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Ich bin ein Mensch: Adel Alnaji

Ich heiße Adel Alnaji. Ich bin 43 Jahre alt und bin in Syrien geboren – im Jarmuk-Flüchtlingslager. Ich habe davon geträumt, in meine Heimat, Palästina, zurückzukehren, um dort ein normales Leben führen zu können.

In Syrien arbeitete ich im Kundenservice eines Mobilfunk-Unternehmens. Ich heiratete und bald waren wir eine 5-köpfige Familie. Meine Frau hatte auch Arbeit und wir bauten ein kleines Haus und gestalteten es für unsere Kinder. Es sollte der Kern ihrer Zukunft sein. Wir waren eine glückliche Familie.
Als unser Haus fast fertig war, begann die Krise in Syrien. Schon nach wenigen Tagen fielen Bomben. Die Kleinen weinten und wir verließen unser Zuhause so rasch wir konnten. Wir mussten einen sicheren Ort suchen, wo wir unser Leben neu beginnen und unseren Kindern eine neue Zukunft geben können.

Es ist schwer, ein Leben von Neuem anzufangen, damit die Kinder es wieder gut haben. Wir zogen in eine Gegend, die von den Truppen des Regimes kontrolliert wurde. Als sie erfuhren, dass ich palästinensischer Flüchtling bin, drohte man mir mehrmals mit Verhaftung. Ich wurde mit einigen anderen zur Front gebracht. Wir sollten dort einen Schutz gegen die Oppositionsmilizen bauen.

Zu dieser Zeit beschloss ich auszuwandern und eine neue Zukunft für mich und meine Kinder aufzubauen – und um dem Tod zu entkommen. Ich stieg in einen Bus Richtung Türkei, dann nach Griechenland und Mazedonien. Wieder geriet ich in die Hände von Schleppern. Sechs Nächte schlief ich in den Wäldern, aber sobald ich die Grenze zu Serbien überquert hatte, verspürte ich zum ersten Mal so etwas wie Freiheit. Schließlich kam ich nach Österreich.

Es gibt viele Gründe, um in Österreich Asyl zu suchen.
Erstens: Ich möchte zuerst ein neues Leben beginnen – und dann meinen Kindern eine neue Zukunft geben.
Zweitens: Ich hatte gehört, wie nett die Menschen dort sind.
Und schließlich: Österreich ist religiös tolerant und multikulturell.

Ich bin bereit, einen Beitrag zur österreichischen Gesellschaft zu leisten – ob als Helfer in Unterkünften oder Freiwilliger beim Roten Kreuz. Es ist eine Ehre für mich, dass der österreichische Staat mir Asyl gegeben hat. Ich bin glücklich, in Österreich zu leben.

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