Die Wut in der brasilianischen Bevölkerung wächst: Während für die WM Milliarden locker gemacht werden, haben Volksschulen in Amazonien nicht einmal Tische und Bänke. Die Kinder liegen am Boden. Tag für Tag. Krankenhäuser sind überfüllt und schlecht ausgestattet. Patient/innen werden nicht aufgenommen oder sterben unbetreut am Gang. Foto: Yuri Brito

Die Wut in der brasilianischen Bevölkerung wächst: Während für die WM Milliarden locker gemacht werden, haben Volksschulen in Amazonien nicht einmal Tische und Bänke. Die Kinder liegen am Boden. Tag für Tag. Krankenhäuser sind überfüllt und schlecht ausgestattet. Patient/innen werden nicht aufgenommen oder sterben unbetreut am Gang. Foto: Yuri Brito

Start von Wolfgang Heindl’s WM Serie: Wut Macher WM Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien beginnt in wenigen Tagen. Erinnern Sie sich noch an die olympischen Winterspielen? Richtig, die waren heuer in Sotschi, Russland. Das war noch vor der Ukraine-Krise. Kritik an Russland und den Veranstaltern gab es da bereits schon – und nicht zu knapp.  Wissen Sie wo die nächste Fußball WM 2018 stattfinden wird? Richtig, in Russland. Dafür dann 2016 halt olympische Sommerspiele in Rio de Janeiro. Korrupte und autoritäre Sportverbände flüchten mit ihren Mega-Events in Schwellenländer bzw. autoritäre Regime: Die Eishockey WM fand heuer in Weißrussland statt, 2016 ist (erraten!) Russland dran. Die Fußball WM 2022 findet (vielleicht) in Katar statt, die Winterolympiade 2018 in Südkorea. Dort wo die Bevölkerung gefragt wird, entscheidet sie gegen Spiele: Zuletzt in Stockholm, davor in St. Moritz, München und Salzburg Stadt. In Ländern wie Brasilien wird nicht gefragt. Aus gutem Grund, denn aktuelle Umfragen belegen, dass die Mehrheit keine Fußball WM will. „Não vai ter copa“ – es wird keine WM geben – ist der Slogan der WM-Kritiker/innen in Brasilien. Seit den Protesten rund um den Confed-Cup letztes Jahr nehmen FIFA und die brasilianische Regierung diese Drohung ernst: 900 Mio. Dollar hat sich die FIFA die Versicherung für einen Ausfall der WM (u.a. durch Proteste und Unruhen) kosten lassen. Und die brasilianische Polizei setzt verstärkt auf Härte.

Diese Serie wird in den nächsten Wochen auf zartbitter.co.at die WM kritisch begleiten und Hintergründe & Zusammenhänge abseits des grünen Rasens in den Blick rücken.

Kaffeemaschinen, Jacken, Teller, Decken: Vieles findet im Kost-Nix-Laden in Salzburg bei den Asylwerberinnen und Asylwerber einen dankbaren Abnehmer. Vom 10. bis 21. Juni können die Bewohnerinnen und Bewohner Salzburgs einen Teil dazu beitragen.

kaffeemaschine320 Euro. Mit dieser lächerlichen Summe müssen Asylwerberinnen und Asylwerber jedes Monat in Salzburg auskommen. Dass damit eine menschenwürdige Existenz kaum möglich ist, sollte jedem klar sein. Es fehlt oft an den grundlegendsten Dingen. Daher veranstaltet das Jugendzentrum Iglu in Salzburg auch im Monat Juni einen Kost-Nix-Laden. Dabei können Asylwerberinnen und Asylwerber unter anderem Elektrogeräte, Herdplatten, modernes Gewand, Teller und Decken gratis mitnehmen.

