Interessantes zum Thema Gesellschaftspolitik

In den letzten Wochen fragen mich immer wieder Freunde und Bekannte, warum ich Politik mag und warum ich mir das „antun“ will, Politikerin zu sein. Politik, das wissen wir aus diversen Umfragen, hat ja nicht gerade ein hohes Ansehen. Meist liegen Politiker hinter Managern, Priestern und Journalisten. Trotzdem mag ich Politik, obwohl ich wirklich nicht mit allem einverstanden bin, was Politiker machen oder auch nicht machen. Aber warum will ich dann Politikerin sein?

politikWeil nur schimpfen zu wenig ist. Und weil ich Menschen mag. Aber ich mag es gar nicht, wenn es Menschen nicht so gut geht. Das kann sein, dass jemand seinen Job verloren hat, eine Beziehung ist zerbrochen, ein alter Mensch ist einsam oder ein Kind hat Probleme in der Schule. Mir ist schon klar, dass ich als Politikerin nicht für jeden einzelnen etwas machen kann. Aber ich bin überzeugt davon, dass Politik die Rahmenbedingungen verbessern kann, um Menschen ein zufriedenes Leben zu ermöglichen.

Was mich immer häufiger nervt ist, dass Menschen, die Ideen haben, die etwas verwirklichen wollen, oft auf großen Widerstand stoßen. Wenn sie eine Firma gründen wollen, wenn sie ein soziales Projekt angehen oder etwas Bestehendes verbessern wollen. Noch immer können wir bei einem neuen Vorschlag hören, warum etwas nicht geht. Da finden sich zig Argumente dagegen. Ich glaube daran, dass Politik die Aufgabe hat, Möglichkeiten und Chancen zu schaffen, damit Menschen ihre Vorstellungen realisieren können.

Immer wieder begegnen mir Menschen, die Ängste haben und die andere dafür verantwortlich machen. Meist geht es dann gegen sogenannte Randgruppen. (http://zartbitter.co.at/gesellschaftspolitik/gestrichen-aus-meinem-wortschatz-randgruppe/ ) Was mich aber stört ist, dass oft mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger die Ängste dieser Menschen  vom Tisch gewischt werden, auch von der Politik. Oder Politik nutzt und schürt sogar diese Ängste. Ich bin überzeugt davon, dass es Aufgabe von Politik ist die Ängste ernst zu nehmen. Politik hat die Aufgabe für ein respektvolles Miteinander einzustehen ohne jemanden auszuschließen.

Und warum Kommunalpolitik? Ganz einfach, weil man hier die Menschen tagtäglich treffen kann, für die und mit denen man Politik macht. Ich freue mich darauf :)

Ein Gastbeitrag von Uwe Höfferer

umfrage 2Wahlzeit ist Umfragenzeit. Nicht zu Unrecht, denn Umfragen sind die Würze in Wahlkämpfen. Umfragen liefern nämlich all das, was spannend ist und schließlich auch Spaß macht. Wettbewerb, Ergebnisse, Rankings, (vermeintliche) Sieger und Verlierer. Kleine Veränderungen in der Ausgangslage werden von Experten und Interessierten stundenlang und leidenschaftlich analysiert. In den Parteien wiederum bricht große Hektik aus, wie man das eine oder andere Prozent doch noch für sich gewinnen kann.

Erst jüngst veröffentlichten die beiden großen Salzburger Tageszeitungen „Salzburger Nachrichten“ und die Kronen Zeitung ihre aktuelle Umfragen zur Bürgermeister- und Gemeinderats-Wahl in der Stadt, die am 9. März stattfinden. Hier ein kleiner Leitfaden, wie man Umfragen richtig liest, wo gesunde Skepsis angebracht ist und wie wir einen Mehrwert aus Umfragen ziehen können.

 Wieso ist bei Umfragen gesunde Skepsis angebracht?

Eine Umfrage ist zuallererst eine Bestandsaufnahme, keine Prognose. Aus einer Umfrage ein Wahlergebnis abzuleiten, ist nicht seriös. Umfragen beruhen auf Befragung, sprich man erfährt nicht das was die Leute denken oder tun, sondern das was sie einem sagen. Wie die Erfahrung lehrt, entspricht das eine nicht unbedingt dem anderen.

umfrage 1Im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit steht die Sonntagsfrage. Schließlich liefert sie ein Ergebnis in handfesten Zahlen und das berühmte von den Medien geliebte horse race. Trotzdem oder gerade deswegen sollte man ihr mit großer Vorsicht begegnen. Die größte Schwäche liegt sicher darin, dass die Sonntagsfrage nicht direkt aus der Befragung abgebildet wird. Nicht jeder Befragte sagt nämlich, wen er wählt, sondern viele halten sich bedeckt (weiß noch nicht, keine Angabe). Darüber hinaus „zählt“ nicht jeder Befrage gleich viel. Um jetzt ein Ergebnis darzustellen wird auf Basis der sogenannten Rohdaten hochgerechnet (oder wie es im Fachbegriff heißt „gewichtet“). Wie das gemacht wird, bleibt meistens ein gut gehütetes Geheimnis.

