Was wäre eine Reise in ein anderes Land ohne etwas mit zu nehmen? Schließlich soll man sich ja auch in 10 Jahren noch erinnern, wenn man das Mitbringsel sieht. Natürlich ist der Kühlschrankmagnet eine Option. Aber in Istanbul gibt es noch mehr.

Selbstverständlich muss man auf den Bazar!

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Im Goldrausch am großen Bazar!

Kapalı Carşı (Großer Bazar): Hier findet man alles, was das Touristenherz begehrt. Viel Kitsch und Krempel, aber auch tolle einzigartige Sachen, die lange Freude bereiten. Wer sich für Gold- und Silberschmuck erwärmen kann, schwebt hier im Glück. Das Edelmetall wird gewogen, dann geht’s ans Handeln. Besonders praktisch ist es, dass man seinen alten Schmuck problemlos verkaufen kann, es gilt immer der aktuelle Gold- oder Silberpreis. Ich habe das schon mit kaputten Armreifen und Goldkettchen gemacht. Wer Kelime und Teppiche liebt ist hier auch am richtigen Ort. Große Stücke werden einfach nach Hause gesandt. Aber auch die kleinen Dinge erfreuen das Leben. Unser Wetter ist ja sehr praktisch um Paschminas und Schals in allen Farben auszuführen. Fliesen, Kissenbezüge, Decken und Stoffe aller Art und Muster sind immer wert mitgenommen zu werden. Wer Leder will, entdeckt von der Jacke, über Schuhe bis zu Taschen alles. Wichtig ist es zu handeln, wenn einem der Preis zu hoch erscheint. Am besten setzt man bei 50% des geforderten Preises an und dann nähert man sich an. Ist es immer noch zu hoch, dann geht man einfach weiter. Läuft einem der Verkäufer hinterher ist noch was drinnen. Ansonsten hat man halt Pech gehabt und geht zum nächsten der 4000 Geschäfte. Klar ist, dass man als Tourist immer ein bisschen mehr bezahlt. Das liegt an der alten islamischen Tradition, dass der Händler auch für den sozialen Ausgleich zu sorgen hat. Einer, der mehr Geld hat, soll mehr bezahlen, damit jemand, der weniger Geld hat, einen niedrigeren Preis bekommt. Selbstverständlich ist ein Tourist als begütert anzusehen, sonst könnte er ja nicht auf Reise gehen.

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Schuhe mal anders präsentiert!

Zwei Mal ist es mir schon passiert, dass ich ohne Handeln einen fixen niedrigen Preis bekam. Ich war die erste Kundin des Tages und somit die Glücksbringerin.  Wenn Zeit ist sollte man sich auf eine Seite des Bazars hinauswagen, wo noch die ganzen kleinen Werkstätten sind, faszinierend! Und man kann in einer Seitenstraße beobachten, wie zig Händler telefonisch (in jeder Hand mindestens zwei Handys) die Devisenkurse aushandeln, die dann die Preise im Basar bestimmen – cool.

In der Nähe sind Cafes, wo man toll Wasserpfeife (nargile) rauchen kann, einfach fragen.

Vom Großen Bazar (Kapalı Carşi) gibt’s auch die Straße runter zum Mısır Carşı (Ägyptischer Bazar). Das ist ein richtiges Handelsviertel, ein wahnsinniges Gedränge und Geschiebe und echt orientalisch. Und wer auf Kitsch in jeder Variation steht ist hier richtig- vieles ist „süslü püslü“ (geschmückt)! Modeschmuckfans kommen hinter dem Ägyptischen Bazar auf ihre Kosten, alles was es in Europa in den Geschäften gibt, findet man hier zum Großhandelspreis.

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Lokum und getrocknete Früchte

Im Ägyptischen Bazar sind alle richtig, die Gewürze, Süßes und andere Lebensmittel suchen. Hier gilt probieren, probieren, probieren. Die Gewürzmischungen sind ausgezeichnet. Was ich liebe sind die verschiedensten getrockneten Blüten für den Tee: Jasmin, Maulbeere, Kamille, Granatapfel und vieles mehr. Was ich immer mitnehme ist Sumach, stammt vom Essigbaum, und gibt jedem Salat die spezielle Note.

Teşvikiye/Maçka: hier sind alle internationalen und nationalen Marken vertreten, echt reich und schön und Schuhgeschäfte, einfach toll. Rundherum ist Osmanbey, da sind Straßenzüge mit Textilhändler an Textilhändler, hier wird der Großhandel in die ganze Welt betrieben. Wer eine Abkürzung von hier nach Taksim nehmen will, der besteige die „Teleferik“-Gondel, sieht ein bisschen alt aus, hält aber!

Besonderer Tipp: Es findet sich überall ein Paşabahce, das ist das türkische Glasgeschäft und die haben echt tolle Sachen – von osmanisch bis modernstem Design!

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Blüten für den Tee

In der Istiklal Caddesi gibt es viele Modegeschäfte zum kleinen Preis. Wer Sehnsucht nach einem deutschsprachigen Buch hat, geht einfach in das Alman Kitapevi und holt sich Lektüre. Das beste Lokum, das sind die türkischen Zuckergeleewürfel, kauft man beim Haci Bekir- beste Qualität! Und die Istiklal Caddesi ist auch der richtige Ort, um sich vom vielen Einkaufen zu erholen. In den Seitenstraßen sind unzählige Cafes, Restaurants und Bars.

Und dann hat man wieder sie Kraft von der Istiklal weg in Richtung Cihangir zu gehen, denn hier sind die Antiquitätengeschäfte mit vielen alten Schätzen.

Und wer immer noch nicht genug vom Shoppen hat, der fährt einfach auf die asiatische Seite. Denn hier ist die Bagdat Caddesi, die alte Karawanenstraße, über 14 Kilometer lang und rechts und links bestückt mit Läden, die allerdings eine gefüllte Brieftasche voraussetzen!

Aja und Einkaufszentren gibt es natürlich auch. Die sind wie bei uns, eines der größten in Europa ist das Cevahir Shopping Centre im Stadtteil Sisli.

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Der Berber arbeitet messerscharf ;)

Das Extraprogramm für den shoppinggestressten Mann:

Der gehe bitte zum BERBER und lasse sich den Bart rasieren, die Ohren ausbrennen und die Nasenhaare schneiden. Wem die Brusthaare zu viel sind, auch die entfernt der Berber oder macht zumindest einen modischen Schnitt. Was sich ein bisschen brutal anhört ist nach Aussage lieber Freunde ein absolutes Verwöhnprogramm. Für die Damen empfiehlt es sich einmal eine Gesichtsenthaarung mit dem Zwirn zu machen, geht auch beim Berber. Es tut ein bisschen weh, aber man hat dann eine Haut wie ein Babypopo.

Viel Spaß!

Demnächst folgt Teil 3 und hier Teil 1 zum Nachlesen http://zartbitter.co.at/kultur/wohin-istanbul-teil-1/

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