von Martina Zidek

Nitra2Wer mich beschenken will hat’s leicht. Kein langes Grübeln was gefallen könnte und keine Sorge ob Duft oder Farbe des Präsentes dem Wusch entsprechen sind notwendig. Werde ich gefragt, so kann ich aus dem Stegreif eine Liste von Dingen herunterbeten, die mir Freude bereiten: Theo braucht eine Operation, Nanouk muss geimpft werden, Susto braucht Spezialfutter wegen ihres Alters und Dodo Medikamente gegen seine Epilepsie. Patin der ungewollten Hunde zu sein, die nicht die Liebe und Fürsorge einer eigenen Familie genießen dürfen, ist für mich eine der schönsten und freudvollsten Aufgabe und meine Art all jenen Tierfreunden zu danken, die einst Franzi geholfen haben, als er ein Straßenhund war.

Ein weiches Bett, eine warme Decke oder ein Plüschtier können keine streichelnde Hand oder Spaziergänge mit dem geliebten Menschen ersetzen, aber sie bringen zumindest ein wenig Komfort und manchmal auch Trost in das Leben der vergessenen Hunde. Als zum Beispiel der alte Schäferhund Rex, der an schlimmer Arthrose litt, sich aus einer ganzen Ladung voller Sachspenden als Erster etwas aussuchen durfte, ignorierte er Kekse, Schweineohren und alle anderen, seltenen Köstlichkeiten und legte sich mit einem Seufzer der Erleichterung auf einen Stapel Decken, der ihm Linderung von seinen Schmerzen brachten. Oder Polly, die völlig in ihrer eigenen Welt versunken ist und nur durch ein neues Quietschtier wieder ein wenig Lebensfreude zeigt. Die Liste ist endlos, und die meisten Wünsche sind klein und erfüllbar. Es macht Spaß alte Decken, Handtücher und Polsterauflagen im Bekanntenkreis zu sammeln und es tut gut, den eigenen Überfluss mit den Hunden zu teilen.

Die meisten Patenkinder lerne ich niemals persönlich kennen, aber viele Organisationen schicken Fotos oder sogar Videos und ob ich will oder nicht, knüpft mein Herz ein Band mit diesen traurigen Seelen. Manchmal geschieht das Wunder und der eine oder die andere finden liebevolle Aufnahme in eine Familie und ich kann nur noch hoffen und beten, dass es ein gutes Zuhause und ein Bund für den Rest des Lebens sind.

Das Glück ist ein Vogerl

Gina1Gestern habe ich ein ehemaliges Patenkind auf facebook wiedergefunden: Gina, die mit ihrer Schwester Whitney als Welpe in einem ungarischen Shelter abgegeben wurde und dort 9 lange, harte Jahre ausharren musste, bis sie 2011 endlich adoptiert wurde. Whitney starb bald darauf, Gina waren 3 glückliche Jahre vergönnt, bis ihr Frauli vor nunmehr zwei Wochen zusammenbrach und starb. Es dauerte einige Tage bis man sie fand und diese Tage verbrachte Gina neben dem leblosen Körper des einzigen Menschen, der jemals gut zu ihr war. Meine Wunschliste ist länger geworden: Gina soll einen Menschen finden, der ihr hilft das Trauma zu verarbeiten und ihr ein endgültiges Zuhause schenkt. Ein großer Wunsch, ich wage kaum zu hoffen dass er erfüllt wird.

Diese Geschichte kann ich heute nicht zu Ende schreiben, denn Gina ist 13 Jahre alt und hat das Ende ihres Weges noch nicht erreicht. Bis dahin wird sie aber mein Patenkind bleiben, für das ich nach einem geeigneten Platz suche, spende und hoffe bis eine Lösung gefunden ist.

Dann trage ich das Ende nach – versprochen!

Bilder: mit freundlicher Erlaubnis von Animalhope-Nitra

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