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Brutlust

Der Winter war zäh und fad – für unsere Hühner jedenfalls. Über die Stallpflichtdepression habe ich berichtet. Seit einem Monat hüpfen unsere Hühner wieder munter durch die Wiese. Oder doch nicht?

Die Stallpflicht hieß für unsere Planung eines: Brutverbot für die Hühner. Wie sollte denn eine Glucke ihre Küken aufziehen, wenn sie keinen ruhigen Platz hat, wo diese in Ruhe führen kann. Glucken vertreiben fauchend alles, was sich dem Nachwuchs nähert – auch die eignen Artgenossinnen, seien sie auch noch so freundlich gesinnt.

Im Winter ist unser braver Hahn Krähgor gestorben. Man muss fast sagen „praktischerweise“ – so traurig das war. Aber so hat sich das Problem eines allfälligen Nachwuchses erledigt.

Auch vonseiten der Hühner hätte es kaum Nachwuchs gegeben – selbst mit Hahn. Zwei Eier die Woche – wohlgemerkt als Produkt von 12 Hühnern, nicht pro Huhn – war über viele Wochen der magere Ertrag.

Er ist leider nicht mehr bei uns. Hahn Krähgor ist im Winter gestorben

Als wir die Hühner wieder munter im Garten herumlaufen lassen konnten, stieg die Eier-Produktion sprunghaft an. Außerdem kauften wir ein paar schöne neue Hühner dazu, alle im legefähigen Alter. Das freut die Bauern.

Aber Frühling in der frischen Luft regt nicht nur die Legetätigkeit an. Nach einem Monat fleißiger Produktion, haben die Hühner jetzt Lust, die ganzen schönen Eier auch auszubrüten und sich über Küken zu freuen.

Die Brutlust ist ansteckend. Fängt ein Huhn damit an, wollen alle anderen plötzlich auch. Das ist Pech für den Bauern, denn: brütende Hühner legen keine Eier. Und zwar für mindestens drei Wochen. Wenn dabei Nachwuchs herauskommt, dann verlängert sich die eierlose Zeit um noch einmal 6 Wochen.

Ohne Hahn kommt bei noch so intensivem Brüten eh nichts heraus. Wir wünschten uns, dass das jemand unseren Hühnern verrät. Ob wir einen Hahn wollen, damit es wieder viele, viele Küken gibt, wie die Jahre zuvor? Etwas später dieses Jahr ganz sicher. Aber bis dahin genießen wir die Ruhe im Garten von Weieregg – ganz ohne Krähen.

Von der Vogelgrippe zur Hühnerdepression

Drei Monate. So lange gibt es jetzt schon die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe. Drei Monate sind unsere Hühner deshalb jetzt schon eingesperrt.

Geht doch ganz gut, dachten wir uns in den ersten Wochen. Wir waren gerade von drei Monaten in Kalifornien zurückgekommen. Die Hälfte unserer Hühner hatten wir vor unserer Abreise verkauft. Alle haben einen guten Platz bei lieben Leuten bekommen. Unsere Hühnersitter sollten ja nicht zu viel Arbeit haben, während wir es uns gutgehen lassen. Ein paar Hühner starben während unserer Abwesenheit. An der Pflege lag es nicht, sie starben an Altersschwäche.

Der Stall war also während der Stallpflicht für die 13 verbliebenen Hühner groß genug, aber er hat ein großes Manko: Er ist langweilig. Keine Erde zum Aufscharren, daher keine Würmer und Käfer und auch keine interessanten Pflanzen. Nach ein paar Wochen verbrachten die Hühner nur damit, einfach im Stall herumzustehen. Sie wollten nicht mal mehr ihre Treppe auf und ab laufen. Es gab auch keinen Streit. Nichts.

Wenn die Hühner so deprimiert herumstehen, macht uns das natürlich auch nicht froh. Was tun? Erlaubt sind dicht überdachte Volieren. Wir mussten uns jetzt nur überlegen, wie wir eine solche am besten bauen.

Der Hühnerstall ist 6 Meter lang und gegenüber steht ein ebensolanger 2 Meter hoher Holzstapel. Dazwischen liegt ein Platz von ca. 2 Metern Breite. Besser als nichts.