Die Idee dazu kommt aus Wien, wie der Initiator des Kost-Nix-Ladens, Johannes Witek, erzählt: „In der Bundeshauptstadt gab es ebenfalls Sachen im Gratis-Angebot, die noch gut in Schuss waren. Daher haben wir dieses Modell gleich für Salzburg übernommen.“ Witek ist Obmann des Vereins Synbiose. Dieses Integrationsprojekt wurde im Juli 2010 gegründet und setzt sich für Asylwerber und Migranten ein. Das besondere Anliegen ist die Vermittlung von Deutschkenntnissen im Rahmen von Sprachkursen. Diese Kurse werden auch im Jugendzentrum Iglu angeboten.

„Es ist uns aber auch wichtig, dass der Kost-Nix-Laden keinen Almosencharakter hat“

Der Kost-Nix-Laden hat sich in Salzburg bewährt. Er findet am Mittwoch, dem 25. Juni, in der Haydnstraße 4, zum dritten Mal in diesem Jahr statt. „Es ist uns aber auch wichtig, dass der Kost-Nix-Laden keinen Almosencharakter hat“, erklärt Witek. Jeder Salzburger und jede Salzburgerin kann zwischen dem 10. und 21. Juni (Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr) nicht mehr gebrauchte Utensilien in der Haydnstraße 4 vorbei bringen. Voraussetzung ist, dass alles in einwandfreiem Zustand ist. Ausgenommen sind Fernseher, Möbel, Unterwäsche und Zierartikel.

Es ist 2023, ein schlechtes Jahr für die X-Men. Sentinels – riesenhafte Kampfroboter, die darauf programmiert sind, Mutanten auszulöschen – haben ganze Arbeit geleistet. Nur eine kleine Gruppe Mutanten ist übrig. Professor Xavier [Patrick Stewart] und Magneto [Ian McKellen] wissen, dass ihre Art nur überleben kann, wenn die Vergangenheit verändert wird. Sie schicken Wolverine [Hugh Jackman] los, um den Lauf der Zeit zu verändern und ihresgleichen zu retten. Wolverines Bewusstsein muss dafür zurück in die 70er Jahre reisen und in seinen Körper von damals schlüpfen. Sein Auftrag ist es zu verhindern, dass Mystique [Jennifer Lawrence] den Erfinder der Sentinels [Peter Dinkelage] umbringt. Denn mit dieser Tat löste sie erst richtig aus, was sie aufhalten wollte.

Jackmans Karrierekatapult
Ich bin ein Fan der X-Men Serie seit sie im Jahr 2000 begann. Die Geschichte war fesselnd, bot Action und auch Charaktere, die nicht nur wegen ihrer Superhelden-Fähigkeiten interessant waren. Sie waren gut geschrieben.
Hugh Jackman stieg durch die Rolle des unzerstörbaren Wolverine mit seinen Eisenklauen zu den ganz großen Stars in Hollywood auf – und zum Sexiest Man Alive. Er ist eindeutig die dominierende Figur der Filmserie und erhielt deshalb sogar sein eigenes Spin-Off „X-Men Origins: Wolverine“. In „Days of Future Past“ (Zukunft ist Vergangenheit) stellt er Wolverine schon zum sechsten Mal dar.

Als Schauspieler Sexiest Man Alive – Als Wolverine unkaputtbar

Als Schauspieler Sexiest Man Alive –
Als Wolverine unkaputtbar

Tummelplatz für große Namen
„Days of Future Past“ stützt sich wie alle X-Men Filme auf die Comics. Er bietet all die Action, die man sich von einem X-Men Film erwarten darf. Eigentlich noch viel mehr, als ich erwartet hatte. Die Handlung ist rasant und es kommt hinzu, dass sie sich auf zwei Zeitebenen abspielt. In den verschiedenen Ebenen kommen freilich einige Charaktere zweimal vor. Sie haben jedoch eine völlig andere Beziehung zu einander. Und was Wolverine betrifft: Er ist in den 70er Jahren den anderen Mutanten noch völlig unbekannt und muss jetzt in kürzester Zeit ihr Vertrauen gewinnen. Reicht es, wenn er dem Charles Xavier der 70er Jahre [James McAvoy] gegenüber beteuert: „Ich komme aus der Vergangenheit und du musst tun, was ich sage, sonst sind in 50 Jahren alle Mutanten tot“? Schwierig. Vor allem, wenn zu Wolverines Plan gehört, den Magneto der 70er Jahre [Michael Fassbender] zu befreien. Wer weiß schon, was der alles anstellt, wenn er einmal losgelassen ist? (Magnetos Befreiung aus einem Plastikgefängnis unter dem Pentagon mithilfe von Quicksilver [Evan Peters] ist übrigens ein absolutes Highlight – spannend und herrlich komisch zugleich).

