Nächstenliebe, das ist ein geflügeltes Wort zu Weihnachten. Familie, Flüchtlinge, Spendenzielgruppen der Hilfsorganisationen….natürlich, ihnen gegenüber empfinden wir Nächstenliebe, Nächstenliebe ist Ehrensache. Und die Medien sind voll von Zitaten dazu:

  • Habt Liebe für alle, denn keiner ist anders als ihr. (Ramakrishna)
  • Was dir verhaßt ist – das tue deinem Nächsten nicht an! (Talmud)
  • Lasse nie zu, daß du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist. (Mutter Teresa)
  • Auch der armseligste Mensch, mag er noch so eingeschüchtert und heruntergekommen sein, ist ein Mensch und unser Bruder. (Dostojewski)

Kann man ja alles nur unterschreiben. Aber wie ist‘s mit der Nächstenliebe gegenüber Menschen, die wir eigentlich nicht mögen und die uns näher kommen, als uns lieb ist? Gegenüber der unsympatischen Kollegin. Gegenüber eines unfähigen Verkäufers. Gegenüber des Kindes und seiner Mutter neben uns im Zug/Bus/Flugzeug? Gegenüber eines Betrunkenen, der uns anschnorrt und nicht in Ruhe lässt?

Da wird Nächstenliebe zur Herausforderung. Man sollte sich ihr stellen. Und nicht zulassen, dass das eigene Herz hart wird all jenen gegenüber, deren Lage uns nicht so nahe, nicht so ganz das Nächste ist. Nicht zu Weihnachten und sonst auch nicht.

 

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