Den HImmel sieht man durch die Folie nur gedämpft, aber Hauptsache es kommt etwas Licht durch das Planendach

Hier spannen wir einfach ein Dach mit Folie, beschlossen wir. Wir haben jede Menge dunkelgrüne Abdeckplane zu Hause. Doch dann stellten wir fest: Wenn wir die verwenden, dann ist es nicht nur in dem Stück Auslauf zu finster, sondern auch im Stall. Die durchsichtige Malerabdeckfolie ist zu dünn – die reißt beim ersten Regentropfen.

Im Baumarkt haben wir dann Gitterfolie für Gewächshäuser gefunden. Die Konstruktion muss ja nicht ewig halten, also einfach ein bisschen am Stalldach und am Holzstoß angenagelt – und passt schon. Die Seiten noch mit Gitter zumachen, damit keine Spatzen in den Bereich hineinfliegen können. Perfekt.

Die Stalltür öffnete sich zum ersten Mal seit Monaten wieder. Wir hatten uns große Aufregung und Freude unter der Hühnerschar erwartet – ein Gedränge und einen Hickhack darum, welche der Damen als erstes ins Freie darf. Nichts. Die Luke war offen, doch unsere Hühnerschar blickte einander nur ratlos an.

Wird wohl eine Minute dauern, dachten wir uns. Es dauerte zwei Minuten und noch immer machte kein einziges Huhn Anstände, sich nach draußen zu bewegen. Was für eine Enttäuschung! Also scheuchten wir sie raus.

Jetzt standen sie also in ihrer Voliere. Weit herumfliegen kann man darin nicht, aber das tun Hühner auch so nicht. Sie schritten den Platz ab, pickten und scharrten ein bisschen – doch nach 20 Minuten waren alle wieder drin.

Irgendwie komisch hier in der Frischluft – schnell wieder in den Stall

Sie werden sich daran gewöhnen. Und um die Neugierde unserer Hühner etwas zu wecken, werden wir den Platz ein bisschen interessant gestalten: mit Baumstümpfen und großen Blumentöpfen voll Erde. Ein Sandbad bekommen sie auch noch. Mal sehen, was uns sonst noch einfällt.

Die Stallpflicht dauert mindestens noch bis Ende März, wenn nicht länger. Hoffentlich können wir danach wieder den gesamten Auslauf freigeben. Auf 400 Quadratmetern Wiese macht Hühnern das Leben eindeutig mehr Spaß.

Was pfeifen denn die Spatzen da vom Dach?

Frühlingszeit ist Tierbaby-Zeit. Unsere Hühner haben dieses Jahr bereits gebrütet; 12 Küken sind es geworden. Eigentlich wollten wir ja dieses Jahr aussetzen, da wir schon genug Hühner haben, aber es war dann doch zu verlockend. Als die erste Glucke saß, mussten wir ihr einfach Eier unterlegen und sie brüten lassen. Platz genug haben wir ja.

So kann ein Nistkasten nach der Brutsaison aussehen.

Nicht nur bei den Hühnern ist der Nachwuchs da, sondern auch bei den Tieren in freier Natur. Gerade bei den Vögeln bekommt man das ganz gut mit. Es immer wieder schön, mit anzusehen wie sie Grashalme, Moos oder Federn anschleppen, um die Nester zu bauen. Teilweise in Lagen, die uns nicht ganz geheuer sind oder wo die Nester uns auch stören: auf Dachbalken, in einer Laterne, in Rohren usw. Bei uns in der Thujen-Hecke ist im Frühjahr reger Flugverkehr und immer ein riesen Wirbel. Kein Platz ist vor ihnen sicher. Er ist aber genau gewählt, da bleibt nichts den Zufall überlassen. Vor Regen geschützt und auch vor Raubtieren sicher – bei uns sind das natürlich Katzen. Und es sollte auch nicht zu heiß werden.

Nistkästen bieten sicheren Schutz, wenn diese richtig montiert sind. Diese sollten in ca. 2 bis 3 Metern Höhe angebracht sein. Das Einflugloch sollte nach Osten oder Südosten ausgerichtet und vor Regen und praller Sonne geschützt sein. Nach dem Brüten im Herbst sollte der Nistkasten gereinigt werden. Wer jetzt denkt der Kasten bleibt dann bis in Frühjahr leer, täuscht sich. Im Winter schlafen und leben da kleine Säugetiere und Insekten. Perfekt für den Garten, denn gleichzeitig helfen uns ja auch die kleinen Vögel bei der Vertilgung von Schädlingen, die wir nicht im Garten haben wollen.

