sonderwünsche, grauslichkeiten, nerven aus stahl

weil die urlaubszeit langsam zu ende geht, hier ein lesetipp für reiseabenteuer im kopf: die „hotel stories“ von robert pimm.

ich bin noch nie in einem fünf-sterne-hotel abgestiegen, würde aber gerne einmal drei stunden in der lobby sitzen und schauen, wer dort wie ein- und ausgeht und was die leute dort so wollen.

dank der „hotel stories“ geht das jetzt. erzählt aus der sicht einer hotelmanagerin und ihrer assistentin, beide bedingungslos und wohl auch gnadenlos freundlich weiß ich nun, wie eine lobby auszuschauen hat. neben einer 30-meter wasser-installation und einer sushi-bar mit stern erkennen die beiden an der rezeption jeden gast und sein bedürfnis sofort – unglaublich, wie cool sie bleiben, wenn es richtig brenzlig wird.

ob verbotenes essen serviert werden soll, ob ein politiker verbotenen besuch aufs zimmer bestellt haben will oder ob sich jemand in der bar so richtig daneben benimmt: die beiden verlieren nie die geduld, nie ihr lächeln und nie ihre fassung.

hotel stories ausschnitt

kotzbrocken im kopfkino

ein paar typen in den geschichten sind wirklich kotzbrocken, nur: die grauslichkeiten sind nur so weit angedeutet, dass mein kopfkino anspringt. erwischt! ein schmieriger mann wirft mit geld um sich und mit übergriffigen beleidigungen? die immer grantige sushi-köchin wetzt ihre japanischen messer? schon ziehen bilder auf in meinem hirn, wie das enden wird. oder enden soll.

es ist doch so: die schrecklichsten szenen, die ärgsten zuschreibungen und die miesesten charaktere entstehen immer noch im eigenen hirn. robert pimm ist brite und damit sowieso qua geburt meister der unzweideutigen andeutungen, ohne dass er selbst schmutzige worte gebrauchen muss. „unangemessen“ ist noch das deutlichste, es kommt oft vor. und ja: die typen bekommen, was sie verdienen. jedenfalls in meinem kopf.

ich buche auch zukünftig kein 5-sterne-zimmer – die „hotel stories“ ersparen einem so einen haufen geld. dass sie auf englisch sind, verstärkt das urlaubsfeeling noch.

für alle nur-echte-bücher-lesende hier noch die schlechte nachricht: die „hotel stories“ gibt es bisher nur als e-books. dafür sind sie unvergleichlich billig, und je mehr downloads, desto eher gibt es eine print-version.

also los und gute reise: zu den hotel stories von robert pimm

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