von Alexandra Schmidt

f1Fastenzeit: Saft/Reis/Fleisch/Alkohol-Fasten sind jetzt angesagt. Wobei Saftfasten heißt, dass jemand nur Saft trinkt. Alkoholfasten jedoch bedeutet, dass jemand alles außer Alkohol trinkt. Das Gute daran ist so oder so: wir haben was, auf das wir verzichten können. Und es ist gut, dass sich mehr und mehr Menschen überlegen, was sie wann und warum essen – oder eben auch nicht.

Ich zum Beispiel liebe Hühnerfleisch. Wegen der hohen Auflagen gibt es aber fast keine Hühnerzucht mit Hofschlachtung. Für Schwein, Rind und Wild hab ich gute Quellen gefunden. Mir ist Hofschlachtung fast wichtiger als Bioaufzucht. Das durch-die-Gegend-fahren von Tieren hat Ausmaße angenommen, mit denen ich nicht mehr mitwill. „Wer ein Hühnchen für € 2,49 kauft, hat an der Kasse das Recht verloren, über Massentierhaltung zu klagen“, sagte ein deutscher Wut-Biobauer kürzlich. Und womit? Genau: mit Recht!

f2Damals, als daheim der Billa aufgemacht hat,  war mein Opa über das billige Schnitzel-Fleisch verwundert: „Eine Sau mästen, das dauert doch so lang!“ Ja, eh, eigentlich. Und als ich einmal überschüssiges Öl aus der Pfanne leeren wollte, weil meine Mutter es besonders gut gemeint hatte, ich aber „nicht so fett“ essen wollte, hat sie gesagt: „He, was machst du? So haben wir´s auch wieder nicht! Das gute Öl!“ Die ganze Ölflasche hatte nicht mal zwei Euro gekostet….

Kurz darauf hat eine Bekannte, von Hilfspaketen für den Balkan-Krieg erzählt: „Öl hab ich viel bekommen, und Zucker, Gott sein Dank“. Ja, für meine Mami waren früher solche Kalorien auch wichtig. Das ist ihr geblieben. Den Fettrand vom Schinken wegschneiden? Das würde sie nie machen.

f3Ich würde nie das Ei im Kuchen durch eine reife Banane ersetzen, um „vegan“ zu backen. Eine Banane von weither statt einem Ei, das die Henne vor meiner Haustür legt? Nein.  Aber mir ist klar, dass „Gemüse aus Österreich“ im Winter oft mehr  Energie braucht als Tomaten aus Spanien – weil der große LKW  –  pro Tomate gerechnet  –  weniger Diesel braucht als die Gewächshäuser Strom.

Zu mir kommt alle zwei Wochen das Vital-Kisterl voll regionalem Gemüse, auf dem Schrannenmarkt und bei ein paar guten Quellen aus der Umgebung kaufe ich den Rest – vom Supermarkt brauch ich wenig. Kostet auch nicht mehr und vermeidet fantastisch viel Plastik. Aber: wenn das alle täten? Was wäre mit den Supermärkten? Mit den Milchhöfen? Mit den Wiener Gärtnern im Winter? Weiß ich auch nicht. Ich werd die Welt nicht retten. Aber die Sau soll AUF meinem Teller sein, nicht davor. Und wir beide glücklich, bis an unser Lebensende.

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