Nistkasten mit SpatzGerade jetzt sind viele der kleinen Vögeln zum ersten großen Sprung in die Fliegerwelt bereit. Wir werden jetzt öfter mal, beim Spazierengehen oder auch im eigenen Garten Jungvögel finden. Hier ist es ganz wichtig: Die Jungtiere nicht mit nach Hause nehmen! Solltet Ihr einen Jungvogel, der nicht offensichtlich verletzt ist, auf der Straße sehen oder an einem Platz, der zu gefährlich erscheint, dann einfach auf eine sichere Stelle oder in einen Baum setzen. Das Nest und die Mutter sind sicher ganz in der Nähe. Keine Sorge das gehört zum ersten Sprung dazu, auch wenn es hart scheint.

Der Jungvogel wird, auch wenn er nicht mehr im Nest sitzt, weiter von der Mutter gefüttert. Es dauert noch ungefähr eine Woche bis er sich selber versorgen kann. Vielleicht habt ihr schon öfter gehört: „Bloß keinen Jungvogel anfassen – die Mutter verstoßt ihn dann“. Aber keine Sorge, das machen nur Säugetiere, aber kein Vogel!

Beim Spatz oder Haussperling (passer domesticus) denken viele: „Die gibt es ja überall und in so großer Zahl, dass es nichts ausmacht, wenn mal ein Jungtier stirbt“. Leider falsch. Der Spatz ist nicht mehr in so großer Zahl vorhanden, wie er es mal war. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist der Bestand drastisch zurückgegangen. Sogar so weit, dass der Spatz heute auf der Vorwarnliste bedrohter Arten steht. Er lebt immer in der Nähe von Menschen, sucht dessen Schutz und natürlich auch das, was der Mensch so wegwirft.

Ich habe auch immer geschimpft, wenn ich die Hühner fütterte und die Spatzen ganz frech aus den Bäumen geflogen kamen, um auch mitzunaschen. Jetzt weiß ich aber, dass ich was Gutes tue. Auf diese Art kann ich dazu beitragen, dass der Bestand wieder wächst. Also, was soll’s! Wegen der drei Körner, die so ein kleiner Vogel frisst, werden unsere Hühner schon nicht verhungern. Und ich kann mich im Sommer und besonders im nächsten Frühjahr wieder auf ein fröhliches Zwitschern freuen.

Antlass-Ei und Eierzins

Viele von euch verfolgen ja meine Blog-Beiträge schon eine Weile. Darum wisst ihr von mir bereits, dass ich alte Bräuche sehr mag. Ich achte ein bisschen darauf, dass diese weiterleben. Gerade um die Osterzeit, in der Karwoche, gibt es sehr viele Bräuche.

Zum Beispiel sammeln wir auf Weieregg jeden Gründonnerstag zwei so genannte Antlass-Eier.

Woher kommt aber eigentlich das Antlass Ei? Gründonnerstag wurde im Mittelalter Antlasst­ag genannt. Antlass bedeutet so viel wie Ablass oder Nachlass von Sünden.
Am Antlasstag wurde wurde auch der Eierzins berechnet, den der Pächter an den Grundbesitzer entrichten musste. Es wurden dafür die Eier dieses Tages gezählt. Mit dem letzten Ei war die Schuld getilgt. Dieses war dann das Antlass-Ei und es wurde damals rot eingefärbt.

EiergefärbtAntlass-Eier werden für die Speisenweihe verwendet und am Ostersonntag gegessen. Manche verschenken diese Eier an ihre Patenkinder. Angeblich sollen die Antlass-Eier auch Mensch und Tier vor Krankheiten schützen. Außerdem wehren diese Super-Eier Naturkatastrophen ab – und schützen Haus und Hof vor Feuer.

Meine Oma hatte zum Beispiel immer ein Anlass-Ei auf dem Dachboden liegen. Jedes Jahr wurde es ausgetauscht. Als Kind fand ich das immer spannend: „Wie bitte soll denn ein kleines Ei einen großen Hof vor Feuer schützen?“ Tja passiert ist nie etwas, also kann genauso gut was dran sein.

Wichtiger für mich ist aber: Die Schalen der Eier können wieder den Hühnern verfüttert werden. So legen sie weiterhin gut und bleiben gesund. Ich persönlich verfüttere die Eierschalen allerdings nicht, wie das Foto unserer Sammlung von Antlass-Eiern belegt. Aber angeblich sind die Hühner dann auch vor Raubvögeln geschützt. Hat jedenfalls meine Oma immer gesagt.

