von Ayad Salim

[scroll down for the English and Arabic versions]

Ich verbrachte Tage im Hotel, wo ich seit meiner Ankunft wohnte, und konnte Kontakt mit meinen Verwandten aufnehmen. Ich verbrachte Wochen damit, eine Lösung für meine Situation zu finden – eine Arbeit zu finden und sogar in einem anderen Land um Asyl anzusuchen. Es war nicht möglich, in der Türkei Asyl zu bekommen, da ich keine Personalpapiere hatte und auch nicht offiziell ins Land eingereist war. Alle Versuche scheiterten – entweder lag es daran, dass alles so lange dauerte oder an den Leuten, die dort arbeiteten. Ich hatte ein Naturwissenschaftliches Gymnasium mit einem sehr guten Gesamtnote von 92,3 Prozent abgeschlossen. Und ich hatte einen Abschluss der Universität in Bagdad, wo ich englische Übersetzung studiert hatte.
Ayad istanbul 2Ich hörte, dass sich Leute nach Europa schleppen ließen. Erst kam das wegen der Risiken für mich nicht infrage. Die Menschen sind den Schleppern völlig ausgeliefert. Es gibt dazu eine Menge trauriger Geschichten und nur wenige mit gutem Ende. Ich machte einen neuen Versuch und sah mich nach einer Möglichkeit um zu arbeiten oder in Istanbul um Asyl anzusuchen. Ich hatte damit keinen Erfolg. Durch die Menschenrechtslage und die Veränderungen ist die Türkei kein gutes Land, um sich niederzulassen. Der Umgang mit Ausländern ist nicht wie in Europa – und war das Wichtigste für mich. Nach langem Überlegen fuhr ich nach Istanbul. Ich hatte gehört, dass dort die meisten Schlepper sind. Es war Oktober 2014 und der Herbst hatte begonnen. Istanbul ist eine wunderbare Stadt, wo der Osten auf den Westen trifft. Jeder schöne Ort, den ich fand – und davon gibt es in der Türkei und besonders in Istanbul viele – erinnerte mich an meine Familie und Freunde und meine Augen füllten sich mit Tränen, aber ich versuchte sie zu verbergen.
Zwei Wochen später in Istanbul hatte ich noch immer kein zufriedenstellendes Ergebnis. Einer meiner Verwandten rief mich an und sagte mir, dass es eine Möglichkeit gibt, auf sicherem Wege aus der Türkei herauszukommen. Er sagte nicht viel dazu, weil er fürchtete, dass das Gespräch abgehört wird. Ich fuhr am nächsten Tag zurück, weil das Leben meiner Kinder in Gefahr war – einerseits wegen der unsicheren Situation und andererseits weil die Milizen wussten, wo sie zu finden waren und über sie Rache an mir nehmen konnten. Jeden Tag hoffte ich, dass sie in Sicherheit sind und dass ich sie bald wiedersehen werde. Jeder weitere Tag bedeutete gleichzeitig mehr Leid und mehr Geduld, mehr Traurigkeit und mehr Hoffnung. Es war schwer, mit diesen widersprüchlichen Gefühlen umzugehen, aber ich konnte mir nicht helfen. Ich kehrte in die Provinz zurück, wo meine Verwandten lebten, um die Leute kennenzulernen, die mich außer Landes schmuggeln konnten. In der Hoffnung, dass der Versuch erfolgreich sein würde.

Fortsetzung folgt …

Why Austria
I spent days in the hotel where I stayed the first time I arrived. I managed to reach my relatives in the capital of a nearby Turkish province. I spent weeks searching for a solution to my situation, to find work or even apply for asylum in some other country, because asylum was not possible in Turkey as I didn’t have official papers or an official entry in order to remain there. All attempts failed, either because of the long time or because of fraud on the part of some employees. I tried to work anywhere as a journalist and TV reporter or even as a teacher of Arabic and English, as well as biology and physics, because I graduated in science from the scientific section of my secondary school with an overall grade of 92.3%. And I completed my university education at the College of translation of the English language. But all attempts failed.
I heard about people being smuggled into Europe. Initially, I did not believe in this way, because of the risks and how the smugglers have people’s fate in their hands. A lot of sad stories and just a few joyful ones. I made a fresh attempt and searched for an opportunity to work or apply for asylum in Istanbul, but was not successful. The issue of human rights and the changing situation in Turkey makes it an unfavourable place to settle in. Dealing with other nationalities is not as it is in Europe, and that is the most important for me. What I left my country, life, family, work and history for, is to be free and respected and, above all, safe.
After long consideration, I went to Istanbul, where I’d heard most of the smugglers were. That was in October 2014, and the weather had begun to turn to autumn. Istanbul is a wonderful city that combines East and West in its two parts. Each day when I found nice places – and there are many in Turkey and Istanbul, in particular – I remembered my family and friends. When I recalled memories, my eyes filled with tears, but I tried always to be alone so no one could see me.
Two weeks later in Istanbul, I still didn’t have a satisfactory result. One of my relatives called to tell me that there was a chance to get out of Turkey safely. He didn’t explain much for fear of phone surveillance. I came back the next day as soon as possible, because the survival of my children was at risk between the unstable security situation on the one hand and the fear of militias in Iraq knowing their whereabouts and trying to take revenge of me through them on the other. Every day I was hoping that they were safe and that I would see them again soon. Each passing day meant more suffering and patience, sadness and hope at the same time. These contradictory feelings were hard to consolidate, but that’s what was happening with me. I came back to the province where my relatives lived, to meet those people who had the ability to smuggle me abroad, hoping that this attempt would succeed …

