von Gabriele Rothuber

Wissensvermittlung über geschlechtliche Vielfalt, über Geschlechtsidentitäten, und sexuelle Orientierung ist in Salzburgs Schulen angekommen. Die „Schule der Vielfalt“ der HOSI Salzburg leistet hier großartige Arbeit! Und auch andere sexualpädagogisch Arbeitende greifen diese Themen selbstverständlich und unaufgeregt auf. Das Team der Schule der Vielfalt geht mit LGBT-Personen in die Klassen, vermittelt Infos – und: beantwortet (anonyme) Fragen der Schüler*innen.

Das ist echt tolle Arbeit, baut Hemmungen und Vorurteile ab. Pro Jahr werden so derzeit rund 500 Schüler*innen erreicht. Aber: gebucht werden diese Workshops halt auch nur von den aufgeschlossenen Lehrpersonen. Was ist mit den „anderen“, denen, die vielleicht sogar homophob oder transphob sind? Wie erreicht man diese? Wie erreicht man Lehrende, auch auf Fachhochschulen? Wie erreicht man Unternehmen, die sich in ihrer Unternehmenskultur – hoffentlich neben anderen relevanten Themen wie etwa Sexismus – mit einer offenen und wertschätzenden Kultur gegenüber geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten auseinandersetzen möchten?

Dazu hat die HOSI Salzburg einen neuen Bildungsschwerpunkt gesetzt: Das Projekt „Vielfalt im Beruf“, das in Kooperation mit der HIL-Foundation, dem Land und der Stadt Salzburg finanziert wird. Das Konzept hat Kathleen Schröder, Betriebswirtin, Gesundheitspräventologin und diplomierte Mediatorin, ausgearbeitet. Sie bringt auch langjährige Erfahrung aus ähnlichen Bildungsprojekten mit.

Für einen wertschätzenden Umgang braucht es weit mehr als eine offene Grundhaltung. Es braucht Wissen über gesundheitliche Risikofaktoren, die Lebensrealitäten von LGBTI*Personen (Lesbian, Gay, Bi, Trans, Inter), über Anlaufstellen, rechtliche Grundlagen etc.
Das neue Fortbildungsangebot vermitteln dies: diese so genannte Regenbogenkompetenzen. Stehen doch die Farben des Regenbogens für die menschliche Vielfalt.

Damit leistet die HOSI Salzburg wichtige Antidiskriminierungsarbeit: Sie bietet Multiplikator*innen eine umfassende menschenrechtsbasierte und gewaltpräventive Schulung.

Und dass es noch viele Schulungen braucht, damit ALLE Menschen gerne, unbeschwert und gefahrlos in die Schule, Universität oder Arbeit gehen – das zeigen ein paar einfache Fragen, die ich 2016 hier formuliert habe:
https://zartbitter.co.at/gesellschaftspolitik/menschenrechte/was-sind-deine-vor-ur-teile-ein-test/

Seitdem hat sich kaum etwas verändert. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtlich Liebende durch den Verfassungsgerichtshof tritt mit 1.1.2019 in Kraft.

Details / Infos unter: http://www.hosi.or.at/2018/01/24/projektstart-vielfalt-im-beruf
Kontakt:
Kathleen Schröder
Projektleitung „Schule der Vielfalt“ und „Vielfalt im Beruf“
Tel.: +43 677 61745933
E.Mail: [email protected]

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