Ich wollt, du wärst dein Huhn

Vor einiger Zeit hab ich einen Artikel darüber gepostet, wie es für uns anfangs war, als die Hühner einzogen. Was alles hermusste, was es kostete und wofür wir sinnlos Geld rausgeschmissen haben. Ich gab Tipps für Leute, die sich dafür interessieren, selbst Hühner zu halten und Anhaltspunkte, mit welchen Kosten man ungefähr für eine kleine Hühnerschar rechnen muss.
Hier ist der Link zu diesem Artikel: Hühner im Garten – was kostet das eigentlich?

Vor ein paar Tagen kam dann von jemandem mit dem Nick „huhn“ dieser orthografisch und grammatikalisch interessante Kommentar:

alle schön und toll… nur alles reiner blödsinn^^ was muss man denn bitte über Hühner lesen?!? so Kompliziert sind die nun auch wieder nicht! Ein vor Wind, Wetter und Raubtieren geschützter Stall reicht doch vollkommen aus… wer seie Hühner z.b. nicht “sicher” verwahrt muss schon damit rechnen, die ein oder andere an ein Raubtier zu verlieren Medikamente?!? Normale Hühner brauchen doch keine Medikamente – ich würd diese Eier nicht essen wollen, und normales Streu reicht doch bitte vollkommen aus – dem Huhn ist dass jedenfalls egal wo es hin kackt – schlafen tun die sowieso nicht auf dem Streu Und ob jetzt ein Huhn auf 1 Meter gehalten wird oder auf 10 – die verwüsten jede Wiese wenn sie darin eingezäunt sind

Und ich so:
Angry Chicken

Das kann ich nicht unwidersprochen stehen lassen. Wenn da jemand einen ChZicken-Krieg lostreten will, dann bitte. Los geht’s:

Lieber User/liebe Userin „huhn“

Bitte lies den Artikel noch einmal. Es geht hier um meine eigenen Erfahrungen. Meine Hühnerhaltung läuft sehr, sehr gut. Da kann nicht alles Blödsinn sein. Klar muss ein Stall einfach nur schützen und sicher sein. Aber viele Leute fangen bei Null an. So wie ich vor einigen Jahren. Ich musste überlegen, wie ich den Stall am besten baue. Schön, wenn deiner einfach vom Himmel gefallen oder aus der Erde gewachsen ist.

Wer Hühner hat, muss sich sehr wohl mit der richtigen Haltung befassen. Immerhin handelt es sich um Lebewesen, die bestimmte Bedürfnisse haben. Ein Blick auf Foren wie Hühnerinfo.de genügt: Der Themenreichtum ist unendlich und es gibt entsprechend viele Threads zu Fragen. Auch wenn die Meinungen weit auseinandergehen und oftmals heftig debattiert wird, was am besten ist – man merkt, dass sich alle intensiv mit ihren Hühnern auseinandersetzen. Jeder will es einfach richtig machen. Ich finde das toll. Wenn es dir egal ist, dann bitte.

Es sei jedem unbenommen, die Streu zu wählen, die er am besten findet. Du hast da was missverstanden: Im Artikel steht nirgendwo, dass unsere Hühner auf der Streu schlafen. Und es geht dabei nicht darum, ob sich Hühner vielleicht weigern könnten, auf eine bestimmte Streu zu kacken, sondern um Stallhygiene und Geruchsentwicklung. Dabei ist mir die Saugfähigkeit der Streu wichtig.

Und, ja, auch Hühner können krank werden. Dann brauchen sie Medizin oder gar einen Arzt. Es soll sich ja nichts entwickeln, das auch den Rest der Hühnergruppe erfasst. Es ist mir bewusst, dass viele Leute mit Hühnern nicht zum Tierarzt gehen, sondern lieber die Axt holen. Das ist auch eine Methode, aber ich habe für mich beschlossen, das nicht zu tun (außer in einem Fall, wo ich ein Huhn so schnell wie möglich von seinem Leiden befreien musste). In vier Jahren mussten wir unserer Hühnerschar bisher zweimal ein Medikament verabreichen. Und ein Huhn hatte ein paarmal Schnupfen. Das ist für ein Huhn nicht ungefährlich. Der Tierarzt hat mich genau beraten, wie lange wir dann die Eier nicht konsumieren sollen. Nicht jedes Medikament ist gleich ein Antibiotikum, das sich auch auf die Gesundheit bzw. Resistenz der Menschen auswirkt. Das musst du schon differenzieren.