To be continued …

لماذا النمسا … الحلقة الثالثة قضيت اياما في الفندق الذي سكنت فيه اول وصولي ثم تمكنت من الوصول الى اقربائي في احدى المحافظات التركية القريبة من العاصمة. امضيت اسابيع ابحث عن حل لوضعي او عمل او حتى تقديم اللجوء الى اي بلد اخر. لان اللجوء في تركيا غير ممكن حاليا كما انني لا املك اوراقا رسمية او دخول رسمي لكي استمر في البقاء فيها. المحاولات كلها فشلت اما بسبب الوقت او بسبب الغش من قبل بعض المموظفين. حاولت العمل في اي مكان كوني اصحفي ومراسل تلفزيون او حتى مدرس للغة العربية والانكليزية وكذلك الاحياء والفيزياء لاني خريج القسم العلمي في المدرسة الاعدادية وبمعدل عال وصل الى 92,3% . واكملت دراستي الجامعية في كلية الترجمة للغة الانكليزية. لكن المحاولات باءت بالفشل ايضا. كنت اسمع عن تهريب الناس الى اوربا.في البداية لم اقتنع بهذه الطريقة لما فيها من اخطار وتلاعب في مقدرات البشر من قبل المختصين بهذا المجال من المهربين. الكثير من القصص المحزنة وقليل منها المفرحة. فكرت بان احاول مرة اخرى. سالت وبحثت عن عمل او فرصة للجوء في اسطنبول لكن ايضا لم اجد. كما ان موضوع حقوق الانسان ليس بالدرجة التي تجعل تركيا محطة يمكن للشخص ان يستقر فيها بسبب الاوضاع المتغيرة. التعامل مع الجنسيات الاخرى ليس كما هو في اوربا وهو الاهم بالنسبة لي وهو ماخرجت من اجله وهو ان اكون حرا محترما وقبل كل شيء اكون آمنا. بعد تفكير طويل ذهبت الى اسطنبول حيث كانوا يقولون بان اكثر المهربين يتواجدون هناك. كان هذا في شهر اكتوبر وبدأ الطقس يتحول الى الشتاء من بوابة الخريف. اسطنبول مدينة رائعة وهي فعلا ملتقى الشرق والغرب في نصفيها. كنت في كل يوم عندما اجد اماكن جميلة وهي كثيرة في تركيا واسطنبول بشكل خاص اتذكر عائلتي واصدقائي. استرجع الذكريات فتغرق عيوني بالدموع وتمتلئ نفسي بالحسرة لكن اكون لوحدي لكي لا يراني احد. اسبوعان انقضت في اسطنبول دون نتيجة مرضية، اتصل بي احد اقربائي ليخبرني بان هناك فرصة للخروج بشكل آمن من تركيا. لم يشرح لي الكثير من التفاصيل خوفا من مراقبة الهاتف. رجعت بعد يوم واحد باسرع ما يمكن لان الوقت الذي يمضي كان يعني بقاء اولادي في دائرة الخطر وبين مطرقة الوضع الامني غير المستقر وسندان الخوف من معرفة المليشيات في العراق بمكانهم ومحاولة الانتقام مني عن طريقهم. كنت آمل كل يوم بانهم بخير واني ساجتمع بهم يوما ما عن قريب. كل يوم يمر كان يعني مزيدا من المعاناة والصبر والحزن والامل في نفس الوقت. مشاعر متناقضة من الصعب ان تتجمع في آن واحد، لكن هذا ما كان يحدث معي. رجعت الى المحافظة التي يسكنها اقاربي لالتقي بمن لديه القدرة على تهريبي الى الخارج وكلي امل بان تنجح هذه المحاولة.. الى اللقاء في الحلقة القادمة .. لتكملة القصة

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