 Wie können uns Umfragen trotzdem helfen?

 Trotzdem: Richtig angewandt und mit einem kräftigen Schuss von Transparenz und Offenheit von Seiten der Auftraggeber können Umfragen ein wertvolles Instrument in der Einschätzung der aktuellen politischen Lage sein: Das Sample (sprich die Anzahl der Befragten) kann schon einiges über die Qualität der Umfrage aussagen. Viele Umfragen beruhen auf 400er-Samples. Ich halte das eindeutig für zu wenig, weil die Ergebnisse aus meiner Erfahrung sehr sprunghaft sind. Eine landesweite Umfrage in Salzburg sollte mindestens 500 Interviews beinhalten. Eine seriöse Umfrage sollte einige grundlegende Daten zur Methode angeben, damit der Leser die Qualität selbst bewerten kann. Neben der Zahl der Befragten sind das unter anderem der Zeitpunkt der Befragung, der Auftraggeber, die exakte Fragestellungen und ob die Umfrage methodisch als repräsentativ gelten kann.

In der Regel steht eine Umfrage nicht allein da, gerade in Wahlzeiten werden oft mehrere Umfragen zeitgleich präsentiert. Ein Vergleich dieser Umfragen macht sicherer. Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo (deutliche) Abweichungen? Warum könnte das so sein? Zusammen mit dem persönlichen Gespür für die Stimmung im Lande ergeben mehrere Umfragen ein besseres Bild über den momentanen politischen Status.

Last but not least: Ein großer Schritt zu mehr Transparenz wäre es, wenn Meinungsforschungsinstitute oder ihre Auftraggeber die Rohdaten veröffentlichen sowie ihre Gewichtung beschreiben würden. Damit könnte man die Qualität der Sonntagsfrage und damit ihre Aussagekraft ganz anders überprüfen. Abschließend wäre es wünschenswert, wenn JournalistInnen wieder mehr ihren Job machen würden und einen kritischen Blick auf das ihnen vorgelegte Material werfen. Sie sollten von Umfragen, die sie veröffentlichen, einfach grundlegende Qualitäts- und Transparenzmerkmale verlangen. Damit das analysieren von Umfragen auch morgen noch Spaß macht.

 Ein Beitrag von Martina Zidek

Für Marion, Helmut und Burli

Wenn wir die Entscheidung treffen, unser Leben mit einem Tier zu teilen so tun wir es in dem Bewusstsein, dass die uns zugemessene, gemeinsame Zeitspanne endlich ist. Egal wieviel Lebenszeit unseren Tieren zugewiesen wird, sie ist doch niemals lang genug und der Trost, den uns die Gedanken an beendetes Leid und ersparte Schmerzen spenden, kann nicht die Sehnsucht nach ihnen lindern, wenn wir sie gehen lassen mussten.Burli

Für viele Menschen ist dieser Gedanke so unerträglich, dass sie lieber auf das Zusammenleben mit einem Tier verzichten, als mit einem Haustier zu leben und täglich dem unvermeidlichen Moment der endgültigen Trennung einen Schritt näher zu kommen. 

Manchmal jedoch beschließt das  Leben  uns keine Wahl zu lassen. Mein Katerneffe Burli kam in das Leben meiner Schwester als unabänderliche Tatsache und verließ es nach einem gemeinsamen Weg der gegenseitigen Liebe und Verbundenheit an diesem Samstag. Zurück blieb ein gebrochenes Herz, das sich nun langsam seinen Weg zu den schönen Erinnerungen suchen muss, die er zurück gelassen hat. Obwohl dies eine Hundekolumne ist, möchte ich mich an dieser Stelle von Burli verabschieden, denn die Liebe zu unseren Tieren ist universell und unterscheidet nicht zwischen den Arten, ebenso wenig wie der Schmerz es tut:

 

Lieber Burli, du schöner Bub,

wir wissen wenig über deine jungen Jahre. Deine Narben und dein eingerissenes Ohr lassen uns vermuten, dass du so manche schlechte Zeit durchgemacht hast und es macht uns stolz, dass du dich dafür entschieden hast, die letzten Jahre deines Lebens als Teil unserer Familie zu verbringen.