Was mich an deinem Kommentar richtig entsetzt, ist, dass du der Meinung bist, es sei egal, ob ein Huhn nun 1 m2 oder 10 m2 zur Verfügung hat. DAS IST ES NICHT! Bei der Hühnerhaltung steht bei mir nicht die Schonung der Wiese im Vordergrund, sondern dass die Hühner ausreichend Auslauf haben. Dafür gibt es Empfehlungen. Ich bin froh, dass ich meinen Hühnern so viel Platz bieten kann, wie sie benötigen. Wieder umgelegt auf den Menschen, könnte man behaupten, dass Menschen ja auch auf 10m2 wohnen können. In manchen Fällen tun sie das auch. Man nennt es Gefängnis. Dort würdest du auch nicht hinziehen wollen, liebe/r „huhn“.

Es reicht mir nicht, einfach Hühner wo einzupferchen und mich dann über die Eier zu freuen. Ich habe die Pflicht, so gut wie möglich für sie zu sorgen. Sind die Hühner glücklich, bin ich es auch.

Würde ich Hühner auf engem Platz und ohne entsprechende Pflege halten, wäre ich nicht besser als die Großbetriebe, wo keine artgerechten Zustände herrschen. Ich möchte das nicht und unsere Kunden auch nicht.

Hühner im Garten. Was kostet das eigentlich?

Seit ein paar Jahren ist es sehr beliebt, eigene Hühner im Garten zu halten. Die Zeitungen und Fernsehen sind voller Berichte darüber. Doch kaum einmal kann man erfahren, was dieses Hobby kostet.

Wir auf Weieregg haben im Sommer 2012 damit angefangen, Hühner zu halten – erst mit vier Hühnern. Jetzt, nach drei Jahren, sind es 50 Hühner und zwei Hähne.stallansicht
Seit dieser Zeit haben wir viel dazugelernt. Ja, wir haben auch Lehrgeld bezahlt, und zwar gar nicht wenig.
Wir bereiteten uns gut auf die Hühnerhaltung vor: Wir wälzten Bücher, saßen stundenlang vor den Laptops und erhielten auf Hühnerinfo.de oder anderen Foren Antworten auf viele Fragen. Doch auf einiges mussten wir selber die Antworten finden.

Fertigstall – und aus
Blauäugig bestellte ich um 400 Euro im Internet einen Stall. Ich dachte, er passt gut für vier Hühner – so viele waren geplant. Schon beim Auspacken wurde mir klar: Der ist nicht das, was ich mir das vorgestellt habe. Dünne Bretter (wir haben kalte Winter), windige Schrauben, Sitzstangen nicht erhöht und nur ein Blech darunter. „Zum leichten Reinigen des Stalls“, stand in der Beschreibung. Umgeben war das Ganze von einem Gitterverschlag, in den ich nicht reinkam. Wie sollten wir das sauber machen? Wir versuchten es trotzdem und unsere Hühner zogen ein. Ein paar Tage später waren die drei Quadratmeter Wiese, die innerhalb der Umzäunung lagen, völlig verwüstet. Außerdem waren unsere vier Zwergwyandotten auf dem engen Raum spürbar gestresst.

Ein Zaun muss her
Ein mobiler Zaun war schnell gefunden, 100 Euro für 50 Meter. Ein Schnäppchen, das ich wieder im Internet gefunden habe. Endlich hatten unsere vier Damen Auslauf. Sie genossen das sichtlich, und auch mit dem Eierlegen ging es gleich viel besser.

Ein neues Zuhause
Trotz allem hatte ich aber immer noch das Problem der kalten Winter. türeHandwerklich einigermaßen begabt, beschloss ich, einen Teil unseres bestehenden Schuppens als Hühnerstall umzubauen. Wir hatten einiges Holz zu Hause, aber es reichte nicht ganz aus. So investierten wir dann ca. 300 Euro in den Schuppenumbau. Die eigene Arbeitszeit kostet ja zum Glück nichts. Vorsichtshalber baute ich den Stall gleich ein wenig größer – mit dem Gedanken, gleich Platz für ca. zehn Hühner zu schaffen. Nur falls es mehr werden sollten.

