Haben Sie das schon einmal ausprobiert? Einfach losgehen. Ohne etwas zum Essen mitzunehmen, kein Geld, keine Kreditkarte, kein Auffangnetz, nur eine Flasche Wasser. Nicht wissen, wo man am Abend schläft. Einfach darauf Vertrauen, dass jemand die Tür öffnet und etwas zu essen bereitet. Man bricht auf, ohne ein Ziel, das man erreichen muss. Einfach nur einer inneren Sehnsucht folgen. Getragen allein von der Grundhaltung der Offenheit gegenüber dem Augenblick. Was begegnet mir unterwegs? Mit wem komme ich ins Gespräch? Worüber werden wir reden?
Nach meiner Matura wollte ich mich auf diese Weise mit einem Freund auf den Weg machen. Es wurde nichts daraus, da die Vernunft und das Sicherheitsdenken über das innere Gefühl und die eigene Sehnsucht siegte. Wie so oft im Leben.
Kommende Woche werde ich es tun. Losgehen mit einem Begleiter. Schauen, atmen, staunen, schwitzen, offen sein, nichts bewerten, da sein, Gespräche über das Leben führen, mit meiner Seele in Kontakt kommen, beten, frei sein und mich des Augenblicks erfreuen. Also nicht über vergangene Chancen nachdenken, oder in der Zukunft liegende Projekte planen, sondern ganz im Jetzt leben.
Mehr dazu in einer Woche hier auf zartbitter.
Wo die Menschen zuhause sind – ABZ
Augenblicke, Gesellschaft, MiteinanderWas das ABZ ausmacht sind die Menschen. Ich kenne sonst keinen Ort in Salzburg, der seine Türen für alle so weit öffnet. Jeder und jede ist willkommen, ob jung oder alt, zugewandert oder in Salzburg gebürtig, gläubig oder nicht gläubig, arm oder reich. Beim Fest war es wieder spürbar, das Miteinander, die Zusammengehörigkeit und die Vielfalt. Hier treffen sich Menschen, die sich in ihrer Individualität wertschätzen, Interessen oder auch nur den schönen Augenblick miteinander teilen.
http://www.kirchen.net/abz_v2/default.asp?id=18431
http://www.facebook.com/abzhausdermoeglichkeiten
Trilogie Sprichwörter Teil 1: „Jeder ist seines Glückes Schmied“
Europa, Gesellschaft, Gesellschaftspolitik, Salzburg, Welt, WirtschaftDiese kleine sukzessiv veröffentlichte Trilogie beschäftigt sich mit Sprichwörtern bzw. Stehsätzen, die sowohl das Denken, das gesellschaftliche (Zusammen)-Leben als auch die Wirtschaft der heutigen Zeit beeinflussen.
Das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ stammt von dem römischen Konsul Appius Claudius Caecus (397.296 v. Chr) und hieß original „fabrum esse suae quemque fortunae“ – jeder sei der Schmied seines Glücks. Wie er das dazumals gemeint hat, kann heute nur mehr schwer gedeutet werden. Was wir jedoch wissen ist, dass wir heute unter diesem Spruch landläufig folgendes verstehen: Jeder selbst ist dafür verantwortlich, dass er im Leben glücklich und erfolgreich wird.
Es stellen sich drei kritische Fragen:
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Buch oder ebook?
Augenblicke, Gesellschaft, Kultur, LiteraturAuf der Frankfurter Buchmesse gab es wieder unzählige neue Bücher, vorgestellt von Verlagen aus über 100 Ländern. Einen immer wichtigeren Platz in unserer Lesekultur nimmt das elektronische Buch ein. Das ebook lässt sich nicht aufhalten, warum auch? Es bietet unbestritten viele Vorteile. Ich kann auf das ebook tausende Titel laden und es ist immer noch relativ leicht zu tragen. Sollte ich mal ein Wort nicht verstehen, kein Problem, ich kann sofort im Internet nachsehen. Wenn ich mich mit anderen über das Buch austauschen will, kein Problem im Internet gibt es genügend Foren. Und sollte ich mal den Wunsch hegen ein Buch zu schreiben, dann findet sich rasch ein Verlag, der ab 39 Euro mein Buch veröffentlicht. Das ebook wird verschont von hässlichen Eselsohren und Kuchenbrösel, die nach Jahren noch zwischen den Seiten zu finden sind.
So wie der Film das Theater nicht verdrängt hat, die CD nicht das Konzert und facebook nicht die Freundschaften außerhalb der virtuellen Welt, so wird auch das ebook das gute alte Papierbuch nicht verdrängen. Hauptsache es wird weiterhin viel gelesen!