TrauerDie Lücke, die du hinterlässt, kann ich nur unzureichend beschreiben, meine Worte sind nicht genug für das Gefühl der Verlassenheit das du zurückgelassen hast. Die Tage werden vergehen und irgendwann werden wir wieder an die guten, die gemeinsamen Zeiten denken, doch bis dahin wird unser Herz weh sein, bei jedem Gedanken an dich und bei jedem Blick auf die Bilder von dir. Ein letztes Geschenk, das morgen auf die Reise zu Dir gegangen wäre, gebe ich zwei tapferen kleinen Katzenschwestern, die wie dein Frauli und ich fest zusammenhalten und ich werde es mit dem Gedanken tun, dass auch du einmal menschlicher Hilfe bedurftest.  

Komm vorbei, auf deinem letzten Weg. Halte Ausschau nach dem Haus vor dem die Kerzen brennen und wenn du eine Frau am Fenster stehen siehst, so werde ich es sein, die auf Dich wartet. Wenn ich in der Dunkelheit Augen leuchten sehe, so werde ich wissen, dass du es bist. Nimm meine Grüße mit für die, die uns voraus gegangen sind und dann sei glücklich, sei frei, sei ein Funkeln in der Nacht bis wir alle uns wiedersehen.

Deine Tante Martina

Ein Gastbeitrag von Alexandra Schmidt

Bettelmigrant in Salzburg…hat´s immer gegeben. Im Mittelalter und zur Zeit von Jesus Christus. (War da nicht so eine Geschichte mit….na,egal.) Und nach dem 2. Weltkrieg hat sogar meine Omi öfters die Bauern um Milch und Eier anbetteln müssen für ihre fünf Kinder. Ich schau mir die Bettlerinnen und Bettler von heute deswegen immer genau an. Sie interessieren mich. Ich finde nämlich, Betteln ist kein leichter Job. Kniet euch mal hin und haltet die Hand auf. Und bleibt in dieser Stellung, sagen wir……20 Minuten. Ich kenne einen Haufen Leute – mich eingeschlossen – die zahlen ihrer Yoga-Lehrerin einen Haufen Geld, damit sie zehn Minuten im Schneidersitz nur auf ihren Atem horchen. Das schafft fast keine/r. Bettlerinnen und Bettler bleiben oft Stunden fast unbeweglich – in der Kälte. Und dann: Wem von ihnen gibt man Geld? Den lachenden? Den „Biette, Biette“ wimmernden? Denen mit den Kinderfotos? Denen mit den Zeitungen? Den Jungen/Alten? Denen mit Behinderung? Ich hab eine Bettlerin ausgesucht, die ich so fünf Mal in der Woche mit ein, zwei Euro unterstütze. Sie ist mir sympathisch.  Sie schaut freundlich aus und ist auf ihrem Platz akzeptiert. Wir können uns nicht unterhalten aber wir kommunizieren – mit Händen und Füßen. Gegenüber, im Flagship-Store darf sie die Toilette benutzen und bekommt – wie alle anderen auch – gratis ein Glas Wasser. Über Weihnachten und Neujahr war sie daheim in Rumänien. Ich hoffe, sie hat mit meinen Euros ein paar Menschen dort eine Freude gemacht. Hand aufs Herz: Wer träumt zu Weihnachten nicht  von einem Kinderlachen, das man selber gezaubert hat?

XelaUnd außerdem bringe ich jede Woche Frühstück in die Notschlafstelle in der Linzer Gasse 72 – ich geh sowieso Semmerl holen, da geht’s in einem. Und soll ich was verraten? Es fühlt sich richtig gut an:  Samstag, 7:20 Uhr und schon „Gutes tun“. Kann jede/r mal ausprobieren, tut nicht weh und kost nicht viel. Weil nämlich: vor Weihnachten sammeln und spenden alle alles Mögliche. Aber jetzt wird’s erst richtig kalt bei uns, da brauchen diese Menschen unsere Hilfe besonders.

Ist verständlich, was ich meine?

Das fragt sich, ehrlich wahr, eure Xela

Am 20.1.2014, startete das Online-Voting für den Schmähpreis „Schandfleck des Jahres“ des Netzwerks Soziale Verantwortung. Gesucht wird die gesellschaftlich unverantwortlichsten Unternehmen, Organisationen, Institutionen oder Einzelpersonen.

Logo SchandfleckErneut im engeren Favoritenkreis ist die Andritz Hydro GmbH. Nachdem im Vorjahr die Beteiligung am zerstörerischen Staudammprojekt „Belo Monte“ in Brasilien viele Stimmen einbrachte, ist sie nun für die Beteiligung am ähnlich verheerenden Staudammprojekt „Xayaburi“ in Laos nominiert. Das Nominierungsdossier schlägt Andritz Hydro aufgrund „systematischer Beteiligung an ökologisch und menschenrechtlich problematischen Staudammprojekten“ zur Wahl vor.