Auseinandergerissenes zusammenführen
Nach drei Filmen über die Abenteuer der Superhelden in der Jetzt-Zeit, kam 2011 „X-Men: First Class“ in die Kinos, das in den 60er Jahren spielte. Das ist gar nicht unproblematisch, wenn man plötzlich die Filmserie mit einem derartigen Keil auseinanderreißt. Ich hatte mich schon gefragt, was das für die Weiterführung der Serie bedeutet. Werden einfach zwei separate Serien fortgesetzt? Passt dann alles zusammen?
„Days of Future Past“ führt die beiden Zeitebenen und die beiden großen und hochkarätig besetzten Casts geschickt zusammen. Leider auch zu einem Preis: Stars von Weltruhm, die noch dazu beliebte Rollen in der Serie spielen, sind oft nur wenige Minuten (Ian McKellen, Patrick Stewart, …) oder gar Sekunden zu sehen (Halle Berry, Anna Paquin, …). Das geht auf Kosten des Bezugs der Figuren zueinander. Immerhin ist das der Kleber, der die Story zusammenhält. Und es ist das, was das Publikum benötigt, um sich richtig in den Film hineinzuleben.

Schon auf dem Plakat herrsch eine sehr hohe Dichte an Stars pro Quadratzentimetern

Hohe Dichte an Stars pro Quadratzentimeter

Ohne Wolverine geht gar nix
Es bleibt alles an Wolverine als Protagonisten und Angelpunkt hängen – ein Umstand, den die Fans der anderen Stars ebenso wie die Fans der Comic-Bücher bemängeln. In den Marvel Comics ist diese Figur nämlich nicht so dominant. Trotzdem hat es einen gewissen Sinn, Wolverine so ins Zentrum zu rücken. Er ist alterslos und kann in beiden X-Men-Welten bestehen und darf dabei immer gleich aussehen. Dieses Bindeglied ist hilfreich, um einen Zusammenhalt und direkten Bezug zwischen den beiden Zeitebenen zu halten. Und das wird sicher gelingen. Zumindest noch so lange, wie Hugh Jackman Lust auf die Rolle des Wolverine hat – und so verdammt gut aussieht.

Meine Bewertung bei IMDB: 8 Punkte
Die Charaktere würden noch mehr hergeben, das ist ein Manko. Aber was an Action herauszuholen ist, ist bis zum Letzten ausgeschöpft. Clevere Brücke nach den ersten drei X-Men Filmen zu „X-Men: First Class“ – wenngleich etwas Wolverine-lastig.

Hier noch der Trailer zu X-Men: Days of Future Past

 

(Fotos: Sony Pictures)

Es ist jedes Jahr ein schönes Erlebnis, wenn wir im Stall nach – ewig langen – 21 Tagen endlich wieder Küken haben. Die Glucke hat in dieser Zeit ihren Körper völlig aufs Brüten umgestellt und sitzt wie angeklebt auf den Eiern. Aufstehen tut sie nur einmal am Tag, um zu trinken, schnell ein paar Körner zu picken und wenn noch Zeit bleibt ein Staubbad zu machen. Dann geht es aber wieder schnell aufs Nest damit die Eier nicht auskühlen.