Keine Milchmädchenrechnung
Augenblicke, Europa, Gesellschaft, Miteinander, Welt, WirtschaftHeute habe ich einen Arbeitskollegen getroffen, der mich sehr beeindruckt hat. Er engagiert sich für den Verkauf von Fairtrade-Produkten. Das Thema Fairtrade beschäftigt mich schon länger, allerdings bis jetzt immer eher oberflächlich. Manchmal greife ich zu Fairtrade-Produkten, aber eher zufällig und nicht bewusst. Er hat mich zum Nachdenken gebracht. Fairtrade beruht ja darauf, dass besonders die Produzenten faire Preise für ihre Produkte bekommen. Das kann Kaffee, Saft oder Schokolade sein, auch für Blumen gibt es das Fairtrade-Siegel.
http://www.eza.cc/start.asp?ID=225566&b=1392
http://www.statistik.at/web_de/
http://www.fairtrade.at/
Ganz im Jetzt
Augenblicke, Gesellschaft, Leben, SpirituellNach meiner Matura wollte ich mich auf diese Weise mit einem Freund auf den Weg machen. Es wurde nichts daraus, da die Vernunft und das Sicherheitsdenken über das innere Gefühl und die eigene Sehnsucht siegte. Wie so oft im Leben.
Kommende Woche werde ich es tun. Losgehen mit einem Begleiter. Schauen, atmen, staunen, schwitzen, offen sein, nichts bewerten, da sein, Gespräche über das Leben führen, mit meiner Seele in Kontakt kommen, beten, frei sein und mich des Augenblicks erfreuen. Also nicht über vergangene Chancen nachdenken, oder in der Zukunft liegende Projekte planen, sondern ganz im Jetzt leben.
Mehr dazu in einer Woche hier auf zartbitter.
Beschneidung – Verletzung des Kindeswohls oder praktizierte Religionsfreiheit?
Europa, Gesellschaft, Menschenrechte, Salzburg, Weltvon unserem Gastautor Josef P. Mautner
„Unter der Vorhaut san alle gleich.“
Helmut Qualtinger
http://www.menschenrechte-salzburg.at/nc/publikationen/mr-berichte.html
Das Landgericht Köln hat mit seinem Urteil vom 7.5. 2012, das eine Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Amtsgerichtes Köln vom 21.09.2011 verwarf, eine breite Debatte um die Illegitimität bzw. Legitimität von Beschneidung als religiösem Ritual ausgelöst. Diese Debatte ist auch auf Österreich übergegangen und wurde im Juli 2012 mit ungewöhnlicher Heftigkeit in mehreren österreichischen Medien ausgetragen. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) empfahl in der Folge des Kölner Urteils den Medizinern in seinem Bundesland, vorerst keine Beschneidungen mehr an Buben durchzuführen. Die Vertreter von Juden und Muslimen reagierten empört.
Im Justizministerium reagierte man „verwundert“ über den Vorstoß Wallners. Sektionschef Christian Pilnacek meldete sich zu Wort und erklärte: „Die Rechtslage ist klar. Der Eingriff ist straflos und stellt keine Körperverletzung dar.“ Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) ging noch einen Schritt weiter als Wallner. Er forderte, dass religiös motivierte Beschneidungen generell verboten werden sollen. Er stellte fest: „Ich bin gegen jede Art von Genitalverstümmelung“ und qualifizierte damit die Beschneidung generell als Akt der Verstümmelung. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) sieht die Beschneidung als „Eingriff in die körperliche Integrität von Kindern“ selbst „sehr kritisch“, sprach sich aber gegen ein Verbot aus – mit der Begründung, das Verbot würde dazu führen, dass das Ritual unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen durchgeführt werde. Die Religionsgemeinschaften in Österreich reagierten alarmiert auf die Debatte. Ariel Muzicant, Ehrenpräsident der Israelischen Kultusgemeinde (IKG), hatte in der „Kleinen Zeitung“ Graz sogar festgestellt, ein Beschneidungsverbot „wäre dem Versuch einer neuerlichen Schoah, einer Vernichtung des jüdischen Volkes, gleichzusetzen – nur diesmal mit geistigen Mitteln“. Am Freitag, 27. Juli 2012 fand in den Räumen der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien eine Pressekonferenz zum Thema „Die Antibeschneidungskampagne – eine Bedrohung der Religionsfreiheit“ statt. Bei dieser PK wurde von Spitzenrepräsentanten der monotheistischen Religionsgemeinschaften – dem Präsidenten der IKG Oskar Deutsch, dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) Fuat Sanac, dem Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche, Michael Bünker und dem Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, gefordert, dass die Regierung die rechtliche Zulässigkeit der männlichen Beschneidung aus religiösen Gründen weiterhin sicherstelle und somit „ein klares Bekenntnis zur Religionsfreiheit“ abgebe. „Das ist keine Bitte, sondern eine Forderung an die Regierung“ – so die neu gegründete Plattform der monotheistischen Religionsgemeinschaften. Weiterlesen