Fasten für die Seele – 5. Aufmerksamkeit macht zufrieden

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Wir hetzen oft durch den Alltag. Jagen einem großen Ziel nach. Meinen etwas zu versäumen, wenn wir eine Mode nicht mitmachen. Das kostet Kraft. Und dann fehlt es uns an Aufmerksamkeit für andere Menschen, für Dinge um uns, für kleine Erlebnisse. Das leert auch unsere Seele, unseren Geist. Und macht uns eigentlich viel schwächer und anfälliger. Darum ist  die Aufmerksamkeit für Menschen, Tiere, Erlebnisse und Schönes eigentlich eine Tankstelle auf unserem Lebensweg.

Das hat auch eine Studie der Universität Zürich und Halle-Wittenberg ergeben. Dafür müssten Probanden ein abendliches Tagebuch führen und jeden Tag neun schöne Beobachtungen festhalten: Das Lächeln eines Babys, der erste Löwenzahn neben dem Asphalt, Schluck für Schluck eine Tasse Kaffee genießen. Die PsychologInnen stellten schon nach einer Woche eine gesteigerte Lebenszufriedenheit und den Rückgang von depressiven Verstimmungen fest.

Das will ich machen die kommende Woche. Ich setzte mich jeden Abend hin, genieße eine Tasse Tee und schreibe neun Momente nieder, die mir gut getan haben. Ich bin damit auch aufmerksam mir gegenüber und lerne nicht irgendetwas nach zu laufen, sondern das Leben zu genießen.

Warum Fasten für die Seele?

Wenn es um das Fasten geht, dann denkt man eigentlich sofort an den Körper. Auf was verzichtet man? Fleisch? Schokolade? Alkohol? Zigaretten?

Aber eigentlich soll das Fasten ja Geist und Seele reinigen. Wie hektisch und stressig ist doch oft unser Alltag. Wir ärgern uns. Über eine Arbeitskollegin. Den Buschauffeur, der einem vor der Nase weggefahren ist. Den jungen Mann, der sich an der Kassa schnell vordrängelt. Und über sich selbst, weil man wieder etwas nicht gesagt hat, was man eigentlich sagen wollte. Weil man zu langsam war, zu vergesslich, zu feige, zu bequem. Alles das frisst sich in unseren Geist, in unsere Seele.

Also sollten wir die Fastenzeit nutzen. Lassen wir die Körperkilos drauf. Aber entledigen wir uns von seelischer Last und tanken Ruhe, Gelassenheit, Schönheit, Vertrauen und Aufmerksamkeit.

Hier geht es zu Teil 1 – Plätze der Ruhe finden

Hier geht es zu Teil 2 – Gelassenheit oder mit sich selbst liebevoll sein

Hier geht es zu Teil 3 – Schönheit mit allen Sinnen erleben

Hier geht es zu Teil 4 – Vertrauen gewinnen

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