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Gerade regen wir uns sehr darüber auf, dass ein 5jähriger Bub getötet wurde, weil er ins Bett machte. Wahrscheinlich gingen monate- und jahrelange Quälereien voraus.

So eine Wahnsinnstat passiert nicht einfach so. Aber was war vorher? Das müssen wir uns alle fragen. Diese Kinder wachsen ja nicht nur in der Familie auf. Da gibt es Nachbarn, Spielplatzbekanntschaften, PädagogInnen. Das sind wir! Wir sind die Nachbarn, Bekannten und Betreuer. Wir müssen hinschauen. Und jetzt komme ich an einen ganz heiklen Punkt. Manchmal nehmen wir wahr, dass es einem Kind nicht so gut geht. Aber wir wollen uns nicht einmischen. Und schon gar nicht wollen wir das Jugendamt informieren.  In meiner früheren Arbeit als Beraterin, Deutschlehrerin und Integrationsexpertin habe ich das oft erlebt. Da gibt es Gewalt gegen ein Kind, aber man meldet es nicht. Und jetzt als Verantwortliche für das Jugendamt in der Stadt Salzburg begegnen mir die Vorurteile und Bedenken auch:

  • Die nehmen denen sofort das Kind weg
  • Die können eh nichts machen
  • Dann muss ich sagen wer ich bin und hänge mit drinnen
  • Wenn an dem Verdacht nichts dran ist, dann ist das blöd für mich

Ganz ehrlich, lieber einmal zu viel hingeschaut. Lieber einmal eine peinliche Situation mit dem Nachbarn, als ein lebenslanger Vorwurf, dass man was tun hätte können. Zivilcourage, Hinschauen und Verantwortung beginnt bei einem selbst. Und was die wenigsten wissen ist, dass es auch eine rechtliche Verpflichtung gibt zu melden, wenn man einen Verdacht hat, dass ein Kind misshandelt wird. Das hat nichts mit Vernadern zu tun, sondern damit, dass man denjenigen helfen muss, die schwächer sind. Und das sind Kinder allemal!

Hier sind die Kontaktdaten zum Jugendamt der Stadt Salzburg