Ab dem 18. Tag kann man eine Veränderung an der Glucke feststellen, plötzlich fängt sie an, mit den Eiern zu „reden“. Es ist der Zeitpunkt, wenn die fast fertigen Küken im Ei zum fiepen anfangen und sich die Stimme der Mutter einprägen.
Dann ist es so weit: Die Küken schlüpfen, eins nach dem anderen. Meist bekommt man das gar nicht mit, sondern sieht die Küken erst, wenn sie komplett trocken sind. Das kann bis zu zwei Tage dauern.

Kaum sind sie trocken, verlässt die Glucke mit ihrem Nachwuchs das Nest. Ich siedle dann die Truppe in einen separaten Bereich des Stalles um. So können Glucke und Küken die ersten Tage in Ruhe verbringen. Meine großen Hennen sind nämlich ganz wild aufs Kükenfutter und würden den Kleinen alles wegfressen – oder, was schlimmer wäre, die kleinen, fiepsenden Knäuel versehentlich zertrampeln.

Futter

Ab der ersten Stunde beginnt das Lernen fürs Leben. Als erstes lernen sie freilich, wo es was zu fressen und zu trinken gibt. Die Glucke hat in dieser Zeit einen 24-Stunden-Job und ist nur für die Küken da. Sie zeigt ihnen das Scharren, hält sie im Zaum und gibt den Kleinen zerbrechlichen Wesen immer wieder Wärme und Geborgenheit, lässt sie unter ihr schützendes Federkleid kriechen, damit sie es wohlig warm haben. Unter einer Glucke hat es eine Temperatur von ca. 37,6 bis 38,5 Grad.

Dann kommt, meist nach einer Woche, der große Tag: Die Glucke unternimmt den ersten Ausflug in den Auslauf. Das ist aufregend. Alles ist neu. Und, wenn man so zusieht, herrscht scheinbar ein absolutes Chaos. Aber das täuscht, denn die Glucke hat alles unter Kontrolle. Sie steuert mit ihrem Pfeifen, Glucksen und Gackern die neugierige Meute. Die Küken gehorchen perfekt den Befehlen der Glucke. Und wehe irgendjemand, ob Huhn oder Mensch, versucht sich ihren Küken zu nähern. Die Glucke plustert sich auf und verteidigt sie aufs Leben.

Unter der Aufsicht der Glucke wachsen die Küken sehr schnell. Schon nach den ersten drei Tagen bekommen sie die ersten Schwungfedern und nach ca. vier bis fünf Wochen das gesamte Federkleid. Sie haben dann bereits gelernt, wo man das beste Futter und die dicksten Würmer und Käfer findet, haben die Federpflege gelernt und werden auch schon ganz schön frech. Sie erkunden bereits den Auslauf und ignorieren auch schon manchmal die Pfiffe der Glucke. Jetzt merkt man, dass sie selbstständig werden.
Sulmtaler+grün

Ich bin ja sehr viel bei meinen Hühnern und beobachte sie. Ich merke auch, wenn die Zeit kommt, dass die Glucke die Küken auf das Loslösen vorbereitet, es ist unterschiedlich, aber meist passiert das nach sechs bis acht Wochen. Von einem Tag auf den anderen entscheidet sich die Glucke, nicht mehr Mutter zu sein. Sie geht wieder zu den anderen Hühnern ihrer Truppe und schläft nicht mehr bei den Küken, sondern geht auf die Stange. Es passiert auch, dass die Küken von der Glucke weggehackt und vertrieben werden.

Kein schöner Anblick, das muss ich echt sagen, aber das ist der Lauf der Natur. Die Küken sind dann am Abend im Stall plötzlich ganz alleine. Sie kuscheln sich zusammen und man hört teilweise ein verzweifeltes Fiepen nach der Mutter. Doch diese hat ihre Pflicht erfüllt und geht wieder ihre eigenen Wege. Es tut im Herz weh, wenn ich das Beobachte, aber ich kann nichts daran ändern. Die Küken wurden gut aufs Leben vorbereitet. Sie haben alles gelernt, was sie fürs (Über)Leben brauchen.
Am nächsten Tag ist alles wieder in Ordnung, so als wenn nie etwas gewesen wäre. Nun beginnt ein glückliches Hühnerleben. Im nächsten Jahr ist, wer weiß, vielleicht eines der Junghühner eine Glucke und alles beginnt von vorne.

