auch wenn ich sie nicht sehe. Es leben Leoparden hier, Hyänen, aber sie jagen nachts. Die schwarze Mamba, der Felsenpython, die Speikobra, sie alle sind scheu und wollen nicht gestört werden.


Da gibt es Skorpione, Vogelspinnen, giftige Tausendfüßler, aber wenn ich achtsam bin, werden sie mir nicht zu nahe kommen. Ich darf mich als Teil eines großen Ganzen fühlen, gleichwertig mit dem Käfer am Baum und dem riesigen bunten Schmetterling der vor meiner Nase tanzt, frei und voll Lebensfreude. Das ist es, was mich diesen Ort so lieben lässt.
Meine Hängematte hängt im Busch, dort steht aber auch ein Haus.

KuduRidge

Kudu Ridge, das wunderbare Plätzchen mitten im Marloth Park, wenige Meter entfernt vom Crocodile River, der uns vom Krüger Nationalpark trennt. Von dort hören wir die Flusspferde und Elefanten, nachts die Löwen. Eine martialische und doch wunderbare, ergreifende Geräuschkulisse

Tiere besuchen uns auf der Terrasse – Zebras, Kudus, Zebramangusten, Warzenschweine, Giraffen,…  sie sehen uns an, ziehen weiter, ganz entspannt, friedlich.

Das ist mein Afrika.

Es gibt Menschen, die treibt die Überforderung zu unfassbaren Misshandlungstaten. Sie sperren ihre Kinder weg in den Keller. Oder einen alten Menschen. Oder ihr Haustier. Wie beruhigend das für sie sein muss. Am besten gar nicht mehr aufsperren, denn dieses Gefühl der Ruhe ist zu angenehm. Je länger sie gar nicht nachschauen, desto weniger denken sie an das Kind, die eigene alte Mutter oder das ehemals so putzige Hunderl. Ob es wohl schon tot ist? Das wäre auch eine Erleichterung.

Zum Glück kommen solche Fälle nicht sehr häufig vor. Aber wenn sie bekannt werden, dann ist die Betroffenheit groß. Es geht eine Welle der Trauer durch die Bevölkerung. Es ist ja auch ganz unfassbar, was da passiert. Zur Trauer gesellt sich die Empörung. Was sind das für Menschen, die so handeln? Haben diese Menschen gar kein Herz? Oder sind sie aufgrund einer psychischen Störung durch die Situation derartig überfordert?

Heute hat unser Außenminister gesagt, Europa sollte es Australien gleichtun und Flüchtlinge auf einer Insel internieren. Es gibt ganz verstörende Bilder und Reportagen darüber. Ich möchte Herrn Kurz jetzt gar nicht mal unterstellen, dass er auch so weit gehen würde, einfach Boote wieder aufs offene Meer schleppen zu lassen.

Weg auf eine Insel. Dort sehen wir das Leid der Menschen nicht. Das beruhigt Herrn Kurz und soll auch uns beruhigen. Welche Zustände auf den Inseln herrschen, auf denen Australien Flüchtlinge „entsorgt“, ist bekannt. Es ist eine perfide Art der Grausamkeit. Ich mache mir Sorgen. Darum, dass diese Grausamkeit in unserer Gesellschaft akzeptiert wird. Und um Herrn Kurz, der offenbar jede Empathie verloren hat. Aus Überforderung?

„Es wird nicht ohne hässliche Bilder gehen“, sagte Herr Kurz bereits Anfang des Jahres, als Österreich seine Grenze schloss und somit auch die Balkanroute für Flüchtlinge gesperrt war. Hässliche Bilder kamen. Herr Kurz hat sie ausgehalten. Sie waren nicht hässlich genug. Weil es Hilfsorganisationen gibt und mitfühlende Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze leben, die auch mit dem Wenigen, das sie haben, zu helfen versuchen.

Ich möchte keine hässlichen Bilder aushalten müssen. Ich möchte nicht gefühllos gegenüber Menschen sein. Ich möchte mir keine psychische Störung anerziehen lassen. Ich möchte nicht akzeptieren, dass wir Flüchtlinge nicht menschenwürdig aufnehmen.

Politiker sollten Vorbilder sein und darauf hinarbeiten, ein Land voranzubringen, besser zu machen. Das heißt auch, Fortschritte in puncto Menschlichkeit. Keine Rückschritte um hunderte Jahre.

Ich möchte, dass wir von Menschen regiert werden, die etwas Anpacken und Lösungen haben, ohne dabei die Missachtung von Menschenrechten in Kauf zu nehmen. Auch wenn es bequemer ist, als sich anzustrengen. Aber das ist nun mal der Job in der Politik. Strengen Sie sich an, Herr Kurz! Und machen Sie uns nicht zu Mittätern Ihrer Überforderung.