Der erste Winter kam und unsere Hühner waren vor Wind und Wetter gut geschützt. Es ging Ihnen gut. Damals wusste ich noch nicht, dass Hühnerhaltung süchtig macht und sich über den Winter der Wunsch nach mehr Hühner manifestieren würde. Es war aber so.

Neues Jahr, neue Investitionen
Zwergwyandotten brüten gerne. Und wir wollten ihnen das auch erlauben. Dank Hahn hatten wir eigene Bruteier und wir kauften zusätzlich Sulmtaler-Bruteier – die Kosten 1 bis 2 Euro pro Stück.

Diese Türe ist Gold wert. Reagiert automatisch mit Lichtsensor.

Diese Türe ist Gold wert. Reagiert automatisch mit Lichtsensor.

Die Schlupfraten in unserem ersten Jahr war toll, fast aus allen Eiern schlüpften Küken. Doch die putzigen Küken wuchsen rasch (vor allem die Sulmtaler-Hühner) und der Stall war bald zu klein. Es musste ein weiterer Stall her. Zum Glück haben wir genug Platz und ich konnte direkt an den ersten Stall einen zweiten, größeren Stall bauen. Dieses Mal musste ich alles Holz kaufen. In der örtlichen Säge machte das knappe 800 Euro. Fehlten noch zwei Fenster. Zum Glück hat uns die der Nachbar geschenkt – nagelneu.

Mehr Hühner bedeutet auch einen größeren Auslauf. Der mobile Zaun wurde zu klein. Wir mussten also einen fixen Bereich des Gartens zu umzäunen. Hier holte ich mir einige Ideen aus dem Internet und Angebote von örtlichen Betrieben. Es war alles dabei: von nicht umsetzbar bis absolut nicht leistbar. Schließlich fand ich eine Firma im Internet, die geeignete Zäune aus Kunststoff anbietet – leicht zu verarbeiten, aber stabil und wetterfest. Und es war die bei weitem günstigste Lösung. 75 Laufmeter Zaungeflecht, dazu noch die Holzsteher kosteten ca. 750 Euro.

Schutz vor Räubern
Nun konnten wir uns zurücklehnen. Dachten wir uns. Doch dann stahlen Raben einige unserer Küken. Jeden Tag eines. Die Lösung war ein Kükenheim: ein neuer, kleiner Stall der seitlich und oben vergittert ist. Dort sollen die Glucken Ihre Küken sicher aufziehen können. Wir konnten wieder einiges vorhandenes Holz verwerten – bis hin zu einer unbehandelten großen Tischplatte. Kostenpunkt für diesen kleinen Stall daher nur ca. 400 Euro.

überspannung2Und wo wir schon dabei waren, das Kükenheim mit einem Netz zu überspannen, erhöhten wir gleich auch den Zaun für den gesamten Auslauf, denn unsere Sulmtaler und Marans-Hühner stellten sich als echte Überflieger heraus. Wir fanden ein tolles, günstiges Netz bei einer Firma für Fischereibedarf. Alles in allem kam die Erhöhung des Zauns und das Überspannen des Kükenauslaufs auf EUR 300.

Alles in allem kommen ca. 3050 Euro zusammen – dabei haben wir viel vorhandenes Material verwertet. Ansonsten kostete es halt Zeit, und zwar ca. 150 Hobby-Heimwerker-Stunden.

Zu laufenden Kosten wie Futter, Tierarzt und Kleinzeug schreibe ich ein andermal.

Von Anfang an richtig investieren
Wenn ihr es nicht so ausufern lasst wie wir, bleiben die Kosten überschaubarer. Hier eine Zusammenstellung über die Kosten für eine Hühnerschar von bis zu 10 Stück:

hühnerInvestitionen:
Stall: Gartenhütte ab EUR 400
Innenausbau: ca. EUR 100
Mobiler Zaun, 50 m: EUR 100

Hühnerhaltung:
Streu: (ich empfehle Hanfeinstreu) ca. EUR 15/Monat.
Futter: ca. EUR 25/Monat – aber dazu gibt’s noch einen extra Beitrag.
Allfälliges wie Kieselgur, Medikamente etc.: 50/Jahr

Für ca. 800 bis 1000 Euro habt Ihr alles zusammen, was Ihr braucht, um bei euch Hühner zu halten. Die Investition lohnt sich auf jeden Fall, denn Hühner im Garten machen Spass und nebenbei ist es ein wunderschönes Hobby, das glücklich macht!