 

Die Geschichte von Dornröschen kennt jeder. Ein Königspaar ist lange kinderlos. Als sie endlich Eltern werden, ist die Freude groß, und sie laden zwölf weise Frauen (Feen) ein. Das Geschirr reicht nicht, um auch die dreizehnte Fee einzuladen. Diese schäumt, taucht uneingeladen auf und spricht einen Fluch über das Kind aus. Sie soll sich mit 16 an einer Spindel stechen und sterben. Das kann eine der anderen Feen gerade noch abmildern: Dornröschen soll nur in einen todesähnlichen Schlaf fallen. 100 Jahre später küsst sie ein schöner Prinz wach.

DornröschenEin idealer Stoff für Disney
1959 bescherte der Stoff Disney bereits einen großen Erfolg. Der Zeichentrickfilm griff verschiedene Varianten der Geschichte auf und zeigte sie etwas weiter ausgeschmückt und umgemodelt. Die böse Fee konnte sich dabei sogar in einen Drachen verwandeln. Dieses Jahr dachte man sich bei Disney: Erzählen wir das Dornröschen-Märchen doch mal völlig anders. Eine Geschichte hat ja immer zwei Seiten und so bietet es sich an, das Geschehen aus der Perspektive der bösen Fee, Maleficent (zu Deutsch eigentlich Malefiz), zu betrachten. Interessant.

Die Familie als problematische Zielgruppe
Freilich soll „Maleficent“ ein Film für die ganze Familie werden, außer für die Allerkleinsten. Freigegeben ist der Film ab 10 Jahren. Für die Mädchen gibt es daher entzückende Feenwesen, Romantik zwischen 12-Jährigen, eine Teenager-Prinzessin [Elle Fanning] von liebreizendem Wesen. Den Buben bietet der Film Ritter-Armeen, die gegen wandelnde Bäume (Ents?) kämpfen und Drachen – alles ganz wie in Herr der Ringe. Der Papa kriegt Angelina Jolie zu sehen (am Schluss im hautengen Lederkostüm, fast so wie Lara Croft – wenn da nicht die Hörner wären). Und auch für die Mama ist was dabei: Mütterliche Liebe ist so stark, dass sie alles übertrumpft. Ehrlich gesagt, ist diese Erkenntnis das überraschendste Element des Films.
Disney hat die diversen Ansprüche der sehr inhomogenen Zielgruppe „Familie“ mit Kindern über 10 sicher richtig eingeschätzt. Letztlich wirkt der Film wie ein Versuch, es einfach allen recht zu machen – mit ganz gezielt ausgesuchten Elementen. Doch diese schlecht zusammenpassenden Elemente richtig zusammenzusetzen ist eine dornige Angelegenheit. Details wie Nachvollziehbarkeit der Handlung und Glaubwürdigkeit der Personen sind dabei aus dem Blickfeld geraten.

Maleficent mit TicketVerirrt im Bilderrausch
Das ist ein gravierender Fehler, wenn ein Film psychologisch zu erklären versucht, wie die Fee Maleficent, ein süßes, liebes und zu vertrauensvolles Wesen, zum fiesesten Miststück seit Glenn Close in „Eine verhängnisvolle Affäre“ wird und es gleichzeitig irgendwie doch nicht ist. Ich habe mich auch gefragt: Und warum hintergeht Maleficents große Liebe sie so? Oder warum greift der alte König überhaupt den Zauberwald an? Irgendwie lautet die Rechtfertigung immer, dass Menschen halt habgierig und neidisch sind. So wird das jedenfalls von der weiblichen Erzählstimme in einem zuckersüßen und etwas herablassenden Tonfall erklärt, der jedes über 5-jährige Kind beleidigt. Sorry, aber dass alle Menschen einfach schlecht sind, ist als alleinige Motivation für alles Mögliche ein wenig dürftig. Man wiegt sich hier etwas zu sehr in der Hoffnung, dass im Rausch der überwältigenden Bilder schon keiner was bemerken wird.