Auch Belo Monte ist keinesfalls abgehakt und erledigt – ganz im Gegenteil: Letzte Woche begann das Errichterkonsortium mit der zwangsweisen Umsiedelung von Familien in Altamira, dem Bischofsitz von Bischof Erwin Kräutler. Der Kraftwerksbau schreitet trotz zeitweilig von Gerichten verhängten Baustopps voran – mehr als ein Drittel der Arbeiten sind bereits fertiggestellt und Anfang 2015 soll der Stausee geflutet werden. – Die Folgen für die indigene Bevölkerung und die Umwelt sind katastrophal.

Die brasilianische Partnerorganisation MAB (Bewegung von Staudammbetroffenen) von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Aktion der Katholischen Männerbewegung und der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar kritisiert, dass Staat und Unternehmen nicht einhalten, was sie den fast 8.000 von Absiedlung bedrohten Familien versprochen haben. Ursprünglich waren Ersatzhäuser in unmittelbarer Nähe vom bisherigen Wohnort am Fluss zugesagt. Nun werden sie Kilometer weit weg in Betonfertighäuser verfrachtet. Für die vielen Familien, die vom Fischfang leben, ist dies existenzbedrohend.

 

Dass österreichische Unternehmen sich zu wenig um die negativen Auswirkungen ihrer Auslandsgeschäfte kümmern (müssen), wurde im Dezember auch vom UN-Komitee für Wirtschaftliche Soziale und Kulturelle Menschenrechte aufgezeigt. Die österreichische Regierung wurde aufgefordert, seine Unternehmen stärker als bisher zu regulieren und zu kontrollieren. Die Zivilgesellschaft muss aber weiter Druck machen – am besten heute schon: Mit einer Schandfleckstimme für die Andritz Hydro!“

Schandfleck Voting hier: http://www.schandfleck.or.at/

Ein Gastbeitrag von Alexandra Schmidt

fbticketRed Bull Salzburg hat in einem Testspiel den FC Bayern München 3:0 geschlagen. Respekt – nach ihrem Triple 2013 gilt Bayern München immerhin als das beste Team der Welt. Ein roter Bulle ist mir besonders aufgefallen:  Kevin Kampl.  Er hat einen Elfer verschossen und eine lustige Frisur. Und im Interview nach dem Spiel hat ihn der Moderator nach seiner Familie gefragt, die offenbar fast 20köpfig beim Spiel zugeschaut hat. Kevin Kampl hat betont, wie wichtig ihm das sei und dass ihm die Familie alles bedeute. Dass er ein totaler „Familienmensch“ sei. Interessant. Darf ich jetzt annehmen, dass er in Elternkarenz geht, wenn er mal Vater wird? In der Nacht Fläschchen wärmt, Windeln wechselt und Einschlaflieder summt, das Baby am Arm, stundenlang? Und wenn er eine Tochter hätte: dass er sie  zum Fußballplatz bringt  wenn sie in seine Fußstapfen tritt? Drei Mal pro Woche Training und am Samstag zum Spiel? Das nämlich wär ein Familienmensch nach meiner Definition…

XelaAber noch was anderes: Bayern-Trainer Pep Guardiola kommt aus Spanien und ist ein guter Verlierer. Er hat den Bullen gratuliert und keine Ausreden gehabt – sie waren einfach das bessere Team hat er gesagt. Wenn ich ihn richtig verstanden habe. Er ist seit einem guten Jahr Trainer in München. Sein Deutsch ist so schlecht, dass ich zwei Drittel von dem was er im Interview sagt, nicht verstehen oder nur erahnen kann. Ok, find ich jetzt nicht so schlimm. Aber viele verlangen von MigrantInnen, dass sie gefälligst „gscheit deitsch“ lernen sollen. Wohlgemerkt: auch von denen, die 60, 80 oder mehr Stunden die Woche eine Drecksarbeit machen für die sich sonst niemand findet. Die vielleicht nicht neun Jahre in die Schule gegangen sind und keine Ahnung haben, was ein Adverb ist.   (Wissen Sie´s? ;-) Die keine Zeit und keine Energie haben, auswendig zu lernen, dass es „die Uhr“ und „der Wochentag“ heißt und es in Deutsch nicht nur diese zwei Geschlechter gibt sondern ein sächliches auch noch. Dass es „das Fußballspiel“, „das Tor“ und „das Team“ heißt, aber „die Mannschaft“. Ja, „die“ sollen das lernen, aber bei Fußballtrainern und Menschen aus Spitzensport und Kultur darf man nicht so streng sein. Echt nicht?

Das fragt sich, ehrlich wahr, eure Xela