Und das Blendwerk ist tatsächlich ganz toll anzusehen. Kein Wunder, denn es ist das Regie-Erstlingswerk von Robert Stromberg, der bisher bei vielen Filmen für visuelle Effekte zuständig war, z.B. in „Oz“, „Pan’s Labyrinth“, „Der Goldene Kompass“. Diese reiche Erfahrung ist dem Film auch anzusehen. Doch ein Regisseur, der im Geschichtenerzählen versierter ist und sich mehr für die handelnden Personen interessiert, hätte vielleicht mehr aus dem Drehbuch herausgeholt.

Alles auf den Kopf gestellt
So interessant der Ansatz war, Dornröschen aus der Perspektive von Malefix zu erzählen, als gelungen kann man das Resultat nicht bezeichnen. Das wird an dem Punkt klar, an dem überhaupt nichts mehr zusammenstimmt. Das Märchen wurde nämlich völlig umgekrempelt und umgeschrieben. Nichts stimmt überein, wenn man es mit der weithin bekannten Geschichte aus der bekannten Perspektive vergleicht. Alle noch so aufwändigen 3D-Fantasy-Szenen sind keine angemessene Entschädigung dafür. Dabei sind diese düster, packend und wirklich gut gelungen; ein Augenschmaus für Erwachsene – einigen Kindern dürften sie eher Alpträume verursachen. Der Versuch, ein Märchen völlig in ein Fantasy-Spektakel umzumodeln, hat aber schon bei „Snow-White and the Huntsman“ (2012) die Geschichte verdorben – meiner Meinung nach jedenfalls. „Snow-White“ stammt zwar nicht von Disney, aber man hätte trotzdem daraus lernen können.

Ein Star richtig eingesetzt?
Angelina Jolie als Maleficent läuft im Film zur Höchstform auf, wenn sie so böse ist, wie man nur böse sein kann. Sie wirft den Kopf zurück und lacht ein grausames „Ha-ha-haaa“, bevor sie uns einen stechenden, bösen Blick zuwirft … brrrr gruselig. Es ist, als hätte die bisher gute Fee Maleficent ihre eigentliche Bestimmung gefunden und wäre sich endlich der dunklen Energie bewusst geworden, die schon immer in ihr geschlummert hat. Die Teufelshörner und die mächtigen behornten Adlerflügel ließen ja ohnehin vermuten, dass es sich hier um eine Böse Fee handeln muss. Ebenso wie der Name: Maleficent. Das so viel bedeutet wie „Eine, die Böses tut“. Doch letztlich war Maleficent nur zeitweilig verstimmt. Und Jolie, bekannt als böses Mädchen, bringt die gute, sanftmütige Seite bei weitem nicht so glaubwürdig rüber.
Nach einigen Jahren Pause, teils durch ihre Brustkrebserkrankung bedingt, hätte Angelina Jolie sich eine besser geschriebene Rolle verdient. Ihr Name und ihr Charisma besitzen eine große Anziehungskraft, so wird sie genug Publikum in die Kinos locken und den Film erfolgreich machen.

Meine Bewertung auf IMDB: 7 Punkte
Es ist alles zu sehr darauf ausgerichtet, allen Altergruppen ab 10 genügend zu bieten. Das schadet der Geschichte und der Glaubwürdigkeit der Charaktere. Angelina Jolie ist aber ein Grund, den Film anzusehen.

Und hier der Link zum Trailer von Maleficent